Pedro Sánchez - Europäischer Musterschüler

Die steigende Zahl an Migranten ist die erste große Herausforderung für den neuen spanischen Premier Pedro Sánchez. Er muss rasche Erfolge vorweisen. Dabei setzt der Sozialist auf Angela Merkels Hilfe

Pedro Sánchez
Entspannter und weltläufiger Pedro Sánchez: Eine Art spanischer Kennedy / picture alliance

Autoreninfo

Julia Macher lebt als Journalistin in Barcelona und berichtet seit vielen Jahren von der iberischen Halbinsel.

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Barfuß, die Hemdsärmel umgeschlagen, auf den Lippen sein berühmtes Zahnpastalächeln, spazierte Pedro Sánchez über die Dünen des Naturparks Doñana, locker ins Gespräch vertieft mit seinem Wochenendgast, der deutschen Kanzlerin samt Ehemann. Die Bilder vom Treffen im traditionellen Urlaubsdomizil der spanischen Regierungschefs dürften Sánchez gefallen haben. Der neue Premier, der den von Korruptionsskandalen angeschlagenen Mariano Rajoy Anfang Juni überraschend über ein konstruktives Misstrauensvotum stürzte, inszeniert sich gern als eine Art spanischer Kennedy: entspannt und weltläufig.

Noch wichtiger war die zweite Bilderbotschaft. Am Ort des Geschehens, dem Palacio de las Marismillas, schlossen vor knapp 30 Jahren bereits Felipe González, Spaniens sozialdemokratische graue Eminenz, und Angela Merkels politischer Ziehvater Helmut Kohl enge Freundschaft. Damals kam es niemandem in den Sinn, an der Idee eines geeinten Europas zu zweifeln. An diesen Geist möchte Pedro Sánchez gerne anknüpfen: aus Idealismus – und aus ganz pragmatischen Gründen.

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Joachim Wittenbecher | Di, 18. September 2018 - 18:27

MP Sanchez hat als eine seiner ersten Maßnahmen eine großzügige Migrationspolitik in Angriff genommen. Ergebnis: der Zustrom steigt an, solange bis sich im Inland Widerstand regt. Folge: die großzügige Migrationspolitik muss wieder einkassiert werden - und zwar ohne öffentliches Aufsehen, indem man mit den Küstenländern entspr. Vereinbarungen trifft, finanzielle Zuwendungen willkommen. Wie oft muss sich dieser Vorgang eigentlich wiederholen, bevor Sozialdemokraten realistisch werden? Eine Migrationspolitik, die nicht sozial verträglich ist, produziert Radikalismus. Wichtig ist, dass Migranten gar nicht erst ins Boot steigen und sich in Lebensgefahr begeben. Schiffbrüchige müssen aber auf jeden Fall gerettet werden; sie sollten hierbei an die afrikanische Küste zurück geführt werden, wobei es im Falle Spanien/Marokko nicht das Argument unmenschlicher Zustände auf afr. Seite gibt. Dass die EU ihre Handelspolitik gegenüber Afrika auf den Prüfstand stellen muss, dürfte klar sein.

Pedro Suenz | Di, 18. September 2018 - 19:04

Der Musterschüler steht zur Zeit am Pranger wegen seiner Doktorarbeit, die zu 44% Plagiate enthalten soll. Kürzlich mußte eine die Gesundheitsministerin gehen, weil ihre Master-Arbeit Plagiate enthielt. Für seinen Doktortitel wurden viele Regel- und Gesetzesbrüche begangen. Nur Sánchez denkt nicht an Rücktritt. Sein Hauptziel ist die Schändung des Grabes von General Franco, das wird alle Probleme in Spanien lösen. Er regiert mit 84 von 350 Abgeordneten und der Unterstützung der Kommunisten von Podemos.

Ulli Petschulat | Mi, 19. September 2018 - 09:57

Bis zur nächsten Wahl, Macron war auch so ein Heilsbringer.....dann kommt das große Erwachen. Und ob Merkel aktuell eine gute Reverenz ist ???

Dr. Florian Bode | Mi, 19. September 2018 - 10:49

"Dabei setzt der Sozialist auf Angela Merkels Hilfe"

Das kann nur bedeuten, dass es entweder für Spanien schlimm wird oder Deutschland alle Lasten trägt.

Bernd Wollmann | Mi, 19. September 2018 - 18:51

In reply to by Dr. Florian Bode

kann das nur bedeuten, dass Deutschland alle Lasten trägt. Natürlich weiß der „Sozialist“ aus Spanien, dass fast alle Migranten, die in Spanien ankommen, weiterziehen ins gelobte Land.

Dietrich Paul … | Mi, 19. September 2018 - 11:23

Spanien, der ungewollte Musterschüler !
Aber wie lange noch ? Die Massen der Asyl suchenden, werden dies schnell korrigieren und auf den Boden der Realität zurückbringen.

Juliana Keppelen | Mi, 19. September 2018 - 12:00

na dann kann ja nichts mehr schief gehen. Irgend jemand sollte ihn aber darauf hinweisen, dass alle Staatenlenker die bis jetzt auf Merkel gesetzt haben inzwischen abgewählt wurden. Ganz nebenbei bemerkt auch Parteien die auf Merkel setzten und setzen haben dieses Schickdal erlitten und erleiden es derzeit.

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