Fête de la Musique
Wir haben die Fête de la Musique aus Frankreich importiert, die Amerikaner haben sich unser Oktoberfest angeeignet / dpa

Der Flaneur - Jetzt feiern sie wieder

Sommerfest, Schlössernacht und neuerdings auch „Black Friday“. Mit dem Ende der Pandemie kommen auch die unzähligen Feste wieder zurück. Unser Flaneur Stefan aus dem Siepen hat ihre gegenwärtige Bedeutung genauer beobachtet.

Stefan aus dem Siepen

Autoreninfo

Stefan aus dem Siepen ist Diplomat und Schriftsteller. Von ihm erschien zuletzt bei dtv „Aufzeichnungen eines Käfersammlers. Unzeitgemäße Erzählungen“. (Foto: © Susanne Schleyer / autorenarchiv.de)

So erreichen Sie Stefan aus dem Siepen:

Corona scheint sich hinter die sieben Berge verzogen zu haben, und so können die Deutschen wieder ihrem Hang zum Dauerfeiern frönen, den sie schmerzhaft lange unterdrücken mussten. In jedem Städtchen werden Frühlings- und Sommerfeste aller Art gefeiert, und bis zum Jahresende sind die Kalender mit Kürbisfesten, Gauklerfesten, Waldfesten, Seefesten, Schlössernächten – um nur einige der wichtigsten zu nennen – freudig verplant. 

Alle Feste gleichen einander in unschuldiger Weise: Auf dem Apfelblütenfest stehen dieselben Stände, die auch die Herbstkirmes bereichern, und was beim Gewerkschaftsfest übrig bleibt, geht auf dem Weihnachtsmarkt zuverlässig weg. Jedes Fest kann an jedem Ort stattfinden: Das Fischfest in Stuttgart ist ebenso zugkräftig wie das Weinfest in Bremen, denn die Gäste sind nicht so kleinlich, nach dem Sinn und Warum zu fragen – entscheidend ist das Feiern als solches, die Lizenz zur mutwilligen Ausnahmestimmung.

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