- Ein neuer Staat
Der türkische Präsident baut sein Land radikal um. Erdogans historische Mission besteht darin, das säkulare Erbe zu tilgen. Der Schriftsteller Peter Schneider hat gerade mehrere Wochen in Istanbul verbracht. Beobachtungen und Eindrücke aus einer Stadt, deren liberaler Geist verschwindet
Die Terroranschläge am Weihnachtsmarkt in Berlin und in der Silvesternacht im Klub Reina in Istanbul weisen neben vielen Gemeinsamkeiten einen entscheidenden Unterschied auf. Der Anschlag in Berlin hat die Deutschen in Trauer und Abscheu vereint. Das Massaker in Istanbul dagegen hat eine Zerstörungskraft, die über die Ermordung und Verstümmelung von mehr als 100 Opfern weit hinausgeht. Noch in derselben Nacht wurden in den türkischen sozialen Netzwerken klammheimliche bis offene Beifallsbekundungen laut. Zwei Tage vor dem Anschlag hatte die türkische Religionsbehörde Diyanet erklärt, Silvesterfeiern seien mit „unseren Werten“ nicht vereinbar. Am Abend des 1. Januar kommentierte ein regierungsnaher Journalist den Anschlag in der Silvesternacht im Fernsehen: „Wir sind gegen Silvester – sollen sie Attentate verüben, wo sie wollen.“
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