Corona-Testzentren - Die Angst, es schon wieder zu vermasseln

Um weiteres Staatsversagen in der Corona-Krise zu vermeiden, sollen die Praktiker aus der Privatwirtschaft ran. So entstehen quasi über Nacht überall Testzentren. Weniger Bürokratie ist da hilfreich, doch weniger Kontrolle lockt Betrüger an. Und schon wieder ist der Staat gefragt.

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Bundesgesundheitsminister Spahn eröffnet das Schnelltest-Zentrum eines Drogeriemarktes Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

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Wer im brandenburgischen Mahlow, direkt an der Grenze zu Berlin gelegen, größer einkaufen will, macht das wohl hier, am Stadtrand. Riesige Netto-, Rewe- und Lidl-Filialen stehen direkt nebeneinander. In der Ecke des Supermarkt-Parkplatzes könnte man den vielleicht zehn Quadratmeter großen Container glatt übersehen. „Covid-19 Testzentrum“ steht darauf in weißer Schrift auf roter Farbe, „Gratis Corona Test“.

Irgendwie hatte man sich die Dimensionen anders vorgestellt, als die Schwarz-Gruppe, die in Deutschland die Lidl- und Kaufland-Märkte betreibt, Ende März angekündigt hatte, ein „Corona-Schnelltest-Netzwerk“ aufzubauen. Aber es soll wohl vor allem schnell gehen. Ziel sei es, „mehrere Hundert Testzentren in Deutschland aufzubauen“ und so „ein flächendeckendes Angebot von kostenfreien Tests im Rahmen der Corona-Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zu schaffen“.

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Norbert Heyer | Di, 1. Juni 2021 - 14:27

Wir haben ein Datenschutz-Gesetz. Dieses Gesetz verhindert -zu Recht- Datenmissbrauch. Gleichzeitig erschwert es natürlich auch eine genaue Überprüfung, ob die Anzahl der Getesteten mit der Anzahl der abgerechneten Testungen übereinstimmt. Ein Scanner müsste den Fingerabdruck des Testwilligen aufnehmen, der Name muss erfasst und für den Test eine fortlaufende Nummer festgelegt werden. Dann wird diese Liste bei der abrechnenden Behörde mit einer Nachweisrechnung über die eingekauften Teststreifen eingereicht und damit hat man eine lückenlose Kontrolle über den gesamten Vorgang. Alles Theorie, bei uns nicht möglich, hier wurde ein Verfahren angewandt, dass geradezu zum Betrug einlädt. Außerdem würden die, die jetzt lautstark Kritik äußern, von „überzogenem Verwaltungsaufwand“ reden, wenn das von mir geschilderte Abrechnungssystem angewendet würde. Übrigens: Solche Sicherungssysteme sind in der freien Wirtschaft gang- und gäbe, sonst wäre Betrug und unkorrekte Abrechnungen die Regel.

Die Nicht-Organisation von Dateien beim Testen, die dann zum automatisierten Abgleich mit den Rechnungen geeignet sind, ist nur bösartige, organisierte Verantwortungslosigkeit. Sonst nichts. IT/Datenmanagement ist, seit 20 Jahren, Neuland.

Christa Wallau | Di, 1. Juni 2021 - 16:24

der eigentliche Skandal: Die Falscheinschätzung der Gesamtlage.

Es müssen gegeneinander aufgerechnet werden:
tatsächliche Todesopfer durch das Virus
ohne Eingriffe in die Freiheitsrechte durch Lockdowns (etwa in Schweden zu eruieren) verglichen mit den Schäden durch die massiven Eingriffe in diverse Freiheitsrechte der Bürger, zu deren Folgen ebenfalls viele Tote, unzählige physisch u. psychisch Erkrankte u. zig Milliarden an Schulden gehören, die zukünftigen Generationen aufgebürdet werden.

Ähnlich wie in der "Flüchtlingskrise" 2015
handelte die deutsche Regierung jetzt wieder wie die "Getriebenen": Sie ließ Maß, Ziel u. jedes Hinzuziehen anderer Meinungen vermissen u. verfiel in puren Aktionismus.
Dieses "Getrieben-Sein" ist m. E.allerdings diesmal verständlicher als 2015. Damals waren Alternativen nicht nur vorhanden, sondern e i n d e u t i g vorgeschrieben: Sicherung der Grenzen u. klare Signale an die Welt: Wir lassen niemand ein, der aus einem sicheren Drittland kommt!

Oder doch lieber nicht 🙃?
Es geht doch schon damit los, dass der Test nur 24 Stunden Gültigkeit hat, nach 24,5 Stunden 😭
Hinzu kam, dass ein Großteil hat erst Nachmittags geöffnet.
Aber Jung-Grün darf auf den Erfurter Fischmarkt(?) Zelte aufstellen. Oder nur verguckt - vielleicht doch AFD?

Anfrage an Sender Jerewan:

Kann man Verstand messen?

Relativ.
Durch Corona konnte die meisten politischen & wirtschaftlichen Veränderungen inklusive der Gesetzgebung WELTWEIT von einer politischen Clique durch geführt werden, ohne das die Völker mit ihren Bewohnern gefragt worden sind noch irgendwelche öffentliche politisch-juristische "Quälereien" durch geführt werden mussten. Selbst Ludwig der XIV. klatscht im Himmel in die Hände 😉.

Finanzieller Schaden?

Auch Relativ🧐

Für Politiker & Ihrer Dienerschaft ist natürlich Kost & Logis FREI
👋👋👋

Christa Wallau | Di, 1. Juni 2021 - 16:41

der eigentliche Skandal: Die Falscheinschätzung der Gesamtlage.

Es müssen gegeneinander aufgerechnet werden:
t a t s ä c h l i c h e Todesopfer durch das Virus
ohne Lockdowns (etwa in Schweden zu eruieren) verglichen mit den Schäden durch die massiven Eingriffe in diverse Freiheitsrechte der Bürger, zu deren Folgen ebenfalls Tausende von Toten, unzählige physisch u.psychisch Erkrankte (darunter viele Kinder!)u. zig Milliarden an Schulden gehören, die zukünftigen Generationen aufgebürdet werden.
Ähnlich wie in der "Flüchtlingskrise" 2015
handelte die deutsche Regierung nun wieder wie die "Getriebenen": Sie ließ Maß, Ziel u. jedes Hinzuziehen anderer Meinungen vermissen u. verfiel in puren Aktionismus.
Dieses "Getrieben-Sein" ist m. E.allerdings diesmal verständlicher als 2015. Damals waren Alternativen nicht nur vorhanden, sondern e i n d e u t i g vorgeschrieben: Sicherung der Grenzen u. klare Signale an die Welt: Wir lassen niemand ein, der aus einem sicheren Drittland kommt!

Hans Jürgen Wienroth | Di, 1. Juni 2021 - 17:11

Fangen wir fairerweise damit an, dass Herr Maas den vorhandenen Bestand an Schutzmasken an China verschenkte, weil sie bei uns noch „als gefährlich“ galten. Da kann Herr Spahn nichts dazu. Die Not war dann, als man diese einführen musste, groß und die Initiative der Wirtschaft gefragt, um überhaupt an eine kleine Anzahl der weltweit gefragten Masken zu kommen. Die Hilfe der CDU-Leute war willkommen.
Als die Idee mit den Tests durch Herrn Lauterbach aufkam, sollte es sofort losgehen. Wieder war die Wirtschaft gefordert, alles musste übers Knie gebrochen werden. Herr Spahn sollte sofort die Tests (möglichst täglich) für alle organisieren. Geld spielte Dank der durch Schulden gewonnen Freiräume keine Rolle. In der Kürze der Zeit konnte kein perfekter Plan geboren werden, jedem musste das klar sein. Genauso wie die Tatsache, dass in unseren Behörden keine Organisationstalente schlummern. Ansonsten wäre die Verwaltung nicht so veraltet.
Alle Schuld bei Spahn zu suchen, ist zu einfach.

Zwischen dem realisierten Plan "Testet! Und für jeden Test, den ihr behauptet durchgeführt zu haben, bekommt ihr 18 €" einerseits und einem (auch nur annähernd) perfekten Plan andererseits liegen Welten.
Ein System einzuführen, das förmlich zu Betrügereien einlädt, weil kein einfacher Kontrollmechanismus eingebaut wurde, ist ein fast schon kriminell leichtfertiger Umgang mit unserem Steuergeld. Das hat Spahn politisch zu verantworten; ohne wenn und aber.
Getoppt wird das nur noch von der beScheuer-ten Vorgehensweise des Bundesverkehrsministers in Sachen Maut. Alles kaum verwunderlich bei dieser "Führung" der Bundesregierung. Es bewahrheitet sich mal wieder "Der Fisch stinkt vom Kopf her".

Manfred Westphal | Di, 1. Juni 2021 - 18:11

Und in einer dieser Teststationen können sich junge Menschen üben und verwirklichen mit drastischen Anweisungen zum Anstellen in Reih und Glied, korrekten Maskentragen, Verbot des öffentlichen Schneuzen, Trennung der zu Testenden und der Getesteten, Abstandshaltung und allg. Haltung.
Leider hat ein älterer Mitarbeiter mit klaren Worten diese Show abgebrochen........

Ernst-Günther Konrad | Mi, 2. Juni 2021 - 09:36

Wenn ich das ganze Theater nicht mit meinen Steuern mitbezahlen müsste, könnte ich mich amüsieren, über so viel staatliches Versagen. Das ist ja Spahn nicht allein, der auch dieses Desaster aussitzen wird. Kurz vor den Wahlen, wird der nicht zurücktreten.
Wenn schon bei der Anzahl der angeblich durchgeführten Tests die Zahlen zum lohnenden Abrechnungsbetrug hoch gerechnet werden, wie sieht es dann da mit den Falsch/positiv Ergebnissen aus?
Das nimmt man gerne in Kauf, verschweigt man am besten, braucht man diesen Test doch weiterhin, um die Pandemielüge aufrecht zu halten. Ich schrieb schon früher, testen nur bei Symptomen und dann nur beim Arzt, und zwar auf alle Virenarten und nicht einfach nur behaupten, jeder Nachweis sei Corona. Mit fummelt niemand in der Nase und schon gar nicht "Personal", das kaum deutsch spricht, unter Vollschutz nicht erkennbar und damit am Ende bei Verletzungen nicht zu belangen ist. Aber der brave Bürger macht ja alles mit, er zahlt ja dafür über Steuern.

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