Ausschreitungen in Chemnitz - Rückkehr der Besserwessis

Nach den Ausschreitungen in Chemnitz war man im Westen besonders schnell mit Verurteilungen des Ostens. Dabei müssten auch die klassischen Wessis endlich anfangen, ihre Sicht auf die Welt zu hinterfragen. Von Alexander Grau

Ein Passant geht in Berlin an an einem Wandbild mit der deutschen Nationalflagge und dem Schriftzug "Ossi oder Wessi? vorbei.
Auch der Westen muss jetzt lernen / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

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Alexander Grau

Normen und Werte werden gerne als Tatsachen verkauft. Das macht jede Diskussion über sie so schwierig. Denn über Tatsachen muss man nicht diskutieren. Und der, mit dem man darüber redet, hat diese Tatsachen zu akzeptieren. Sonst läuft er Gefahr, als dumm, uneinsichtig oder bösartig abgetan zu werden.

Um zu begreifen, dass Normen und Werte keine Tatsachen sind, sondern ziemlich kontingente und zudem auch noch relative Übereinkünfte, ist es notwendig, ein paar Schritte zurückzutreten und das eigene Weltbild von außen und mit kühlem Herzen zu betrachten. Dann könnte man – unter Umständen – erkennen, dass die Welt nicht so einfach ist, wie sie aus der Blase der eigenen Lebenswelt aussieht. 

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Ines Schulteh | Sa, 1. September 2018 - 09:50

...ist es möglich, dass dieselben Auswüchse einer
Fragil gewordenen Sicherheitslage in Berlin mit einem Achselzucken,(z.B.Görltzer Park) in Chemitz aber mit Ablehnung quittiert werden.

Harald Hotz | Sa, 1. September 2018 - 09:57

Ich habe die ganze letzte Woche versucht, in den Medien irgendwelche belasbaren Fakten zu dem zu finden, was in Chemnitz tatsächlich passiert ist. Jetzt hoffe ich, daß die Bundesanwaltschaft und/oder ein Untersuchungsausschuß im sächsischen Landtag Aufklärung bringt, denn die faktenbefreite Berichterstattung der überregionalen Medien hat mich als Wessie schlicht entsetzt. Ein ganze Bevölkerungsgruppe ohne jede Differenzierung und ohne justizverwertbare Vorwürfe derart zu verunglimpfen und zwar weltweit, das ist schon Voksverhetzung in perfidester Form. Es scheint, daß aus der einst so wunderbaren Bundesrepublik Deutschland wirklich langsam die DDR 2.0 wird. Leider! Und leider findet sich immer noch keine der Traditionsparteien bereit, die Opposition anzuführen und zwingt nicht wenige aus purer Not, eine Partei zu wählen, der man nicht wirklich über den Weg trauen kann. Was ist eigentlich aus den Liberalen geworden, war da nicht mal was mit Bürgerrechten und so ???!!!

Hans Page | Sa, 1. September 2018 - 10:01

Ich bin nur noch entsetzt über den ausgedrückten Hass und die Arroganz in den Medien und bin froh dass ich zeitig entschieden habe nicht mehr in Deutschland zu leben. In meinen Augen hat der besagte Artikel des besagten Erben Stürmer oder Schwarzer Kanal Qualität. Es gibt kaum noch Stimmen die die Ereignisse in Chemnitz mit der gebotenen Distanz bewerten, überall wird verdammt und agitiert; angefangen bei der Regierung die offensichtlich den Ton vorgegeben hat.

Brigitte Tielert | Sa, 1. September 2018 - 10:34

Danke, Herr Grau, für diese Perle im Misthaufen der Medienproduktion, die sich "aktuelle Berichterstattung" nennt! Ich weiche nur in einem Punkt von Ihrer Einschätzung ab: Die Bevölkerung der Gutmenschenblase "Westdeutschland" ist leider nicht einer bloßen Ideologie verfallen, sondern mindestens einem Konglomerat aus Religion und Ideologie. Ich sehe große Verwandtschaft mit dem politischen Islam: in der Radikalität der Denkmuster, in der Verweigerung des Dialogs, in ihrer Kompromisslosigkeit, der Verdammung von Abweichlern und Ungläubigen weil man sich im alleinigen Besitz der unumstößlichen Wahrheit wähnt. Nur auf diesem HIntergrund kann ich jemand wie Rainer Woops verstehen, der in einem Tweet vorgeschlagen hat, eine Mauer um Sachsen zu bauen und die Sachsen mit Napalm auszulöschen. Bloß ein missglückter Tweet? Die dogmatische Härte + Unbeirrbarkeit bezüglich der Überlegenheit d. eigenen Urteils -sowohl in den Medien als auch in den noch aktiven Foren- rauben mir den Glauben daran.

Thorsten Rosché | Sa, 1. September 2018 - 11:17

Die Stimmung ist an der Basis überall gleich, nur manche trauen es, sich bemerkbar zu machen und der überwiegende Teil im Westen nicht oder nur am Stammtisch. Und letztendlich wählt man im Westen was man schon immer in der Familie gewählt hat, rückwirkend was bekannt ist und die vergilbten Aufzeichnungen und Bilder der alten Straßen-Kämpfer so hergeben ;-)

Michaela Diederichs | Sa, 1. September 2018 - 11:29

Die Blickrichtung wird aus dem Westen vorgegeben und weist gen Osten und Rechts. Damit wird erstklassig von dem primären Problem abgelenkt: der völlig verfehlten Migrationspolitik und deren Folgen. Wir haben Menschen im Lande, deren Identität wir nicht kennen, 100.000e gehören abgeschoben, werden aber geduldet. Aus diesem in der Regel muslimischen Kreis haben wir viele Verbrechen. Angst vor Fremden wird politisch forciert, geradezu herausgefordert. Über solche Sachverhalte wird einfach Multikulti und Toleranz gepackt und damit vergessen gemacht. Ursache und Wirkung werden politisch und medial vertauscht. Aber die Menschen lassen sich nicht länger täuschen.

Thomas Hechinger | Sa, 1. September 2018 - 12:32

Als Westdeutscher bewundere ich die Sachsen für ihren Mut. Auch 1989 waren sie die ersten, die gegen die Herrschenden aufmuckten. Ich hoffe, daß ihr aufrührerischer Geist und unbeugsamer Wille sich auf andere Teile Deutschlands überträgt und die friedliche Revolution von 1989 ebenso friedlich und unblutig in einem evolutionären Prozeß vollendet werden kann. Dazu sind neue Mehrheiten zu organisieren. Das wird sehr schwer durchzusetzen sein gegen das Bombardement, wie es von den staatlichen Stellen und ihren staatlich finanzierten Vorfeldorganisationen in Zusammenarbeit mit den "Qualitäts"medien (Cicero ist natürlich nicht gemeint, dort könnte man auf die Anführungszeichen verzichten) betrieben wird. Aber gegen Ende wird sich Zähigkeit auszahlen. Die Machtmittel sind zwar auf Seiten der anderen, die Zeit arbeitet aber gegen sie, weil sie das System an die Wand fahren und es irgendwann einmal nicht mehr weitergeht. Man kann nur hoffen, daß es dann nicht zu spät ist.

Claudia Eller | Sa, 1. September 2018 - 13:34

Der Kommentar von Herrn Grau spricht mir aus dem Herzen. Meine Empörung über die Hysterie der vor allem westdeutschen Medien und Politiker ist kaum noch zu toppen. Wenn man sich die einschlägigen Talkshows im Fernsehen noch antut und auch die Onlinemedien liest (teilweise selbst die Welt online) hat man den Eindruck, dass in Chemnitz derzeit jeden Tag neue Progrome durch braune Horden stattfinden. Bitte nicht missverstehen, selbstverständlich wird diese Situation von rechten Gruppierungen ausgenutzt. Aber die meisten Demonstranten - und davon bin ich zutiefst überzeugt - haben einfach nur die Nase voll von dieser links-grüne Politik (und ich zähle die CDU inzwischen dazu) des Multi-Kulti und der offenen Grenzen für alle. Es reicht! Der Staat als Ordnungsmacht - ausser bei Verkehrssündern - ist doch nocht mehr ernst zu nehmen.

Joachim Wittenbecher | Sa, 1. September 2018 - 14:54

Seit den Vorkommnissen in Chemnitz wird Sachsen in den Leitmedien und im ÖR als rechtsradikal diffamiert. Eine solche Verunglimpfung einer ganzen Region sagt sehr viel über das geistige Niveau der Akteure aus: Fremdenfeindlichkeit gegen einen Teil des eigenen Volkes! Der Gipfel dieser Diffamierungen, die sich jetzt periodisch zu wiederholen scheinen, ist der Begriff "Dunkeldeutschland". Wer diesen benutzt, um einen Teil des eigenen Landes mit einem Negativ-Klischee zu belegen, weiß gar nicht, wie sehr er selbst rassistisch denkt, wie weit er sich von aufklärerischem Denken entfernt hat. Eigentlich wäre es Aufgabe des Bundespräsidenten Steinmeier, dieser Hetze gegen Sachsen entgegen zu treten. Leider ist davon nichts vernehmbar. Zu danken ist der SPD-Politikerin, Frau Giffey, die am Tatort des Tötungsverbrechens in Chemnitz Blumen niedergelegt hat.

Günter Johannsen | Sa, 1. September 2018 - 15:24

Manche Menschen in Deutschland wollen auch politisch nicht erwachsen werden, weil es einfacher ist, wenn der Staatsapparat für sie denkt und entscheidet. Man kann es auch an den aus ganz Deutschland herangekarrten Linken Vereinen sehen. Es ist aber dennoch eine verschwindend geringe Minderheit, die die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung dominieren will. Das war doch in der untergegangenen DDR genau so, deshalb konnte sich das kriminelle SED-Regime 40 Jahre lang halten!
Selbstbestimmung ist offensichtlich nur für Menschen mit ausreichend Selbstwertgefühl und Denkvermögen geeignet, nicht für linksvernebelte Mitläufer?!
Allerdings ist genau das auch Grundlage dafür, dass sich Diktaturen für lange Zeit über Wasser halten und gegen das Volk regieren können.
„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!“ - erkannte schon Kurt Tucholsky!
Ich hoffe und bete - auch für meine Kinder und Enkelkinder- , dass Genossin Merkel das Ende 2018 politisch nicht überleben wird!

Gerdi Franke | Sa, 1. September 2018 - 15:29

Nun, es mag durchaus sein, dass auch im Westen viele die Multikulti-Sicht weniger "Eliten" nicht mittragen wollen und dagen rebellieren. Da muss dann natürlich auch hier sofort die Staatsmacht losgeschickt werden. Aber es wird eng werden, wenn allein Chemnitz die gesamtdeutschen Polizeikräfte bindet!

Stefan Uhlig | Sa, 1. September 2018 - 15:50

"Dabei müssten auch die klassischen Wessis endlich anfangen, ihre Sicht auf die Welt zu hinterfragen. "
Aber nicht doch, D-Wessi-Gutmenschen sind auf der richtigen Seite. Alle anderen sind Tölpel, die es zu belehren gilt.

Thomas Vollmer | Sa, 1. September 2018 - 16:00

Einzigartige Analyse!

Toni Schwamberger | Sa, 1. September 2018 - 16:14

... nur ganz selten hat man das Glück, einen solch trefflichen, wahrheitsgetreuen Kommentar zu lesen. Haben Sie vielen Dank!-
Von meinen 66 Jahren habe ich 28 Jahre in der DDR und den Rest in der BRD verbracht, ich kann alles, was Sie geschrieben haben, total nachvollziehen und in seinem Inhalt bestätigen.-
Sollten Sie sich aber der Hoffnung hingeben, daß sich dieser komplexe Sachverhalt zum Besseren ändern wird - dann muß ich Ihnen sagen: Sie irren - ich sehe keine Chance, daß die westdeutsche Mentalität überhaupt veränderungswillig ist - warum auch!
Ein schönes Wochenende wünsche ich!

Hans Jürgen Wienroth | Sa, 1. September 2018 - 17:09

Sie bringen es wieder einmal auf den Punkt. Unsere Werte haben sich im Laufe der Zeit stark verändert, christliche Werte waren früher Standard. Politiker fordern die Werte von uns ein. Ich habe noch an keiner Stelle gelesen, welche Werte es tatsächlich sind. Die Frage, wie diese (evtl. veränderten) Werte in unserer Gesellschaft abgestimmt wurden, will ich erst gar nicht stellen.
Die Werte und das Land verändern sich stark und der Bürger wird nicht gefragt. Die Wirtschaft braucht neue Arbeitskräfte, glaubt man Teilen der Medien läuft in unserem Lande ohne Flüchtlinge nichts mehr. Gleichzeitig gibt es im Osten - und auf dem Lande - kaum eine Zukunft für die Menschen. Dafür hört man von den Politikern, dass für die Menschen in Afrika eine Zukunft geschaffen werden soll. Wen wundert es, dass die für solche Dinge sensiblen Menschen der ehem. DDR sich nicht gehört fühlen und protestieren? Ist das nur Rassismus? Warum war noch kein Politiker bei den Chemnitzer Verletzten im Krankenhaus?

Christa Wallau | Sa, 1. September 2018 - 21:30

Zur Zeit befinde ich mich auf einer Flußschiffahrt von St. Petersburg nach Moskau. Als Tischnachbarn haben mein Sohn und ich zwei Ehepaare aus Dresden. Es ist sehr interessant, deren Sicht auf die
Politik der letzten Zeit kennenzulernen und mit ihnen zu diskutieren. Im Verhältnis zu vielen unserer Bekannten in Westdeutschland sind diese Leute hellwach und geschichtlich gebildet.
Die "selbstverliebte Gewißheit" (sehr gut
formuliert, lieber Herr Grau!) findet man bei ihnen nicht. Und auch keinen wohlfeilen Moralimus.

Die Bürger der alten BRD könnten viel von den Erfahrungen der Deutschen in der ehem. DDR lernen, wenn sie nicht so schrecklich arrogant wären! Statt für ihre Landsleute empfinden sie jedoch "Empathie", von der Frau Barley zuletzt bei M. Illner wortreich schwafelte, offenbar nur für Wildfremde.
Unglaublich!

Ursula Horvath | Sa, 1. September 2018 - 22:54

Alleswissi ist regelrecht sympathisch gegenüber solche von Idelogien gewaschenen Köpfen wie z.B.
Herr Wopp, Theaterregisseur aus Detmold, wenn der als so Guter Wessi Linker in bolschiwiki Art, auf Chemnitz lt. seinen Tweet: Mauer um Sachsen, AfD rein, Dach drüber, Napalm und Tür zu machen Dieser Saubermann müsste verklagt werden, leider bin ich Rentnerin und damit finanziell nicht fähig dazu! Widerlich diese Möchtegern Bolschewiken, doch wir Sachsen kennen diese Typen nur zu gut und wissen, dass diese Tunichtgute feige und Menschen sind. Dabei glauben sie Gute Menschen zu sein, die IMMER auf der richtigen Seite stehen bis der Tag kommt, wo Sie bitter erkennen müssen, wie verlogen ihre eigene Lebensphilosophie war. Napalm auf Vietnam, da hat der feine Herr sicherlich protestiert, ich auch, mit dem Wunsch, dass so etwas nie wieder passiert! Diese Art Superdemokraten" kennen kein Maß mehr in ihren Hass aber alles hat ein Ende Nichts ist von Ewigkeit

Jürgen Keil | Sa, 1. September 2018 - 23:21

Geschätzter Herr Grau, Ihre Kolumne ist Balsam auf die geschundene Seele eines alten Sachsen. Des Öfteren lese ich, man will ja nicht im Echo- Raum erstarren, auch mal "progressive" Medien (der Begriff links ist mir zu abgedroschen und außerdem pauschal), unter anderen auch schon mal Vorwärts- online und mit besonderen Genuss die Kommentare der teuren Genossen. Dort findet man genau die, von Ihnen beschriebene Arroganz. Einer von diesen Genossen bezeichnete die Demonstranten in Chemnitz als "dumme, blinde Hetzer", ein anderer, im Zusammenhang mit dem LKA- Mann von Dresden, nannte den sächsischen Ministerpräsidenten eine "braune Socke". Ja, ja, je brauner die Anderen um so leuchtender das eigene Rot. Dabei ist es bei der SPD ja wohl eher ein Abendrot.

Peter Wagner | So, 2. September 2018 - 03:16

Ein hervorragender Artikel, Herr Grau! Dem ist nichts hinzuzufügen. Sie sprechen mir aus der Seele. Auch ich lebe schon immer im Lande der Besserwisser und Möchtegern-Weltbürger!

Kostas Aslanidis | So, 2. September 2018 - 07:03

sind politisch gesehen, viel weiter. Sie spüren die Veränderungen und haben die "Antennen" offen. Die Menschen im Westen, sind im Mantra aufgezogen, wir sind die Guten. Wer immer noch nicht kapiert hat das sich das Land im negativen wendet, dem kann man getrost als Fanatiker bezeichnen.

Hubertus Elster | So, 2. September 2018 - 08:23

ganz offensichtlich geht es den, leider sehr kleingeistigen, westdeutschen Meinungsmachern doch darum alles was deutsch, und damit böse ist, auszuradieren. Und wenn es mit einer Invasion von Menschen völlig artfremder Kulturen und nur überschaubarer Bildung ist. Nichts ist den Linken radikal genug um das Deutsche zu eliminieren.
Die Menschen im Osten sind ganz überwiegend natürlich keine Nazis. Das sind ganz normale Menschen die ihr Leben, welches sie sich gerade erst wieder aufgebaut haben, nicht ungefragt von der eigenen Regierung nehmen lassen wollen.
Selber Wessi kann ich alles nachvollziehen was
H. Grau über die aktuelle Westgeneration schreibt. Ich denke er hat recht. Allerdings hätte ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können das die Borniertheit, Kleingeistigkeit und der Haß auf das eigene Volk, die eigene Kultur so groß und weit verbreitet ist.
Wessis schämt Euch! d
Die die unser Land gerade ruinieren und die die nicht dagegen auf die Straße gehen.

Karin Zeitz | So, 2. September 2018 - 11:14

eine Rückkehr der Besserwessies gibt's nicht, denn diese halten seit 1990 fast alle führenden Positionen in Sachsens verschiedensten Behörden besetzt. Wer nie fort war braucht auch nicht zurückzukehren. Etwas anderes ist die Deutungshoheit des Geschehens vor Ort. Die öffentlich-rechtlichen Medien klammern sich an jeden Strohhalm, mit dem sie die Proteste der Sachsen ins Unrecht setzen können. Während No-go-areas und Messerangriffe auf öffentlichen Straßen und Morde in Arztpraxen in anderen deutschen Städten von der betroffenen Bevölkerung offensichtlich schweigend hingenommen werden, haben wir in Sachsen immer noch die Hoffnung, die Verhältnisse zu ändern. Vor 1990 hätte auch keiner gedacht, dass die Proteste der Bevölkerung in der DDR einen repressiven Staat zum Aufgeben bringen könnten.

Dr. Roland Mock | So, 2. September 2018 - 11:53

Ich, der Jugend und Studium
im Osten, das komplette Berufsleben aber im Westen verbrachte, stimme Herrn Grau in allem zu. Insbesondere amüsieren mich immer die sich als „linksliberal“ bezeichnenden höheren Angestellten, Medienleute und Künstler, die im feinen Hamburg-Eppendorf von „ Toleranz“ und „ Weltoffenheit“ schwätzen, aber am Durchdrehen sind, wenn ein Erdenbewohner, der nicht zu ihren Kreisen gehört, dem rasierten Pudel Ihrer Gattin oder dem Autospiegel ihres BMW zu nahe kommt. Nichts an denen ist liberal. Sie sind einfach nur borniert, dumm, spießig und dippelmoralin. Allerdings taugt auch der gemeine Ostdeutsche nicht als Vorbild für Mut, Standhaftigkeit und Durchblick. Viele von denen, die jetzt - zu Recht- auf die Barrikaden gegen die verheerende Politik einer vernunft- und moralbefreiten Bundeskanzlerin gehen, haben, bevor es die AfD gab, die PDS, und noch länger vorher SED gewählt. Der „Mut“ kam erst, als die Gefahr weg war. Und Protest ist noch lange kein Durchblick.

Maria Fischer | So, 2. September 2018 - 16:36

und Ostdeutschland sind von der Gesinnungsethik vieler linksliberaler „Westdeutscher Weltbürger“ betroffen.
Auch Nachbarstaaten in Europa. USA sowieso.
Es ist bedenklich mit welcher Anmaßung, Verachtung und Arroganz diese Menschen über die politische Situation in den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Österreich, USA.........urteilen.
Schuld- und Unschuld sind fest eingemeißelt in ihrem konditionierten Wertekanon,
daher auch weitgehend diskussionsresistent.
Nichts, gar nichts haben sie aus der Geschichte gelernt.
Ihre „Weltoffenheit“ ist zutiefst provinziell, hässlich und dumm.
Sie trägt in sich die gleiche „selbstgerechte deutsche Fratze“, wie die, vor denen sie glauben die Welt schützen zu müssen.

Wolfgang Tröbner | So, 2. September 2018 - 17:51

Wieder einmal glauben einige Menschen aus dem Westen, sie dürften mit dem Finger auf die dummen Ostdeutschen zeigen. Man kreidet den Ossis insbesondere an, dass diese mit "Demokratie" (eigentlich dem, was Linke darunter verstehen) nicht so viel am Hut hätten. Ossis würden das ja leider nicht verstehen, ihnen fehle die entsprechende Sozialisation. Was leider immer vergessen wird: wenn jemand Demokratie versteht, dann Ossis. Die, vor allem die Sachsen, haben sich ihre Demokratie nämlich selbst erkämpft. Sie haben sich gegen ein totalitäres Regime aufgelehnt (und dieses hinweggefegt) und dafür Leib und Leben riskiert. Und was können die Wessis beisteuern? Ihnen wurde die Demokratie ja geschenkt. Keiner musste irgendetwas dafür tun. Keiner hat irgendetwas riskiert. Und nun glauben sich diese Leute im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit, die von allen anderen gefälligst auch zu akzeptieren sei. Welche Lektion kann man eigentlich von ihnen lernen?

Wolfgang Tröbner | So, 2. September 2018 - 17:55

Was bitteschön soll man von Journalisten wie Augstein, Prantl und Co. lernen können? Oder von Politikern wie Nahles, Kauder etc.? Wie man sich das Gebilde namens "Demokratie" zunutze macht, um eigenen Ambitionen nachzugehen und Macht zu erlangen? Die „Eliten“ des Westens sollten sich in Grund und Boden schämen für ihre Hochnäsigkeit, hinter der sich häufig nur intellektuelle Beschränktheit verbirgt. Die Ostdeutschen (insbesondere die Sachsen) wissen, wovon sie sprechen. Ihre Kritiker nicht!

martin kleber | So, 2. September 2018 - 19:06

...das die Antifa Jobcenter stürmt?Nein?Richtig gerechnet!!!!Diese Menschenjäger haben einen ganz anderen Auftrag....

Heidemarie Heim | So, 2. September 2018 - 19:49

Vielen herzlichen Dank Herr Grau! Als "Wessine" mit 60jähriger Lebenserfahrung, wenig Bezug zum Osten, jedoch zu der Möglichkeit des "Hineinversetzens" in meine Mitmenschen erzogen, haben Sie eigene Zweifel in meine Urteilsfähigkeit wunderbar beseitigt mit Ihren Zeilen! Ich persönlich trage mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, meinen Stützpunkt eventuell nach Dunkeldeutschland zu verlegen, wo es noch
Mitbürger gibt, die sich dem "betreuten Denken"
noch nicht vollständig unterworfen haben. Oder um es mit den Worten besagten Verlegererbens zu formulieren:" Tausche Ars.. mit Ohren zugunsten der P...l mit Ohren." "Und ja Herr Kauder, ich bin trotz Ihres Aufrufes "lieber nicht zu wählen als die Falschen" zur BT-Wahl gegangen, und nein ich schäme mich ganz bestimmt nicht, viele Exkollegen aus Ihrer Partei gewählt zu haben!" Und
m.E. sind genau solche Aussagen wie die Ihren verheerender für unser politisches Gemeinwesen
als die o.g. Primitivvergleiche westlicher Medienvertreter. MfG

martin kleber | So, 2. September 2018 - 20:16

Nach einem Wort des Eisernen Kanzlers aus dem Jahre 1878 über die Sozialdemokratie.Man hat den Eindruck,niemals hat ein leidlich demokratisches Staatswesen seitdem versucht,eine einzige Oppositionspartei zu einer nur negativen Kraft zu stilisieren,wie heutzutage es mit der AFD geschieht.Hammer!!1

Klaus Schmid | Mo, 3. September 2018 - 05:14

Es hätte sich doch eigentlich auch bis zu Cicero herumgesprochen sein müssen was an den "Ausschreitungen" dran war:
"Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen gestern sagte:
„Nach allem uns vorliegenden Material hat es in Chemnitz keine Hetzjagd gegeben“,

und Klaus Kleber im Heute Journal mit seinem Aussenreporter folgendes feststellte:

Kleber: „Wenn ich den Beitrag richtig verstanden habe und ihre Berichte heute Abend die ganze Zeit über, dann war es tatsächlich so, dass die AfD, Pegida usw. relativ still vor sich hin marschiert ist und dann war es das linke Lager, die den Weg blockiert haben und die Polizei war dann nicht in der Lage oder hat im Ergebnis den Weg für die angemeldete AfD-Demonstration nicht frei gemacht, sondern die Demonstration aufgelöst, richtig?“
Michael Bewerunge: „Das ist richtig …“

Norbert Heyer | Mo, 3. September 2018 - 06:31

Unsere Gesellschaft driftet immer weiter auseinander und die Äußerungen und Handlungen der Politiker verstärken die Spaltung noch bewusst. Wir haben Rechtsradikale und auf der Gegenseite Linksaktivisten. Damit hat man schon in der Benennung der Gruppen den Aktivisten einen positiven Hintergrund unterstellt - obwohl man in diesem Zusammenhang nur an Hamburg erinnern muss. Die Menschen im Osten sind aufgrund ihrer Sozialisierung in der DDR gegenüber negativen Entwicklungen viel sensibler als die Westdeutschen. In Chemnitz war der überwiegende Teil der gegen diesen Mord an einen Bürger der Stadt protestierenden Menschen in keiner Richtung radikal. Dass Politiker sofort die rechtsradikale Keule ausgepackt haben war nur dem Umstand geschuldet, dass man dadurch wunderbar von diesem feigen Mord durch einen eigentlich abschiebbaren Migranten ablenken konnte. Die Menschen können aber mittlerweile Ablenkungsmanöver sehr gut erkennen ...

ingrid Dietz | Mo, 3. September 2018 - 08:38

Ich werde mich hüten, irgendwelche "weise" Ratschläge zu erteilen oder Moral zu predigen !

Fakt ist doch wohl, dass die jahrelange schlaftabletten-sofa-kuschelnde Merkel-Politik nur das "erntet", was gesät wurde !

Vertrauensbildende Maßnahmen der Altparteien ?
Auch ich warte auf ernst zunehmende
Vorschläge !

Thorsten Rosché | Mo, 3. September 2018 - 09:20

Manche sollten sich mal die Wahlergebnisse von 1932-33 anschauen.Wer dann noch davon spricht das Sachsen ein "braunes" Bundesland ist, wird schnell eines besseren belehrt ! Und übrigens, ohne die Sachsen keine Wende und blühenden Landschaften ! Im Osten hat man mehr Mut als im trägen Westen und ein besseres Gefühl wenn man am Nasenring durch die Arena gezogen wird.
Und nö, ich bin nichts links oder rechts, wo ich bin ist OBEN ! Schöne Woche ;-)

Klaus Funke | Mo, 3. September 2018 - 09:28

Wahlen stehen an. Die AfD wird triumphieren. Also muss ein Szenario zur Diskriminierung her. AfD und Rechte eine ideale Komposition. Auch Verfassungsschutzüberwachung passt da hinein. Nun ereignete sich der Mord in Chemnitz. Die Bürger, ohnehin wütend auf die derzeitige Politik, protestierten. Natürlich mischten sich ein paar Rechte darunter. Na und? Zu den linken Kriminellen wird nichts gesagt. Man hatte also das "erwünschte" Vorkommnis in Chemnitz. Reflexartig kam aus dem Westen der ganzer Ossi-Hass und die seit je herrschende Überheblichkeit. Man stellt fest, nichts hat sich geändert: Die gleichen Muster, die gleichen Vorwürfe. Manche, wie Herr Augstein, gießen, verantwortungslos und um Quote bemüht, Öl ins Feuer. Nicht bedenkend, dass dies alles gerade im Osten, vor allem in Sachsen, die Wähler in Scharen zur AfD treibt. Was Grüne, SPD und Linke derzeit "ostfeindlich" pauschalierend absondern, trägt zu ihrem eigenen Niedergang im Osten bei. Nichts dazugelernt!

Heinrich Dompfaff | Mo, 3. September 2018 - 09:51

Als jemand, der am Niederrhein zur Schule ging möchte ich nur zur Differenzierung beitragen, dass hier "Westdeutscher" als Gattungsbegriff für eine politische Klasse verwendet wird, die sich in dem von Ihnen hervorragend beschriebenen Milieu entwickelt hat. Es handelt sich im Wesentlichen um ein in der SPD und bei den Grünen geborenes "akademisches" Denkverhalten. (was sagt das über die akademische Entwicklung in den letzten 50 Jahren aus?). Leider hat es die vermerkelte CDU unternommen, sich genau diese Denkmuster anzueignen, um damit möglichst große Teile der vormaligen Opposition im Sinne einer feindlichen Übernahme zu umschließen. Keineswegs findet sich diese Haltung bei den hart arbeitenden einfachen Leuten, gerade im westlichen Westen, die Ihre alte SPD in den politischen Circles von Maas und Kollegen nicht wiedererkennen. Die öffentliche Meinung wird von Wenigen gemacht, allerdings vernehme ich bei der schweigenden Mehrheit ein zunehmendes Grummeln, auch in der alten Republik.