Esken über einen Kanzlerkandidaten Scholz - Wer solche Vorsitzenden hat, braucht keine Feinde mehr

„Grundsätzlich keine Probleme“ soll die SPD-Vorsitzende Saskia Esken mit einem eventuellen Kanzlerkandidaten Olaf Scholz haben. Mit dieser Form der „Unterstützung“ zeigen die Sozialdemokraten, wie wenig sie selbst an einen Wahlsieg glauben.

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Olaf Scholz, Saskia Esken: nicht gerade überzeugt / dpa

Autoreninfo

Marko Northe leitet die Onlineredaktion von cicero.de. Zuvor war er Teamleiter Online im ARD-Hauptstadtstudio und Redakteur bei der "Welt". Studium in Bonn, Genf und Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 

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Marko Northe

„Stets bemüht“ ist so eine Formulierung, die in einem Arbeits- oder Schulzeugnis mit die größtmögliche Vernichtung des Beurteilten darstellt. Sie deutet zwar eine Lern- und Arbeitsbereitschaft an, die allerdings zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis geführt hat – kurz, der Betreffende war einfach zu dumm für seinen Job.

Die SPD hat sich in den letzten Jahren zu einer Partei entwickelt, in der gerade den Hoffnungsträgern immer wieder gern solche Zeugnisse von den eigenen Genossen ausgestellt werden. Andrea Nahles war „stets bemüht“, Martin Schulz ebenso. Die derzeitigen SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans hatten den Stempel „stets bemüht“ bereits aufgedrückt bekommen, bevor sie überhaupt im Willy-Brandt-Haus Platz nehmen konnten.

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Margit Buchholz | Mo, 13. Juli 2020 - 14:07

Kurz und knapp: Ein hinter den Grünlinken herlaufender Alptraum aus dem man nicht nur schnellstens erwachen, sondern von dem man will, dass es ihn endlich nicht mehr gibt.

...ist ja,was in der SPD-Gruppierung überhaupt für Personen Politikziele verkünden,vorgeben e.c.t. ? Viele Personen in dieser Gruppierung erscheinen eigentlich als charakterlich in höchstem Maße ungeeignet für irgendetwas.Die SPD-Gruppierung kann daher jenseits der jetzigen Koalition unmöglich eine Linksbizarre Mehrheit generieren,das fehlte noch.VDG und vor allem die "Linke"würden dann Kanzler und Vize stellen.Die Befehlskette sähe dann so aus:VDG-"Linke"- SPD.Die Schlechten stünden am Ende der Reihe:Die SPD-Gruppierung.Ob man das wirklich möchte?

Michaela 29 Diederichs | Mo, 13. Juli 2020 - 14:15

„Establishment“ meint doch die Mitte oder nicht? Warum wollen die bloß die Mitte nicht? Die sind m. E. immer noch in der Mehrheit. Wille zur Macht ist von dem Gespann nicht zu erwarten.

Frau Diederichs, die Mitte kann, muss aber nicht die Mehrheit stellen. Es hängt davon ab wer zur "Mitte" gezählt wird. Und auch mit der Mitte als politischer Begriff habe ich den Eindruck, dass der Lehrmeister eine grobe Sehschwäche hat und die Achse (Mitte) versehentlich oder wissentlich, auf der linken Seite platziert hat. Es ist ein Unterschied ob man Mittelwert, Median, die geometrische Mitte oder die Mitte der eigenen Ideologie zum Dreh- und Angelpunkt macht. Nach meiner Auffassung wird die schwere Backbord-Schlagseite unseres Landes durch die Handlungen in der Offiziers- und Kapitänsmesse verursacht. Um das Schiff manövrierfähig zu halten haben sich Teile der Besatzung entschlossen, Gewichtsverlagerungen nach Steuerbord durchzuführen.

Aber nun bin ich Establishment. Was für ein Irrsinn.
Dicke Sozialversicherung einzahlen, dick Steuern abgezogen bekommen.
Wenn ich meine monatliche Gehaltsabrechnung sehe (Überstunden sind natürlich selbstredend, für umme versteht sich... ja, dann kommt mir immer wieder leicht die Galle hoch.)
Das bin ich... das verhasste doofe Establishment. Das letztlich dafür sorgt, dass der Laden läuft. Oder auch nicht.
Darauf schlürfen wir wieder ein Kirschwasser oder einen Birnengeist. LG vom dekadenten Establishment. Take care.

Christa Wallau | Mo, 13. Juli 2020 - 14:31

Wir Deutschen haben doch die starken Grünen und die Linken, welche die Kerngebiete der früheren SPD zuverlässig abdecken: Umverteilung, Gleichmacherei u. Gutmenschentum.
Niemand braucht mehr die SPD!

Die bürgerlichen Realisten, die es in dieser Partei einmal gab (Man denke an Kühn, Schmidt, Leber, Clement, Schröder, Steinbrück u. viele andere), muß man heute mit der Lupe suchen.

Wer also soll die SPD noch wählen a u ß e r denen, die selber in SPD-in Ämtern sitzen o. über die SPD an ihre Posten gekommen sind (= der "Filz")?

Otto Mittelstandsbürger (Steuerzahler, ideologisch n i c h t festgelegt, aber erfolgreich bange gemacht vor der AfD ) bleiben daher nur CDU u. FDP zur Wahl übrig. Es müßte also mit dem Teufel zugehen, wenn die CDU/CSU bei der nächsten BT-Wahl - ganz egal, wen sie als Kanzlerkandidaten aufstellt - nicht ihren Wert von knapp 33 % im Jahr 2017 um einige Punkte übertreffen könnte.

Nach viel Spannung klingt das alles nicht.
Schwarz-Grün steht uns ins Haus.

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo, 13. Juli 2020 - 15:05

für die SPD schreiben und also zu Ihnen, Herr Nothe, was für eine Bruchlandung in Sachen SPD-Politik.
Keine Frage, man wird Ihnen hier im Forum begeistert zustimmen und anders als früher bin ich deshalb nicht mehr "böse".
Leben und leben lassen.
Erstens fühle ich mich bislang von Frau Esken und Herrn Borjans gut informiert und vertreten.
In der SPD ist es ruhig, will mir scheinen.
Zweitens ist evtl. nicht einmal die Mehrheit der SPD-Wähler wirklich auf verkürzt jetzt, Esken- und Kühnert-Linie.
Rechnet man all diejenigen hinzu, die die SPD nicht mehr wählen und egal in welche Richtung gewechselt sind, dann könnte die Zustimmung zu Scholz noch günstiger ausfallen und auf die kommt es doch wohl sehr an.
Drittens ist Frau Esken nicht auf Scholz "Linie" und deshalb bedeutet ihre Aussage sehr viel, sehr viel Gutes für Scholz.
Zuletzt werden wir seit Jahren von der CDU geführt, eigentlich meist, ich gestatte mir, Scholz auch als nächsten Vizekanzler zu sehen, evtl. Kanzler mit Grünen und FDP.

Die einst stolze und richtungsweisende Volkspartei
SPD hat sich mit Esken und Borjan endgültig verabschiedet!
Dieser Verein hat sich von seinen sozialdemokratischen Inhalten zu weit entfernt, dass man nichts Spezifisches mehr finden kann. Seit der Hochzeit mit der SED-Nachfolgepartei DIE LINKE wurde eine zweite Zwangsvereinigung mit den Kommunisten vollzogen, vor der Willy Brandt schon 1948 warnte: „Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“ Mit diesen jetzt gewählten Protagonisten wird dieser Weg weiter vertieft und manifestiert. Was würde wohl Willy Brandt und Helmut Schmidt dazu sagen? SPS: keine Führung; kein Gesicht; keinen Schneid; kein erkennbares Programm, außer an den Sesseln festkrallen, keine Vision, kein Personal mit Kompetenz und Führungskraft! SPD (sch)ade!

"Drittens ist Frau Esken nicht auf Scholz "Linie" und deshalb bedeutet ihre Aussage sehr viel, sehr viel Gutes für Scholz." Woher nehmen sie nur soviel Phantasie? Da ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken?!

ob sich nicht doch noch kurz vor der Wahl der Kevin selbst aus dem Hut zaubert. Es ist momentan erstaunlich ruhig um ihn.
Sie, liebe Frau Sehrt-Irrek, tun mir aufrichtig leid. Um Fan der SPD zu sein, muss man derzeit schon hart im nehmen sein. Schade, dass sich diese Partei selbst so verzwergt obwohl sie bei der derzeitigen politischen Lage eine riesige Spielwiese hätte.

als Schröder die SPD führte.
Er hätte vielleicht konstruktivere POLITIK für die Bundesrepublik Deutschland gemacht, auch im Sinne der CDU/CSU, als jetzt evtl. Frau Merkel nur mit Zurückhaltung von Teilen der CDU, wohl aber evtl. großer Unterstützung von Allem jenseits der liberal-konservativen SPD-Teile, also ab SPD-Linke.
Hätte, Hätte, ging nicht, denn erstens war Schröder in der SPD und zweitens, ein bisschen gescherzt, kannte die CDU/CSU Frau Merkel noch nicht.
Aber ohne Mitgliederentscheid geht in der SPD nichts.
Zwar wurde nicht Scholz zusammen mit Frau Geywitz gewählt, was ich sehr bedauere, aber die "Kühnert-Linie" muss nicht in jedem Fall bei den Mitgliedern in der Mehrheit sein.
Schliesslich gibt es noch Grüne und die Linke.
Aber wahrscheinlich phantasiere ich wirklich und vielleicht weil ich Angst habe, dass die SPD in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.
Danke, dass einige hier meine Probleme zumindest nachvollziehen können.
Die Riesenlücke Nahles bleibt oder kommt Scholz?

die mich nicht nur schmunzeln sonder laut lachen lies. Und das heißt schon etwas. Da gehört allerdings auch sehr viel Mut dazu, solche Zeilen über die schlimmsten Spalter der Spd, die das Land je gesehen hat. Aller Achtung!

Fritz Elvers | Mo, 13. Juli 2020 - 15:47

... sind seit der Corona-Krise noch viel absurder, als sie vorher schon waren. Die SPD wird aufgrund ihres Selbstzerstörungsmechanismus wohl erstmal mehr oder weniger verschwinden.

Ich hätte mir niemals träumen lassen, auf schwarz - grün zu hoffen, allerdings mit den Grünen nur als Mehrheitsbeschaffer und Minister für Gedöns.

Eine schwarz-grüne Bundesregierung dürfte nur dann zustande kommen, wenn die Bündnisgrünen starke Akzente für eine "grüne Politik" durchzusetzen vermögen.
Und zwar noch deutlicher als es der SPD in der jetzigen schwarz-roten Bundesregierung gelingen konnte.
Sonst könnte unter Umständen der gleiche Effekt eintreten wie bei der heutigen SPD: Eine symbolische Abmagerung bis auf die Knochen. Ob eine solche SPD dann überhaupt noch wieder zu Kräften kommt, erscheint eher zweifelhaft. Diesem Schicksal sollten die Bündnisgrünen zu entgehen versuchen.

Als langjähriger SPD-Wähler graut es mir beim Anblick des Führungsduos. Die beiden mögen ja "gestandene" Sozialdemokraten sein, nur wen will man mit solchen Repräsentanten beeindrucken?
Offensichtlich stehen jetzt wieder Politiker in der ersten Reihe, die sich durch langjährige Parteiarbeit den Posten "verdient" haben, Funktionäre eben. Nur belohnt der Wähler nicht unbedingt denjenigen, der in Jahrzehnten genug Fleisskärtchen für ordentliche Parteiarbeit gesammelt hat.
Besonders Frau Esken dürfte kaum neue Wählerschichten begeistern, dafür kommt sie viel zu hölzern und unbeholfen daher.
Und Herr Borjans? Na ja, für ein Ministeramt dürfte es reichen, aber ein "mitreissender, begeisternder" Politiker sieht anders aus und hört sich vor allen Dingen anders an.
Da kann man sicher froh sein, dass mit starken Grünen eine andere Option zur Verfügung steht. Auch wenn die SPD, die grösste und möglicherweise wichtigste Partei der deutschen Parteiengeschichte, heuer jede Stimme nötig hat.

Klaus Peitzmeier | Mo, 13. Juli 2020 - 17:38

Sollte Olaf Scholz sich für eine 15 % SPD tatsächlich als Kanzlerkandidat aufstellen lassen, träfe das Prädikat "er war einfach zu dumm" wirklich zu.
Das wäre ungefähr so, als wenn Werder Bremen das Ziel Meisterschaft ausgeben würde, nur weil sie in der ewigen Bundesligatabelle ziemlich weit vorne rangieren.
Ich finde KEVIN sollte es machen. Der hat der SPD doch das Dreamteam Esken/Borjans eingebrockt.

Ernst-Günther Konrad | Di, 14. Juli 2020 - 06:41

Die SPD hat das bekommen, was ihre Mitglieder gewünscht haben. Brandbeschleuniger im Doppelpack. Die SPD ist gespalten und der große Knall kommt noch. Andrea geht in die EU und nicht ins Finanzministerium. Man sucht noch Plätze für die farblosen SPD-Minister und ach ja, was macht man dann mit Eskabo? Mal die taz fragen.

Tomas Poth | Di, 14. Juli 2020 - 14:25

Wäre ich Scholz ich würde mich diesem aussichtslosen Unterfangen nicht stellen.
Lasst andere aus der SPD den Bach runter gehen, Scholz hat es nicht verdient. Nehmt Kevin, das ist dann lustig.

Manfred Schmidt | Di, 14. Juli 2020 - 19:27

Nur das Streben nach Macht und Status, ersteres von Merkel in absolutistischen Weise praktiziert, vermögen einen Menschen dazu bewegen in der gegeben Lage eine Kanzlerschaft anzustreben. Ihr Erbe ist geprägt durch eine Hinterlassenschaft von Fehlentscheidungen mit schwerwiegenden Folgen in der Zukunft. Die Gesellschaft gespalten, das Land von China und Erdogan erpressbar, das Verhältnis zu den USA in gegenseitiger Feinschaft und zu Russland nur noch über Nord Stream 2 verbunden. Dazu eine gescheiterte Migrationspolitik als Keim europäischen Streits und der gesellschaftlichen Spaltung im Land, Verletzung von Kernregeln zur Euroeinführung, Solidarität einzige Grundregel deutscher EU Politik.
Bildungszustand kaum Mittelmaß, Wirtschaft überabhängig von China und auf dem Weg vom innovativen Vorreiter zum Nachzügler in den Technologien der Zukunft z.B. KI, Digitalisierung, innovativer Mobilitäts- und Prozesstechnik.
Eine der Gesamtlage Rechnung tragende Wirtschaftpolitik findet nicht statt.

Heidemarie Heim | Mi, 15. Juli 2020 - 10:44

Das von den eigenen Leuten gewählte Gespann kann m.E. momentan nichts anderes, als bei den eigenen noch amtierenden Ministern Trittbrett zu fahren. Von wegen warm und vertrauensvoll! Herr Scholz oder Minister Heil tun gut daran, der Dame nicht den Rücken zu zudrehen, die warum auch immer gewählt wurde obwohl diese nicht mal in Teilen so kompetent ihre Aufgaben meistert wie die von mir benannten! Und ja, aus diesem Grund können Einem die wenig verbliebenen echten! Leistungsträger dieser SPD auch zurecht leid tun!
Doch haben sie es selbst in der Hand sich notfalls zu lösen und lieber fraktionslos politische Arbeit zu verrichten. Das Minister Scholz überhaupt dieses Affentheater damals mitmachte, erschließt sich mir übrigens bis heute nicht. Dabei bin ich weder Fan von ihm noch der Partei. Dennoch sollten er und andere sich einen solchen Mangel an Wertschätzung ihrer Person und Arbeit durch die große Vorsitzende deutlichst verbitten! Von kommenden Wahlen kaum zu sprechen. MfG