Die letzten 24 Stunden - Hannelore Hoger: Eine, die den Tod ablehnt

Das Gerede über Tod und Jenseits findet die Schauspielerin und Regisseurin Hannelore Hoger unerträglich. Das Thema ertrage sie nur mit der Absurdität des Komischen. Wenn ihre Stunde schlägt, möchte sie daher nur den Himmel noch einmal sehen und den Sternen zurufen: „Ich komme.“

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Die letzten 24 Stunden sind für Hannelore Hoger eine Rückkehr zu Mutter Natur / Anna Mutter

Autoreninfo

Björn Eenboom ist Filmkritiker, Journalist und Autor und lebt im Rhein-Main-Gebiet.

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Die 1942 in Hamburg geborene Schauspielerin und Regisseurin Hannelore Hoger zählt zu den Besten ihres Faches. Die Kommissarin Bella Block spielte sie 24 Jahre lang im ZDF. Hogers Autobiografie „Ohne Liebe trauern die Sterne“ ist bei Rowohlt erschienen.

Mein Vater trällerte manchmal ein Liedchen aus einer Operette von Paul Lincke. „Ob du mich liebst, hab ich den Wind gefragt. Er stob hinweg und hat mir’s nicht gesagt. Ob du mich liebst, fragt ich den muntren Quell. Er eilte fort und lachte silberhell. (…) In deinen Augen steht es geschrieben, was mir dein Mund verborgen hält. Ich will dich lieben, ewig dich lieben, weil du mein alles auf der Welt.“ Er hat den Ersten Weltkrieg in Verdun überlebt, vermutlich wegen eines Lazarettaufenthalts.

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Ernst-Günther Konrad | Fr, 24. Juli 2020 - 09:23

Jeder für sich muss entscheiden, wie er mit dem Tod umgeht. Ob er darüber nachdenkt oder ihn wegschiebt, aus welchen Gründen auch immer, ereilt uns dieses Lebensende mit absoluter Gewissheit.
Wer geboren wird, beginnt zu sterben. Ich glaube an Reinkarnation und halte den irdischen Aufenthalt als Lebensschule. Was wir jetzt nicht lernen, wird Aufgabe für ein nächstes Leben sein. Ob es tatsächlich so ist, weiß niemand, man kann es aber ganz individuell erahnen. Wer das Denken über den Tod mit Komik ausblendet, könnte seine Ängste vor dem Tod kaschieren wollen. Ich mag Hannelore Hoger und sah sie immer gern. Das sie hier ihre Sicht der Dinge schildern konnte erfreut mich. Was auf uns wartet werden wir nie erfahren und sollten wir wieder kommen, so mag die Intuition das einzige sein, was uns evtl. an unser Vorleben "erinnert". Bis wir ins eweige Licht der Erkenntnis gelangen, haben die Menschen einer immer fortdauernde Lebensschule zu absolvieren. Am Ende stirbt jeder allein.

Walter Ranft | Fr, 24. Juli 2020 - 09:49

Die 10 Gebote gab es bekanntlich vor Christus - und es gibt sie bis heute auch ohne ihn. Es ist sicher bis heute gut, mit ihnen vertraut gemacht zu werden (um etwas von dem zu ahnen, was ebenfalls in diesem Beitrag zitiert wird: „Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.“).
Eine "christliche" Erziehung hat mehr mit Christus, mit Glaube, Liebe und Hoffnung zu tun.
Dies ist keine Kritik an Hannelore Hoger, die ich immer als tolle Schauspielerin erlebt habe.
Es ist nur ein kleiner Hinweis auf ein Mißverständnis, dass auch durch die Kirchen selbst bis heute befördert wird: Christliche Erziehung sei eine "im Sinne der 10 Gebote".

Tomas Poth | Fr, 24. Juli 2020 - 14:09

Da kann jeder seine Hoffnungen und Wünsche haben. Allein wird man diese Stunden als solche überhaupt erleben?
Das Dunkel vor der Geburt und nach dem Tod bleibt Spekulation!
Darüber kann glauben und denken was man möchte, hat es vielleicht doch etwas tröstendes, darum sollte man es sich nicht gegenseitig vermiesen.