Graue Wölfe in Wien - Warum werden die nicht verboten?

Ende Juni griffen die „Grauen Wölfe" in Wien Teilnehmer einer kurdischen Demo für Frauenrechte an. Die Kundgebung war zwar eine Provokation, doch die Gegenwehr überforderte sogar die Polizei. Seyran Ates über einen Konflikt, der sie 1984 fast das Leben gekostet hätte.

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Ein Teilnehmer einer Erdogan-Demo zeigt den "Wolfsgruß" / dpa

Autoreninfo

Seyran Ateş arbeitet als Anwältin und Publizistin. Sie ist Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe Moschee in Berlin.

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Seyran Ates, Mitbegründerin und Ideengeberin der liberalen Moschee

Ich denke, es ist immer wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir als Bürger Europas, als Deutsche oder Österreicher, Freiheiten geerbt haben, mit denen weltweit nur sehr wenige im vergleichbaren Maße gesegnet sind. Das Recht auf Versammlung, die Redefreiheit und die Möglichkeit unsere Religion frei auszuüben wie wir es wollen. Sogar in Zeiten von COVID-19 sind Versammlungen weitgehend möglich, auch wenn das nicht immer gesundheitspolitisch ideal ist.

Dennoch ist dies politisch essenziell. All diese Rechte in Verbindung mit unseren demokratischen Grundwerten machen die EU zu einem Paradies, aber sehr oft schrecken wir vor Kritik zurück, sei es aus Bequemlichkeit oder aus politischer Apathie. Es ist jedoch die Kritik an unseren Politikern, unseren Institutionen und unserer Umgebung, die unsere Gesellschaft vorantreibt. Wir dürfen uns nicht scheuen, zu kritisieren und unsere Stimme zu erheben, wenn etwas schief geht, sonst ist dieser hart erkämpfte Platz, den wir unser Zuhause nennen, vielleicht schneller wieder weg, als es den Anschein hatte. 

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Günter Johannsen | Di, 7. Juli 2020 - 15:46

werden die Grauen Wölfe noch in Deutschland verboten? Oder sind schon die verboten? Wäre mir neu … Aber es darf ja auch eine linksextreme Jugendgang frei agieren und wird sogar aus unserem Steuergeld mit finanziert: Indymedia Leipzig-Aufruf im RAF-Sprech : „Die direkte Konfrontation mit den Bullenschweinen an diesem Tag war vorprogrammiert, und gezielt von uns gewollt…Wir wollen weiterhin die Konfliktlinien gegenüber dem Staat schärfen und suchen die Eskalation. Die Jahre der Defensive müssen wir hinter uns bringen und uns in ein neues kämpferisches und hoffentlich revolutionäres Jahrzehnt begeben. Hierfür rufen wir alle emanzipatorischen und militanten Kräfte auf, am Tag (((i))), den 25.01.2020, gemeinsam das alte Leipziger Pflaster aufzuwühlen und die neue Welt zu erkämpfen!“

Günter Johannsen | Di, 7. Juli 2020 - 19:02

In reply to by Gast

"Warum werden die Grauen Wölfe in Deutschland nicht verboten?" sollte es heißen!

Markus Michaelis | Di, 7. Juli 2020 - 16:29

"Wir dürfen uns nicht scheuen, zu kritisieren und unsere Stimme zu erheben, wenn etwas schief geht, sonst ist dieser hart erkämpfte Platz, den wir unser Zuhause nennen, vielleicht schneller wieder weg, als es den Anschein hatte."

Ich sehe das sehr wie Sie, Frau Ates. Ich sehe allerdings auch, dass die Stimmen erhoben und gekämpft wird - nur eben von anderen Seiten. Viele Gruppen setzen sich mit viel Kraft für ihre Sache ein.

Unsere Regierung und das bisher staatstragende Bürgertum bekommen zum Einen davon nicht direkt etwas mit, zum Anderen geht man davon aus, dass unsere Werte so stark sind, dass sich irgendwann alle anschließen.

Ich wäre mir da auch nicht so sicher, ob das so selbstverständlich ist. Menschen denken sehr verschieden. Mit dem Auslaufen der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben wird es weitere Verschiebungen geben. So ganz kontrolliert ist das alles sicher nicht.

Christa Wallau | Di, 7. Juli 2020 - 18:41

aber unsere Regierung u. fast alle Parteien können oder wollen nicht begreifen, wie ungeheuer wichtig der entschlossene, rigorose Kampf gegen Radikale a l l e r Couleur ist:
Ob es sich um Rechts- oder Linksextremisten,
türkische Nationalisten oder terroristische Islamisten handelt. Ein wehrhafter Staat, der seine freiheitlichen Werte verteidigen will, muß sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in ihre Schranken weisen. Dazu braucht es eine starke Polizei und drastische, abschreckende Maßnahmen; denn nur eine solche "Sprache" verstehen die Radikalen.

Es gilt das Sprichwort:
"Barmherzigkeit gegen den Wolf ist Unrecht an den Schafen."

Wer die "Grauen Wölfe" agieren läßt,
macht sich schuldig am friedlichen Zusammenleben aller Menschen in unserem Land.

Ich fürchte allerdings, diese Erkenntnis dämmert den Verantwortlichen erst dann, wenn es viel zu spät ist für eine wirkungsvolle Abwehr.

Bernd Muhlack | Di, 7. Juli 2020 - 19:13

"Ich denke, es ist immer wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir als Bürger Europas, ..., Freiheiten geerbt haben, mit denen weltweit nur sehr wenige im vergleichbaren Maße gesegnet sind.

Die Wahrheit ist, dass wir mehr Engagement zeigen müssen, diese offensichtlichen Integrationshemmnisse aus dem Weg zu räumen. Das geht nur, wenn wir derartige Vereine auflösen. Ändern werden sie sich nicht. Es ist an der Zeit, dass Politiker in Österreich und Deutschland sich ehrlicher machen sich der Realität stellen."

Ich will mich ob meines ziemlich "bunten" Bekanntenkreises nicht wiederholen.

Jedoch gibt es zunehmend Zeitgenossen die "hier" mMn absolut nichts zu suchen haben.
Niemand braucht dieses Personal.
Sehenden Auges in die Katastrophe, immerhin PC and no racism.
Wie sagte Karl Lagerfeld?
Das Zitat ist quasi indiziert.

"Integrationshemmnisse?"
Frau Ates, selten so gelacht!

"EY Alter, isch verlange Respekt, sonst Anzeige"
(Berlin lässt grüßen)

Alles Gute für Sie, wie immer & Dikkat!

Klaus Peitzmeier | Di, 7. Juli 2020 - 20:09

Liebe Frau Ates, gegen die "Grauen Wölfe" geht man genauso wenig vor wie gegen die Clankriminellen aus dem Nahen Osten oder Afrika. Genauso wenig wie man gegen osteurop. u türkische Banden vorgeht die im Drogen- u Prostitutionsmilieu ihr Unwesen treiben. Eine Gesellschaft, die Polizisten als Rassisten brandmarkt, wenn sie die verdächtigen Personengruppen nur ansieht, geschweige denn kontrolliert u eine Gesellschaft die kriminelle Clans als multikulturelle Bereicherung verniedlicht, kann "Grauen Wölfen" nicht gefährlich werden. Eine Gesellschaft, die alles verniedlicht u verkindischt, ist eine lächerliche Gesellschaft.
Gut für Kriminelle. Schlecht für uns. Leider haben wir in unserer Gesellschaft ein links-vergrüntes Naivitätsproblem zu beklagen, das wir uns selbst eingebrockt haben u scheinbar nicht mehr loswerden.

Bernhard Kaiser | Mi, 8. Juli 2020 - 02:27

Na ja, man könnte das Ganze auch verkürzt darstellen: Rechtsterroristen = Graue Wölfe klopfen sich mit Linksterroristen = PKK, YPG, "ANTIFA" und diversen anderen linksradikalen Gruppierungen! Schenken sich beide nicht viel!

Ulrich Mende | Mi, 8. Juli 2020 - 11:43

Sehr geehrte Frau Ates,
so sehr ich ihre mutigen Beiträge schätze, so sehr muss ich Ihrem Optimismus in Sachen Integration widersprechen.
Aus meiner Sicht gibt es generelle und strukturelle Hemmnisse für eine Integration, wenn
1. Der Unterschied der Kulturen zwischen aufnehmender Gesellschaft und Aufgenommenen eine (relativ niedrige) Differenz überschreitet
2. Die Anzahl der aufgenommenen Personen eine gewisse kritische Masse übersteigt.

Beides haben wir bezüglich türkischer, arabischer und vermutlich auch bald afrikanischer Gruppen erreicht. Was wir mMn sehen werden, ist Segregation, also das Anwachsen weiterer, ethnisch basierter Parallelgesellschaften. Hohe Geburtenraten und weitere Zuwanderung in die genannten Gruppen werden diesen Prozess beschleunigen. Und letztlich wird unser Land in mehrere ethnisch homogene, vermutlich weitgehend autonome Siedlungsgebiete zerfallen.

Manfred Sonntag | Mi, 8. Juli 2020 - 15:01

Prima, Frau Ateş! Ich kann und will nicht über Österreich und seine Muslime sprechen. Aber es scheint sich ähnliches abzuspielen wie bei uns. In Deutschland werden islamistische Rechtsextreme geschmeichelt, als Heilsbringer von Linken und Linksliberalen vergöttert, als Blockwarts in den No Go Areas gefördert oder dürfen gar die Hochschullehre für Imame bestimmen. Deutsche Frauen sollen nach den Programmen von RRG in die Konzernspitzen vordringen. Muslimas wird kein Satz gewidmet. Sie werden Ihrem Schicksal unter Burka und Kopftuch überlassen(https://www.cicero.de/innenpolitik/linke-islamisten-antimuslimischer-ra…). Die Breitbandtoleranz der Linken und Linksliberalen hat dazu geführt, dass sie erzkonservativ wurden. Es geht nicht, die deutschen Rechtsextremisten & Rassisten zu verurteilen, aber muslimische Rechtsextremisten & Rassisten zu hofieren! Egal ob in Ankara, Teheran, Riad, Berlin oder Hamburg! Das ist UNGLAUBWÜRDIG!

I Have a Dream: Ein Deutschland, in dem ich gerne lebe, weil unser Land Menschen aus allen Ländern - unabhängig von Hautfarbe oder Religion - integrieren kann!
Es wäre ein Land ohne Dominanz bestimmter politischer Anschauungen und mit einer ehrliche-freiheitlichen Demokratie einschließlich wirklicher Meinungsfreiheit. In diesem Land gibt es keine Medien, die nur das berichten, was die selbsternannte Moral-Elite uns wissen lassen will! Und: Ich möchte in einem Land leben, wo Frauen und Männer wirklich gleichberechtigt sind und uns nicht tagtäglich vorgeführt wird, dass Frauen mit Vollvermummung oder Kopftuch die moralisch höheren Menschen sind. Das wäre ein La<nd, in dem ich gerne leben würde!

Solange Ditib in Deutschland der verlängerte Arm Erdogans sein darf, wird sich mit der Sicherheit und auch mit der gewissen Glaubens-Überheblichkeit dieses Erdogan-Islam über andere Religionen in unserem Land nichts ändern! Warum lässt man Ditib gewähren und in Schulen Einfluss nehmen bei unmündigen Kindern, obwohl es viele andere gemäßigte und tolerantere Islam-Vereine gibt, die besser zu unserer freiheitlich-demokratischen Verfassung passen und integrationswillig sind?