Müde Performance des Kanzlerkandidaten der Union - Laschet muss aus den Puschen kommen

In weniger als zwei Monaten ist Bundestagswahl, aber vom CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten gehen keinerlei Impulse aus. Das müsste er dringend ändern, um keine Bruchlandung hinzulegen. Denn ein Duo ist kein Team und Beliebigkeit keine Agenda.

Armin Laschet vor einer Kamera
Armin Laschet während einer Fernsehansprache zur Flutkatastrophe / dpa

Autoreninfo

Markus Karp ist an der Technischen Hochschule Wildau Professor für Public Management und Staatssekretär a.D.

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Markus Karp

Wäre die Bundestagswahl ein Flugwettbewerb, könnte Annalena Baerbocks Performance wohl am besten mit dem Flug des Ikarus verglichen werden. Sie ist der Umfragesonne sehr früh im Rennen sehr nahe gekommen, was aber auch die Fallhöhe beträchtlich vergrößert hat. Olaf Scholz’ Strategie gleicht jener des Andenkondors, der das Flügelschlagen minimieren kann, weil er klug alle sich bietenden Aufwinde nutzt. Der Vogel kann so ungeheure Distanzen zu fernen Zielen zurücklegen, ohne seine Kräfte vergeuden zu müssen. 

Armin Laschet schließlich gibt im Moment den Albatros: Er hat eine konkurrenzlos große Spannweite. In der Fachwelt ist seine Flugtechnik bekannt als dynamisches Segeln. Für Start und Landung braucht der Albatros aber die passenden Rahmenbedingungen: Der Wind muss stimmen, der Beineinsatz, von den Flügeln muss richtig Gebrauch gemacht werden. Ist das nicht gegeben, kommt es beim Abheben und Aufsetzen zu fatalen Problemen.

Die nicht stimmigen Rahmenbedingungen sorgen im Moment dafür, das Armin Laschet nicht elegant über die Wellen gleitet, sondern Bruchlandung zu erleiden droht. Allein hat das der Wahlkämpfer nicht zu verantworten: Er ist nicht der erste christdemokratische Kanzlerkandidat, der durch ein Jahrhunderthochwasser in Bedrängnis gebracht wird. Auch die systemischen Mängel im Katastrophenschutz, das Modernisierungsdefizit in der Staatsverwaltung und die sichtbar gewordene fehlende Krisenbewältigungskompetenz fallen nicht allein auf den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten zurück. Sondern auf nahezu die gesamte Spitzenpolitik, die sich gegenwärtig verglichen mit großen Vorbildern wie beispielsweise Helmut Schmidt mehr auf das aktionistische Posieren als das entschiedene Reagieren und das nachhaltige Reformieren versteht. 

Auch selbstverschuldete Fehler wie Gelächter zur Unzeit und kleine Schludrigkeiten in alten Monographien sind bei der Intensität, mit der Kanzlerkandidaten beobachtet und seziert werden, kaum vermeidlich und in der Vergangenheit fast jedem Anwärter auf das Bundeskanzleramt unterlaufen. 

Zwei gravierende Fehler

Der Wahlkampf Armin Laschets leidet aber unter zwei gravierenden Fehlern, die der Kandidat zur Gänze selbst zu verantworten hat: Zum einen sind es Ideenlosigkeit und die beharrliche Verweigerung belastbarer Vorschläge. Zum anderen die Nichtexistenz der vollmundig angekündigten Teamlösung. Beide Probleme könnten mit demselben Ansatz gelöst werden. 

Manifeste Vorschläge mit Spiegelstrichen sind von dem unideologischen Pragmatiker Laschet nicht zu erwarten, wären auch genau diesem über Jahre aufgebauten Image abträglich. Allerdings würde ein Team mit einer hochkarätigen Mischung aus frischen und renommierten Köpfen helfen, diese Konturlosigkeit zu überwinden. Vielfältige Fachpolitiker, die für bestimmte Denkschulen und Vorschläge stehen, würden die inhaltlichen Leerstellen Armin Laschets schließen und für die heterogene potentielle Wählerschaft der Partei Identifikationspotentiale bereitstellen, die der unter widrigen Umständen gekürte Parteichef und Kanzlerkandidat allein nicht zu liefern vermag. 

Das war immerhin auch das Versprechen des Aacheners und seiner Anhänger: Er sei ein Team- respektive Mannschaftsspieler, wolle das Spektrum der Union in seiner ganzen Breite einbinden, Diskussionen wieder zulassen, über die Flügel spielen wie die Volkspartei in alten Zeiten, so der Tenor und das Hauptargument für ihn. Nun aber besteht das gesamte Team Laschets nur aus dem einstigem Rivalen Friedrich Merz, dessen angedachte Rolle nach dem Wahlgang obendrein nicht klar ist. Andere Köpfe, gar ein inspirierendes Schattenkabinett, gibt es nicht. 

Eine mögliche Ära Laschet gleicht somit für die Wählerschaft einer Art Blackbox. Schon im jetzigen Kabinett finden sich außer beim Koalitionspartner kaum mehr profilierte Ministerinnen und Minister. Das wird von der nach 16 Jahren zur Überfigur gereiften Angela Merkel kompensiert. Armin Laschet kann aber von einem solchen Amtsbonus nicht profitieren. Umso mehr fehlen ihm weitere Köpfe mit einem eigenständigen politischen Charisma als Mitstreiter.

Im Schlafwagen ins Kanzleramt

Der Kanzlerkandidat aber ist der Versuchung erlegen, im Schlafwagen ins Kanzleramt reisen zu wollen. Nicht auffallen, nicht diskutieren, keine Querköpfe im Gefolge, die unliebsam polarisieren könnten. Die Fehler der Rivalen auskosten. Das aber kann nicht funktionieren: So erschöpft sich irgendwann das Interesse an den Pannen der Baerbock-Kampagne. Eine asymmetrische Mobilisierung im Stile Angela Merkels benötigt die Person Angela Merkels, um zu funktionieren. Und schließlich ist der bundesrepublikanische Biedermeier, der das letzte Jahrzehnt prägte, der Ernüchterung gewichen. 

Die Reformdividende der Jahrtausendwende ist aufgezehrt, ohne investiert worden zu sein. Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes hat nachgelassen, bei der Digitalisierung hinkt es hinterher, die Infrastruktur ist nicht fit. Der Staat ist zwar allgegenwärtig, Abweichungen von der eingespielten Routine überfordern ihn aber komplett. Das hat die Corona-Krise ebenso gezeigt wie die Nichtbewältigung der Flutkatastrophe. Das Missmanagement bei den Corona-Hilfen, der Fehlschlag von technisch zeitgemäßen Ansätzen wie der Corona-App, die Überforderung bei den Präventions-, Abwehr- und Hilfsmaßnahmen im Zuge des Hochwassers trotz des überlauten Warnschusses eines krachend gescheiterten „Warntages“ im Vorjahr sind keine punktuellen Missgeschicke, sondern Symptome von Missständen im Staatswesen.

Vor diesem Hintergrund genügt es nicht, einen Wohlfühlwahlkampf ohne Ecken und Kanten zu führen, der unklar lässt, wie die offenkundigen Probleme gelöst werden sollen, die ein bloßes Weiter-so verunmöglichen. Auch die Aussicht auf ein farbloses Tableau altbekannter Funktionäre als Bundeskabinett wird keinen Wähler elektrisieren.  Ein Duo ist kein Team und Beliebigkeit keine Agenda. Wenn Armin Laschet vermeiden will, dass er wie der Albatros bei Windstille am Boden bleiben muss, sollte er schnellstmöglich für frischen Wind sorgen. 

Und zwar mit dem versprochenen Team, dass politisch vielfältig ist und jene Spannung verspricht, aus der ein glaubhafter Aufbruch erwachsen kann. Andernfalls wird die bräsige Siegesgewissheit, die Stillstand für die beste Art der Fortbewegung hält, bald ernüchtert werden.

Rob Schuberth | Mo, 2. August 2021 - 14:11

Herr Laschet, der ja oft als Karnevalsprinz benannt wird, ist m. E. einfach mit dem angestrebten Amt überfordert.

Und so etwas zeigt sich eben auch schon vor der Wahl.
Das ist auch gut so.

Für uns Wähler ist nur dumm, dass es so gar keinen geeigneten Kandidaten (ich gendere nicht) gibt den man an seiner Statt wählen könnte.

Vieles in dem Artikel stimmt absolut.
Nur wie soll einer der es nicht kann, etwas machen das er nicht kann?

Eben...geht nicht.

Hätte sich Merkel früher überlegen sollen, als sie ihn (mit) ins Amt drückte.

Die CDU hat's verbockt u. Laschet wird es ausbaden müssen.

Am Ende könnte es doch noch der Olaf werden...Wunder oh Wunder.

Christa Wallau | Mo, 2. August 2021 - 14:32

W e n sollte Laschet denn jetzt schon als überzeugenden Wahlkampfmotor in sein TEAM aufnehmen?
Wo stecken denn die großartigen Vorzeigemänner und -frauen der CDU / CSU?
Wer - außer Merz - hat überhaupt ein klares Profil?

Von den bisherigen CDU/CSU-Ministern ist kein einziger durch hervorragende Leistungen aufgefallen - im Gegenteil: Sie haben sich alle so lala durchlaviert - mehr oder minder belastet von kriminellen Fehlern.
Und bei den Abgeordenten sieht es nicht viel besser aus. Brinkhaus fiele mir da als einziger spontan ein, den Laschet rekrutieren könnte.

Die ausgehöhlte CDU wird nur deshalb gewählt, weil auf viele Normalbürger in Deutschland die anderen Altparteien noch abschreckender wirken und weil die neue Partei, die AfD, ihnen erfolgreich madig gemacht wurde ("Das sind die neuen Nazis!").

Wahrlich k e i n e ermunternden Zukunftsaussichten!

Ob Sie und Ihre Mitstreiter Merz, Röttgen oder Habeck wohlwollender begleitet hätten, da habe ich so meine Zweifel.
Da Sie es erwähnen - obwohl es hier ausdrücklich um Laschet bzw. die Union geht: Über die beiden Spitzenkandidaten der AfD wird gar nicht berichtet. Dabei wäre es doch durchaus interessant zu erfahren, ob z. B. Frau Weidel noch immer der Überzeugung ist, dass die Bundesregierung "Schweine" bzw. "Marionetten der Siegermaechte des 2. WK" sind, mit der "Aufgabe, das dt Volk klein zu halten indem molekulare Buergerkriege in den Ballungszentren durch Ueberfremdung induziert werden sollen".

https://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Diese-Schweine-…

Und Chrupalla, der erscheint im Vergleich zu solchen Formulierungen noch relativ gemäßigt: "Natürlich leben wir nicht in einer Diktatur!" sagte der. Doch ist er damit für Ciceronen überhaupt noch wählbar?!
Fragen über Fragen - nicht wahr, Frau Wallau...?

Urban Will | Mo, 2. August 2021 - 20:48

In reply to by Kai Hügle

an die große Glocke.
Ist ja brandaktuell, was Sie da aus der Kiste geholt haben in Bezug auf Weidels Weltsicht.
Dass das noch keiner erkannt hat, wer da an der Fraktionsspitze sitzt... uiuiui!
Und vermutlich saßen Sie neben ihr als sie es schrieb, oder? Denn so ganz bewiesen ist es ja nicht...
Aber wurscht. Passen tut es allemal.

Die Mitglieder der Bundesregierung als „Schweine“ zu bezeichnen... ja sapperlott! Wo kommen wir denn da hin!

Da wirft man lieber jedem Mitglied oder Wähler dieser Partei den „Nazi“ an den Kopf, das ist dann schon ok, oder?

Oder dem BT – Präsidenten das „Arschloch“... und wird dann später Außenminister. Und die ebenfalls geworfenen Backsteine in Richtung Polizisten als kleinen „Karriereschub“ wollen wir natürlich auch nicht vergessen. Nichts für ungut, es wurde ja kein Polizistenschädel zermanscht. Also alles im Butter.
Von links Geworfenes ist ja immer gut, gelle?

Ach herrje, Würfe über Würfe, wer soll da noch durchblicken,

nicht wahr, Herr Hügle?

...Treffer. Versenkt.
Lese immer wieder gerne die "returns" auf die oft genug unterirdigen "Aufschlägelchen" unserer
Obermoralisten
Ihre Rückhand, Herr Will, ein Genuß.
Aber grundsätzlich neige ich dazu bei dem Bekannten Duo
Infantil (oder ist es Trio Stupido?) nur zu scrollen.
Mit Menschen die, wie ehedem, einer Demokratie verachtenden Ideologie hinterher rennen, lohnt keine geistige Auseinandersetzung, wie es sich unter Demokraten normalerweise geziemt.
Ausserdem schont die nicht Beachtung die Nerven.

Stefan Forbrig | Mo, 2. August 2021 - 21:12

In reply to by Kai Hügle

...da die AfD ja anscheinend keinen interessiert, und Sie ja schon gar nicht, sie bei der Regierungsbildung keine Rolle spielt, können wir (und vor allem Sie) sie ja auch übergehen, oder?

Prof. Dr. Theisen hat als Gastautor bei TE einen lesenswerten Beitrag zum Thema "Mittelmaß" geschrieben.
Er trifft genau das Thema hier.

Ingofrank | Mo, 2. August 2021 - 15:25

Was soll nach 16 Jahren One Women Show und damit verbundener Beliebigkeit = politische Entscheidungen nach Wetterlage, auch anderes kommen.
Das war doch alles mehr als erwartbar! Der eingeschlagene Merkelismus wird fortgeführt. Ob mit oder ohne grüner Beteiligung. Bei Grün, Rot, Rot ist es halt nur ein schnelleres Schrittmaß zur Abschaffung der alten BRD an den Tag gelegt.
Was Han*sinieeeene nicht kann, lernt Hans nimmer mehr. So ist es, wie ein altes Sprichwort
besagt. Daran ändert sich nix!

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Armin Latell | Mo, 2. August 2021 - 15:28

wäre in der aktuellen Situation in Buntland auf jeden Fall schon ein Fortschritt. Die eine Ewigkeit anmutende Agonie der Merkelpolitik kann niemand auch nur halbwegs mittelfristig korrigieren. Unideologischer Laschet? Wenn er einen Vorteil haben sollte, dann wäre es exakt dieser. Von Ideologie müsste eigentlich jeder die Nase gestrichen voll haben. Wer die „profilierten“ Köpfe beim Koalitionspartner sein sollen, würde mich schon interessieren. Das Versagen dieses Staates hat einen einzigen Namen, allerdings in Kooperation mit einer sehr großen Anzahl Funktionären in Politik, Hofstaat, Wirtschaft und Religion. Und ich widerspreche dem Satz „Ein Duo ist kein Team und Beliebigkeit keine Agenda“. Merkel ist Solistin und ihre Agenda war, und ist die Beliebigkeit. Hat viel zu lange 16 Jahre funktioniert. Hat Herr Karp wohl nicht bemerkt.

Enka Hein | Mo, 2. August 2021 - 15:47

...Laschet.
Ich nehme an das Laschet als Sieger bei den Wahlen hervorgeht.
Und dann?
Ich weiß als Wähler ja gar nicht wo er hin will. Was würde mich als CDU Wähler erwarten? Kann nur Vermutungen anstellen und die sind eher katastrophal grün.
Bei Grünen und SPD ist es klar. Richtung DDR 2.0 mit der ehemaligen SED.
Bei der FDP? Die legt sich notfalls mit allen linken ins Bett.
Einen Scholz mit einem Andencondor zu vergleichen...na ja. Schon eine Beleidigung der Tiere.
War Vorgänger 100% Schulz eher eine Lok, die noch vor den Start unter Volldampf im Lokschuppen implodierte, so ist Schulz nur ein beliebiger Waggon. Der hängt sich an alles was ihn zieht. Man stelle sich bitte vor, er müsste als Kanzlerkanditat ein Schattenkabinett vorstellen. Was für eine Geisterbahn würden wir da kriegen.
Die Quintessenz.
Mir als Wähler bleibt somit nur das echte Original.

...liebe Frau Hein, ist für mich Karl Valentin. Sie machen mich neugierig. Wer könnte
Ihres sein? Um in Bayern zu bleiben könnte als solches Söder sein. Lieber nicht. Er ist
kein Original. Er ist ein grünes Plagiat. Schlimmer geht´s nimmer.
MfG aus München in Bayern

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 2. August 2021 - 16:15

Zitat: „Allerdings würde ein Team mit einer hochkarätigen Mischung aus frischen und renommierten Köpfen helfen, diese Konturlosigkeit zu überwinden“. Wen sollte er denn da nehmen? Einen Ja-Sager von Merkel? Alle anderen würden sofort zerpflückt, sowohl von den Merkelisten wie auch den Medien. Will Laschet die Union wieder breiter als „linksorientiert“ aufstellen, dann darf er jetzt nicht damit hinterm Berg vorkommen. Wir konservativen Wähler werden die Blackbox nehmen müssen oder die einzige Alternative.
Wer in den Klimahimmel will, wählt ohnehin Grün. Dagegen gibt’s kein Argument, das die Medien akzeptieren. Die SPD ist mit Eskens-Borjans im Schlepp keine Alternative. Wer ist von den heutigen Ministern gut? Obergewerkschafter Heil, der Arbeitsplätze konkurrenzlos macht, die Justizministerin Lambrecht? Gibt es da weitere gute Leute? Wer will die überheblichen Klingbeil oder Kühnert?
Wie sagte Herr May bei TE: Die ganze politische Klasse ist vergrünt, da braucht’s keinen Wahlkampf.

Ernst-Günther Konrad | Mo, 2. August 2021 - 16:42

Aber er hat Angst. Wer weiß, was Merkel alles in der Hand gegen ihn und auch andere? Er hat Angst vor der Sprachpolizei. Er ist wahrschenlich selbst schon so vergrünt, das er jedes Thema aus Angst vor Verriss sanft, bis gar nicht anspricht. Dabei könnte er einige konservative klare Aussagen treffen.
- Abschiebungen von Straftätern und Gefährdern - innere Sicherheit allgemein und besonders nicht nur im Kampf gegen Rechtsextremis, sondern auch vor Linksextremismus - klares Bekenntnis zum christlichen Abendland - kontrollierte und begrenzte Einwanderung - klare Ansagen an Flüchtlinge zur Pflicht zur Integration - Absage an den Genderwahnsinn in Behörden und dem durch Steuerzahler finanzierte ÖRR - klare Aussagen zur Impfpflicht, auch nicht durch gesellschaftliche Zwänge - einräumen von Fehlern und der Einsicht zur Korrektur - Verhältnis zur EU neu ordnen - Korrektur zur Atomkraft - offene Diskussion zum Klimawandel - Beseitigung von Personalmangel überall - die Zeichen reichen nicht.

Urban Will | Mo, 2. August 2021 - 16:46

Zum einen mag es tatsächlich so sein, dass er keine klaren Ziel zu definieren in der Lage ist, weil er keine klaren hat und er versucht, sich ins Ziel zu lavieren. Dann ist sein Name quasi sein Programm und der Spott über ihn mehr als berechtigt.
Damit könnte er – hochverdient – scheitern und die Schnattergans es doch noch schaffen.

Zum anderen mag er Ziele haben, die dem links – grünen Mainstream nicht passen könnten und da rund 90% der Medien diesem Mainstream angehören, würde er Gefahr laufen, sein eigenes Grab zu schaufeln, bevor die Wahl überhaupt stattfindet. Sprich: Laschet sagt erst mal bewusst nichts.

Hätte er aber ansatzweise Mumm in der Hose, würde er trotzdem klar benennen, was er vorhat.
Ansonsten könnte viele bürgerliche Wähler auf der Zielgeraden die Angst reiten, dass es mit dem Merkel – Wischwasch – Irrsinn weitergeht und sie diese Angst zu den Gelben oder gar den Blauen treiben.

Genau dies wünsche ich diesem zu Klatschhasen degradierten schwarzen Haufen.

Charlotte Basler | Mo, 2. August 2021 - 17:02

Was ist das: fliegt wie der Ikarus und schnattert wie ein Entchen? Späßle gmacht.
Gehörte zu Laschets Team nicht H. Spahn? Der Strauß der trotz heftigem Flügelschlag nicht fliegen kann - dem die Coronakrise eiskalt als Simulant demaskierte. Hat den der Armin ausgemustert? Von den 3 nominierten ist H. Laschet vermutlich das kleinere Übel. Wir bräuchten einen Macher und bekommen einen Lacher. Am besten wäre sicher H. Merz gewesen. Auch H. Söder wäre eindeutig der bessere Kandidat. Vermutlich wollte die CDU aber auch, dass die Grünen diesmal unbedingt mit ins besonders lukrative "Vogekschutzgebiet" kommen.

Norbert Heyer | Mo, 2. August 2021 - 17:30

Das Herr Laschet "aus den Puschen kommen muss", dass ist schon vollkommen richtig. Nur - und hier liegt ja sein Problem - womit? Wenn er die "hervorragende" Kanzlerpolitik der Union betonen würde, wäre das ein Rohrkrepierer erster Güte. Würde er "sein" Kabinett vorstellen, welche herausragenden Köpfe sollten das denn sein? Der Wähler hat doch in den Mehltau-Jahren von Merkel nicht einen einzigen Poilitiker wahrgenommen, der ein eigenes Profil - geschweige denn eine eigene Meinung - hat. Frau Merkel hat wie eine strenge Herbergsmutter rigeros alle Entscheidungen getroffen und die wenigen mit eigenem Gewissen wurden aussortiert oder ignoriert (Herr Bosbach). Auch das Verhalten der Noch-Kanzlerin zeigt keinerlei Unterstützung für Herrn Laschet - ganz im Gegenteil. Ihre -bewusst- gemachte Aussage über eine Partei, die "ihr nahesteht" ist eine gezielte Spitze auf ihren Parteifreund. Jetzt hat er neben Corona, Infrastruktur und Energiewende noch eine Naturkatastrophe mit Folgen an der Backe.

Dieter Schimanek | Mo, 2. August 2021 - 18:11

Jedenfalls die Mehrheit, Laschet braucht also nichts zu tun, was den Vorteil hat das Fehler vermieden werden. Lachen sollte er ebenfalls vermeiden, statt dessen tief betrübt die gewaltigen Aufgaben schildern die vor ihm liegen. Das hinterlässt Eindruck und verleiht ihm den Habitus eines Denkers. Dauergrinzer Scholz braucht ebenfalls nichts zu tun, er verliert auf jeden Fall.

ursula keuck | Mo, 2. August 2021 - 20:16

„Flieg' nicht so hoch, mein kleiner Freund
Die Sonne brennt dort oben heiß
Wer so hoch hinaus will, der ist in Gefahr
Flieg' nicht so hoch, mein kleiner Freund
Glaub' mir, ich mein' es gut mit dir
Keiner hilft dir dann, ich weiß es ja
Wie's damals bei mir war“, so könnte der ehemalige Aachener Bundeskanzler Kandidaten - Erwin Schulz - den Aachener Bundeskanzler Aspiranten Armin Laschet vielleicht abraten vom Kanzleramt.
Schuster bleib bei deinen Leisten!

Uli Burkhardt | Di, 3. August 2021 - 09:32

Heute früh in den Nachrichten beschwerte sich ein Anwohner aus der Hochwasserregion in Arnsberg massiv über die fehlende Unterstützung der Behörden und nannte dabei Laschets neuen Spitznamen: " Armin, lass' et". Was von ihm jetzt kommen muss sind klare Ansagen zu den diversen, in den Medien schon oft durchgekauten Themen. Sich nur medienwirksam als Schlaftablette zu outen bringt im Politikgeschäft überhaupt nichts - Laschet als Macher wäre mal eine abwechslungsreiche Alternative. Wer falsch handelt macht Fehler - wer nichts tut auch.

Heidemarie Heim | Di, 3. August 2021 - 13:25

Diese etwas genauer unter die Lupe zu nehmen könnte man doch (für sich selbst als WählerIn) den sogenannten Ententest- Test machen;) Ein während des kalten Kriegs entstandenes und danach verwendetes politisches Schlagwort aus den USA besagt:" Nehmen Sie an, Sie sehen auf einer Farm einen Vogel herumwatscheln. Dieser Vogel hat kein Schild um, auf dem "Ente" steht. Doch dieser Vogel sieht eindeutig aus wie eine Ente. Als er zum Teich geht stellen Sie auch fest, dass er schwimmt wie eine Ente. Dann öffnet er seinen Schnabel und quakt wie eine Ente. Nun, zu diesem Zeitpunkt sind Sie wahrscheinlich zu dem Schluss gekommen, dass der Vogel eine Ente ist, unabhängig davon, ob er beschriftet ist oder nicht." Quelle Wikipedia Zitat US Botschafter Patterson zu seiner Bewertung der damaligen suspekten Regierung Guatemalas durch Guzmàn).
Wohlgemerkt kein oberflächlicher Vergleich meinerseits, sondern vielmehr der Versuch eines Denkanstoßes;) Meine Lieblingsentenhausener Donald und Dagobert;) FG

Jörg Stetter | Di, 3. August 2021 - 14:19

Ich möchte an dieser Stelle darauf verweisen, dass fast alle zukünftigen Kanzler und auch unsere einzige Kanzlerin bei ihrer Kandidatur unterschätzt wurden. Damals waren es der politische Gegner und die veröffentlichte Meinung, die die Zweifel massiv schürten.
Bei Laschet bin ich der Meinung,dass auch er massiv unterschätzt wird. Er hat das bevölkerungsreichste Bundesland relativ geräuschlos regiert und sich eine gute Mannschaft zusammengestellt.
Im derzeitigen Wahlkampf tut er gut daran, nicht zuviel zu versprechen und sich lieber bedeckt zu halten. Jede noch so kleine Blösse würde sofort ausgeschlachtet, vor allem die Shitstorm Gemeinde wartet sehnlichst darauf. Laschet ist m.E. bodenständig, realistisch und kompromissfähig. Weder populistisch wie Söder noch "alternativlos" wie Merkel. Warten wir die Wahl ab. Mit der FDP kann er, mit den Grünen wird es ein zähes Ringen in einer möglichen Koalition.