Verschwörungstheorien - Keinen blassen Schimmer, aber eine Meinung

Kolumne Grauzone: Unwissen und Inkompetenz stärken unser Selbstvertrauen. Doch die maßlose Selbstüberschätzung führt dazu, dass Menschen Fehleinschätzungen nicht bemerken. Wie der Fall der Reichsbürger zeigt

Ein Reichsbrüger hält seinen blauen Reisepass in die Kamera, auf dem steht: Deutsches Reich, Reisepass
Reichsbürger: Die Illusion, die Welt zu durchschauen, führt zu politischer Radikalisierung / picture alliance

Autoreninfo

Alexander Grau ist promovierter Philosoph und arbeitet als freier Kultur- und Wissenschaftsjournalist. Er veröffentlichte u.a. „Hypermoral. Die neue Lust an der Empörung“. Im Oktober erscheint sein Essay „Kulturpessimismus. Ein Plädoyer“ bei zu Klampen.

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Alexander Grau

Kennen Sie Earth Flatters? Nicht? Muss man auch nicht kennen. Interessant ist die Bewegung aber dennoch. Und komisch dazu. Denn dabei handelt es sich um Leute, die der festen Überzeugung sind, die Erde sei eine Scheibe.

Nun könnte man der naiven Meinung sein, dass es mehr als hinreichend Beweise dafür gibt, dass die Erde eben keine Scheibe, sondern – zumindest Pi mal Daumen – eine Kugel ist: Fotos von Astronauten, ein Blick aus einem hoch fliegenden Flugzeug oder Schiffe, die hinter dem Horizont verschwinden.

Aber diese Belege überzeugen Earth Flatters selbstredend nicht. Denn die Fotos der Astronauten könnten natürlich manipuliert sein. Und die Tatsache, dass wir alle die Erdkrümmung wahrnehmen, wenn wir aus einem Flugzeugfenster schauen, zeigt schließlich nur, wie sehr die durch Schulunterricht und Medien verbreitete Ideologie einer angeblich kugelförmigen Erde unsere Wahrnehmung manipuliert hat.

Selbstüberschätzung in der Evolution angelegt

So gesehen also, ist die bizarre These der selbst ernannten Reichsbürger, die Bundesrepublik sei völkerrechtlich illegal und das Deutsche Reich würde tatsächlich fortexistieren, weshalb alle hoheitlichen Ansprüche der angeblichen Bundesrepublik rechtswidrig seien, zunächst Ausdruck des alltäglichen Wahnsinns. Dass diese groteske Form der Realitätsverzerrung nun tragischerweise ein Todesopfer gefordert hat, zeigt aber auch, dass nicht jeder debile Schwachsinn auf die leichte Schulter genommen werden darf.

Doch was treibt Menschen eigentlich dazu, sich in solche Wahnsinnssysteme zu manövrieren? Dummheit allein ist es nicht. Und auch nicht ein Mangel an Information. Jeder Appell, solchem Irrsinn mit mehr und besserer Bildung entgegenzutreten, macht sich daher lächerlich.

Denn die tiefere Ursache solcher Wahnideen liegt psychologisch gesehen in der so genannte Overconfidence – also übersteigertem Selbstvertrauen. Das ist zunächst nicht besonders ungewöhnlich, im Gegenteil: Wir alle überschätzen uns maßlos, unsere Fähigkeit beim Autofahren, unsere Kompetenz im Beruf, unsere Begabung als Liebhaber. Die Gründe dafür sind evolutionärer Natur: Hätten sich bei unseren Urahnen die Selbstzweifler durchgesetzt, säßen wir noch immer auf den Bäumen.

Insofern ist es nicht einmal verwunderlich, dass Unwissen und Inkompetenz unser Selbstvertrauen auch noch stärken, wie eine immer wieder gern zitierte Studie der beiden Psychologen David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zeigt. Der einfache Grund: Gerade ihre Inkompetenz lässt Menschen Fehler nicht bemerken – und bestärkt sie in ihren Haltungen oder Handlungen.

Fatale Konsequenzen für Beurteilung von Politik

Bei der Beurteilung politischer Sachverhalte hat das fatale Konsequenzen, wie der Kognitionspsychologe Philip Fernbach in einem 2013 veröffentlichten Artikel zeigen konnte. Denn politische Fragen sind meist hoch komplex. Dennoch sind die meisten Menschen davon überzeugt, die jeweiligen Sachthemen zu durchschauen. Das ist natürlich eine Illusion. Tatsächlich haben die meisten Leute von den entsprechenden Problemen keinen blassen Schimmer – dafür aber umso handfestere Meinungen. Fernbach konnte sogar zeigen, dass die Vehemenz und Radikalität der Meinung zunimmt, je geringer Faktenkenntnisse sind (umgekehrt gilt das allerdings nicht: nicht jede radikale Meinung gründet in Unkenntnis). Kurz: Die Illusion, die Welt zu durchschauen, führt zu politischer Radikalisierung.

Doch die eigentliche Ursache für den grassierenden Irrsinn, für all die Reichsbürger, Chemtrail-Theoretiker, Earth-Flatters und 9/11-Truthers liegt in der Hypostasierung des kritischen Denkens, in der Entgrenzung einer sich selbst als Vernunft missverstehenden intellektuellen Regression.

Schutzräume des Wahnsinns

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“, schreibt Kant und lieferte damit nicht nur biederen Sonntagsrednern ein billiges Zitat, sondern auch das größte Ammenmärchen der Philosophiegeschichte. Denn die naive Vorstellung, man müsse sich nur „seines Verstandes“ bedienen, um sich gleichsam wie Münchhausen selbst ans Licht zu führen, markiert direkt den Weg in die wahnhafte Erleuchtung.

Kritisches Denken, das selbstverliebt nicht mehr möchte, als seine Kritikfähigkeit zu beweisen, verkommt zu einer Spielwiese egomaner Wirrköpfe und zum Nährboden verquaster Theorien. Das gilt umso mehr, als die Neuen Medien geradezu Schutzräume des Wahnsinns eröffnen, in denen das angeblich mündig gewordene Denken sich gegen jeden Einwand selbst immunisiert.

Wenn nicht alles täuscht, stehen wir am Anfang einer Entwicklung, an deren Ende sich die Aufklärung selbst aufgehoben haben wird. Nicht – wie noch Theodor Adorno oder Max Horkheimer meinten – im Sinne einer Machtergreifung der instrumentellen Vernunft (schön wär’s), sondern mit Hilfe einer medial induzierten Verneblung des Wissens im Namen des sich kritisch wähnenden Individuums.

Siegfried Stein | Sa, 22. Oktober 2016 - 12:33

Herr Grau, sie schreiben:
"Fatale Konsequenzen für Beurteilung von Politik".

Gilt das nicht erst recht für die Durchführung von Politik? Oder gelten die aufgeführten Untersuchungsergebnisse nicht für Politiker?

Oder ist die politische Nomenklatura eine besondere Rasse - nicht verwandt mit der menschlichen?
Fragen können so böse sein - müssten eigentlich verboten werden.

......ergo is ja dann logischerweise auch die Demokratie böse, weil für die Brauchts ja Politiker.

Laos wenn die Demokratie böse ist bleiben ja als Gegenentwürdfe nur naoch Aristokratie oder Autokratie.

Da ja alle Aristokraten immer gut und gerecht regieren.....sind wir ja alle froh, dass die uns immer noch regieren.......oder war da mal was vor ein paar Jahren?

Und da ja alle Autokraten und Führer das ja auch immer ganz selbstlos, gerecht und wunderbar machte, jubeln wir immer noch alle unserem Führer zu ....... oder war da mal was vor ein paar Jahren?

......also ehrlich gesagt, sehe ich auch genug Idioten und Schwachmaten unter unseren Politikern, vorallem die mit den ganz einfachen Antworten auf unsere hochkomplexen Fragestellungen, aber ums nach nem alten Engländer zu halten.....von allen schlechte Regierungsform ist die Demokratie noch die beste!!!!

Gerdi Franke | Sa, 22. Oktober 2016 - 12:49

Eine Meinung darf jeder haben. Sogar seine eigene Meinung. Sieht zwar die Politik nicht so, die immer öfter die offizielle Meinung vorgeben will. Weil sie es ja vermeintlich besser weiss. Aber schön wärs. Die meisten Politiker haben von den Problemen keinen blassen Schimmer Dafür gibt es ja auch gut gebildete Lobbyisten.
Aber Unwissen und Inkompetenz stärken ja bekanntlich das Selbstvertrauen.

Wulf Richartz | Sa, 22. Oktober 2016 - 13:31

... der mir stolz seinen "Reichsführerschein" gezeigt hat.
Auf die Frage, was er denn dafür bezahlt hat, kam die Antwort "50 Euro".
Jo - das sagt alles.
Bei 50 Reichsmark hätte ich ja vielleicht mit ihm weiter diskutiert von wegen Völkerrechtssubjekt Deutschland und dessen verschiedene Namen und ob es sich nicht lohnen würde BVerfG-Urteile vollständig(!) zu lesen und nicht nur die ersten Halbsätze; aber die "50 Euro" waren schon Disqualifizierung genug.

Bisher hielt ich die nur für Spinner, die sich von diversen Abzockern einfach nur ausnehmen lassen; und ob jetzt ein Mörder reicht, gleich das Bundesamt für Verfassungsschutz dran zu setzen?

Gibt es da wirklich eine bundesweite Bewegung? Laut Wikipedia nicht.

Ingbert Jüdt | Sa, 22. Oktober 2016 - 14:59

Lassense doch bitte mal die Kirche im Dorf, Herr Grau. Das kann man auch mit einer Paradoxie erklären: die Kantsche Maxime, zu einem zentralen Leitbild für den modernen Menschen verallgemeinert, gerät in den Konflikt mit den Bedingungen ihrer Umsetzung.

Die moderne Kultur stellt ihre Subjekte unter einen *Zwang*, eine "rationale" intellektuelle Selbstbehauptung unabhängig vom Grad ihrer Inklusion in die Wissensgesellschaft zu leisten, weshalb die von ihnen präferierten Welterklärungsmodelle im zweifelsfall nicht epistemologischen Kriterien ihrer sachlichen "Richtigkeit", sondern dem pragmatischen Kriterium ihres lebenspraktischen Orientierungspotentials folgen.

Und wenn dieses Primat der lebenspraktischen Orientierung dann auf die Rahmenbedingung einer gesellschaftlichen Vertrauenskrise trifft, dann wird daraus eben sehr leicht Paranoia und Verschwörungstheorie.

Hauptursache ist der Verlust der gesellschaftlichen Integrationskraft, nicht eine innere Dialektik der Aufklärung.

Arndt Reichstätter | Sa, 22. Oktober 2016 - 15:39

Ich mag, dass auf wichtige Studien zur menschlichen Irrationalität eingegangen wird. Ich mag nicht, dass verschiedene Verschwörungstheorien in einen Topf geworfen werden.

Ich persönlich habe mich mit den Behauptungen der sogenannten Reichsbürger noch nicht tiefgehend beschäftigt. Ich halte die Frage, wie unser Land heißt, für unwichtiger als welche Politik tatsächlich gemacht wird.

Aber immerhin hat das Bundesverfassungsgericht auf eine Anfrage von der Partei DIE LINKE festgestellt, „dass das Völkerrechtssubjekt "Deutsches Reich" nicht untergegangen und die Bundesrepublik Deutschland nicht sein Rechtsnachfolger, sondern mit ihm als Völkerrechtssubjekt identisch ist“, was auch immer das heißen soll.

QUELLE:
https://www.bundestag.de/presse/hib/2015_06/-/380964

dass das Völkerrechtssubjekt Deutschland! seit 1871 ohne Unterbrechung bis heute existiert, nach 1945 NICHT untergegangen ist, und dass es vor 1949 den Namen "Deutsches Reich" hatte und mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 den Namen "Bundesrepublik Deutschland" hat.

So simpel ist das.

Reinhard Oldemeier | Sa, 22. Oktober 2016 - 15:42

Herr Grau hat Recht,wenn er behauptet Inkompetenz Unwissenheit stärken das Selbstvertrauen.
Gerade im Vertrieb kann zuviel Fachwissen, sich als Hindernis erweisen. Denn wer die AGB kennt wird vorsichtig, mit Behauptungen die nicht immer stimmen und gefährdet so den Verkaufserfolg.
Daher gilt im Vertrieb der Grundsatz
Absolutes sicheres Auftreten bei totaler Ahnungslosigkeit erleichtert den Verkauf sehr.
Somit wird Scharalatanen immer mehr geglaubt als Menschen mit Kompetenz, weil die einfache Lösung immer leichter zu verstehen ist.
Des Weiteren zeigt sich das gerade diese Protagonisten so gut kommunizieren können, dass es keinem auffällt wenn die Story nicht immer so schlüssig ist.

Arndt Reichstätter | Sa, 22. Oktober 2016 - 15:42

Auch sagte Carlo Schmidt 1948 in einer Rede im Parlamentarischen Rat, „wir haben keinen Staat zu errichten“, sondern etwas, das uns die Möglichkeit gibt, gewisser Verhältnisse Herr zu werden“.

Quelle:
https://www3.spd.de/linkableblob/5652/data/rede_carlo_schmid.pdf

Unter Umständen war das Grundgesetz die Rechtsordnung in einem besetzten Land. Oder ist? Denn wieso ist sonst der Artikel 146 enthalten? Nach dem GG ist Deutschland ein Land ohne Verfassung. Was auch immer das heißen soll.

Vergegenwärtigt man sich die zum globalen Staat eilende Elite, die korrupte Wirtschaft, das schlechte staatliche Bildungssystem sowie den herrschenden Kulturmarxismus braucht man sich um die Anfälligkeit der Regimekritiker für eventuelle Verschwörungstheorien nicht wundern.

Jacqueline Gafner | Sa, 22. Oktober 2016 - 15:59

da war denn nichts mehr festzustellen", hat Paul Klee einmal gespottet. Ist die These des Autors, dass die um sich greifende, durch keinerlei einschlägiges Fachwissen getrübte Kritiklust breiter Kreise an allem und jedem, die einzig der Befriedigung des eigenen Ego qua demonstrierter Kritikfähigkeit diene, aller Wahrscheinlichkeit nach der Anfang vom Ende der Aufklärung sei, denn mehr als "nur" eine Meinung? Inwiefern soll namentlich das Urteil gewählter Mandatsträger zu vorgeblich "meist hochkomplexen politischen Fragen" im Schnitt denn qualifizierter sein als das der Mitglieder des Wahlkörpers, dem sie letztlich auch entstammen? Was als gesichertes Wissen gilt, mag im Bereich der Wissenschaften - bis zu seiner Widerlegung - relativ unbestritten sein. In der Welt der Politik geht es indessen immer auch um persönliche Überzeugungen und um Glaubenssätze, die sich bis zum Dogma verdichten können, und damit um Meinungen, nicht um Wissen, das nicht "einfach so" hinterfragt werden dürfte.

Thomas Robert Rausch | Sa, 22. Oktober 2016 - 16:56

Da ist die Umweltproblematik.Ein großer Konzern lässt vor ca vierzig Jahren ein Gutachten anfertigen das er fortan versteckt und verleugnet.
Global Warming! Viele warnen vor sozialen Verwerfungen. Vorhersehbar waren viele Bürgerkriege, Verwerfungen durch die horrende Zahl unkontrollierter Flüchtlinge und die Bankenkrise. Wen hat es jemals interessiert? Jetzt das Randproblem der Reichsbürger zu bemühen und vor der Selbstüberschätzung und Korruption der Eliten ab zu lenken ?
Wir können die Überlebensfähikgeit der Menschheit nicht dadurch erhöhen in dem wir die tatsächlichen Probleme mit Nichtigkeiten übertünchen.
Die Wirtschaftseliten mit intellektuell verantwortlichen Menschen, denen man ein Gesellschaftssystem anvertrauen kann, gleich zu setzen, war der gößte Fehler! Räuber die sich Politiker kaufen! Es gibt kein Raumschiff unter Umgehung E=mc2 ,das sie retten wird wenn der Planet durch Umwelt und durch Kriege zum Teufel geht. Reichsbürger und Trump sind ein Produkt davon.

Tomas Poth | Sa, 22. Oktober 2016 - 17:36

Etwas was uns täglich in den Medien, und der Politik begegnet, gemischt auch noch durch Vernebelung mit Alternativlosigkeit und nicht erfüllten Versprechungen die Politik etwas besser erklären zu wollen. Möglicherweise auch dort Schutzräume des Wahnsinns? Hier ein aktuelles Beispiel aus Welt online, Merkel auf Parteitag, mit Blockflötenspiel und Weihnachtsliedern sollen wir uns Mut machen um nicht ängstlich vor dem Islam zu sein.

Larissa Tscherkow | Sa, 22. Oktober 2016 - 17:38

Denn intelligente Menschen überprüfen Bedenken von Skeptikern, statt sie emotional abzutun. Vor allem wenn die Skeptiker zahlreich und Fachleute sind!

Beinahe alle europäischen Regierungen teilen zb. den deutschen Integrationsoptismus nicht und wollen nur noch wenig Flüchtlinge aufnehmen. Nun auch die schwedische Regierung!

Aber in deutschen Debatten wird das ignoriert, und die Deutschen, die dasselbe sagen, das alle anderen europäischen Regierungen sagen, werden als postfaktische Populisten abgetan.

Das ist dumm! Sogar ein Verstoß gegen die Logik. Denn warum sind zb. die Grünen in Schweden, die nun sagen was bei uns postfaktische Populisten sagen, jetzt nicht auch postfaktische Populisten?

Irrationale Reichsbürger können die Sicherheit bei uns in Einzelfällen gefährden. Aber unsere Regierung, die unbekümmert ein irreversibles Integrationsexperiment startet und darin von der angeblichen Oppositon und den meisten Medien bestätigt wird, die kann unser Land zerstören.

Jens Richter | Sa, 22. Oktober 2016 - 17:58

Kierkegaards Motto wäre wohl hilfreicher, denn ein "Teilbereichs-Skeptiker" ist eben das Gegenteil eines Skeptikers. Diese von Ihnen so trefflich beschriebenen Wirrköpfe sind allesamt "Teilbereichs-Skeptiker", die in pathologischer Selbstüberschätzung nur den "Mainstream" anzweifeln, dafür jeder anderen abstrusen Quatsch-Quelle aus dem Internet bedingungslos glauben. Wenigstens dieser leicht einzusehende Widerspruch sollte diesen Menschen vermittelbar sein, grundsätzliche geistige Gesundheit vorausgesetzt.

Dimitri Gales | Sa, 22. Oktober 2016 - 20:49

Irreale und niveaulose Phänomene wie "Reichsbürger", mit ihrem "Königreich Deutschland" (schon das Wappen ist kurios, die Krone ist eine ungeschickt dargestellte Adelskrone, keine Königskrone, nicht einmal eine Grafenkrone) sind eines der Symptome einer sich auflösenden Gesellschaft. Ich weiss nicht, ob man diese Leute, abgesehen von einzelnen kriminellen Handlungen, ernst nehmen muss. Das Ganze ist einfach zu debil.

Nicolas Wolf | Sa, 22. Oktober 2016 - 23:03

Das Sie die Reichsbürger zum nachdenken anregen wirkt in diesem Zusammenhang geradezu bizar. Die Deutschen sind voller bekloppter Wahnvorstellung. Angst vorm Atom, aber Ehec wird getrost ignoriert, alles klar soweit??? Wir retten das Weltklima, haben aber keinerlei Ahnung von unserem Beitrag zu weltweiten CO2 Emissionen, man nennt es auch Hybris. Generell ist doch die deutsche Selbstüberschätzung ein immer wieder auftauchendes Problem. Und dafür brauchen sie die Reichbürger um das zu erkennen und das auch erst jetzt? Das diese Leute ne Vollmeise haben, ist doch schon seid längerem klar!

Johann Kruse | So, 23. Oktober 2016 - 08:17

Lieber Herr Grau, an die These vom fortbestehenden "Deutschen Reich" dürfte - schon mangels Rechtskenntnissen - ernsthaft nur eine Minderhet dieser Spinner glauben. Tatsächlich ist das nur ein Vehikel der Obstruktion, weil die Justiz zwanghaft meint, sich argumentativ mit den Papierstößen beschäftigen und unsere Staatlichkeit stets aufs Neue nachweisen zu müssen, wenn ein "Reichsbürger" Einsprüche anmeldet. Und sich auf die Schenkel klopft, wieviele Stunden das Gericht hierfür aufwendet. Die Lösung: Sich wieder an den Gedanken gewöhnen, dass unser Recht manchmal eben auch erzwungen und schmerzhaft durchgesetzt werden muss, statt aus einem Gerichtsvollziehertermin eine Gesprächstherapie zu machen. Leider gibt es Elemente in der Justiz, die dem verbreiteten Betroffenheitswahn unterliegen und die Schwäche der Justiz zu ihrem höchsten Wert erheben.

Harald Hotz | So, 23. Oktober 2016 - 10:01

"Kurz: Die Illusion, die Welt zu durchschauen, führt zu politischer Radikalisierung." Wurde hier etwa gerade auch der "Fall Angela Merkel" beschrieben? Ist schon richtig, nur politische Radikalisierung entsteht möglicherweise auch und vielleicht sogar vorwiegend aus dem Gefühl der Ohnmacht und als Reaktion auf die Ignoranz der selbsternannten "Weltdurchschauer".

Cornelius Angermann | So, 23. Oktober 2016 - 12:12

als ein falscher Vergleich. der steht gleich zu Anfang. Während das eine naturwissenschaftlich beweisbar ist, liegt das zweite durchaus im Auge des Betrachters, da es sich um juristische auslegungsfähige Konstrukte handelt. Lesen Sie dazu das Buch "Die Deutschlandakte" des renommierten Staatsrechtlers Herbert von Arnim, "Das Gesetz der Hydra" des renommierten Staatsrechtlers und Verf.-Richters Kirchhof, oder die akribisch zusammengetragenen Indizien in Oliver Janichs Buch "Die Vereinigten Staaten von Europa".

Danach ist die Frage, ob Deutschland überhaupt ein Staat im Sinne der internationalen Staatengemeinschaft ist, durchaus strittig!

Dass die Reichsbürger noch einen Schritt weitergehen und meinen, das alte Reich bestünde noch - geschenkt! Spinner gibt es überall. Aber die sind auf jeden Fall weniger als die ca. 5.000 gewaltbereiten Salafisten, die Frau Merkel in unser Land eingeladen hat!

Im Übrigen passt der Titel Ihres Artikels sehr gut auch für Bündnis90/Grüne!

es stimmt alles, was Sie da schreiben. Und es gibt noch mehr Argumente. Aber dafür reichen 1ooo Zeichen beileibe nicht.

Warum nimmt sich der Herr Grau denn nicht die Politiker vor, das wäre doch das weitaus lohnendere Thema als eine Handvoll Wirrköpfe, die man garnicht ernst nehmen kann.

Oder sind die Politiker Deutschlands etwa unantastbar? Diese Herrschaften, die nach dem Motto handeln, man muß nur lange genug lügen, irgendwann glauben es die Leute dann.

Sebastian Roob | So, 23. Oktober 2016 - 12:29

Ich sehe das als weitere Parallelgesellschaft. Wir sollten uns fragen, warum die Anzahl der Menschen zunimmt, die den Glauben an die gemeinsame Sache (also Deutschland und so) verlieren. Denn es liegt zu viel im Argen und es gibt sehr berechtigte Kritik an Deutschland.

Bei bestehenden Parallelgesellschaften wie Reichsbürgern, Friedensrichtern &co sollten wir nicht so viel drüber nachdenken, sondern unser recht mit Härte durchsetzen.

Eberhard Mälzer | So, 23. Oktober 2016 - 13:48

Bei dem Illustrationsphoto mit dem schönen blauen "Reisepass" musste ich unwillkürlich an die massenhaft gefälschten Pässe illegaler Migranten denken, und daran, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gegen Migranten, die solche Pässe vorlegen, nicht einmal die zwingend gebotene Strafanzeige erstattet.

Über die gefakten Reichsbürger-"Pässe" dieser verschrobenen Spinner echauffieren wir uns, obwohl ein solcher "Pass" wohl noch nie irgendeine reale Auswirkung (bei einer Behörde etc.) hatte.

Die gefälschten Pässe der illegalen Migranten interessieren keinen Menschen und vor allem nicht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)hinsichtlich fällig werdender Strafanzeigen, obwohl die illegal damit einreisenden Migranten eigentlich durch solche Straftaten ihren Schutzanspruch (so sie überhaupt einen hätten) verwirken.

Seltsames Land mit seltsamen Medien!

Rainer Möller | So, 23. Oktober 2016 - 14:00

Ob die BRD völkerrechtlich legal ist, können nur einige Fachjuristen beurteilen. De facto könnte natürlich eine Interessenkonstellation entstehen, wo die westlichen Siegermächte ihre Anerkennung der BRD zurückziehen und das dann auch juristisch verteidigen. Und was wird Alexander Grau dann schreiben?
Staaten existieren nicht, weil sie legal sind; sie existieren, solange sie die Macht haben.

Harro Meyer | So, 23. Oktober 2016 - 14:00

Kritisches Denken, egal in welcher Form, wird auch weiterhin die Basis menschlichen Fortschritts sein. Daran zu zweifeln, ist dumm.

Eberhard Mälzer | So, 23. Oktober 2016 - 14:07

Der Artikel von Herrn Grau geht selbstverständlich – gehaltvoll wie fast immer – über den konkreten Anlass hinaus wesentlich mehr in die Problemtiefe.

Und tatsächlich müssen wir mit einem Grundgehalt von Spinnerei und Spökenkiekerei leben.

Selbst gestandene und erfolgreiche Menschen befragen z. B. ihr Horoskop oder glauben an den Schmonzes irgendwelcher Wahrsager. Im Gesundheitswesen leben viele Leistungserbringer ganz oder teilweise davon, dass der evidenzbasierten "rationalen" Medizin misstraut wird.

Dass der Verfassungsschutz beim rechtsextremen Teil dieser Reichsspinner genauer hinschaut, ist sicher auch sinnvoll. "Ein Teil der so genannten Reichsbürger ist einfach nur ein bisschen spinnert, ein anderer Teil ist klar rechtsextrem." (W. Schreiber, Verfassungsschutzchefin Brandenburg)

Dennoch wirkt die mediale Beharkung der Öffentlichkeit über die Gefährlichkeit von einigen Beklopften hysterisch bis kampagnenartig.

Fortsetzung folgt.

Eberhard Mälzer | So, 23. Oktober 2016 - 14:23

Seit Tagen, seit der Schießerei von Georgensgmünd, erweckt bundesweit ein großer Teil der Print- und elektronischen Medien durch die Vielzahl der Berichte über die Reichsspinner nachgerade den Eindruck, wir stünden vor einem neuen Kapp-Putsch oder die braunen Kolonnen sammelten sich bereits zum Marsch zur Feldherrnhalle.

Man meint förmlich das wohlige Gruseln zu spüren, dass mancher Jungredakteurin oder Volontärin über den Rücken läuft beim Verfassen alarmistischer Texte.

Ganz im Gegensatz dazu steht regelmäßig der Umgang mit den Auswirkungen der Merkelschen Migrationskrise.

Berichte darüber versanden meist in den Lokal- oder Regionalteilen, und nur vereinzelt schaffen sie es als kurze Meldungen in die überregionalen Teile.

Die Bluttat von Neuenhaus ist ein Beispiel für diese meist gesinnungsethisch begründete Informationskarenz.

Fortsetzung folgt.

Eberhard Mälzer | So, 23. Oktober 2016 - 14:38

Ein 18-jähriger Somalier drang in der Nacht zum Samstag in ein Altenheim ein und tötete eine 87-jährige Greisin, die dort in einem Doppelzimmer mit ihrem Ehemann lebte.

Warum weiß kein Mensch, es gab keine Beziehung zwischen Täter und Opfer.

Der zuständige Staatsanwalt wird mit den Worten zitiert: "Es wurde starke Gewalt auf sie ausgeübt, alles war voll Blut."

In der FAZ gab es eine kurze Meldung – natürlich ohne Hinweis auf die Täterherkunft!

Diese wird nur in einem Lokalbericht der Grafschafter Nachrichten genannt.

Zum Nachlesen:

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/18-jaehriger-soll…

http://www.gn-online.de/nachrichten/neuenhaus-87-jaehrige-in-altenheim-…

Solche Entwicklungen, und vor allem die Tatsache, wie routiniert hier mittlerweile Berichterstattung filtriert wird, machen mir mehr Angst als einige Witzfiguren, die noch an das Deutsche Reich glauben.

Harro Meyer | So, 23. Oktober 2016 - 14:43

Ihr Wahn ist ein Krankheitssymptom aus dem Fachgebiet der Psychiatrie. Er ist eine die Lebensführung behindernde Überzeugung, an welcher der Patient trotz der Unvereinbarkeit mit der objektiv nachprüfbaren Realität unbeirrt festhält. Dies kann eine Störung der Urteilsfähigkeit zur Folge haben, die zu Abwehrmechanismen führt
Unter Abwehrmechanismen versteht man unbewusst ablaufende psychische Vorgänge, die die „Aufgabe“ haben, unlustvolle und angsterzeugende Inhalte abzuwehren. Das bedeutet, sie aus dem eigenen Bewusstsein fernzuhalten, insbesondere jene Inhalte, die aus einem neurotischen Konflikt hervorgehen. Gefühle und Affekte wie Scham, Schuldgefühl, seelischer Schmerz, "Wut über 2 verlorene Kriege" und Angst können mit Hilfe der Abwehrmechanismen auf verschiedene Weise unbewusst gehalten werden. Der Abwehrmechanismus ist der Versuch der Lösung und Vermeidung des eigentlichen Konfliktes, trägt jedoch zu dessen Festigung und Fixierung bei! (s.Wikipedia).

Herr Meyer, das Problematische mit „Küchenpsychologen“ ist, dass diese massive Defizite an fundamentalem Wissen der Psychiatrie und Psychologie haben (welche auch nicht durch Wikipedia allein ausgeglichen werden können), welches aber für ein weitgehend zulässiges Einordnen in ein pathologisches Verhalten zwingend notwendig ist. Ihre „Diagnose“ ist somit eigentlich genau das, was im Artikel kritisiert wird: Keine Ahnung aber eine Meinung.
Zur Verdeutlichung nur ein Beispiel: Eine Binse in der Psychologie ist z.B., dass oft der offensichtliche Grund des Handelns nicht mit dem wahren Beweggrund identisch ist. Im Fall der Reichsbürger KÖNNTE dies bedeuten, dass ein anderer und/oder weiterer Beweggrund z.B. der zivile Ungehorsam sein KÖNNTE. Denn ein juristisches Konstrukt (kein Naturgesetz!) bewusst abzulehnen, beweist allein nicht ein wahnhaftes Handeln, welches auf eine Psychose zurückzuführen ist.

Wäre das Diagnostizieren von psychischen Störungen (welches selbst bei langjährigen Profis ein hohes Risiko der Fehldiagnose birgt) so einfach, wie Sie es hier tun, würde ein Studium der dazu relevanten Fachbereiche so lang dauern, wie der Anwärter braucht, einen Wikipedia- Artikel zu lesen.

Führt krankhaftes oder bewusstes Handeln aber zu extrem antisozialen Verhaltensweisen (z.B. Schusswaffengebrauch), welche juristisch relevant sind, muss ermittelt werden, eben auch, OB es sich bei den Betroffenen um psychisch auffällige Menschen handelt, oder um schlicht kriminelle. Bevor man dies nicht weiß, hat man kein WISSEN, alles was geäußert wird, sind lediglich Vermutungen. Somit ist schon Ihre Einleitung „Die Reichsbürger sind einfach krank.“ schlicht Glauben statt Wissen, wobei Ihr Duktus auch sehr emotional wirkt. Und ein auffällig emotionales Handeln könnte auf eine Psychose hinweisen. ;) Nur ein Scherz! Einen schönen Tag noch!

Helmut Malente | So, 23. Oktober 2016 - 18:18

... was der Autor mir mit seinem Artikel jetzt sagen will? Das Fehldeutungen zu Fehlern führen ist doch genauso klar das Mut das Selbstvertrauen stärken. Also nix Neues.

Warum heisst es nicht: Eigene Meinung aus eigener Erfahrung.
Ok, vernachlässigen wir mal den Abstraktionsgrad einer Sache, dann bleibt immer noch das eigene Erlebte, das als wahr bzw. wirklich empfunden wird.

Beispiel: Viele die von Hartz IV nicht betroffen sind, verstehen das Prinzip aber sind ansonsten neutral, also ohne Meinung. Wer das Sanktionssystem erlebt hat, der versteht das Prinzip dahinter "hautnah". Wem glaube ich jetzt eher, wenn ich nichts weiß darüber, den der es erfahren hat oder den Unerfahreneren?

Helmut Malente | So, 23. Oktober 2016 - 18:43

... keine Erfindungen, keine Entdeckungen, keine Helden der Geschichte wie Martin Luther, Edward Snowden usw....und keine Diktatoren.

Und auch "kompetente" Menschen machen Fehler, , weil es Menschen sind und weil man aus Fehlern lernt, frei nach Poper`s Trial and Error - Vorgehen.

Irgendwer sagte mal: "Ich mache keine Fehler,ich mache Erfahrungen!" Auch schön.

Warum heisst es nicht:

Eigene Meinung aus eigener Erfahrung.

Beispiel: DIE WENDE.

Hans Theodor Conrads | Mo, 24. Oktober 2016 - 00:26

Ob Kaiserreich oder drittes Reich oder Fremdherrschaft durch die Siegermächte oder durch die Bonner Bundestag und jetzt durch den Berliner Reichstag und was sind die Bürger/in sie haben alle nicht zu sagen oder zu entscheiden und noch nicht mal dürfen sie einen freien Volksvertreter/in ihre freie Stimme geben, sie dürfen nur im Sperrbezirk anstimmen und da einen art König oder Grafen oder Gauleiter oder eine art Zuhälter/in aber keinen freien Allgemeinen Bürger oder Volksvertreter/in ihre freie Stimme geben und das in Deutschland im Jahre 2016 und in so einen Land Leben wir. Alle Macht geht von den Machthabern der Parteien aus die kein freies Wahlrecht zu lassen. Und das Grundgesetz schreib freie Wahlen vor aber auf der anderen Seite verbietet es sie wieder.
Armes Deutschland

franz wanner | Mo, 24. Oktober 2016 - 09:59

WAS haben Sie eigentlich gesagt? Was wollten Sie sagen? Oder posieren Sie einfach nur?

Während der Extremstspezialist nur von seinem Garten wirklich Ahnung hat, sieht der Überflieger zwar die Landschaft, aber nicht was auf den Parzellen wächst.
Und jeder ist von seiner Perspektive völlig überzeugt.

Auch wenn Sie es sicher nicht begreifen werden,
Gegenwart erklärt sich aus der Spannung einer interpretierten Vergangenheit in Hinsicht auf eine erhoffte Zukunft. Im Großen und im Kleinen. Kann man auch Motivation nennen.
So werden aus Möglichkeiten die eine fortschreitende Gegenwart.

Der Gefahr blendender Selbstüberschätzung begegnet man jedenfalls nicht mit verallgemeinender Selbstzufriedenheit.

Wolfgang Tröbner | Mo, 24. Oktober 2016 - 11:00

Alles, lb. Herr Grau, was Sie in Bezug auf die Reichsbürger schreiben (fatale Konsequenzen von Unwissen, Inkompetenz oder Dummheit für die Beurteilung von Politik), mag gut und richtig sein. Die Frage ist aber, warum Sie dies nur im Hinblick auf die Reichsbürger anmerken. Gibt es nicht viele andere gesellschaftliche Gruppen/Personen, für die das genauso zutrifft? Mir fallen eine ganze Menge ein. Nehmen Sie beispielsweise unsere Politiker. Glauben Sie, dass die meisten unserer Politiker z.B. den CETA-Vertrag selbst gelesen und auch verstanden haben, obwohl sie diesen absegnen sollen? Ich habe meine Zweifel. Man könnte viele andere Beispiele anführen, nicht zuletzt auch aus den Medien oder gewissen religiösen Strömungen. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Reichsbürger deshalb in den Vordergrund geschoben werden, um von den wirklichen Problemen des Landes (z.B. diejenigen, die von der unkontrollierten Zuwanderung in unsere Sozialsysteme herrühren) abzulenken.

Herr Tröbner. Der Vertrag über die LKW-Maut seinerzeit wurde vormittags am Tage der Abstimmung im Bundestag ausgelegt. Nachmittags des gleichen Tages wurde abgestimmt. Mit Sicherheit Zeit genug, um 17.000 Seiten Vertragstext zu lesen. Denn so viele Seiten hatte der Vertrag. Und niemand hat sich vernehmlich aufgeregt.

Wie man die CETA- und TTIP-Verträge behandelt, hat noch eine ganz andere Qualität. Die wurden gleich nur in Brüssel hinter verschlossenen Türen ausgeschnapst und wie dieser feine Herr Juncker sagte "wir haben es garnicht nötig die nationalen Parlamente um ihre Meinung zu fragen."

Immerhin Verträge, deren Inhalt ja nur 5oo Mio Menschen betreffen. Menschen, über die eine Behörde namens EU bestimmt, die streng genommen nicht einmal demokratisch legitimiert ist.

Und der Herr Grau ereifert sich über ein paar Spinner. Da gäbe es wahrlich lohnendere sprich wichtigere Themen. Und übrigens Herr Grau, ob man uns bez. 9/11 die Wahrheit gesagt hat, ist durch nichts bewiesen.

Herbert Trundelberg | Mo, 24. Oktober 2016 - 18:17

In reply to by Josef Garnweitner

der Cicero mag es auch mit der Wahrheit nicht unbedingt. Das die Truppe aus Unverbesserlichen besteht darüber besteht ja kein Zweifel. Das aber unsere Politikclowns uns weismachen wollen wir waren ein souveränes Staatsgebilde zweifle ich mit Verlaub an. Kein Friedensvertrag, keine Verfassung, Sonderverträge mit den Siegermächten im Westen Stationierungshoheit, Zwangseinführung des € sonst keine Wiedervereinigung. Und jetzt das tollste Enteignung des Deutschen Bürgers mittels EZB und Alimentierung der Südstaaten. Deshalb durften die Linken ja bis dato auch nicht mit spielen in der berliner Regierung

Matthias Noack | Mo, 24. Oktober 2016 - 13:41

die Flache Erde-Theorie als Argument benutzt um die "Reichsbürger" zu diffamieren zeigt deutlich seinen Unwillen, ernsthaft zu diskutieren. Das nächste Mal vielleicht den Weihnachtsmann mit ins Spiel bringen.

Thomas Schöffel | Mo, 24. Oktober 2016 - 13:42

Das Bundesverfassungsgericht hat mehrfach festgestellt daß das Deutsche Reich noch existiert. Gemeint ist aber nicht das 3. Reich m. Hitler u. Hakenkreuz sondern das 2. Deutsche Reich, die sog. Weimarer Republik. Das ist keine Verschwörungstheorie und hat auch nicht mit rechts zu tun, sondern ist einfach juristisch so. Die BRD ist nicht als Staat gegründet worden u. das Grundgesetz nicht als Verfassung. Ein leicht zu findender Auszug vom „Vater des Grundgesetzes“, Carlo Schmid, SPD „Wir haben keinen Staat zu errichten“ zeigt das deutlich. Dr. Schäuble, auch kein Rechtsradikaler, hat zugegeben, daß wir nicht souverän sind, Herr Gysi, nicht bekannt als NPD-Fan, hat uns bestätigt, daß die Besatzungsgesetze noch gelten. Daß dies leider von rechtsradikalen Idioten nicht kapiert wird, weil die irrigerweise annehmen, daß Deutsches Reich automatisch Hitler & Co. bedeuten würde, ist natürlich nur deren mangelnder Rechts- und Gesetzeskenntnis geschuldet. Beifall von der falschen Seite sozusagen.

Dorothee Sehrt-Irrek | Fr, 4. November 2016 - 22:08

In reply to by Thomas Schöffel

Deutschland ist souverän und ich fand es hochinteressant zu lesen, Herr Gysi sei da anderer Meinung.

Reiner Jornitz | Mo, 24. Oktober 2016 - 14:27

Viel wird geschrieben unterstellt so oder so interpretiert aber letztendlich wird kein Verantwortlicher oder Politiker oder Medienvertreter diese Kommentare lesen. Da ich in der Mittelstandsförderung gearbeitet habe, bin ich viel in der Welt herumgekommen und darf mir eine Meinung bilden. Seit ich bei Cicero kommentiere habe ich eine Menge interessanter Gedankengänge gelesen und zeugt von zum teil klugen und sich Gedanken machenden Menschen in diesem Land. Auf jedenfalls müssen wir zur Zeit Vorbilder aus verstaubten Mottenkiste holen, weil wir sie zur Zeit in Deutschland nicht haben- oder gibt es Hoffnung. Hoffnung gibt es 2017 weil ich hoffe es inständig dieser Kindergarten in Berlin was sich Regierung nennt auf eine einsamen Robinson Crusoe Insel Papageien und Koalas regieren können! Was ist aus unserem Land geworden? Wir sind der Souverän, entscheiden wir entschieden und richtig. Besinnen wir uns auf unsere geistige Stärke!!

Sie verwechseln da was.
Schein und Sein.
Übrigens, Vorbilder verstauben nicht und sind in jeder Kiste gegen Motten immun.
Aber ignorieren kann man die wohl, jedenfalls jene befleißigen dies, die vor Selbstüberschätzung nicht laufen können.
Oder von jenen, die im Schatten derselben, ewig die Vergangenheit plagiieren wollen.

Albert Schaller | Mo, 24. Oktober 2016 - 15:08

Nun muss man jedoch auch fragen:Woran liegt's?
1.Am inflationären Gebrauch des ausschließlich abwertend verwendeten Begriffs 'Verschwörungstheorektiker'. Verschwörungstheoretiker ist inzwischen jeder,der sich dem regierungsamtlich verkündeten und dem rot-grün dominierten Mainstream verweigert.Ganz nebenbei wird in diesem Rahmen der Verschwörungstheoretiker praktischerweise auch gleich noch zum Rassisten,Nazi und psychisch gestörten Fremdenphobiker erklärt.
2.Verschwörungen gibt es tatsächlich;wir sind umgeben davon:Um sich greifende Korruption,Verschwörungen der organisierten Kriminalität gegen Gesellschaft und Staat,zunehmend jedoch auch Verschwörungen von Politik und Regierung gegen die Bürger.Wie anders denn als Verschwörung sollte man Merkels einsame,im Kreis einer winzig kleinen Clique an Kabinett und Parlament vorbei getroffene Entscheidung das Land mit Flüchtlingen zu fluten,sonst begreifen?Früher nannte man das einen Putsch!
Insofern bin auch ich:'Verschwörungstheoretiker'!

Frank Berenburg | Mo, 24. Oktober 2016 - 16:06

Was soll nur diese "Reichsbürger"-Hysterie?
Wir reden von geschätzten 300 Personen mit dieser Bezeichnung. Das sind 0,00037% der Bevölkerung. Bei der sogannten "Flüchtlingsbewegung" sind Zehntausende fadenscheiniger Personen unkontrolliert in das Bundegebiet eingedrungen und niemand hat bis heute auch nur einen Hauch von einer Ahnung, wo diese sich aufhalten und welche Absichten sie verfolgen. Ausgerechnet diejenigen, die damals sinnbildlich die Grenzen niedergerissen haben, sind auch diejenigen die jetzt aus offensichtlichen Gründen diesen "Reichsbürger"-Popanz in der Öffenlichkeit aufbauen. Immer eine neue Sau durchs Dorf treiben, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken - arme politische Klasse!

Ernst Laub | Mo, 24. Oktober 2016 - 20:26

Das ist genau das Problem mit dem Merkelregime.
Und was den schiesswütigen "Reichsbürger" betrifft, so hatte der - was nicht selten ist - etwas gegen den Gerichtsvollzieher und dessen polizeilichen Begleitschutz. Den "Reichsbürger" will ich dafür nicht entschuldigen; Die BRD-Regierung allerdings auch nicht für ihre Inkompetenz und ihre Überheblichkeit dem „tumben“ Bürger gegenüber.

Thomas Bonsack | Mo, 24. Oktober 2016 - 21:20

Sehr geehrter Herr Alexander Grau,

das Problem ist, dass die "Wirrköpfe" wie sie von Ihnen benannt werden, dann doch hier oder da am Ende recht behalten. Nicht diejenigen, die davon ausgehen, dass die Nazis auf der anderen Seite des Mondes leben. Nein, die nicht, aber beispielsweise jene die der Berichterstattung des ZDF´s über Barschels Selbstmord kritisch gegenüberstanden. Hat sich doch gezeigt, dass der Lübecker Staatsanwalt von Fremdverschulden ausgeht. Den Begriff "Verschwörungstheorie" würde ich nicht so inflationär verwenden, dient er doch oftmals als Totschlagargument. Um Kritiker im Keim zu ersticken, wird es missbraucht. So kann jeder fundierte Einwand als VT abgetan werden. Man sollte also sauber differenzieren und dazu benötigt es Wissen und das fehlt hier und da und wird versucht durch Wikipedia zu ersetzen. Darüber würde ich mir einen kritischen Beitrag wünschen, erfüllt Wikipedia nicht die Anforderungen einer Enzyklopädie

Dorothee Sehrt-Irrek | So, 30. Oktober 2016 - 15:28

nicht ganz auszugrenzen liegt evtl. in deren Witterungsvermögen, das in ihrer Formulierungs- und Ausschmückungskunst nicht mitgewachsen ist.
Wie kann ein politisch denkender und erfahrener Mensch auch nur bezweifeln, dass es bei 9/11 mit eben unrechten Dingen zuging? Äh, ich hoffe die Formulierung stimmt.
Ich möchte einmal im Leben das "sonnige Gemüt" eines Herrn Grau haben und müßte mir nicht so viele Sorgen machen.
Das Zentrum unseres Universum ist erstaunlicherweise die Erde mitsamt wohl dem, dass in sie hinraste und befruchtete, wenn ich die Astrophysik richtig deute.
Wir leben dann nicht auf Mutter Erde sondern Vater und Mutter Erde, was unsere Evolution erklären würde.
Wenn Menschen also glaubten, dass sich die Sonne um die Erde drehe, so lag das nicht nur an einer Täuschung, sondern in der Gewissheit, das Zentrum des Universums zu sein?
Ein Grund warum ich Prof. Sloterdijk so schätze ist seine akademische "Frechheit".
Nur mal überlegt.
"Spinner" haben manchmal was?

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