- Einheit im Zweiland
Die Historikerin Christina Morina forscht zu unterschiedlichen Demokratieerfahrungen in Ost und West. Ihr neues Buch „Tausend Aufbrüche“ macht da weiter, wo Dirk Oschmann aufhört. Dafür ist sie tief in die Archive gestiegen.
Die wirklich großen Probleme zeigen sich erst in der Provinz. Die Orientierungslosigkeit zum Beispiel. Wer etwa in Bielefeld vom Hauptbahnhof zur Universität fahren möchte, der nehme besser ein Taxi! Das ÖPNV-Netz auf dem Lande, dies zur Warnung, ist voller Lücken und weißer Flecken. Und das ist nur ein Beispiel dafür, warum der Unterschied zwischen den großen Städten und der Provinz in Deutschland längst prägender zu sein scheint als der zwischen Ost und West.
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Menschen, die noch in der DDR aufgewachsen sind. Aber die haben eine wesentliche zusätzliche historische Erfahrung, insbesondere ein klares Gespür für den Unterschied von Diktatur und Demokratie. Die Deutungshoheit für das, was Demokratie ist, liegt allein bei den gerade Regierenden. Schließlich hielt sich auch die DDR für eine demokratische Republik.
@Herr Borchardt, nach meiner Erfahrung vermissen viele eine "handlungsfähige" Demokratie. Wenn Führung versprochen, aber Ideologie geliefert wird, haben Wähler mit Diktaturerfahrung wahrscheinlich feinere Antennen bezüglich einer glaubwürdigen Politik.
