Militärparade in Moskau
Militärparade in Moskau / dpa

Rede zum 9. Mai - Putin begründet Ukraine-Krieg mit Nato-Expansion

Der russische Präsident Wladimir Putin hat bei der großen Militärparade in Moskau den Einmarsch in die Ukraine mit der Erweiterung der Nato begründet. Die Ukraine habe sich mit Waffen der Nato aufgerüstet und habe dadurch eine Gefahr für Russland dargestellt. Putin warf dem Westen auch vor, Neonazis in der Ukraine bewaffnet zu haben.

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Kremlchef Wladimir Putin hat bei der Militärparade in Moskau den Einsatz der russischen Streitkräfte in der Ukraine gewürdigt. Die Soldaten kämpften im Donbass in der Ostukraine für die Sicherheit Russlands, sagte Putin am Montag auf dem Roten Platz in Moskau. Die Ukraine habe sich aufgerüstet mit Waffen der Nato und so eine Gefahr dargestellt für das Land. Russland feierte den 77. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Der für Russland heilige Feiertag wurde überschattet von Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Der Kreml spricht dabei nicht von Krieg, sondern von einer „militärischen Spezial-Operation“. Dieses Mal ist kein ausländischer Staatschef bei der Parade zu Gast. Die mit einem Großaufgebot an Uniformierten gesicherte Innenstadt glich einer Festung.

Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht zu Ende gegangen. Russland begeht am 9. Mai mit dem „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland seinen wichtigsten Feiertag.

Putin warnt vor „globalem Krieg“

Putin warnte in seiner Rede auch vor einem neuen Weltkrieg. Der damalige Kampf bedeute nicht nur die Verpflichtung, das Andenken derer zu erhalten, die den Nazismus besiegt hätten. Aufgabe sei es, „wachsam zu sein und alles zu tun, damit sich die Schrecken eines globalen Krieges nicht wiederholen“.

Den Einmarsch in die Ukraine begründete Putin mit der Erweiterung der Nato. „Russland hat präventiv die Aggression abgewehrt, das war die einzig richtige Entscheidung.“ Er warf dem Westen erneut vor, „Neonazis“ in der Ukraine bewaffnet zu haben.

Moskau habe immer wieder versucht, ein Abkommen für eine internationale Sicherheitslösung zu erzielen, sagte Putin. Die Nato habe aber Russlands Argumente ignoriert und damit begonnen, das ukrainische Territorium militärisch zu erschließen.
Der 69-Jährige betonte, dass der Sieg im Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit den westlichen Alliierten errungen wurde, beklagte aber zugleich die dort herrschende „Russophobie“ bei den politischen Eliten. „Uns ist bekannt, dass den amerikanischen Veteranen, die zur Moskauer Parade anreisen wollten, das faktisch verboten wurde“, behauptete Putin.

Quelle: dpa

Martin Falter | Mo, 9. Mai 2022 - 11:41

ist genau das Gegenteil die Wahrheit.

Die Nato war zu keiner Zeit eine Bedrohung für Russland. Im Gegenteil, die EU und an der Spitze Deutschland wollten Handel und Zusammenarbeit.

Putins Russland will aber zurück zu einem Großteil nach Zaren Art.

Lustig auch er hat Angst vor einem Krieg und bricht einen Krieg vom Zaun.

Russland wird auf allen Eben mit dieser Vorgehensweise scheitern.

Sonst wüssten Sie, dass Russland und die USA ( das beinhaltet die Nato) die zwei grossen Atommächte sind. Und das weil sie sich sehr wohl gegenseitig bedroht sehen und durch die Atomwaffen ein Gleichgewicht schaffen wollen. Die Nato mit Raketenstützpunkten in der Ukraine SIND eine Bedrohung für Russland, so wie es eine Bedrohung für die USA wäre, wenn Russland Raketenstützpunkte z.B. in Mexiko positionieren würde. Im Krieg lügt nicht nur der Russe sondern auch der Ukrainer. Die Wahrheit ist das erste was im Krieg fällt, auf beiden Seiten. Wer am Ende sich verrechnet hat werden wir noch sehen. Europa bzw. Deutschland hat sich jedenfalls in jedem Fall verrechnet. Denn ohne russisches Öl und Gas sind wir in Kürze alle ruiniert. Da wir trotzdem Russland bis Ende 2030 bezahlen müssen, auch für nichts. Und für die Notversorgung ein vielfaches von den russischen Preisen. Schön wenn Sie zu den Menschen gehören, die auch den persönlichen Ruin für richtig hält.

Joachim Kopic | Mo, 9. Mai 2022 - 12:03

... "an den Tätowierungen sollt ihr sie erkennen" - wieviele? Auf alle Fälle halten AUCH solche "Typen" NATO-Waffen in den Händen und auch das gehört gesagt ... natürlich nicht in den ÖRlichen, versteht sich :(

Norbert Heyer | Mo, 9. Mai 2022 - 13:16

Putin beschuldigt den Westen und die NATO, Russland nach der Wiedervereinigung zu sehr „auf den Pelz“ gerückt zu sein. Jahrelange Verhandlungen mit der Ukraine haben keine Entspannung gebracht und deshalb habe Russland eine „militärische Aktion“ beschlossen. Nach meiner Meinung ist keine Seite an einer friedlichen Lösung interessiert. Es ist wohl wieder soweit: Riesiges Elend und Vernichtung wird über Europa kommen und diesen Kontinent in dieser Form zerstören. Keine der Beteiligten hat überhaupt ein Interesse daran, friedliche Lösungen zu finden. Die Russen haben einen Krieg angezettelt und die USA denkt nicht im Traum daran, diesen Konflikt zu entschärfen. Warum nicht? In diesem Krieg wird Deutschland von Stoltenberg in die vorderste Position geschoben. Wir werden am Ende dieses Krieges die größten Opfer gebracht haben. Am Ende kommt dann Amerika und kehrt die kümmerlichen Reste zusammen. Leider kann ich keinerlei positivere Alternativen erkennen, wir sind bereit, uns zu opfern.

Das ist ein wesentliches Merkmal deutscher Nachkriegspolitik, sich zu Opfern und keine eigenen Interessen zu formulieren.
Wir dürfen den "Besenwagen" der Außenpolitik spielen, dürfen alles mit Geld, sprich unserer Arbeitsleistung, zupflastern. Sollen das Maul halten und dürfen nur dann reden wenn der "Lehrer" dazu aufruft die vorgegebenen Texte aufzusagen.
Deutschland muß sich befreien.

Ingo frank | Mo, 9. Mai 2022 - 13:59

aufgerüstet. Und, woher kam/ kommt das Geld?
Natürlich rechtfertigt es den Krieg nicht der von Russland begonnen wurde. Aber die Fragen sind berechtigt. Polen, das Baltikum, die Tschechen und Slowaken, das von der EU gehasstere Ungarn nun auch noch Finnland und U Drängen in die NATO. Natürlich sollten diese Länder ihren selbstbestimmten Weg gehen. Aber, wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Nur die ganz Naiven oder Dummen glauben das letztendlich.
Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Marc Schulze | Mo, 9. Mai 2022 - 14:09

Ich sehe das ja ähnlich wie Putin und sage schon seit 30 Jahren, dass man Russlands Sicherheitsinteressen in einer neuen Friedensordnung auffangen muss, wenn man keinen neuen Krieg haben möchte. Stattdessen hat der Westen Russland in den 90ern ausgeplündert und die NATO trotz großer Gegenwehr an die Grenzen rücken lassen. Und wer glaubt, dass der „euromaidan“ eine Revolution für die ukrainische Westbindung war, soll sich mal die Nuland Gespräche (Fuck the FU) in ganzer Länge anhören. Da kann jeder hören, wie die USA den Bären zerteilen, den sie offensichtlich vorher erlegt haben. Ich hab keine Ahnung, wie man jetzt aus diesem Krieg heraus kommen soll. Aber ich bin mir sicher, dass jeder Frieden damit anfängt, aufgeputschte Feindbilder zu zerstören und die Interessen des anderen zu verstehen. Nur den Amerikanern Sicherheitsinteressen zu zugestehen und die Sicherheitsinteressen von anderen als faschistische Raserei zu beschreiben, wird auf jeden Fall nicht weiterführen.

Gerhard Lenz | Mo, 9. Mai 2022 - 20:06

In reply to by Marc Schulze

für Ihren Beitrag.

Soso, der Westen hat Russland ausgeplündert? Trotz massiver Gegenwehr ist der Westen an russische Grenzen herangerückt?

Interessant.

Ehemalige Sowjetstaaten haben also keinerlei Recht, selbst darüber zu entscheiden, ob sie sich westlichen Bündnissen anschliessen. Sie müssen offensichtlich Herrn Putin vorher um Erlaubnis fragen.

Und wenn jemand Russland ausgeplündert hat, dann waren es die eigenen Oligarchen ...und nicht "der Westen".

Erzählen Sie uns doch mal, wann und in welcher Form der Westen Russland bedroht hat?

Es ist fast schon unglaublich, wie lupenrein Sie hier die Position des Kremls wiederholgen.

Gerade so, als hätte Ihnen ein Herr Lawrow diktiert.

Ehemalige Sowjetstaaten haben selbstverständlich das Recht, selbst darüber zu entscheiden, ob sie sich westlichen Bündnissen anschliessen.

Der EU- oder Nato-Beitritt ist aber kein Automatismus.
Denn genauso haben die westlichen Bündnisse das Recht und sogar die Pflicht diesen Wünschen NICHT nachzukommen, wenn dadurch die politische Stabilität verringert oder die Kriegsgefahr gesteigert wird.

Geostrategie bzw. Geopolitik ist halt kompliziert und erschließt sich nicht jedem.

Tomas Poth | Di, 10. Mai 2022 - 22:40

Damit sagt Putin ja nichts falsches, sondern beschreibt das was ist!
Darüber ob das ein Rechtfertigungsgrund sein kann gibt es, je nach Lager, unterschiedliche Ansichten und Begründungsketten.
Aber mit welcher internationalen Rechtsnorm will Putin seinen Angriffskrieg rechtfertigen??
Gleiches gilt auch für die angedrohten Maßnahmen der USA gegenüber den Salomonen.

Was wir derzeit erleben ist nicht die Stärke des Rechts, sondern das Recht der Stärkeren und deren Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten, um ihre Machtpolitik zu konsolidieren.
Die Welt spaltet sich in Lager und jedes Lager versucht mit allen Tricks die Oberhand zu gewinnen oder zu behalten. Das aber leider zu Lasten der Bevölkerung, die ungewollt und ungeschützt zwischen die Mahlsteine der Machteliten gerät und den dafür Blutzoll zahlt. Während die Macheliten hochgeschützt am Leben bleiben, um ihre Strippen zu ziehen.
Nichts neues auf diesem Planeten.