Stadionbesucher und Corona - Statisten für schöne Bilder

Bei den Olympischen Spielen in Tokio werden wegen hoher Corona-Infektionszahlen keine Zuschauer in den Stadien zugelassen. Anders war es noch bei der Fußball-Europameisterschaft. Für die Sportverbände sind laute Tribünen wichtig, um ihr Produkt besser zu verkaufen. Risiken werden bewusst in Kauf genommen.

Fußballfans im Stadion
Nach dem EM-Finale jubeln Italiens Spieler vor ihren Fans im Wembley-Stadion / dpa

Autoreninfo

Thomas Dudek kam 1975 im polnischen Zabrze zur Welt, wuchs jedoch in Duisburg auf. Seit seinem Studium der Geschichts­­wissen­schaft, Politik und Slawistik und einer kurzen Tätigkeit am Deutschen Polen-Institut arbei­tet er als Journalist.

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Während der vor zwei Wochen zu Ende gegangenen Fußball-Europameisterschaft gab die Uefa in vielen Belangen ein unglückliches Bild ab. Bestes Beispiel dafür ist allein die aus dem Ruder gelaufene Debatte um die Regenbogenfarben bei dieser EM. So begrüßten es die Hüter des europäischen Fußballs zunächst, als einige ihrer Sponsoren die Diskussion um die Beleuchtung der Münchener Allianz-Arena für ihre Zwecke nutzten und während der Spiele ihre Botschaften auf den Werbebanden mit Regenbogenfarben schmückten, um dann nur wenige Tage später für die in St. Petersburg und Baku stattfindenden Viertelfinalpartien diese wieder zu untersagen.

Doch so unglücklich die Uefa in den Turnierwochen bei einigen Themen auch agierte, so vehement wehrte sie sich gegen einen Vorwurf: Das Turnier und somit der Verband seien schuld am Anstieg von Corona-Infektionen. „Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, ist aus meiner Sicht unverantwortlich“ sagte Uefa-Präsident Alexander Ceferin wenige Tage vor dem EM-Finale in London in einem Interview mit der BBC und wies damit nicht nur Kritik von Virologen und anderen Corona-Experten zurück. „Wenn ich höre, dass Politiker sagen, Menschen hätten sich bei den Spielen infiziert, ohne jeden Beweis, dann enttäuscht mich das ein bisschen“, erklärte der Slowene.

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Rob Schuberth | Sa, 24. Juli 2021 - 23:04

Endlich wird das einmal öffentlich geschrieben.

Man kann es gar nicht laut genug all diesen "Sport"-Verbänden ins Gesicht rufen.

Euch geht's nur ums Geld. Die Sportler int. euch einen Schxxxx.

Ein weiteres Anzeichen wie dekadent unsere Gesellschaft schon ist.

Christoph Kuhlmann | So, 25. Juli 2021 - 09:26

ausgeschieden ist. Wenn zehntausende zum Endspiel gereist wären und die frisch erworbene Infektion in wilden Europameisterschaftsparties verbreitet hätten, würden wir etliche Milliarden mehr Lock Down Kosten bis Ende dieses Jahres haben.