Krawalle in Stuttgart - Neue Dimension der Gewalt

In Stuttgart kommt es zu Plünderungen und zu massiver Gewalt gegen die Polizei. Politiker zeigen sich schockiert. Doch die Hysterie der vergangenen Wochen hat entscheidend zu den Exzessen in der Nacht auf Sonntag beigetragen.

Plünderung eines Ladens in Stuttgart in der Nacht auf Sonntag / picture alliance

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Die neueste Episode aus dem Land, in dem wir bekanntlich gut und gerne leben: bürgerkriegsähnliche Zustände in der Stuttgarter Innenstadt. Das dazu passende Vokabular aus dem Schatzkästlein der offiziösen Beschwichtigungsrhetorik: „Kleingruppen“ und „Feiernde“ seien es gewesen, von denen die Gewaltexzesse in der einst als bieder und bürgerlich belächelten Hauptstadt Baden-Württembergs ausgingen. Da dürfte doch manchem glatt das Herz aufgehen, dass die Schwaben-Metropole jetzt mit ähnlichen Bildern aufwarten kann wie im fernen Minneapolis.

Die Stuttgarter Feierlaune bedurfte dafür allerdings nicht einmal eines Falls George Floyd, hier reichte offenbar schon ein weit kleinerer Anlass: „Viele Feiernde aus dem Bereich des sich vornehmlich in den Abendstunden und Nächten unter anderem am Eckensee sammelnden Klientels sollen sich in Zusammenhang mit einer Polizeikontrolle anlässlich eines Rauschgiftdelikts gegen die Beamten zusammengeschlossen haben“, so die Stuttgarter Zeitung. Und wo die Partystimmung erst einmal entfacht war, ging es eben munter weiter: Danach sei es nämlich „zu erheblichen Angriffen auf Polizeibeamte, Streifenwagen und Ladengeschäfte in der Innenstadt gekommen“, erfährt der treudoofe Bürger, während die Einsatzkräfte die Scherben der spontanen Festivität zusammenkehren. Bloß die Ruhe bewahren!

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