Krise der CDU - Zerreißprobe für die letzte Volkspartei

Die CDU sucht weit mehr als nur einen neuen Vorsitzenden. Vor allem ist sie auf der Suche nach einer Perspektive, um Volkspartei zu bleiben. Doch die Zeichen dafür stehen schlecht.

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Partei im freien Fall / dpa

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Ein Donnerstagabend Ende Februar, der Berliner Bundestagsabgeordnete Klaus-Dieter Gröhler hat in sein Wahlkreisbüro geladen. Der 53 Jahre alte CDU-Mann vertritt den westlich-bürgerlichen Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf im deutschen Parlament, das Publikum ist entsprechend: gut gekleidete Ehepaare in vorgerücktem Alter, einige gepflegte Herren jenseits der 60, kaum junge Leute. Die Stimmung ist locker, es werden Häppchen und Wein gereicht, viele Besucher kennen einander. Stargast des Abends ist der ehemalige Deutsche-Welle-Intendant Dieter Weirich, der vor Kurzem eine Biografie über Alfred Dregger veröffentlicht hat. Weirich diente während der siebziger Jahre als Dreggers Referent; sein Chef war damals als konservativer Hardliner der hessischen CDU bekannt. Viele ältere CDU-Mitglieder verehren ihn bis heute.

Weirich, inzwischen selbst Mitte 70, erzählt von alten Zeiten und davon, dass Alfred Dregger entgegen seinem Ruf als Vertreter des „Stahlhelmflügels“ der CDU in vielerlei Hinsicht tatsächlich ein weltoffener Reformer gewesen sei. Das Publikum hängt an seinen Lippen; später gesellt sich noch Burkard Dregger zu der Runde: Alfred Dreggers Sohn, 55, und seit knapp zwei Jahren Fraktionsvorsitzender der CDU im Berliner Abgeordnetenhaus. Dieter Weirich erinnert daran, wie Dregger senior einst mit konservativer Verve die darniederliegende Hessen-CDU aus dem Tal der Tränen geholt habe; Dregger junior wiederum lobt die Führungsqualitäten seines Vaters: „Er war teamfähig, solange klar war, dass er der Chef ist.“ Alfred Dregger selbst ist zwar seit fast 20 Jahren tot, aber die vielen Gäste in Klaus-Dieter Gröhlers Wahlkreisbüro mit dem goldgerahmten Angela-Merkel-Bild an der Wand schwelgen immer noch von damals.

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Christa Wallau | Mi, 25. März 2020 - 17:31

... umso mehr wird sich der Fokus auf jemand in der CDU richten, der sowohl über Führungsqualitäten als auch über Sachkenntnisse,
den Mut zur Unbeliebtheit und Vernunft (zumindest gesunden Menschenverstand u. Bürgernähe) verfügt.
All die vielen Schönwetter-Politiker und Schwätzer, die bisher eine viel zu große Rolle in der deutschen Politik spielten, haben demnächst ausgedient - Gott-sei-Dank. Es ist nur äußerst traurig, daß es erst eines Katastrophen-Szenarios bedarf, um die
Spreu vom Weizen zu trennen.
Merz oder Söder sind in meinen Augen momentan die einzigen, die bei der CDU die oben genannten Kriterien halbwegs (!) erfüllen. Vielleicht kommt aber ja noch jemand wie einst Zieten aus dem Busch (z. B. 1760 i. d. Schlacht v. Torgau) und stellt sich als Retter der CDU an deren Spitze. Wer weiß schon, was in einigen Monaten in D los ist?
Wir sind mittendrin in Zeiten des Umbruchs -
in vielerlei Hinsicht.
Mit der Witzfigur Laschet jedenfalls dürfte die CDU
m. E. nicht reüssieren.

Die " rheinische Frohnatur " ist natürlich der Leicht-Matrose der er immer war. Aktuell scheint nur Merz als denkbare Alternative auf der Bühne zu stehen. Die mehrheitlich links-grünen Medien werden ihn weiter zerpflücken bis irgendwelche Umfrage-Gurus mit Projektionen kommen, die einem Laschet größere Akzeptanz für Wahlen zusprechen. Die Umfragen sind aber immer nur Stimmungstests des Moments. Ein Laschet würde auch die CDU nicht radikal öffnen und umbauen, keine neuen Leute die keine glattgeschliffenen Parteisoldaten sind, zulassen, wie es heute ist. Er könnte wahrscheinlich Kanzler werden, aber mit einer schwarz-grünen Regierung mit Laschet als Kanzler würde sich nichts ändern. Er könnte wahrscheinlich nicht einmal die FDP-Wähler in die Union holen.

Die allseits beliebten Umfragen sehen die CDU (unabhängig von der Kandidatenfrage) in einem lange nicht gekannten Höhenflug. Die Grünen eher im Sturzflug. Wenn "Krise" ist, vertraut der Wählende lieber Althergebrachtem, zur Not sogar der Groko.

Günter Johannsen | Mi, 25. März 2020 - 20:20

Frau Merkel konnte sich deshalb als Kanzlerin halten, weil mit ihr Wahlen gewonnen wurden. Das Blatt hat sich nun seit einiger Zeit gewendet und immer mehr denkende Menschen beugen sich nicht mehr der Links-Modernisierung einer Frau mit FDJ-Sekretärinnen-Vergangenheit. Friedrich Merz ist Hoffnungsträger für eine Rückkehr der freiheitlichen Demokratie und des Rechtsstaates. Er hat Durchsetzungskraft, Wirtschaftskompetenz, ist konservativ (wertebewahrend!) und wird keine sozialistische Planwirtschaft zulassen. Wird er deshalb im großen Stil angefeindet? Geht es diesen Kauders, Günthers und Röttgens nur um Macht und den Sessel mit den verbundenen Pfründen? Es wäre wirklich höchst bedauerlich, wenn sich eine einst werteerhaltende Volkspartei CDU aus Deutschland verabschiedet, weil es dem Personal nur um Macherhalt geht. Kompetenz und Authentizität geht vor. Auch muss man jetzt über den eigenen Schatten springen und mit der AfD Gespräche führen. Der Linksdrall muss endlich ein Ende haben!

Die Wiederwahl von Angela Merkel steht doch im Grunde heute schon fest. Wer außer sie kann dieses Land so gut aus der Krise führen? Merkel als Kanzlerin der Krisenbewältigung, so verkaufen es die Medien und so wird es beworben.
Das uns in dieser Phase nur der Sozialismus das Überleben sichern kann, sollte doch jedem Wähler klar sein - es ist sozusagen "Alternativlos".
Krisen haben bisher immer in den Sozialismus geführt, das wird auch hier so sein und Merkel ist die beste Garantin dafür.

Das Wahlergebnis der CDU in 2017 war das schlechteste seit 1949. Die GroKo ist eine Regierung der Wahlverlierer. 2005 und 2013 brauchte es eine GroKo. Es ist kein " Wahlsieg " wenn man mit Mühe und Not die größte Fraktion bleibt, und damit das Kanzleramt behalten kann. Dies mag für die Amtsinhaberin so " aussehen " bleibt aber katastrophal für das Land. Wir brauchen dringend eine Amtszeitbegrenzung für das Kanzleramt, eventuell auch 2x5 Jahre.

G e n a u das aber wollen Grüne, SPD, große Teile der CDU und natürlich die Linken selber (!) mit aller Macht und jedem noch so üblen Mittel verhindern.

Und weil die Journaille noch immer zu mindestens 70% auf der Seite der Grün-Linken steht, ist es unheimlich schwer, den Linksdrall zu bremsen. Von einem "Rechtsdrall" (keineswegs gleichbedeutend mit Rechtsextremismus!), wie wir ihn in den Anfangsjahren des BRD unter Adenauer hatten, ganz zu schweigen.
Es dürfte noch viel Wasser den Rhein runter fließen, bis die CDU sich von der schweren Erkrankung, die ihr der "Merkel-Virus" verpaßt hat, wirklich erholt hat,
wenn ihr dies überhaupt je gelingt. Es ist einfach schon seit langem zu viel wertvolles Porzellan (d. h. Prinzipien des Konservatismus) in dieser Partei zerschlagen worden. Und die Nachwachsenden (Jüngeren) geben sich mit den Scherben zufrieden.

Freundliche Grüße und bleiben Sie gesund!

. ist im deutschen Sprachraum eine abwertende Bezeichnung für Journalisten. Es handelt sich um eine Wortneubildung vom Anfang des 20. Jahrhunderts in Anlehnung an das französische Wort Kanaille und bedeutet so viel wie „Presse-Gesindel“ oder „Presse-Pack“. Das Wort benennt in unscharfer Abgrenzung Journalisten in ihrer Gesamtheit oder als einzelne, die herabwürdigende und skandalisierende Un- oder Halbwahrheiten verbreiten, insbesondere in Boulevardmedien. Dabei werden sie als verantwortungslos, sensationshungrig oder unlauter agierend gedeutet. Im Einzelfall werden ihnen auch demagogische bzw. politische Motive zugeschrieben. ...
.....das Wort wurde auch von führenden Repräsentanten des NS-Regimes gegen die Presse der Weimarer Republik („Systempresse“) verwandt..

Quelle: Wikipedia

Man kann auch "Journos" sagen und damit staats- und regierungsgläubige Schreiber meinen oder auch "Staatsfunker". Gemeint ist doch kritik- und distanzloser Haltungsjournalismus, der leider allgegenwärtig ist. Das Phänomen gab es schon lange vor der Migrationskrise, es war nur nicht so offensichtlich. Man erinnere sich nur an die auf allen Medien getrommelte Unterstützung für die Riester-Rente, die nur Maschmeyer und Konsorten genützt hat und vielleicht auch Herrn Riester selber.

dennoch wage ich zu sagen, dass Journalisten in bestimmten Kreisen nicht besonders angesehen sein könnten, wenn ich mir Krimis, aber auch anderes ansehe.
Genau, diese Statistiken, wem man am ehesten vertraut.
Ich glaube Journalisten kommen da gar nicht vor?
Ausser in dem Watergate-Film, gibt es bei den US-Filmen auch eher weniger Lob.
Ganz schlimm rechnet der Film "Reporter des Satans" mit dieser Berufsgruppe ab.
Das hat aber auch viel mit schlechten Arbeitsbedingungen zutun.
Ich bin ja ein Riesenfan der Journalisten.

Vor etwa 4 Jahren hat der damalige SPD-Minister Gabriel in Sachsen Anti-Merkel-Demonstranten als "Pack" bezeichnet. Wenn ein Regierungsmitglied solche Worte verwendet, darf man sich eigentlich nicht wundern, wenn diese Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch finden. Also bitte immer objektiv bleiben!

'Große' Journalisten waren/sind für mich zum Beispiel: Peter Scholl-Latour, Gerd Ruge, Hans-Josef Dreckmann (Ex-ARD-Afrika), Gabriele Krone-Schmalz, Carola Stern.
Einen Beispiel für gegenwärtig guten Journalismus gibt die Cicero-Mannschaft. Nicht jeder hat die Chance in dieser Liga zu spielen. Aber 'Aktivisten' und Agitatoren vom Schlage eines D. Hollek (AntiFA, Umweltsau) oder auch Stürzenberger (Anti-Islam Propaganda) sind mir suspekt. Gang schlimm sind Lügner und Betrüger wie Herr Relotius oder partielle Täuscher wie Heufer-Umlauf und Winterscheidt. Ich denke, solche Leute verachtet man zu Recht. Und ich würde da nur bedingt von 'Arbeit' sprechen.
Außerdem ist (auch boshafte) Kritik alt wie die Branche selbst. Vgl. die Gestalt des 'Schmock' bei Gustav Freytag in 'Die Journalisten'.
PS: Ist 'Journalist' eine geschützte Berufsbezeichnung? Oder darf sich jede(r) so nennen, der/die von einer Zeitung/Zeitschrift veröffentlicht wird, oder zu einer Radio- bzw. Fernsehsendung beiträgt?

Michael Andreas | Mi, 25. März 2020 - 23:10

der Fehler passt zwar in gewisser Weise zum Thema Friedrich Merz, der ist auch 15 Jahre zu spät; solch ein geschchtliches und sprachliches Niveau ("Schwätzer", "Witzfigur") hat das Thema aber dann doch nicht verdient.

Ernst-Günther Konrad | Do, 26. März 2020 - 09:47

Was ist, wenn die CDU überhaupt keinen Kanzlerkandidaten mehr stellen kann, weil eben nicht mehr genug Wähler?
Diese Coronakrise hat elementare Unzulänglichkeiten politischen vorausschauenden Handelns offenbart. Seit 2013 wusste die Politik von dem Pandemieszenario und ihrer möglichen Auswirkungen. Was hat sie getan. Personal weiter gemessen zur demografischen Entwicklung stetig abgebaut, schlecht bezahlt, Krankenhäuser reduziert und damit auch Betten.
2013 war H. Gröhe -CDU- Gesundheitsminister. AM war schon längst in der Regierung. Griechenlandrettung, Migrationsentscheidung, Klimahysterie hat zwar einige wach werden lassen, aber eben nicht alle, weil sich viele nicht unmittelbar betroffen ansahen. Das sieht jetzt ganz anders aus. Verlust des Arbeitsplatzes, fragile Grundversorgung, keine Erntehelfer, planlose Pandemiebekämpfung, unüberlegte pol, Entscheidungen, weil man sich eben nur auf das RKI verließ. Die Bürger haben jetzt Zeit nachzudenken. Auch und gerade über diese Politik.

Urban Will | Do, 26. März 2020 - 10:16

Ich kenne von ihm nur Sprüche, nicht einen konkreten, auch nachhaltig vertretenen Standpunkt.

Da wäre sogar Maaßen (Spahn möchte ja noch nicht) der deutlich bessere Kandidat und mit ihm bekäme die CDU ein klar erkennbares Profil.
Er könnte der von Frau Wallau erwähnte „Zieten“ sein.
Wenn, dann könnte nur er die Blauen „halbieren“. Mit Politik, nicht mit Sprüchen.

Auch wenn Söder mit seiner „Allround“- Politik Erfolg zu haben scheint: In Bayern ticken die Uhren anders, da wird CSU in vielen Kreisen unabhängig von ihrer Politik gewählt.
Ich kenne viele, die sie wählen, aber AfD – Politik gutheißen.
Das hält nur noch so lange, wie sich die Wähler durch das Anti – Blau – Komplott weiterhin blenden lassen.

Aber sollen sie ruhig in Richtung Links - Grün marschieren, die Schwarzen. Sie werden sehen, wo sie enden.
Die Geschichte hört ja nicht auf und die Zeit wird kommen, wo sich wieder zwei klar erkennbare Lager aufzeichnen und der Wähler weiß, was er wählt.

Dorothee Sehrt-Irrek | Do, 26. März 2020 - 11:09

einmischen will, auch nicht muss, es dürfte klar sein, wer für die SPD bekömmlicher ist. aber hier geht es eben um die CDU, mische ich nur beim Cicero mit und sage : Danke für eine ausgezeichnete Übersicht, einen brillanten Artikel.

Klaus Funke | Do, 26. März 2020 - 11:25

Es wird sich erweisen, ob in der CDU Macher und Politiker vorhanden sind, die die Lage zu meistern imstande sind. Der Büttenredner Laschet soll zusehen wie er sein Land kriesenfest macht und die Lage im Griff hält. Daran wird er gemessen werden. In diesem Punkt erscheint Söder als besser geeignet. Merz muss erst wieder einsatzfähig werden. Ob er allerdings DER Krisenmanager ist, da hab ich meine Zweifel. Von der SPD, den Grünen, der Linken und (leider) auch von der AfD haben wir nichts zu erwarten. Meistert die CDU die Krise, hat sie eine Chance... aber nur dann. Schwätzer und Geldverteiler brauchen wir nicht. Die großen Geldpakete wie sie derzeit präsentiert werden, lösen nichts, entscheidend wird sein, was "hinten raus kommt", sprich, wie schnell und unbürokratisch es bei den kleinen Ladenbesitzern und allen Betroffenen ankommt. Sollte der Virus uns in dieser Form mehr als zwei Monate im Graff halten, sehe ich schwarz, dann können wir alles vergessen, was mal war...

Norbert Heyer | Do, 26. März 2020 - 11:58

Der Witz ist gut: Die CDU hat Stimmen verloren, weil sie in letzter Zeit zu weit nach rechts gerückt ist? Die CDU ist dank Frau Merkel von Mitte rechts nach links gerückt. Sie hat alle links-grünen Träume - Ehe für alle, Energiewende, Migration - erfüllt. Die Frau, die alles vom Ende her denkt, hofft auf eine Koalition mit den Grünen, da sie die SPD jetzt soweit geschreddert hat, dass eine Koalition mit dieser beliebigen Partei nicht mehr möglich ist. Sie hat mit ihrer Politik die Grünen jedoch so stark gemacht, dass eher eine Koalition des Desasters möglich ist. Lässt jetzt erst einmal die Corona-Krise richtig zur Entfaltung kommen und die beschlossenen Maßnahmen zur Bewältigung stellen sich als falsch oder zu kurz gegriffen heraus, wird die Union zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Da ist es dann auch völlig egal, ob der Kronprinz oder Herr Merz Parteivorsitzender wird, diese CDU/CSU hat dann sämtliches Ansehen bei den Wählern verspielt und wird sich auch nicht mehr davon erholen.

W.D. Hohe | Do, 26. März 2020 - 12:00

sondern weil die CDU Wahlen gewann, als Frau Mekel Kanzlerin war. Frau Merkel als Kanzlerin kann,m.E., getrost als Kollateralschaden Kohl`s Spendenaffäre eingeordnet werden.
Wer bitte war/ist Frau Merkel.
Persönlich wie intellektuell.
Gilt m.E. für nicht wenige Bundestagsbesetzer
Frau Merkel ist Eines zu danken.
Die Entlarving dessen was der "politische Romantiker" mit einer Regierung (s)eines Landes verbindet. Das ändert zwar nichts an den Gegebenheiten, reduziert aber Erwartungshaltung = Enttäuschungsfaktor und schärft den Blick.
Das System ist die "Dunkle Macht" nicht dessen Protagonisten.
Und solange man "Wähler" mit, im wahrsten Sinn, einfältigem Denken & Grinsen beim Kreuzelmachen beeinflussen kann... ???
Damit allerdings sind wir beim Thema "Menschlicher Faktor der Demokratie im heutigen Ist " angelangt.

Urban Will | Do, 26. März 2020 - 12:16

Zu diesem Thema schrieb ich schon einmal:
Für Merkel war das Hochkommen der Blauen ein gewisser „Segen“.
Nicht für die CDU, aber für die Kanzlerin persönlich.

Bis zur '17er Wahl hatte sie keine und danach nur „die“ eine Opposition gegen ihre durchaus berechtigt als desaströs zu bezeichnende Politik (Migration, Euro, Klima, Energie).

Und: sie hatte von nun an quasi die gesamte „Elite“, auch die aus Medien und Kultur hinter sich, befeuert von der schon fast lächerlichen, infantilen, in vielerlei Hinsicht naiven und auch dümmlichen „Anti – Nazi – Hysterie“ in D.
Als ginge von einer so nun definierten neuen „braunen Masse“ eine neuerliche Gefahr für den Weltfrieden aus...

Die sich bei den Rechtskonservativen nun gebildete Stammwählerschaft sitzt diesem künstlich aufrechterhaltenen Gespenst aber nicht auf und sie wird in absehbarer Zeit umworben werden müssen, um rechts von grün – links halbwegs vernünftig regieren zu können.

Markus Michaelis | Do, 26. März 2020 - 16:04

Ich denke, dass es weniger relevant ist, was die CDU macht. Die Gesellschaft ändert sich stark und muss sich erstmal selber wieder finden - dann kann sich die CDU da irgendwo einklinken.

Ein Zurück in FJS-Zeiten wird es nicht geben, aber auch kein Zurück in die "goldenen" (weil klaren) 90er und 0er Jahre. Die "Weltoffenen" stehen im Moment auch in unlösbaren Widersprüchen zur Welt und zu Europa, die bunter sind als die "weltoffene" Toleranzbandbreite.

Deutschland "gestalten" kann im Moment keiner - FJS-Traditionelle ganz bestimmt nicht (sowas gibt es ja kaum noch) und "Weltoffene" auch nicht, weil die neue, offenere Welt zu anders ist, als man selber - und zu groß.

Ich denke, es heißt abwarten, zuschauen, wohin es geht, und wenn das klarer wird, seinen neuen Platz suchen.

Dr. Roland Mock | Do, 26. März 2020 - 17:03

Der Artikel geht- fast beiläufig -von m.E. fragwürdigen Axiomen aus: Die CDU sei „in die Mitte“ gerutscht. Die CDU? Mitte? Sie ist eine rein linke Partei und marschiert mit den anderen linken Parteien in Richtung Sozialismus. Beispiel gefällig? Das gestern verabschiedete Gesetz, nach dem der Staat rechtliche Sanktionen für Mietschulden aussetzt, ist ein Einstieg in die Enteignung von Millionen Selbständigen, für welche die vermietete Eigentumswohnung die wichtigste Säule der Altersvorsorge darstellt. Wer von der CDU hat im Kabinett gegen diesen im SPD-geführten Jusizministerium ausgeheckten Wahnsinn opponiert? Spahn? AKK? Merkel gar? Zwischen Merz und Laschet, so der Artikel, gebe es nur „in Nuancen inhaltliche Differenzen“. Merz ist im Thema Wirtschaft zu Hause, Marktwirtschaftler durch und durch und trat immer für Steuersenkungen ein. Laschet ist beliebig in allem, im Zweifel aber links. Trat mehrfach für h ö h e r e Einkommenssteuersätze ein. Nuancen?

Gisela Fimiani | Do, 26. März 2020 - 17:25

Es zeichnet sich das Ende der sog. „Volksparteien“ ab, eine Bezeichnung, die ohnehin einen gewissen Widerspruch birgt. Parteien „decken“ nicht das Volk ab und sind dazu auch nicht da. Wer von Volkspartei spricht insinuiert, dass der Bürger in „Parteien“ denken möge. Die Parteien haben über Jahrzehnte eine Gewohnheit etabliert, die ihre Mit-Wirkung an der politischen Meinungsbildung durch Parteimeinungen ersetzte, denen sich der Bürger anzuschließen hatte. Die Parteiendemokratie hat sich überholt. Immer mehr Parteien, immer mehr Partei-Ideologien. Wir brauchen aber nur zwei Lager, in denen die Parteien aufgehen sollten. So wird die Wahl klarer. Ohne unsägliche Listenplätze, durch Direktwahl, könnte auch unsere „beschränkte“ Demokratie ehrlicher werden. Vor allem könnte der Bürger sein wichtigstes Recht ausüben: Eine Regierung Ab-Zu-Wählen. Parteisoldatentum und Koalitionsverrenkungen zum Zweck des Machterhaltes schaden der Demokratie. Die „Auflösung“ der CDU sorgt für Klärung, Klarheit

Hubert Sieweke | So, 29. März 2020 - 14:45

mit den Artikeln, die diffus aber nun sogar mit fragwürdigen Merkel Gewinnlern, wie Herrn Jung, der bisher für alles und gegen alles stand, was ihm Geld einbrachte, gegen Merz sticheln. Merz ist derjenige, den die Partei wählen wird, weil die CDU ganz im Gegensatz zu den Grün-roten Redakteuren nicht noch einmal die Beliebigkeit wählen will.
Merkel !!! und kein anderer hat die CDU auf diesen Tiefpunkt gebracht , dazu die EU nahezu geschreddert und in der Welt D zum Lacher gebracht.

Ein Laschet, Parteisoldat seit seiner Jugend, hat durch Zufall die MP Rolle ergattert vorher war er dem Spott ausgesetzt. Er konnte aber nichts anderes und war damals der einzige, der neben Laumann dem Schlosser und Röttgen, den Wahlverlierer übrig blieb. Er hat doch überhaupt kein standing und lebte nur dadurch, dass er jeden Unsinn, den Merkel verzapfte, aus falscher Loyalität guthieß. Er hat in der Partei überhUpt keinen Rückhalt,
Nichtmal in NRW, auch wenn er Wacker den Vorstand abstimmen ließ.

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