Corona-Verordnungskultur - Wir müssen uns entcoronalisieren!

Eine Nebenwirkung der Corona-Pandemie ist die Hysterie, die die Gesellschaft befallen hat. Angst und Misstrauen waren zwar schon vorher verbreitet. Doch die „Coronalisierung“ fast aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hat diese Stimmung zum moralischen Imperativ verfestigt.

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Rückkehr aus dem sozialen Koma / dpa

Autoreninfo

Matthias Heitmann ist Autor des Buches „Zeitgeisterjagd. Auf Safari durch das Dickicht des modernen politischen Denkens“ (2015) sowie des E-Books „Zeitgeisterjagd SPEZIAL: Essays gegen enges Denken“ (2017). Seit Frühjahr 2018 steht Heitmann zudem mit seinem ersten Soloprogramm „Karla-Ingeborg auf Zeitgeisterjagd“, nur begleitet von einer KI, auf der Bühne. Infos unter www.zeitgeisterjagd.de.

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Matthias Heitmann

Stellen Sie sich vor, es herrschte Freiheit, und kaum einer nutzt sie. Die Geschäfte wären auf, doch kaum einer kauft ein. Man könnte sich frei bewegen, doch die Leute bleiben daheim, weil sie sich beharrlich fragen, was erlaubt ist und was nicht. Ein bisschen fühlt sich unsere Gesellschaft an, als würde sie den Lockerungen nicht trauen.

Nur sehr zaghaft erobern die Menschen die Straßen und Plätze zurück, und auch nur auf Abstand, mit angezogener Handbremse und hochgezogenem Mundschutz, auch dort, wo es überhaupt keinen Sinn macht. Es ist, als habe sich ein grauer Schleier über die Selbstverständlichkeit gelegt, mit der man früher die normalsten Dinge erledigte. Obwohl mittlerweile teilweise gelüftet, so hat sich der Schleier dennoch verhakt – in unserem Denken.

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Dr. Andreas Oltmann | So, 17. Mai 2020 - 13:16

Ich stimme dem Verfasser voll zu. Erschreckend zu erleben, wie viele Menschen ohne Nachdenken die verordneten Maßnahmen akzeptieren und umsetzen. Dabei spielt die "Blockwartmentalität" eine große Rolle, die von den meisten Medien unterstützt wird. Und nicht zuletzt vom Verfassungsschutzpräsidenten Haldenwang, der in den Demonstrationen staatszersetzende Elemente zu erkennen glaubt. Ist das nicht Stasi-Rhetorik? Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung ist unantastbar und der noch so gute Zweck heiligt in keinem Fall die Mittel!

Ulf Altenbeeke | So, 17. Mai 2020 - 14:23

Der schlimme Kollateralschaden sind diese vielen, vielen Besinnungsaufsätze, in denen Publizisten und Schrifsteller die Beobachtungen innerhalb ihres engen Horizonts unter das zunehmend desinteressierte Publikum bringen...

Gerhard Lenz | So, 17. Mai 2020 - 21:55

In reply to by Gast

..der Autor geht mit keinem Wort auf die von Corona ausgehenden Gefahren ein, sondern beschränkt sich darauf, die Deutschen als betont "obrigkeitshörig" abzukanzeln. Richtig, die Menschen sind unsicher - oft aber nicht, weil sie nicht wissen was sie "dürfen", sondern vielmehr, wie sie gesundheitliche Risiken "vermeiden".

Man kann, wie es der Autor tut, die Einschränkung der Grundrechte nicht aus dem situativen Rahmen herausbrechen - wer das tut, übernimmt das Geschäft von Verschwörungsfantasten, Rechtsextremisten und sonstigen (Zeit) "Quartalsirren".

Eine wirklich differenzierte Betrachtung setzt Risiken in Relation zu Einschränkungen, obwohl das Ergebnis immer subjektiv und diskutabel bleiben wird.

Das versucht der Autor nicht mal im Ansatz. Stattdessen lässt er Sympathien für die Proteste erkennen, ohne diejenigen, die protestieren, wirklich eindeutig zu unterscheiden - nach denen, die wirkliche Nachteile erleben, und denen, die nur dämlichen Widerstand aus Prinzip leisten.

Caroline Heck | So, 17. Mai 2020 - 15:02

"Mündiges Freiheitsdenken ist der beste Impfstoff gegen Angstkultur und Obrigkeitsdenken."

Das stimmt. Deshalb ist es auch so wichtig Freidenker*innen nicht leichtfertig Egoismus oder einen Hang zu Verschwörungstheorien zu unterstellen. Die selbstdenkenden und freiheitsliebenden Menschen schützen die Gesellschaft ebenso wie diejenigen, die Solidarität mit den Risikogruppen fordern - das eine schließt das andere nichtmal aus. Man kann sich in Corona-Hilfsgruppen engagieren und gleichzeitig für das schwedische Modell sein.

Wichtig finde ich, dass Menschen in einer Krise nicht sofort nach Vorgaben rufen, sondern auf Eigenverantwortung setzen. Man sollte sich situativ an Hygiene- und Abstandsregeln halten, weil sie sinnvoll sind und nicht, weil sie vorgeschrieben werden.

Vielleicht kann man dem vorsichtigen Umgang mit den Lockerungen auch etwas Positives abgewinnen. Leute reagieren nicht nur auf Verbot/Erlaubnis, sondern entscheiden selbst, sind zögerlich oder es fehlt ihnen nichts.

Gisela Fimiani | So, 17. Mai 2020 - 16:01

An der, bereits vor Corona (Flüchtlingsproblematik, Klimaapokalypse, Energie Revolution, Eurokrise....), unausgesetzten Alarmstufe ROT, die nun zur Hysterie aus Todesfurcht gesteigert wird, müssen Menschen irre werden. Das Resultat ist Abstumpfung oder Widerstand und Protest. Politik, Medien, fragwürdiges Expertentum und zahlreiche sonstige „Profiteure“ sind nicht um aufklärende Vernunft bemüht, sondern zermürben und manipulieren die Bürger, zumal keine rationale und kritische Opposition vorhanden ist, die eine Kontrollbalance gewährleisten könnte. Erwachsene und aufrichtige Demokraten aus der Bürgerschaft sind dringend gefordert den Kampf für unsere Freiheit und Menschenwürde aufzunehmen, zumal unsere Intelligenzija offenbar versagt. Ergreifen wir die Gelegenheit mit Vernunft und Anstand unseren freiheitlich bürgerlichen, demokratischen Rechtsstaat zu verteidigen. Werden wir Demokraten.

Wenn hier keine Rettung aus unbekannter Herkunft erfolgt, sehe ich in Zukunft wenig Sonne durch die Wolken scheinen. Zumal eine nicht zu unterschätzende Kraft, der GLAUBE von den "Linken" mit allen Mitteln bekämpft worden ist & dadurch im großen Maße aus den Köpfen der Menschen gewichen ist. Ein weiterer Teil der Gläubigen wurde durch die Infiltrierung der Kirche, der unsagbaren "Zustände" in der Kirche sowie einzelner Würdenträger für viele "Unzumutbar" & verloren leider ihren Glauben, obwohl der Schöpfer am wenigsten dafür kann.
Und diesen Unheilsamen Weg nahm nicht nur die Kirche, sondern die Säulen der Macht. Vor allem die Justitzia hat versagt, denn es geht nicht um falsche/ richtige Entscheidungen, sondern das ein "Vakuum" von anstehenden Entscheidungen entstanden sind & dass Gesetze legal (!!!) unterwandert/ durchlöchert werden & immer mehr Grauzonen entstehen. Und all dies nicht im Sinne der Gerechtigkeit, Wahrheit, Liebe & der Gebote Gottes.
Sodom & Gomorra lässt grüßen.

Walter Müller | So, 17. Mai 2020 - 16:40

Wichtiger Artikel. Der Autor weist darauf hin, dass die Corona-Verordnungskultur das Denken der Menschen verändert hat. Nun ist Obrigkeitsdenken seit jeher ein Kulturelement Deutschlands. Nur so lässt sich erklären, dass der verordnete Lockdown so einmütig und diszipliniert umgesetzt und über Wochen beibehalten wurde. Die Politik hatte zwar versprochen, die Angemessenheit der erlassenen Maßnahmen ständig zu überprüfen, der Bürger erfuhr – sollte eine solche Überprüfung überhaupt stattgefunden haben- allerdings nichts von einer Abwägung zwischen Freiheitsrechten und Gesundheitsschutz: stattdessen machen neue Zahlenspiele und Befürchtungen die Runde, und die Massnahmen blieben meist unbefristet in Kraft. Als nach Ostern klar wurde, dass es für vieles davon keine echte Rechtfertigung gab, begann eine Gegenbewegung zu wachsen und aktiv zu werden. Zu recht propagiert der Autor: Freiheitsdenken ist der beste Impfstoff gegen Angstkultur und Obrigkeitsdenken.

Manfred Sonntag | So, 17. Mai 2020 - 17:05

Brillant! Ich denke, dass wir hier die Demontage unserer Demokratie erleben. Beim BMI-Watergate Dokument sind nicht die bemängelten Maßnahmen so problematisch, sondern die Ausschaltung der Ministerien. Da werden nur 2 vom Bertelsmann Club vorgeschlagene externe Berater zur Entscheidungsfindung hinzugezogen. Das Ähnliche fand beim Herrn Scheuer zur PKW Maut statt. Vom Verteidigungsministerium ganz zu schweigen. Und dann ermächtigt (Subsidaritätsprinzip) sich die undemokratische EU (siehe Aussage Martin Schulz) immer mehr der Themen der nationalen Parlamente, egal ob es die Finanzen, das Migrationsgesetz oder das Gesundheitswesen sind. Obrigkeitsdenken ist dafür natürlich zwingend erforderlich. Und die Medien machen immer fleißig mit. Ich denke, die Linksliberalen zeigen langsam ihr wahres Gesicht: sie sind erzreaktionär und die Demokratie ist nur zur Machtergreifung nützlich!

Ernst-Günther Konrad | So, 17. Mai 2020 - 19:02

Die Bürger wurden bewusst und gewollt sediert. Nicht erst seit Corona. Bereits vorher wurden die Menschen manipuliert, ihre scheinbare Sättigung genutzt, solange es den allermeisten vermeintlich gut ging, wird alles hingenommen. Viele sind entpolitisiert und vom Merkel-THC benebelt. "Die da oben werden es schon wissen und sagen mir wie es geht." Wenn die Regierung sagt, die Maßnahmen sind notwendig, mit täglichen Statistiken und Horrormeldungen über gleichgeschaltete Medien Panik und Hysterie hochhalten, ziehen sich die bevormundeten zurück, lassen es geschehen, betreiben ihren individuellen "Überlebenskampf". Meine Frau darf aus med. Gründen keinen Mundschutz tragen. Täglich muss sie sich rechtfertigen gerade beim Einkaufen. Kassierer, Security, Kunden verlangen ein Attest zu sehen. Gestern wurde ihre Identität angezweifelt. Die Angst hat dazu geführt. Da gibt es ganz viele "Überzeugte" lt. FOCUS. Sind 1000nde auf den Straßen alles Spinner, Leugner, Verschwörer oder nur kritisch?

Norbert Heyer | Mo, 18. Mai 2020 - 05:45

Der „Hauptmann von Köpenick“ lebt nach wie vor und zeigt auf, wie ein Volk auf staatliche Verordnungen reagiert. Es ist schon schwierig genug, alle Anordnungen, Vorschriften und Maßnahmen einzuhalten - zumal sie ständig geändert, angepasst und gelockert werden. Kritisches Nachfragen oder gar Maßnahmen als unsinnig zu bezeichnen, geht garnicht. Jetzt wurde allein aus finanziellen Erwägungen der Profifußball wieder erlaubt. Alle gültigen Regeln für das gemeine Fußvolk gelten für die Fußballer nur noch eingeschränkt: Abstandsregeln, Umgangsverbote unter Freunden und Mundschutz, alles wird dem schnöden Kommerz geopfert. Jetzt werden die weiterhin Eingeschränkten ganz genau darauf achten, wie sich die Profifußballer verhalten. Sollte es hier zu Fehlverhalten kommen, werden die Maßregeln für die breite Masse nicht mehr haltbar sein. Brot und Spiele sind anscheinend viel wichtiger als die Gleichbehandlung der Bürger, insgesamt eine verheerende Entscheidung aus rein finanziellen Erwägungen.

Regina Müller | Mo, 18. Mai 2020 - 10:16

Diese Regierung, allen voran Merkel, Söder, Seehofer sind schuld, dass ich meinen fröhlichen Lebenswillen verloren habe. Heute habe ich meine Krebsnachsorge abgesagt. Ich ertrage es nicht, wenn ich meinen Onkologen nur noch gesichtslos sehe und ich gleichfalls mich maskieren soll. Es ist so entmenschlicht und entwürdigend. Mein Gemüse kaufte ich immer auf dem Wochenmarkt, weil da noch keine Maskenpflicht war. Und jetzt soll ich auch dort eine tragen. Diese Regierung hat ein Allmachtsdenken. Es herrscht Unterdrückung. Diese Regierung gehört zur Rechenschaft gezogen. Die verbieten uns noch das Reden oder Atmen. Vielleicht dürfen wir nur noch mit Impfpass wählen. Denen fällt sicher noch mehr ein. Und die Medien geben uns noch den Rest. Ich danke herzlich CICERO, dass man noch andere Meinungen lesen kann.