Kevin Kühnert - Gretas Genosse

In der SPD träumen die Genossen wieder vom Sozialismus. Einige wollen den Juso Kevin Kühnert an der Spitze sehen. Stattdessen sollten die Sozialdemokraten lieber Pläne entwickeln, wie der globalisierte Kapitalismus gezügelt werden kann

uso-Chef Kevin Kühnert kommt zu einer außerordentlichen Klausurtagung seiner Partei.
Arbeiter war Kevin Kühnert noch nie. Er ist Avantgarde / picture alliance

Autoreninfo

Frank A. Meyer ist Journalist und Kolumnist des Magazins Cicero. Er arbeitet seit vielen Jahren für den Ringier-Verlag und lebt in Berlin.

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Kevin Kühnert, in dieser Kolumne schon mal als Felix Krull der SPD apostrophiert, hat die Lösung, und er meint das ganz im Ernst: BMW kollektivieren. Was der Juso-Vorsitzende allerdings nur als Beispiel anführt für eine ganz grundsätzlich und umfassend zu kollektivierende Wirtschaft.

Die Lösung? Genau, denn alles andere, was die Gesellschaft sonst noch so umtreibt, schrumpft durch diese Hinwendung zu sozialistischen Produktionsverhältnissen zum bloßen Nebenwiderspruch, der sich gemäß der marxschen Prophezeiung schließlich von selbst auflösen wird. Wie zum Beispiel der Klimawandel, das Artensterben oder die Vermüllung der Ozeane.
So gesellt sich der Genosse zu Greta – und das strenge Mädchen aus dem kühlen Norden kann, sollte Kevins Kommunismus Wirklichkeit werden, freitags wieder die Schulbank drücken.

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dieter schimanek | Di, 11. Juni 2019 - 16:27

Ich habe die Personalentscheidungen der SPD schon immer bewundert. Irgend einen Heilsbringer hatten die immer. Schröder, Nahles, Schulz alle wurden bejubelt und danach war die SPD wieder ein Stückchen kleiner. Ich bin überzeugt, daß es Kevin mühelos gelingen würde, an diese Tradition anzuknüpfen. Ein Chefideologe an der Spitze der Partei funktioniert immer, wie die Grünen beweisen. Nur Mut!

Ja, Kevin an der Spitze der SPD würde mit Sicherheit den ein oder anderen Prozentpunkt bringen ...... nach unten. Las gerade auf Focus, dass angeblich nur 1/3 der Deutschen sich KK als SPD-Chef vorstellen könnten. Selbst die SPDLer wollen ihn mehrheitlich nicht. Warum eigentlich? Er beherrscht doch das Handwerk der Intrige und des schlechten Benehmens auch. Insofern ein geeigneter Nchfolger. Jetzt sind wir schon zwei Herr Schimanek, die nicht SPD wählen ihnen aber den besten Vorsitzenden wünschen, den sie derzeit haben.
Die haben nur eine Chance, wenn sie Brandt oder Schmidt exhumieren und aufleben lassen. Ich könnte mir aber vorstellen, die wollen nicht.

Christa Wallau | Di, 11. Juni 2019 - 16:56

Jedoch nicht irgendein Erwachsener, sondern jemand, der mit beiden Beinen auf der Erde steht und Lebens-/ Berufserfahrung u. Geschichtskenntnisse besitzt; denn nur er ist nah an der Realität, auf die es auch im 21. Jhdt. ankommt.
Von den Kindern und Jugendlichen, den Kühnerts und Gretas jedenfalls sind keine ausgewogenen, vernünftigen Konzepte für die Zukunft des 21. Jahrhunderts zu erwarten.
Wie denn auch? Woher sollen sie ihre Maßstäbe nehmen, da sie noch nie etwas Konstruktives
leisten mußten, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, sondern ausschließlich in Wohlstand u. Rundum-Versorgung groß wurden.

Ja, lieber Herr Meyer, es gilt, den "Normalbürgern" in Deutschland zuzuhören.
Was wollen sie? Wieviel sind sie bereit abzugeben
für Zukunftsprogramme, die ihnen andererseits
neue Chancen eröffnen? Was ist in einem
funktionierenden Kapitalismus an sozialer Absicherung nötig und auch möglich?
D a s sind die Fragen, die sich alle Parteien stellen müssen, nicht nur die SPD.

Bernd Muhlack | Di, 11. Juni 2019 - 17:06

Nein Herr Meyer, KK (ohne A) ist kein Thomas Mann`scher Felix Krull! Es passt eher Joseph von Eichendorff: "Aus dem Leben eines Taugenichts".

Es wird mir wohl auf ewig unbegreiflich bleiben, welche Dumpfbacken, selbst ernannten Weltretter hier die Meinungs-/Deutungshoheit übernommen haben! Dazu zähle ich auch "rechte Spinner", jedoch wollen diese ja nur Deutschland wieder den Deutschen geben und hegen keine globalen "Rettungsansprüche".
KK, Rezo, Greta, Neubauer, Habeck, Baerbock, Ziemiak etc etc...
Absolut hochqualifizierte Zeitgenossen mit belastbarer Berufs-/Lebenserfahrung.

Ich war ein bekennender Jünger von Hans Dieter Hüsch; er war so genial.
Immer wenn ich KK et al höre, fällt mir Hüsch ein: Ein Niederrheiner wird gefragt, wie eine Kamera funktioniert. "Ja dat sin tolle Geräte, wa? Also eigentlich habe ich ja keine Ahnung, aber..." und dann erklärt der Niederrheiner, der Rheinländer als solcher eben, wie eine Kamera funktioniert.

Keine Ahnung, aber erklären, woll?

Jürgen Keil | Di, 11. Juni 2019 - 19:02

„In der SPD träumen die Genossen wieder vom Sozialismus. Einige wollen den Juso Kevin Kühnert an der Spitze sehen. Stattdessen sollten die Sozialdemokraten lieber Pläne entwickeln, wie der globalisierte Kapitalismus gezügelt werden kann.“
Mein Kommentar:
"Warum funktioniert der Kapitalismus? … Weil er unter der ständigen Herausforderung einer kritischen Politik steht, unter dem Druck einer freien Gesellschaft." Und, Herr Meyer, das ist auch wichtig, weil er zu Fleiß, zu Leistung, zu Wettbewerb stimulieren kann. Stimulieren, das konnte der Sozialismus, so wie ich ihn fast 40 Jahre lang erlebt habe, nur sehr ungenügend, fast gar nicht. Ergebnis: Mangelwirtschaft, Tauschwirtschaft, Frust. Bleibt mir mit neuen, derartigen Experimenten vom Leib. Ich weiß, was sich daraus zwangsläufig entwickelt.

Tomas Poth | Di, 11. Juni 2019 - 20:46

dürfen sie gerne haben, die Wähler entscheiden sich derzeit aber anders.
Wer die internationale Haltungs-Solidarität höher hängt, als die Bedürfnisse der heimischen Anhängerschar zu berücksichtigen, der muß das Wahlrecht von der Nation lösen und alle beladenen der Welt zum wählen einladen. Vielleicht hilft das?

Christoph Kuhlmann | Mi, 12. Juni 2019 - 00:42

wer Parteivorsitzender der SPD wird. Sie kann sich ja dann mit den Linken zusammentun und gemeinsam gesundschrumpfen. Ich sehe das ganze als ein Armutszeugnis einer sensationslüsternen Presse an. Es gibt auch vernünftige Stimmen, doch kaum jemand hört ihnen zu. Das schöne an der Demokratie ist ja, man kann sie wieder abwählen. Wenn man bedenkt was Merkel rausgehauen hat, warum dann nicht die großen Aktiengesellschaften verstaatlichen? Ein paar hundert Milliarden mehr oder weniger. Deutschland hat es ja. Es gibt einfach zu viele Spinner in der Politik. Kühnert sagt es wenigstens vor der Wahl.

Las heute morgen, Lafontaine will einen Zusammenschluss mit der SPD, ihm fehlen nur die Führungskräfte. Seine Frau Sarah sieht das nichts so, ihr fehlen sowohl bei Linken und bei der SPD die vsisionären Inhalte und das entsprechende Personal. Die Zeit sei noch nicht reif.
Würde sagen, lassen wir die Pflaumen auf dem Baum bis sie faul herunter fallen.

Norbert Heyer | Mi, 12. Juni 2019 - 07:00

Wer nach den Erfahrungen mit dem Kommunismus wieder eine Rückkehr dorthin wünscht, ist ein unbelehrbarer Ideologe. Kommunismus bedeutet: Alle leben beschränkt in Gleichheit, die einzigen Vermögenden sind die Funktionäre dieser menschenverachteten Staatslehre. Richtig ist aber auch, dass die Demokratien nur dann eine Zukunft haben, wenn sie die globalen Auswüchse des Kapitalismus beschneiden. Die SPD liebäugelt lieber wieder einmal mit linkssozialen Experimenten, die alle jetzt schon bestehenden Missstände nur noch verstärken. Wer offene Grenzen befürwortet, bedingungslose Einwanderung gut findet und dadurch entstehende Verwerfungen leugnet, wird vom Wähler immer mehr abgestraft. Den Politikern ALLER Parteien fehlt die Bodenhaftung, anders kann man die haarsträubenden Fehlentscheidungen der Eliten nicht mehr erklären. Es zählt nicht Fachkenntnis, Realität und Erfahrung, sondern nur Ideologie und eine politische Ausrichtung, die von vielen Bürgern nicht mehr geteilt und hingenommen wird.

Trifft leider, leider nicht ganz zu, wenn man die momentane Wählerwanderung hin zu den Grünen sieht. Die werden gerade belohnt, obwohl diese auch die von Ihnen beklagte Politik unterstützen und darüber hinaus Deutschland auch noch "abschalten" wollen, zu mindestens von einer sicheren Stromversorgung.
Es liegt einiges im Argen in unserer Republik, zu dem der mediale Mainstream seinen gewichtigen Beitrag leistet.

Heidemarie Heim | Mi, 12. Juni 2019 - 12:11

Wie immer lobenswert und in eindrücklicher Schilderung, arbeitet sich Herr Meyer am Thema SPD ab und deren immer abstruser werdenden Ideen zu einer "gerechten Gesellschaft",( schon bei Superstar Schulz kapierte ich es nicht!). Wo es sich m.E. einerseits um "das" von medialer Seite lancierte Thema für das politische Sommerloch handelt, andererseits der Versuch sein kann, gleichzeitig damit den Niedergang der alten Tante SPD vor den Wahlen im Osten zu forcieren. Das würde koalitionstechnisch insoweit Sinn machen, als man die medialen Bestrebungen zugunsten der Grünen und deren künftigen "Juniorpartner" im Hinterkopf hat? Anders kann ich mir das momentane Panikszenario, gespickt mit utopischen Ideen im Kampf gegen den politischen Abstieg nicht mehr erklären. Herr Meyer hat recht! Einen Avantgardisten, der nie eine "normale Ausbildungs-/-Arbeitsstätte" von innen gesehen hat mit über dreißig Jahren, zum Parteichef einer traditionellen Arbeiterpartei zu wollen, ist SPD-Ende-Gelände! FG

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