Strafzölle auf Importe - Handelskrieger Trump

Donald Trump hat in einem Interview dem Autobauer BMW mit Strafzöllen gedroht, sollte dieser seine Wagen in Mexiko produzieren, aber in den USA verkaufen. Die neue US-Regierung ist eine ernsthafte Gefahr für die Exportnation Deutschland. Berlin aber laviert und weiß keine Antwort

VW-Werk in Mexiko
Trump ein Dorn im Auge: VW-Werk in Mexiko / picture alliance

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Wolfgang Bok war Chefredakteur und Ressortleiter in Stuttgart und Heilbronn sowie Direktor bei der Berliner Agentur Scholz & Friends. Der promovierte Politologe lehrt an der Hochschule Heilbronn Strategische Kommunikation. Regelmäßig schreibt er für verschiedene Medien Kolumnen zu gesellschaftspolitischen Themen und ist Buchautor.

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Werden bald auch Audi und BMW Leidtragende von Trumps Wirtschaftspolitik sein, mit der er Amerika wieder groß machen will, indem er Importe mit Strafzöllen belegt? Ein paar Twitter-Tiraden haben genügt, um den amerikanischen Autobauer Ford zu „überzeugen“, sein neues Werk nicht in Mexiko, sondern in den USA hochzuziehen. Auch Toyota hat Trump bereits offen ins Visier genommen. Ähnliches droht auch deutschen Herstellern: Die VW-Tochter Audi hat gerade die Produktion in ihrem ersten mexikanischen Werk hochgefahren. Dort wird der sportliche Geländewagen Q5 vor allem für den US-Markt produziert. Auch der Münchner Konkurrent BMW investiert derzeit eine Milliarde Dollar in ein mexikanisches Werk, um von dort jährlich 150.000 Fahrzeuge in die USA und nach Kanada zu liefern. In seinem ersten Interview mit europäischen Medien hat der bald mächtigste Politiker der Welt ganz konkret gedroht: „Sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“

Wie reagiert die Automobilbranche?

Nun fürchten die Automanager zu Recht, dass ihre Kalkulation an der Trump’schen Mauer zu Mexiko zerschellen wird. Die Wirtschaftswoche zitiert in ihrer aktuellen Ausgabe „verunsicherte Firmenlenker, die dehnbar bis zum Umfallen“ seien und sich bereits auf eine „Unterwerfung“ einstellen. Die zur Schau gestellt Gelassenheit mutet an wie das berühmte Pfeifen im Walde.

Werden die Hersteller also die Produktion von Deutschland in die USA verlagern – und damit die heimische Automobilbranche, an der je nach Rechnung immerhin jeder fünfte bis siebte Arbeitsplatz hängt, schwächen? Und wie werden die neuen Cowboys in Washington auf den deutschen Handelsüberschuss reagieren, der 2015 mit 247,8 Milliarden Euro (davon 54 Milliarden mit den USA) einen neuen Rekord erreicht hat? Schon die Obama-Regierung hatte Deutschland im März 2016 auf eine „rote Liste“ gesetzt, wo bereits die „ökonomischen Schurkenstaaten“ China, Japan, Südkorea und Taiwan drohenden Handelssanktionen entgegensehen.

Deutschlands ambivalente Haltung

Manipulationen und Lügen kosten Volkswagen allein in den USA mehr als 20 Milliarden Euro. Umgerechnet sind das 36.000 Euro pro betroffenes Fahrzeug. Würde man Wahrhaftigkeit allerdings generell zum entscheidenden Kriterium erheben, wäre Donald Trump nicht nur bankrott, sondern weit über die Haartolle hinaus verschuldet.

Doch in Deutschland applaudiert man, wenn ein hiesiges Unternehmen zu drastischen Strafzahlungen verdonnert wird. Mehr noch: Viele finden es gut, wenn amerikanische Großkanzleien teure Ermittlungen übernehmen und dann auch noch amerikanische Oberaufseher in hiesigen Konzernen installiert werden, die Zugang zu technischen Details haben, die wiederum der US-Konkurrenz nutzen können.

Das Recht des Stärkeren

Diese Haltung zeugt vor allem von Naivität: Große Teile von Politik und Medien haben den Ernst der Lage noch nicht erkannt. Sie glauben tatsächlich, dass es dem Land der Spritfresser, die in vielen Bundesstaaten nicht einmal Abgastests unterliegen, um mehr Umweltschutz und Gerechtigkeit geht. In Wahrheit sind die Milliardenstrafen für VW oder jetzt gegen die Deutsche Bank Teil eines Handelskrieges, der sich mit der Amtseinführung Trumps an diesem Freitag noch deutlich verschärfen dürfte. Nicht der von ihm propagierte Rechtsruck ist das eigentliche Problem, sondern Trumps nationaler Chauvinismus, der auf Abschottung setzt und einzig das Recht des Stärkeren gelten lässt. Und das ist im Zweifel die Supermacht USA.

TTIP-Chance vertan

Mit dem Freihandelsabkommen TTIP hätte man diesem selbstherrlichen Treiben vielleicht Einhalt gebieten können. Doch diese Chance haben Deutschland und Europa vertan. Die TTIP-Kritiker werden den unabhängigen Schiedsgerichten, in denen sie eine so große Gefahr sahen, noch nachtrauern. Denn nun ist die deutsche Exportindustrie einzig einer amerikanischen Justiz mit ihren ebenso maßlosen wie unkalkulierbaren Sammelklagen ausgeliefert.

Dieses Justizsystem erlaubt sich sogar darüber zu richten, ob Millionenforderungen aus fremden Staaten wie jetzt von Herero-Vertretern in Namibia gegen Deutschland zulässig sind. Oder sie zwingt die Commerzbank, Mitarbeiter zu entlassen, die für legale Geldgeschäfte mit dem Iran zuständig waren; derweil darf der US-Flugzeugbauer Boeing allen Sanktionsauflagen zum Trotz Milliardenaufträge von eben jenem Teheran einsacken, das doch auf der „schwarzen Liste“ steht. Mittlerweile wird deutschen Managern von ihren Rechtsabteilungen abgeraten, überhaupt in die USA zu reisen. Matthias Müller, Vorstandschef von VW, mied deshalb sogar schon mal die wichtige Automesse in Detroit und beschnitt damit seine eigene unternehmerische Freiheit.

Grundprinzip Rache

Denn aus amerikanischer Sicht beruht deren Exportstärke auf „unfairen“ Machenschaften wie Wechselkursmanipulationen. Der Handelskrieger Trump wird diese Vorwürfe zu nutzen wissen. Denn der künftige US-Präsidenten versteht sich vor allem als „Dealmaker“, dessen Grundprinzip Rache ist, wie er in seinen eigenen Biografien unumwunden zugibt: „Mein Motto lautet: Übe stets Vergeltung. Wenn dich wer über den Tisch zieht, mache ihn fertig.“

Dazu zählt für ihn offenbar auch die Stärke der deutschen Industrie. Kanzlerin Merkel fällt dazu nicht mehr ein, als „mehr europäische Unabhängigkeit von den USA“ anzumahnen. Das ist eine dürftige Strategie, zumal unseren europäischen Freunden der deutsche Handelsüberschuss genauso ein Dorn im Auge ist. Auf Deutschland zieht eine Gewitterfront zu mit weitreichenden Folgen für unseren Wohlstand.

Albert Schabert | Mo, 16. Januar 2017 - 14:01

daß das Experiment der Globalisierung zu Ende geht.Jeden Monat werden 300 deutsche Bauern zum Aufgeben gezwungen.Keiner hat ihnen vorher gesagt,daß sie zu Weltmarktpreisen produzieren müßen.Keiner deutschen Putzfrau hat man gesagt,daß sie in Konkurenz zur Näherin in Bangldesch steht.Der Mindestlohn in Deutschland ist viel zu niedrig.Die Gehälter und Löhne sind so niedrig,daß viele kaum damit auskommen, deswegen ist auch zu wenig Geld für die Renten da.Früher gab es gutbezahlte sichere Arbeitsplätze,heute Jobs auf der Abschußrampe. Die Gewerkschaften sind praktisch ausgeschaltet. Alles Ergebnisse der Politik der letzten 20 Jahre,die sich der Wirtschaft ergeben hat.Deutschland geht es so gut wie nie bezieht sich nur auf die Wirtschaft.Dazu noch die Unterwürfigkeit der Presse.Sie sollte eigentlich informieren hat sich aber der Meinungsbildung verschrieben.Es ist Zeit für einen Wechsel!

Rudolf PAUL | Mo, 16. Januar 2017 - 17:47

In reply to by Albert Schabert

Hallo Herr Schabert!
Ich stimme Ihnen vollkommen zu und ergänze dies noch. Es wird Zeit, dass Europa endlich Eigenverantwortung übernimmt und nicht immer auf die „Amis“ wartet. Ein Beispiel: Hätte Europa in den 90er Jahren Verantwortung übernommen, wäre der Balkankrieg bereits im Entstehen „abgewürgt“ worden. Aber nein, jeder hat die Verantwortung und Entscheidung auf „die Anderen“ geschoben. Der Eine konnte deswegen nicht, der Andere aus diesem Grund nicht usw. Wer musste eingreifen? Die Amerikaner und die Initiative übernehmen. Und so zieht sich diese „Kaninchen-vor-der-Schlange-Politik“ durch Europa. Schlaue Worte und Wortführer in Straßburg und Brüssel mit riesigem Verwaltungsaufwand und … Ergebnis = fast Null. So gesehen, kann Trump auch ein heilsamer Segen sein.

Antonio Vera | Mo, 16. Januar 2017 - 18:40

In reply to by Albert Schabert

Au ja. Lasst uns wieder zurück in die gute alte Zeit, als die Welt noch in Ordnung war, als es allen Menschen in Deutschland und/oder Europa und/oder der ganzen Welt gut ging sie, als alle noch eine anständige Arbeit und genug Geld und ein warmes Heim und sieben Kinder und einen Hamster hatten. Ich frage mich nur, wann das genau war. Die 1990er Jahre sicher nicht. Die 1970er Jahre ganz bestimmt auch nicht. Die 1950er Jahre? Oder die 1930er Jahre? Oder lieber gleich das Mittelalter? Die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen - und das ist auch gut so.

Ulf Bauer | Di, 17. Januar 2017 - 23:31

In reply to by Albert Schabert

Sehr geehrter Schabert,
ich möchte Sie bitten, das von ihnen behauptete Konkurrenzverhältnis zwischen einer Reinigungskraft in Deutschland und einer Näherin in Bangladesch darzulegen.

Thorsten Rosché | Mo, 16. Januar 2017 - 14:11

Die Zeit politischer Umbrüche in Europa scheint gekommen, vor allem der Abgang bisheriger politischer Grundlagen für die Bundesrepublik sehe ich nahe. Nach Merkels Facon wird,s wohl kaum weitergehen. Die Sanktionen gegen Russland wird er wohl sukzessive aufweichen. Merkels Obama - Folgekurs dürfte sich auch nicht mehr halten lassen. Die Weltlage ändert sich insgesamt. Ist also Trump als Präsident der USA doch ein klein wenig einflußreicher und smarter als die Provinz-Flüchtlings-Kaiserin ?

Stefan Jess | Mo, 16. Januar 2017 - 14:12

"Berlin aber laviert und weiß keine Antwort"

In den jetzigen Zeiten, im Grunde genommen seit der Wiedervereinigung, seit Deutschland nicht mehr der kleine, brave Musterschüler sein konnte, zeigt sich eine unangenehme Eigenschaft der Menschen in unserem Land.

Wir können oder wollen nicht mehr in die Konfrontation gehen. Aggression ist schlecht! Unliebsames wird verschoben oder verschleppt.

Merkel ist dafür typisch. Sie hat zwar jeden Konkurrenten verbissen, dies jedoch so gut wie nie in offener Auseinandersetzung.

Das kann aber nicht mehr lange gut gehen. Beschwichtigung und Aufschieberitis hat immer Grenzen, und ich fürchte wir nähern uns Situationen in denen es nötig sein wird, Risiken einzugehen bzw. die eigene Position auch aggressiv zu vertreten.

Denn: Männer wie Trump, Putin oder Erdogan nutzen Schwäche aus.

Evtl. sollte man unseren Politikern den alten Spruch nahebringen: "Auf Dankbarkeit hoffen ist Bauernart."

Peter Beutel | Mo, 16. Januar 2017 - 14:26

Die deutsche Industrie und die Politiker sollten Rückgrat zeigen,sich überlegen wie man Trump entgegentreten kann und ihm klarmachen, dass es so nicht geht. Wenn es sein muss auch ihm mit Konsequenzen drohen. Vielleicht versteht er nur dies. Wie konnten die Amerikaner ihn nur wählen?

Ich kenne Ihr persönliches Konsumverhalten nicht.Bitte forschen Sie einmal nach,wieviele Waren die Sie kaufen ,aus den USA stammen bzw.von amerikanischen Firmen produziert werden.Nach dem Krieg haben die Amerikaner erkannt-ein so fleißiges Volk(Weltmeister in vieler Hinsicht),muß man für sich arbeiten lassen.Man könnte auch sagen aunutzen.Das ist der Grund für unseren schwindenden Wohlstand.So sind unsere amerikanischen Freunde!

Volle Zustimmung. Die meisten Menschen bekommen nicht mit wie US Hedgefonds, Banken und Beratungsunternehmen deutsche Unternehmen aussaugen und die wesentlichen Treiber für die schlechteren Arbeitsbedingungen und Löhne sind. Die Gewinne aus diesen Optimierungen fließen zu einem hohen Maß wieder zurück in die USA.
US Firmen haben es geschafft sich so zu platzieren, dass sie an den meisten Handelstransaktionen mitverdienen. Mit den von US Unternehmen gesammelten Daten verschaffen sie sich darüber hinaus den Vorteil die Verluste durch Fehlinvestitionen zu minimieren.
Die Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte sind sicherlich nicht unschuldig an dieser Entwicklung, denn sie haben z.B Hedgefonds überhaupt ihr Agieren erst ermöglicht. Darüber hinaus hat die Politik der Informationstechnik kaum Beachtung gezeigt und ich habe den Eindruck, dass sie auch heute noch im Tal der Ahnungslosen wandeln.

Weil er etwas für sie tut - ob's uns passt oder nicht, er ist ja nicht unser Präsident, das ist es ja, das ich bei vielen Regierungen vermisse: Sie machen mehr für Brüssel oder sonst wen, aber nix fürs Volk!
Trump wird unbequem, aber nicht für die Amerikaner ;-)

"Wie konnten ihn die Amerikaner nur wählen?" fragen Sie das wirklich?
Weil dieser Mann all den vielen Menschen die in den letzten Jahren und Jahrzehnten ständig nur Federn lassen mussten versprochen hat endlich tatsächlich etwas für sie zu tun und wie es scheint versucht er das auch durchzuziehen.
Im Gegensatz zu unseren Machtverwaltern denkt er zuerst an seine eigene Bevölkerung und seine eigenen Wähler. Deutschland oder besser gesagt dessen reiche Oberschicht lebte bislang durch eine aggressive Exportpolitik auf Basis von (dank niedrigem Euro und unterdurchschnittlichen Löhnen) Dumpingpreisen auf Kosten anderer Länder und dieses Spielchen könnte jetzt wohl absehbar ein baldiges Ende finden.
Das Amerika selbst auch unfaire Tricks auf Lager hat und hatte bleibt von dieser Tatsache unberührt.

Norbert Stuhlfauth | Mo, 16. Januar 2017 - 14:43

Es ist nicht vorstellbar, daß man mit Twitter "great again" wird. Da die deutsche Automobil-Industrie betroffen ist, kann man nur hoffen, daß sich unsere Kanzlerin nicht hinter den Papiertigern Junkers und Tusk versteckt. Ungezogene Kinder brauchen eine klare Ansage.
Und diese Herero Sache treibt mir die Zornesröte ins Gesicht. Sollte ein amerikanisches Gericht nicht zuerst die Interessen der eigenen Ureinwohner beleuchten, bewerten und beurteilen bzw. Schadenersatz einklagen? Und wie haben Engländer und Franzosen in ihren Kolonien "Segen verbreitet", die Länder bis in die 1960 Jahre ausgebeutet ohne jegliche Kompensation für die einheimische Bevölkerung. 1918 wurden Namibia, Tanzania u.a. von den Engländern übernommen. Es muss endlich aufhören, das wir Deutsche bei jeder Forderung zusammenzucken. Wir stemmen gerade eine historische Leistung in der neueren Flüchtlingsgeschichte - OHNE EU , OHNE USA , OHNE UK.

franz wanner | Mo, 16. Januar 2017 - 14:45

Soll etwa durch politisches Aufschäumen in den Medien eine Eskalation herbeigeführt werden?
Sicher nicht.
Und wenn der Noch-nicht-Us-Präsident sowieso mit Vertragsauflösungen droht - wären mehr Verträge besser gewesen?
Rechtliche Schritte kann es nur nach Regelverstößen geben (sofern nicht nur gefühlt, sondern auch beweisbar).
Die deutsche Exportindustrie muss akzeptieren, dass es keine sicheren Märkte gibt und der amerikanische Markt eben demnächst einer sein wird, der ganz eigene Rahmenbedingungen hat.

Bernhard K. Kopp | Mo, 16. Januar 2017 - 14:50

William Clay Ford hat auf der Detroit Motor Show erklärt, dass die Unternehmensentscheidung, das geplante Werk derzeit nicht in Mexico zu bauen, nichts mit der aktuellen Politik zu tun hat. Man braucht die industriellen Kapazitäten für kleine und mittlere Fahrzeuge derzeit nicht. Der Rest ist opportunistische PR, die einem grossen Industrieunternehmen, das auch viel an den Staat verkauft, auch erlaubt ist. Zölle müssten natürlich vom Kongress beschlossen werden. Der amerikanische Präsident diktiert aber den Kongress nicht auf die Weise wie Frau Merkel und Herr Kauder den Deutschen Bundestag inhaltlich beherrschen. Verbale Attacken werden in der Sache zu sehr wenig führen. Die Marke 'Volkswagen', in ihrer jahrzehntelangen und selbstgeschaffenen Bedeutungslosigkeit am US-Markt, ist ein unwahrscheinliches Ziel eines Handelskrieges. Kein Platz mehr.

Andreas Müller | Mo, 16. Januar 2017 - 14:52

Regen Sie sich nur kräftig auf, Herr Bok!
Es wird aber nichts nützen.
"zumal unseren europäischen Freunden der deutsche Handelsüberschuss genauso ein Dorn im Auge ist"
Korrekt! Aber wo ist das Problem? Das deutsche "Erfolgsmodell" des Lohndumpings gegen den Rest der Welt wird jetzt ganz einfach abgewickelt werden. Da können sich Frau Merkel und alle, die ihre Politik für alternativlos und erfolgreich halten, aufregen, so viel sie auch wollen.
Es hat immer nur zwei Möglichkeiten gegeben: freiwillige Einsicht oder das Recht der Stärkeren gegen den Uneinsichtigen.
Es ist erschreckend, in welchem Ausmaß die deutsche Öffentlichkeit auf eine verfehlte Politik eingeschworen und verblendet wurde. Das Erwachen wird grausam sein. Und die Wut der betrogenen Bürger wird hoffentlich die richtige Adresse finden: die Arbeitgeber-Lobby und eine ihr heillos ergebene politische Klasse von CDU/CSU über SPD bis zu den Grünen.

Das deutsche Lohndumping ist gerade im europäische Kontext eben sehr uneuropäisch. Man sollte eigentlich den Italienern oder Franzosen empfehlen, dass die Angestellten in der Automobilindustrie für ein paar Jahre auf 30% ihres Lohn verzichten. Dann sind auch die deutschen PKWs nicht mehr konkurrenzfähig und das Gerede von der technischen Überlegenheit deutscher PKWs entpuppt sich als Ideologie.

Ich denke, dass die Bürger anderer europäischer Länder a la longue zu protektionistischen Maßnahmen greifen werden und "patriotisch" einkaufen werden, d.h. tendenzieller Boykott deutscher Produkte.

wie soll ich mir dies vorstellen? Lohnpolitik ist ja kein Dirigismus.
Ist das jetzt Neid auf die exorbitanten Löhne der Italiener und Franzosen? Dann sollten
Sie mit dem eigenem Boss streiten.
Oder ist das eine Blödheitszuweisung an französische und italienische Bosse?

Oder waren Sie nur etwas verwirrt?
Sicher zumindest da, wo sie den "patriotischen" Konsum erwarten, so ganz abgekoppelt von Preis und Qualität. Wäre dies Ihr eigenes Einkaufsverhalten?

Andreas Müller | Mi, 18. Januar 2017 - 08:08

In reply to by franz wanner

"Lohnpolitik ist ja kein Dirigimus"
Die Hartz-IV-Gesetze haben hierzulande unmittelbar auf die Löhne der unteren Gehaltsklassen gewirkt und das deutsche Lohndumping eingeleitet. Was ist staatlicher Dirigismus, wenn nicht das?
Die Ökonomen, die das seit Jahren ausführlich erläutert haben, sind von Trump keineswegs überrascht, sondern loben jetzt seinen Durchblick:
https://makroskop.eu/2017/01/deutschland-droht-ein-waehrungskrieg/
Schade, dass in Deutschland keine Debatten möglich waren, die zur Einsicht bei Schäuble & Co. geführt haben.
Die Sache wird jetzt eben auf die harte Tour entschieden. Trump wird mühelos Verbündete in Südeuropa und Frankreich finden und Deutschland in die Knie zwingen. Der Größenwahn in Berlin ist drollig. Ich lese regelmäßig französische Wirtschaftsblogs und Online-Medien. Dort war die Einsicht nach der Wahl von Trump sofort da, dass das außen- und wirtschaftspolitisch völlig verpreußte Deutschland der große Verlierer von Trumps Wahl sein würde.

Dimitri Gales | Mo, 16. Januar 2017 - 14:58

Trump hat immer wieder betont: Amerika zuerst. Und das wird er durchziehen, ohne Rücksichtnahme auf Europa. Dazu kommt noch, dass Deutschland keine Druckmittel hat, um dem wirksam zu begegnen. Vor dem Fall der Mauer gehörte Deutschland zum Bollwerk der USA gegen den Kommunismus - das fällt weg. Insofern ist auch die Rolle Deutschlands für die USA bedeutend geringer geworden.

Willy EhrlicH | Mo, 16. Januar 2017 - 15:04

TTIP und den unabhängigen Schiedsgerichten nachtrauern? Ja, natürlich; denn Trump wusste schon, warum er dagegen ist.
WIR wussten nicht, warum wir dagegen sind. Ach ja, doch! Das Chlorhühnchen!
Aber der wirtschaftsfeindliche linke Öko-Feminismus hat ja hoffentlich bald ausgedient, so dass wir wieder ordentlich wirtschaften und pragmatische Politik ohne Ideologien machen können.

Und noch etwas: Die Sanktionen gegen Russland haben dazu geführt, führen dazu und werden dazu führen, dass die Russische Wirtschaft sich erholt, weil (kleines Beispiel) die Bürger wieder selber Äpfel pflücken gehen müssen. Jegliches Autarkiestreben fördert die heimische Wirtschaft - gerade in volkswirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Das strebt Trump für die amerikanische Volkswirtschaft auch an. Dass das unseren europäischen Volkswirtschaften nicht gefallen kann, ist klar. Es sind jetzt überall betriebswirtschaftliche Neujustierungen notwendig. Werden wir das problemlos schaffen? Vielleicht.

Philipp Rebmann | Mo, 16. Januar 2017 - 15:12

Theoretiker innerhalb und ausserhalb der Trump Administraiton wie Peter Navarro, Edward Luttwak,
Pat Buchanan(der Samir Amin/Mihail Manoilesco /David Harvey der Paläokonservativen), verfachten öhnliche neoListianisch/Fichteanische Gedanken seit Jahren, zum Teil mit französischer Géoéconomie-Denkrichtung vernetzt. In Frankreich denken Bruno Masse-Stamberger,
Hervé Juvin, Jacques Sapir öhnlich, auch wenn sie Präsident Trump nicht entfernt einen wirtschaftspolitischen Persilschein nach Art Sarah Wagenknecht gewähren. dies alles im Zeichen der Entglobalisierung/Deglobalizzazione/Demondialisation, in personeller Überschneidung mit dem Theoriefeld des aussenpolitischen Multipolarismus

Robert Flag | Mo, 16. Januar 2017 - 15:19

8(!) Menschen besitzen soviel wie die gesamte ärmere Hälfte (3,6 Mrd. !) der Weltbevölkerung.
Die Globalisierung hat ausschließlich den Großkonzernen genutzt. Der Nutzen der Dritten Welt ist ein Tropfen auf den heißen Stein.
Es wird Zeit das Pendel der grenzenlosen Vereinheitlichung zurückschwingt auf mehr nationale Eigenständigkeit.
Autokonzerne können durchaus auch kleine Autos in Amerika und in Europa bauen und damit Gewinne machen. Nur eben nicht so große. Das trifft im Wesentlichen die Vorstände.
Trump handelt im Sinne seines Mottos "America First" genau richtig. Die Europäischen Regierungen sollten es ihm gleichtun.

Alf Torsten Werner | Mo, 16. Januar 2017 - 15:46

Was heißt denn das: "Stärke der deutschen Industrie? Jährlich wandern bis zu 25.000 Hochtalentierte aus, weil hierzulande keine Perspektiven mehr gibt.50.000 Deutsche leben bereits in Silicon Valley", dem Tal der Zukunft. Tatsächlich muß man sich um die Zukunftsfähigkeit der Deutschen Industrie Sorgen machen. Hier ist der Hebel anzusetzen, anstatt weltfremd zu lamentieren

Hallo Alf Torsten Werner, genauso sehe ich das auch. Wir haben kaum neue Technologien zu bieten, der Mittelstand wird von der Regierung im Stich gelassen oder aktiv gepiesackt, Patente und Erfindungen ins Ausland verscherbelt. Qualifizierte, junge Leute wandern aus, die, die das nicht können hangeln sich von Praktika zu Zeitarbeit zu Interships. Die weniger qualifizierten arbeiten für Mindestlohn oder anders prekär. Unterm Strich eine wenig zukunftsträchtige Lage.

Grob umrissen kann man sagen: die hiesigen Talente gehen, dafür lässt man Armutsmigranten herein. Deutschland ist stark in Herstellung und Perfektionierung von bereits vorhandenen Produkten, aber in Sachen Innovation und stimulierende Förderung von Talenten fehlt es an Investitionswillen und Voraussicht.

Christian Tölken | Mo, 16. Januar 2017 - 15:50

Wolfgang Bok schreibet: „Kanzlerin Merkel fällt dazu nicht mehr ein, als „mehr europäische Unabhängigkeit von den USA“ anzumahnen. Das ist eine dürftige Strategie, zumal unseren europäischen Freunden
der deutsche Handelsüberschuss genauso ein Dorn im Auge ist.“ Ich sehe das nicht so. Das ist Besserwisserei. Auch vermisse ich eine Skizze zu der Strategie. Was schlägt Bok vor? Woher weiß er, dass unsere Regierung nicht mehr im Sinne hat? Und welcher Strategie folgt Trump eigentlich? Wenn er denn eine Strategie hat. Einschüchterung ist ein taktisches Mittel, ersetzt jedoch keine Strategie. Macchiavelli mag ja in seiner dinosaurierghaften Welt noch en vogue sein. Doch zielführend ist das nicht mehr.
Die Bundesregierung handelte geradezu töricht , wenn sie ihre Strategien zu Beherrschung dieser Situation offenlegte. Strategie ist nach Clausewitz ein definierter Plan, um den Zweck des Krieges zu erreichen: einen Frieden, in dem die eigenen Interessen langfristig gesichert sind.

Ein Teil der Bevölkerung wartet noch immer auf die Offenlegung der Strategie der Bundesregierung in Sachen Flüchtlingskrise. Vielleicht gibt es keine Strategie? Haben Se darüber schon einmal nachgedacht? VG MD

Samuel von Wauwereit | Mo, 16. Januar 2017 - 16:06

Haben nicht in der Vergangenheit Japanische Automobilhersteller Fabriken in Europa gebaut (Nissan z. B. im Britischen Sunderland) weil sie befürchtet haben sonst für ihre Fahrzeuge bei der Einfuhr nach Europa hohe Einfuhrzölle zahlen zu müssen? Da hat The Donald das Rad doch nicht neu erfunden.

Samuel von Wauwereit | Mo, 16. Januar 2017 - 16:21

Da fällt mir gerade noch ein, dass z.B. Mercedes-Benz und auch BMW Fahrzeuge in den USA bauen (SUVs), die nach Deutschland exportiert werden.

Barbara Kröger | Mo, 16. Januar 2017 - 16:27

Warum ist man in Berlin mal wieder überrascht? „US first“, sagte D. Trump und er meinte das auch so, wie er es gesagt hat. D. Trump sieht sich in erster Linie den Bürgern seines Landes verpflichtet. Das ist sein Job!
Diese Einstellung mag für Berlin überraschend sein, aber vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, wieder in die Realität zurück zu finden.

Ekkehard Möller | Mo, 16. Januar 2017 - 16:53

De Situation is' da, wie der alte Adenauer in solchen Schieflagen zu sagen pflegte. Unsere Regierenden heute sind in keiner Weise auf die Veränderungen eingestellt, im Gegenteil, sie und die ihnen genehmen Medien ließen Donald Trump lange genug spüren, dass er für sie eine Persona non grata war. Jetzt will die amerikanische Administration Ernst machen mit der Abwälzung eigener Probleme auf andere Staaten und fordert deren wirtschaftliche und sicherheitspolitische Heranziehung für die US-Volkswirtschaft an. Während bei uns noch das hohe Lied um den Umweltschutz geglaubt wird, hat die abenteuerliche Abzocke gegen Deutschland durch US-Anwaltskanzleien und jetzt auch durch die Trump-Administration längst begonnen. Merkel & Co.,das auswärtige Amt und der Wirtschafts-minister stehen hilflos daneben und wissen nicht, wie sie diesem Sturm erfolgreich begegnen sollen, weil sie über keine Abwehrstrategien nachgedacht haben. De Lage war noch nie so ernst, würde jetzt der alte Adenauer sagen.

Peter Glaumann | Mo, 16. Januar 2017 - 17:12

Ein Machwerk des üblichen deutschen und populistischen Moralimperialismus. Natürlich dürfen die entsprechenden Rethorischen Schlagworte nicht fehlen: "ernsthafte Gefahr", "Tiraden", "ins Visier nehmen", "an der trumpchen Bauer zerschellen", "unterwerfen", "Cowboys in Washington", "Handelskrieg", "nationaler Chauvinismus", "Recht des Stärkeren", "selbstherrlichen Treiben", "Handelskriege", "unfaire Machenschaften", "Grundprinzip Rache", "Gewitterwolken" - Respekt! Zwar aus dem Dunstkreis der Merkelchen Claqueure, aber immerhin von einem, wenn auch nur deutschen, Kommunikationswissenschaftler. Alle Achtung. Und wenn man dieser Tage in Zusammenhang mit Volkswillen immer von Hass und Hetze, Stammtischparolen und Spaltung belehrt, doch ziemlich bezeichnend mit welcher Kriegsrethorik sich politische Meinungsschaffende im Kreise einer von Toleranz und Vielfalt schwadronierender Regierung schmücken. Dabei ist Trump lediglich ein Politiker der seinen Job machen will, im Gegensatz zu hiesigen.

Constance Werlich | Mo, 16. Januar 2017 - 17:33

Das ist der Unterschied zwischen dem Präsidenten Trump und seinem Demokratieverständnis nebst Regierungsverantwortlichkeit und dem Gespann Merkel/Gabriel (die Ehre der Orientierungslosigkeit soll ja nicht immer ihr allein zukommen). Während Merkel und Ko. sich um die menschenwürdigen Lebensumstände afghanischer Ziegenhirten sorgen und dazu Milliarden an Steuergelder verschwenden und zeitgleich die moralische Überlegenheit gegenüber dem wählenden Souverän gepaart mit der Nazikeule ausschütten, setzt Trump die Eckpunkte seiner Politik. Ohne großes Tamtam und Grundsatzprogramme. Schlicht durch Twittern. Die Amerikaner sind zu beneiden. Hier laufen 80% mit Einwilligung der Politik in die Altersarmut und verlieren ihren befristeten Job, weil Wirtschaft in Dtld. zu einer politischen Nebensächlichkeit verkommen ist und man stattdessen mit humanitären Werten die Sorgen der ganzen Welt lösen will, damit die inhaltsleere der nationalen und europäischen Politik nicht ganz offen zu Tage tritt.

Martin Wessner | Mo, 16. Januar 2017 - 17:44

Eigentlich ist die Idee doch genial, oder?! Darauf muss man erstmal kommen. Willst du in den USA verkaufen, dann musst du auch in den USA produzieren. Jedes ausländische Unternehmen hat freien Marktzugang, ist allerdings dazu verpflichtet, in diesem Markt die Güter und Dienstleistungen, die es verkaufen will, auch herzustellen. Willst du in Indien verkaufen, musst du in Indien produzieren und willst du in Argentinien verkaufen, musst du in Argentinien produzieren. Dann wird ein Samsung-Handy, eine Sony-HiFi-Anlage oder eine Boss-Jeans für den deutschen Markt nicht mehr in Korea und Japan(bzw. China) und in Bangladesch, sondern alsbald in Germany hergestellt. Das eine derartige Praxis negative Auswirkungen auf die Produktivität hat, dass ist mir natürlich auch klar, so können aber wieder niedrigqualifizierte Arbeitsplätze in High-Tech Nationen und auch hochqualifizierte Arbeitsplätze in Entwicklungsländern geschaffen werden. Über den Trumpismus nachzudenken, wäre daher allemal wert.

Michaela Diederichs | Mo, 16. Januar 2017 - 17:56

In allem naiv, kindlich - kindisch? Ohne Durch- und Weitblick. Unsere Regierung hält sich offenbar für völlig unschlagbar und komplett überlegen. Jedenfalls moralisch und intellektuell. Auch eine Form der Weltherrrschaft. Ich bin baff.

Udo Dreisörner | Di, 17. Januar 2017 - 08:08

In reply to by Michaela Diederichs

Exakt. Das Schlimme bei uns ist das unsere Plotiker tatsächlich glauben das das, was sie verzapfen das non-plus-ultra ist und weltweit beklatsch werden und übernommen werden muss. Der politische Weitblick fällt relativ kurz aus.

Albert Schaller | Mo, 16. Januar 2017 - 18:26

...einen Regierungschef, der die Interessen seines Landes, dessen Bürger und seiner Wähler vertritt, anstatt die ganze Welt beglücken (und belehren!) zu wollen, den von den Bürgern erarbeiteten Wohlstand an korrupte Länder zu verschleudern und gegen jedes Recht und Gesetz das eigene Land mit Fremden incl. Kriminellen und Terroristen zu fluten! Im 'reichen' Deutschland (besser: im Deutschland der Reichen) hat der Durchschnittsrenter 780 € im Monat zur Verfügung, von denen man ihm auch noch Abgaben abzwackt, während für einen unbegleiteten 'jugendlichen' (meist so um die 20 Jahre) 'Flüchtling' (meist aus dem Maghreb, Afghanistan, Pakistan, Ägypten oder irgendeinem beliebigen schwarzafrikanischen Viel-Kinder-Staat) eben mal so 6.000 € im Monat verschwendet werden! Das muss aufhören und die Politiker, die diese Machenschaften zu verantworten haben, gehören nicht nur nicht in die Parlamente oder an die Regierung, sondern vor ein ordentliches Gericht! Bravo Trump! Bravo Trump-Wähler!

Christop Kuhlmann | Mo, 16. Januar 2017 - 18:28

als El Dorado der Exportnationen aufgeben. Mit satten 700-800 Milliarden Handelsbilanzdefizit im Jahr bei 16-18 Billionen BIP liegt es also zwischen 3-4% der Jahrewirtschaftsleistung. Über die Jahrzehnte kommt da eine stattliche Verschuldung zustande, selbst wenn der Finanzsektor faule Kredite zum Exportschlager macht. Vor dieser Entwicklung hat man nicht nur in den USA die Augen fest verschlossen. Die Party wird auch ohne Protektionismus irgendwann zuende gehen. Die Verlierer des Freihandels suchen bald hinter Zollbarrieren Schutz. Das Risiko besteht auch in Europa. Insofern wird manchem das Wort Exportweltmeister bald in der Kehle stecken bleiben. Hier wäre Understatement wesentlich besser als Stolz. Um so mehr kommt es jetzt auf Flexibilität und den Abbau von Konfliktthemen an, die das Verhältnis zusätzlich belasten. Zusätzlich sollten der Konsum und die Investitionen ganz erheblich gestärkt werden um den Überschuss in der Handelsbilanz freiwillig abzubauen.

Dieter Wenzel | Mo, 16. Januar 2017 - 18:36

Sorry liebes Deutschland und Europa der Traum vom großen lieben freundlichen US Amerika ist vorbei. Leider mussten das erst die Indianer, Südamerikaner, Iraner- Iraker und jetzt auch ihr die treuen Vasallen merken. Es ist vorbei, die Nettigkeiten sind zu Ende, jetzt ist Zahltag meint Trump. Leider habt ihr kein Konzept dabei muss diese USA irgendwann auch mal an euch verdienen. Was hat diese USA immer groß gemacht ihre Rüstung. Jeder Krieg in Europa hat Geld in die Kassen dieses Staates gebracht und als Schmankerl hat dieser Staat noch die Patente und Liegenschaften ihres Lieblingsfeindes Deutschland eingeheimst. Irgendwie doof die letzten 40 Jahre konnte kein richtig schöner Konflikt mehr für die Waffen und Kapital - Lobby gebucht werden. Also halten wir uns an die Cowboy Maxime wir nehmen den EU Indianer erst ihr Land und dann den Rest Wenn uns nichts einfällt gegen solche Leute wars das dann. Wir sollten aber nicht vergessen es gibt noch viele normale AMIS nicht nur durchgeknallte.

Dr. Fred Anton | Mo, 16. Januar 2017 - 19:05

Der Autor meint, es handele sich um einen persönlichen Rachezug Trumps, wenn er deutschen Aotobauern Zölle androht. Andere kritisieren es als Protektionismus.
In Wirklichkeit ist es nur die Beendigung eines unfairen Wettbewerbs.
Ungleichheit bei Löhnen, Energie, Sozialabgaben etc. durch Zölle auszugleichen, das ist nichts anderes als die Herstellung eines fairen Wettbewerbs.

Joost Verveen | Mo, 16. Januar 2017 - 19:46

Die meisten Leute wissen nicht, das NAFTA zuviele Ausnahmeregeln enthält, die es insbesondere chinesischen Firmen erlauben, chin. Produkte in Mexiko teilzufertigen; bzw weiterzuverarbeiten; und dann in den USA als NAFTA-Produkte abzusetzen. China ist sozusagen heimliches Mitglied in der NAFTA, ohne an dessen Regeln gebunden zu sein. Das ist der wahre Grund für Trumps Konfrontation mit NAFTA + China. Beide Probleme hängen zusammen.

Die deutschen Autobauer wurden davon überrascht, auch deshalb weil sie keine politischen Ratschläge bekamen. Das deutsche Wirtschaftsministerium hat schlicht zuwenig Experten um internationale Drittverträge zu verstehen oder zu interpretieren. Dies ist seit Auflösung der Treuhandanstalt der Fall, deren Experten gingen nach Auflösung der THA in internationale Unternehmensberatungen. Das BMWI hat dieses Personal nie ersetzt, bzw nur Parteisoldaten eingestellt. (Übrigens ein "Erbe" der Ära Kohl).

Armin Dick | Mo, 16. Januar 2017 - 20:35

Die 8 reichsten Menschen sind - Amerikaner, wohlgemerkt, ein russischer oder mexikanischer Oligarch ist evtl auch noch darunter. Zu D-Lands Reparaturzahlungen, warum leisten wir nicht erstmal Wiedergutmachung für den Überfall Roms durch unsere Vorfahren die Barbaren`?

Armin Dick | Mo, 16. Januar 2017 - 20:59

Sie haben sooo Recht! Endzeitstimmung in Deutschland, nicht zum erstenMal: sehenden Auges in den Untergang.

Mario Bernkopf | Mo, 16. Januar 2017 - 21:20

Ich glaube nicht, daß die Kanzlerin einen Plan oder zumindest eine Vorstellung von der Zukunft hat. Ihre Hilflosigkeit wird als Sichtflug dargestellt.

Ein jeder Unternehmer muß sich über die Zukunft seiner Firma Gedanken machen, sonst ist er über kurz oder lang weg vom Markt.

Frau Merkel in ihrer völligen Unkenntnis von Wirtschaft ist völlig verloren und ergeht sich in Allgemeinplätzen.

Trump sagt jetzt nichts Anderes, als er schon seit Monaten gesagt hat.

Die Regierung hatte Monate, um im Falle seines Wahlsiegs einen Plan B in der Schublade zu haben. Tatsächlich: völliges Versagen.

Was für ein jämmerliches Bild für eine Spitzenpolitikerin und ihre Entourage.

Hallo?
Bis jetzt ist noch nichts passiert! Herr Trump ist noch nicht vereidigt, und demzufolge gibt es in den USA auch noch keine neuen Gesetze. Worauf soll man da reagieren. Auf die Lippenbekenntnisse des Herrn Trump? Man kann höchstens die heiße Luft des angehenden Präsidenten mit dem kalten Schweigen aus Europa abkühlen ...
und abwarten ...
und dann die eventuellen neuen Gegebenheiten abklären ...
und dann angemessen reagieren.

Markus Michaelis | Mo, 16. Januar 2017 - 22:14

Ich weiß, dass man die internationalen Verflechtungen und Abhängigkeiten sehen muss, um nicht als naiv zu gelten. Trotzdem: sind wir wirklich so abhängig von den USA? Wir müssen von den Exportüberschüssen runter, aber das müssen wir so oder so, weil die globalen Handelsungleichgewichte nun mal über tragbare Limits hinausgegangen sind. Die Konsequenz bei Handelskrieg müsste nur die Wohlhabenderen treffen, wenn man es gut macht - so wie der Freihandel auch im Wesentlichen den 20% Gewinnern geholfen hat. Also macht man es einfach gut, freut sich über die vielen neuen Arbeitsplätze, um ausländische Produkte zu ersetzen, und trägt gelassen den etwas sinkenden mittleren Lebensstandard - der ist ja hoch genug, so dass etwas weniger auch kein Untergang ist. Schränkten nur wir uns ein, könnten wir technologisch ins Hintertreffen geraten - wenn allgemein Protektionismus herrscht, gilt das aber nur bedingt.

Robert Müller | Mo, 16. Januar 2017 - 22:52

Dass man die im eigenen Land hergestellten Waren bevorzugt, ist doch nichts neues. In China gehört zu diesem Paket noch der Technologieklau mit dazu. Auf Exporte zu setzen und nicht auf Konsum, war schon immer anspruchsvoll. Im übrigen glaube ich nicht, dass es für die deutsche Automobilunternehmen ein Problem ist, Trumps Vorgaben zu erfüllen, da die eh viel in der USA produzieren. Das größere Problem scheint mir nach wie vor China zu sein, wo man jetzt auf Elektroautos umsteuert, wo die Deutschen keinen uneinholbaren Wettbewerbsvorsprung haben. Im Gegenteil, bei Akkus, dem Herz der E-Autos, haben die Chinesen einen technologischen Vorsprung und massive Produktionserfahrung.

Günter Walter | Di, 17. Januar 2017 - 00:22

Das Handelsbilanzdefizit betrug anno 2016 gegenüber: China 367,6 Mrd; Deutschland 75,4 Mrd; Japan 70,8 Mrd; Mexiko 66,5 Mrd.

Für das Handelsbilanzdefizit gegenüber China und den asiatischen Staaten sind primär Walmart, Amazon; Apple, Nike und die Elektronikindustrie verantwortlich, diese bezieht z.B. ihre bestückten Leiterplatten fast komplett aus China. Desweiteren lassen auch viele Markenhersteller ihre Produkte in Asien produzieren, dazu gehören Bekleidung, Lederwaren, Haushaltswaren, Schmuck und Elektroartikeln. Es sind also vielfach keine asiatischen Firmen, die auf den US-Markt drängen, sondern US-Unternehmen die zur Profitmaximierung in Asien produzieren lassen und das ist eine der Hauptursachen der Wirtschaftsmisere. Die Autoindustrie gehört zwar mit rund 1,5 Mio Arbeitnehmer und einem Anteil von 3,5% am BIP zu den wichtigsten Industrien und Arbeitgebern der USA, die Kfz-Importe aus Mexiko scheinen mir nicht das eigentliche Problem zu sein an dem die US-Wirtschaft krankt.

Alexander Steinmann | Di, 17. Januar 2017 - 07:24

Trump spricht zumindest aus, was Sache ist. Den nicht gerade subtilen Handelskrieg gegen deutsche Unternehmen hat aber die Obama-Administration begonnen. Richtig erwähnt ist auch die schon lange "etablierte" Allzuständigkeit der US-Justiz. Das Beispiel der Hereros, wo ein Bezug zur USA gänzlich fehlt und kein Kläger tatsächlich Betroffener ist, ist besonders degoutant - aber ein Bundestags-Abgeordneter der Linken findet diese Missachtung der deutschen Souveränität gut. Dabei hötten Klagen von Vietnamesen oder Irakern wegen US-Angriffen sicher mehr aktuelle Berechtigung, dürften aber vor US-Gerichten keine Erfolgsaussichten haben. Die US-Justiz beschäftigt sich ja lieber mit Deutschland als mit dem eigenen Land.

Udo Dreisörner | Di, 17. Januar 2017 - 08:05

was ist so falsch daran als erstes an die eigene Wirtschaft zu denken? Die Deutsche Wirtschaft verkauft ihre Firmen lieber komplett nach Fern-Ost, das ist auch viel besser.

Guido Schmitt | Di, 17. Januar 2017 - 10:15

" Der BILD-Leser". Heute gibt der Cicero die Möglichkeit die selbsternannten "Eliten" zu Wort kommen zu lassen. Ungefiltert, in ganzen Sätzen, nicht durch die Gedankenpolizei des Öffrechtlichen Rundfunks politisch korrekt und zerstückelt widergegeben. Was eine Wohltat. Der geneigte Leser erinnert sich noch an die Vorwürfe des Völkisch-Nationalen. Und hier nun beschwert man sich darüber, dass ein amerikanischer Präsident amerikanische Interessen verfolgt und von Strafzöllen spricht und sich einen Dreck um den zukünftigen deutschen Handelsbilanzüberschuss schert. Klingt irgendwie nach Boulevard was die Meinungsmacher im Regierungsauftrag von sich geben. Soll Frau Merkel doch weiterhin das Scheckbuch für die bankrotten EU-Mitgliedsstaaten ziehen, mit türkischen und saudischen Despoten Geschäfte machen und sich gleichzeitig mit den USA und Russland anlegen. Vielleicht wird Berlin zukünftig Islamisten als Schutzstaffel gegen den eigenen Bürger benötigen. Selbstverständlich für Vielfalt.

Johannes Luig | Di, 17. Januar 2017 - 10:31

Und machen es sich die deutschen Autokonzerne nicht zu einfach, wenn sie in Mexiko billig produzieren und im starken Markt der USA verkaufen wollen. Würde China sich das gefallen lassen? Wir können nur deshalb so erfolgreich im chinesischem Markt unsere Autos verkaufen, weil wir sie auch dort produzieren.
Das gleiche fordert Trump ein. Zu Recht. Und das ist noch kein Protektionismus. Das ist nur ein guter und fairer Deal. Und das hätte Obama auch schon fordern müssen. Sorry. Tut mir leid für BMW und VW. Aber das habt ihr verzockt

Robert Hagen | Di, 17. Januar 2017 - 12:59

Schneller wurde noch keine politische Kampagne Lügen gestraft wie die grün-linke Anti-TTIP-CETA-Koalition. Das hätte sich ein Romanschreiber nicht besser ausdenken können: Der verhasste Donald Trump Hand in Hand mit Frau Eckardt Göring und Herrn Hofreiter, dazu die BUND-AfD-Campact & Compact Aktivisten (ja, beide) ... eine herrliche Melange!
Ein Mexiko, das um den angeblich für das Land so nachteiligen NAFTA Vertrag fürchtet, ein TPP - bekanntlich amerikanischer Ausgangspunkt der hiesigen Proteste gegen TTIP - um dessen Umsetzung nun die süd-ost-asiatischen Länder gegen die neue US Regierung kämpfen...

Eine Niederlage auch für eine CDUCSU, die sich nur halbherzig zur Unterstützung von Gabriel eingesetzt hat: GRÜN-Schwarze Träume vernebeln halt mal die Sinne.
Den selbst verursachten Schaden haben, wie aufgezeigt, Deutschland und Europa. Tolle Leistung des vergrünten & reaktionären Zeitgeistes und seiner hervorragenden Protagonisten!

Günther Wolf | Di, 17. Januar 2017 - 16:09

Bisher habe ich von Herrn Trump nix als Lippenbekenntnisse gehört. Vielleich sollten wir alle mal den Ball flach halten. Herr Trump und ganz Amerika sind abhängig von Europa (genauso umgekehrt). Wenn da tatsächlich Strafzölle für BMW, Citroen, Fiat und Konsorten erhoben werden sollten, wird die EU handeln müssen und z.B. die Produkte von Apple, Ford und anderen Firmen ebenso mit Zöllen belegen. Es wird noch viele weitere Möglichkeiten geben auf solche ‚Angriffe‘ zu antworten. Vermutlich wäre es aber nicht schlecht, wenn man jetzt bereits Strategien für den Ernstfall in die Schublade legt (falls sich da nicht bereits schon welche befinden). Ich denke aber Herr Trump produziert nur viel heiße Luft. Hunde die bellen, beißen nicht.

Wolfgang Westenfeld | Di, 17. Januar 2017 - 22:22

In reply to by Günther Wolf

Ja, Herr Günther Wolf, sie haben Recht: Hunde, die bellen, beißen nicht - und ich ergänze "beißen nicht sofort". In diesen sehr vielen Kommentaren wurde manches richtige gesagt aber auch manches spekuliert. Ich erinnere nur an eine alte Weisheit, die auch für Herrn Trump gilt: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel! Und: Glauben sie etwa, dass Hillary Clinton die Bessere wäre? Auch diese Dame hätte ihre massiven Defizite bzw. ein Gefahrenpotenzial, dessen Ende kaum voraussehbar wäre. Daß Herr Trump ein Schreier ist, wissen wir alle seit den Monaten vor seiner Wahl. Aber die Verfassung der Amerikaner hat schon einige "Filter" eingebaut- darauf vertraue ich.

Wolfgang Seifert | Di, 17. Januar 2017 - 23:33

Zu derartigen Entwicklungen gehören immer zwei. Wenn es den führenden Politikern Deutschlands seit Jahren nicht gelingt hier Paroli zu bieten und sich vor die deutschen Konzerne zu stellen, werden die USA immer frecher. Sie sind es doch, die die Märkte teils zu 100% beherrschen. Von der Betriebssoftware bis zum Hamburgerrestaurant. Das sollte eine Frau Merkel mal klarstellen. Wir arbeiten mit Amazon und Google, Microsoft, Intel, Cisco, Apple, HP, McDonalds und Gilette und die Amerikaner lieben unsere Autos. Das wäre eine Antwort, die dann auch die Amerikaner nachvollziehen können – bis auf Mr. Trump wahrscheinlich. Wer würde auf die Idee kommen Microsoft auf Milliarden zu verklagen, weil die Software nicht sicher vor Hackerangriffen ist. Die Schäden sind größer als ein paar Stickoxide zu viel.

franz wanner | Mi, 18. Januar 2017 - 09:47

Wenn ein Magazin sich nicht nur im Zuspruch sonnen will, hat es auch Verantwortung für die Inhalte.
Die Kommentare hier umfassen die gesamte Spannbreite zwischen Ahnungslosigkeit bis verantwortungslos. Jedenfalls ohne die geringste Empfindlichkeit für Komplexität, Markt, Zusammenhängen und Motivationen.
Als ob jedes Dorf zum Selbstversorger werden könnte. Und wenn hinter der Grenze der Giftmüll verklappt wird, leben immerhin wir noch in der Idylle...
Immerhin exportiert DT nur Produkte aus heimischen Rohstoffen.
Es geht dabei nicht um verschiedene Meinungen oder um richtig oder falsch, darüber kann man streiten und das Beste hoffen.
Aber hochintelligente und kultivierte Blödheit sollte man schon kennzeichnen, weil die gerade durch Intelligenz perfide wird.
Die kultivierten Freunde von 1913 standen sich 1914 mit scharfen Waffen gegenüber.

Thomas Heinz | Sa, 21. Januar 2017 - 23:04

Es ist schon seltsam, dass Politiker und Presse in Europa die zentrale Botschaft von Trump als Kampfansage interpretieren. Spricht er doch nur aus, was seine von der Verfassung geforderte Aufgabe ist, zum Wohle des amerikanischen Volkes zu handeln. Gleiches wäre die Aufgabe einer Merkel in Bezug auf Deutschland. Aber sie betreibt eine Politik der Destabilisierung, der Mißachtung rechtlicher Normen, der Vernichtung von Volksvermögen. Und die überwiegende Mehrheit der Presse klatscht Beifall und höhnt über Trump. Aber erfreulicherweise ist festzustellen, dass sich im Land langsam Widerstand formiert.

Edith Wünsch | Mo, 23. Januar 2017 - 10:29

Was soll falsch daran sein, wenn ein Präsident
von Amerika sagt: AMERIKA FIRST. So was ähnliches
wünsche ich mir für Deutschland schon lange.
Aber unsere Kanzlerin ist darauf besessen, von der
ganzen Welt geliebt zu werden. Was Deutsche denken, ist ihr egal. Ausländer gibt es ja mehr.

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