Koalitionsvertrag - Wohlig warm im Nest der Kanzlerin

Knapp sechs Monate nach der Bundestagswahl ist der Koalitionsvertrag unterschrieben. Bei der fast sakralen Verkündung zeigt sich: „Aufbruch“ und „Dynamik“ werden zwar angekündigt, sind aber in dieser Konstellation und bei diesem Personal kaum zu erwarten

Scholz, Merkel und Seehofer bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags
Als sei nichts gewesen: Olaf Scholz, Angela Merkel und Horst Seehofer / picture alliance

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Christoph Schwennicke ist Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Da sitzt sie wieder, als sei nichts gewesen. In der Mitte, in Himbeerrot, flankiert von zwei Herren in dunkelgrauen Anzügen und mit schütterem grauem bis schlohweißem Haar. Die Auftaktpressekonferenz der dritten Großen Koalition von Angela Merkel mit Horst Seehofer und Olaf Scholz bot ein Bild exakt dessen, was wir seit nunmehr mehr als einem Jahrzehnt haben und wohl einige weitere Jahre weiterhin haben werden. Routinierte Moderation, behagliche Nestwäme in einem Nest, das Angela Merkel das allerliebste ist. Die einstmals großen Volksparteien vereinigen sich zu einer Regierung. Und reden das vormals Gesagte mit Selbstverständlichkeit beiseite, als sei nichts gewesen. 

Gefragt nach ihren Gefühlen, sagte die Kanzlerin Himbeerrot, sie freue sich vor allem für die Menschen in diesem Land, „dass sie das bekommen, was sie erwartet haben“. 

„Aufbruch“ und „Dynamik“ nicht zu erkennen 

Das ist bei aller einschläfernden Tonlage, in der Merkel das sagt, ein frecher Satz. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie selbst vor einem halben Jahr dem Herrn zu ihrer Linken und dessen Partei – Olaf Scholz und der SPD – im Bund auf Jahre die Regierungsfähigkeit abgesprochen hatte. Und es ist auch ein tollkühner Satz vor dem Hintergrund, dass gerade aus der SPD und von ihrem Kanzlerkandidat Martin Schulz (nicht ohne innere Logik) immer wieder zu hören war, dass eben jene Merkelschen „Menschen im Land“ die Große Koalition mit zusammen Minus 14 Prozent abgewählt hätten und deshalb auch nicht mehr wollten.

Aber man sollte in diesem fast schon sakral anmutenden Moment der Taufe der dritten Großen Koalition unter Angela Merkel vor den Festgästen der Hauptstadtpresse vielleicht nicht anfangen, solche Haare zu spalten, obwohl sie in Wahrheit eher Baumstämme sind. Man soll sich eher der Frage zuwenden, ob dieser Auftritt und das dort Gesagte dem Motto des neuen Koalitionsvertrages gerecht wird. Mit „Aufbruch“ und „Dynamik“ ist der überschrieben. 

Und da tut sich zwischen Überschrift des Vertrags und Performance des Führungstrios doch eine große Text-Bildschere auf. Als hätte er schon immer da gesessen, stimmt der Novize Olaf Scholz in das konsensuale Reden und Gebaren der geübten Großkoalitionäre Seehofer und Merkel ein. Allein seine Freude, gelegentlich in einer Art philosophisch-erkenntnistheoretischen Ringvorlesung zum Wesen und Sein der Volksparteien im 21. Jahrhundert hinfortgetragen zu werden, unterscheidet ihn von den beiden Routiniers, die beide denn auch interessiert-belustigt während dieser Passagen Scholz ihren Blick zuwandten. 

Die dreifache Erleichterung 

Das Gefühl, das alle drei von der Stirnseite des Saales der Bundespressekonferenz verströmten: Gut, dass die Irrungen und Wirrungen vorbei sind. Gut, dass ich, Angela Merkel, nicht länger mit diesem sperrigen und phänotypisch und habituell mich unselig an Guido Westerwelle erinnernden Christian Lindner von der FDP zu tun habe. Gut, dass ich, Olaf Scholz, den apodiktischen Unfug hinter mir lassen kann, den Martin Schulz in den Wochen nach der Bundestagswahl zu einer weiteren Großen Koalition unter Merkel gesagt hat. Und gut schließlich, dass ich, Horst Seehofer, jetzt näher dran bin, um meiner Angela bei ihren allfälligen Blackouts sofort und von Amts wegen als Innenminister und oberster Heimatwächter in den Arm fallen zu können. 

Wo aber nun das Neue, das Frische, das Packende herkommen soll in dieser dritten Merkel-Groko, das weiß man nach diesem Auftritt bei wohlwollendster Betrachtung nicht zu beantworten. Eher spielen die Rolling Stones bei ihren beiden Auftritten demnächst in Deutschland unerwartet eine Punknummer, bevor diese dritte Auflage einer traurigen Dauereinrichtung namens Große Koalition Deutschland so erfrischt und wachrüttelt wie ein Emmanuel Macron Frankreich oder ein Sebastian Kurz Österreich. Ein bisschen wirkte Merkel wie Miss Sophie im Dinner for One. 

Nur, dass sie nicht alleine am Tisch saß.

Maja Schneider | Mo, 12. März 2018 - 15:01

Wieder mal genau auf den Punkt gebracht, lieber Herr Schwennicke. Der Wahlausgang spielt überhaupt keine Rolle, der Bürger ohnehin nicht. Es wird auch zukünftig an ihm vorbeiregiert, Dialog findet nicht statt. Von Änderung oder Dynamik keine Spur, das zeigt schon die Besetzung. Es ist einfach nur noch zum Verzweifeln.

Arndt Schuster | Mo, 12. März 2018 - 15:17

Schon die Bilanz von zwölf Jahren Merkel sind verheerend: Bundeswehr, Migration und innere Sicherheit, Euro-Rettung und gespaltene EU, Energiewende, Pflege, Diesel, soziale Schieflage, innerer Frieden, Digitalisierung usw. usf. Und die SPD: Sie regiert seit 20 Jahren( mit vier Jahren Unterbrechung). Es ist einfach nur furchtbar. Zumal dunkle Wolken auch über dem Wirtschaftsstandort Deutschland aufziehen: Italien und der Euro, Trumps Steuerreform und Zollpolitik. Alle werden sich vielleicht bald fragen, wie es passieren konnte, dass eine kleine Clique von machtgeilen Politikern das Land mit einer völlig falschen Politik beim Euro, bei der "Energiewende" und bei der illegalen Masseneinwanderung ein einst blühendes Land derart vor die Wand fahren konnte.

und glauben der Sraatspropaganda. Alle werden sich das sicher nicht fragen, denn sie wussten nicht, (wie Merkel), was sie anders machen würden. Deutschland kann nur von außen gerettet werden. Von Innen ist nichts zu erwarten. Deutschlands
selbstverschuldeten Probleme, wollen die Resteuropäer nicht. Die Presse und Politik sind einfach geistig Krank. Deutschland wird die EU zerstören, niemand sonst. Aber immer der Finger auf die anderen. Was wisst ihr schon, ihr Resteuropäer.

Karin Zeitz | Mo, 12. März 2018 - 15:17

in diesem Land werden bekommen, was sie von dieser Konstellation erwartet und die sie genau aus diesem Grunde abgewählt haben. Für die Kanzlerin ein Grund zur Freude - viele Wähler aber nicht gemäß dem deutschen Sprichwort “was dem Einen sin Uhl ist dem Andren sin Nachtigall“.

Sepp Kneip | Mo, 12. März 2018 - 15:35

Das Groteske an diesem ganzen Affentheater ist, dass diese GroKo-Vorstellung fast wie eine Erlösung aufgefasst wird. Eine Erlösung aus einer regierungslosen Zeit, der keiner angemerkt hat, dass es keine Regierung gab. Hauptsache, wir haben wieder ein Kabinett, egal wie es regiert und was es dem Bürger weiter antun wird. Etwas Gutes sicher nicht. Dazu ist es nicht in der Lage.

Warum ist diese Regierung dazu nicht in der Lage, weil ihr wie gehabt, Merkel erneut vorsteht. Diese Frau hat doch gerade in der letzten Legislaturperiode gezeigt, zu welchen Fehlleistungen zu Lasten Deutschlands und seiner Bürger sie fähig ist. Keiner hat sie gestoppt. Nicht ihre "Freunde", deren Partei sie bis zur Unkenntlichkeit verbogen hat. Nicht ihr Koalitionspartner, den sie untergebuttert und zu einer Klein-Partei gemacht hat. Nun hat sich an all dem nichts geändert. Merkel wird weiter machen wie bisher. Und wieder wird sie keiner daran hindern. Allerdings gibt es jetzt doch was Neues, eine Opposition.

Wolfgang Heubach | Mo, 12. März 2018 - 15:35

Herr Schwennicke bingt es wieder auf den Punkt: Sakrales Gehabe, von den "Hofmedien" in Szene gesetzt. Davor die Untertanen. Denn Bürgerinnen und Bürger sind wir alle noch lange nicht. Wir befinden uns am Merkel´schen Hof und schreiben das 19. Jahrhundert. Brutale politische Wirklichkeit in der RRD = Rauten-Republik Deutschland.

Rolf Krämer | Mo, 12. März 2018 - 15:54

Das können sich die beiden Herren nur fühlen, weil Sie sich an den Rock (Hosen) zipfel der Kanzlerin klammern und die deutschen Wähler immer noch zu dumm sind, das zu ändern. Einstein lässt grüßen.
Insgesamt wieder ein sehr guter Artikel. Allerdings würde ich mir wünschen, Herr Macron nicht in einen Topf mit Herrn Kurz zu werfen. (Nur wg. des jugendlichen Alters?) Macron kann Kurz in keiner Weise das Wasser reichen.

Werter Herr Krämer !
Völlig richtig - Herr Kurz erwartet kein Geld von der EU - sprich Deutschland.
Was für Macron schon selbstverständlich ist. UNSERES Übrigens.
MfG E. Schwarz

Heinrich Jäger | Mo, 12. März 2018 - 15:56

das was sie erwartet und vor allem gewählt haben.In diesem Punkt hat Merkel Recht .Die Menschen haben so gewählt, das diese GroKo des Versagens wieder möglich war obwohl es eine Alternative gab .Nun braucht sich niemand beschweren das die Fahrt in Richtung Wand beschleunigt wird.Die Wähler dieser Parteien haben sich mitschuldig gemacht an den Zuständen in diesem Land Punkt.

Dr. Florian Bode | Mo, 12. März 2018 - 16:06

Jetzt kapiere ich es, das war eben im TV gar nicht die Vorstellung des neuen Bewohnerbeirates im Seniorenzentrum, sondern die Re-Intrhronisation der "Kanzlerin".

Sehr geehrter Herr Dr. Bode,
Selten so gelacht!! obwohl die politische Situation zum Weinen ist.

Marie Werner | Mo, 12. März 2018 - 16:10

Herr Schwennicke, herzlichen Dank. Es ist exakt so wie Sie es schreiben. Nur schade, dass Ihr Text verhallen wird. Was für eine schaurige Zukunft uns auch weiterhin erwartet und noch schlimmer; es geht weiter bergab.
Diese Groko ist der Garant für die AFD...

Joachim Wittenbecher | Mo, 12. März 2018 - 16:19

Zum Beginn von Merkels vierter Amtszeit stellt sich die Frage nach der Machtbalance innerhalb der Regierung; und hier habe ich den Eindruck, dass diese hin zu SPD und CSU verschoben ist. Tatsache ist jedenfalls, dass Merkel den Politiker, Horst Seehofer, der ihr 2015/2016 die Herrschaft des Unrechts vorgeworfen hat - welcher Vorwurf könnte im Rechtsstaat schlimmer sein? - jetzt als ihren Innenminister akzeptieren muss. Freiwillig akzeptiert man so etwas nicht. Tatsache ist weiterhin, dass die künftige SPD-Vorsitzende, Andrea Nahles, nicht der Regierung angehört; ein SPD-Ausstieg steht also als Dauerdrohung im Raum. Merkel kann sich deshalb keine großen Fisimatenten (Atomaussteig, Flüchtlingskrise) mehr leisten. Das stört sie im Moment sicher nicht, daher die gute Laune bei der Pressekonferenz. Merkel glaubt offenbar, eine neue Wahl zur Kanzlerin sei ihr Freispruch vom Vorwurf "der Herrschaft des Unrechts". Kurzfristig vielleicht ja - die Geschichte wird sie negativ beurteilen.

martin falter | Mo, 12. März 2018 - 16:22

Worthülsen gestanzt, dass muss jetzt aber eine Zeit reichen. Merkel und Co können sich in`s Nest zum ausruhen wieder hinlagen. Gute Nacht!

Christa Wallau | Mo, 12. März 2018 - 16:23

haben a l l e s , was sich in den letzten Jahren in Deutschland getan hat, mit zu verantworten bzw. - im Falle von Angela Merkel - in erster Linie (!) zu verantworten.
Daß sie sich hinstellen und so tun können, als beginne mit ihnen jetzt alles n e u , das ist eine Ungeheuerlichkeit, die nur von der Tatsache getoppt wird, daß viele
Leute es ihnen offenbar auch noch glauben!
In keinem anderen Land der Welt
- das wage ich zu behaupten - hätte sich derartig Absurdes ereignen können wie die Auferstehung der GroKo in Deutschland.
Immer wieder muß ich Sarrazin zitieren: "Deutschland schafft sich ab". Dafür hat es sich eine Frau ausgesucht, der alles andere wichtiger ist als die ureigensten
Interessen und Rechte der Deutschen - das Chamäleon
Angela Merkel!

Daniel Wischer | Mo, 12. März 2018 - 16:32

Ja, kuschelig warm ist so ein Nest. Man darf natürlich nicht hinausfallen oder daraus flüchten.
Business as usual also. Die Kanzlerin als "Mutter" der Nation, die den Leuten angeblich gibt, was sie wollen. Aber Frau Merkel ist ja immer für Überraschungen gut.
Ein glücklicher Horst Seehofer, der noch einmal ein schönes Amt bekommen hat. Olaf Scholz, der schon ein bisschen auf den Spuren Helmut Schmidts zu wandeln meint. Wenn es doch nur ewig so weiterginge. Manuela Schwesig und Frau Giffey proben derweil die Rolle der "Kümmerinnen" der SPD, die CDU kümmert sich um "Digitales". Motto: wir sind am Puls der Zeit. Und morgen kommt der Osterhase.
Dem Land und seiner "Bevölkerung" ist zu wünschen, dass keine heftigen Stürme - andauernde Massenmigration, Terrorismus, verschärfte politische , Euro- oder Wirtschaftskrisen - das warme Nest vom Ast fegen.
Es könnte dann schnell ungemütlich werden, natürlich weniger für das politische Spitzenpersonal als vielmehr für die Regierten.

Martin Arndt | Di, 13. März 2018 - 16:35

In reply to by Daniel Wischer

Sehr richtig. Die eine der sich kümmernden "Damen" schickt ihr Kind auf eine Privatschule, und die öffentlichen Schulen verrotten, und die Standards werden gesenkt. Oh Gott, sollte eine Krise kommen, werden wir ausgeliefert sein oder, wie im Fall der Übergriffe auf Mädchen in Köln, für schuldig befunden, weil die Arme nicht bedeckt waren. "Foul is fair, and fair is foul". Die Willkürlichkeit der politischen Setzungen lässt alles kafkaesk erscheinen. Die Grundlage einer jeden community, Vertrauen, ist zerstört.

Ralph Lewenhardt | Mo, 12. März 2018 - 16:40

Schöner Vergleich, mit Merkel als Miss Sophie. Der Unterschied zum Klassiker ist nur, dass Merkel ab sofort wieder allein entscheidet, wen sie zu welchem Zeitpunkt über den Tigerkopf stolpern lässt.

Michaela Diederichs | Mo, 12. März 2018 - 16:45

Sie ist halt die Kanzlerin der Herzen. Und sie kriegt auch ohne Chauffeur alles krachend gegen die Wand gefahren und bleibt dabei unbeschadet. Das muss man erst mal hinkriegen.

Hans Jürgen Wienroth | Mo, 12. März 2018 - 16:47

Gut Zusammengefasst, Herr Schwennicke.
In unserer örtlichen Tageszeitung aus der Funke-Mediengruppe wurde groß berichtet, was Europa und die Welt von uns erwartet. Die Erwartungen und Hoffnungen der Bürger spielten hier keine Rolle.

Heidemarie Heim | Mo, 12. März 2018 - 16:47

`Cause I try and I try and I try , I can`t get no.......
Dieser verzweifelte Ruf von Mick kam mir bei der Stones-Anleihe schlagartig in den Sinn. Unmittelbar danach einer der Hauptakteure bei Miss Sophie. Nämlich das Bärenfell oder war`s ein Tiger?, mit dem James im motorischen Clinch lag.
Was die Dynamik betrifft kam das schon sehr nah an die Tribünenbesetzung früher im TV gesehener sowjetischer Paraden. Bösartige Gerüchte behaupteten, das man so manchen am Stuhl festbinden musste, weil er unter der ordensgepflasterten Heldenbrust ansonsten das
Gleichgewicht verloren hätte;-)
Das einzig "Erhellende" heute vormittag waren die vorangegangenen Pressekonferenzen von FDP und AFD wo Tacheles geredet wurde, im Gegensatz zu den Grünen und der Linken mit ihren schon altbekannten Positions/-Oppositionsaussagen. Und das war`s auch schon an tröstlicher Hoffnung was die Aussicht der nächsten 3 1/2 Jahre betrifft.
I can`t get no.......MfG

Gottfried Meier | Mo, 12. März 2018 - 16:49

Neuestes ZdF Politbarometer: 52 % sind dafür, dass Frau Merkel Kanzlerin bleibt. Die wären wahrscheinlich auch dafür, dass Frau Merkel so wie der Chinese Kanzlerin auf Lebenszeit wird.

CDU/CSU/SPD/GRÜNE, grosse Teile der FDP und Linke, schwärmen für Frau Merkel. Bei der Presse ist es gefühlt 98%. Alles Paletti.

52 % von was? Wer und wieviele wurden mittels welcher Methode denn da befragt? Falls es dabei eine größere Schnittmenge mit denen geben sollte, die sich den ganzen Quatsch im Fernsehen noch antun (lassen), wundert mich das Umfrageergebnis nicht. Solange „Das Traumschiff“, „Bauer sucht Frau“, „Das Dschungelcamp“, „Shopping Queen“, „GZSZ“, „GNTM“ und „DSDS“ zu den meistgesehenen Sendungen zählen, gibt es auch für die politische Bildung und Kultur sowie für das Wahlverhalten in diesem Land wenig Hoffnung. „Um Himmels Willen!“ fällt mir dazu nur noch ein - läuft aber im ARD ;-)

Tomas Poth | Mo, 12. März 2018 - 17:06

da steckt auf alle Fälle ein SOS für Deutschland drin. Aber was erwarten wir von unserer Mehltauprinzessin, sie kann nicht anders und wird immer noch von zu vielen Wahlbürgern gewählt. Das ist Fakt und Problem zu gleich.

Jacqueline Gafner | Mo, 12. März 2018 - 17:36

Aufbruch wohin und Dynamik in Bezug auf was? Aufbruch in die Schuldenunion, nachdem die Vorsitzende der CDU es glücklich geschafft hat, Ex-Finanzminister Schäuble an die Spitze des Bundestags wegzubefördern? Dynamik in Bezug auf die prinzipiell unbegrenzte Auswechselbarkeit von politischen Positionen wie von Mandatsträgern mit Exekutiv-Funktion? Und wen hatte die höchstens theoretisch abwählbare Kanzlerin wohl konkret im Sinn, als sie sich stellvertretend für die "Menschen im Land" freute, "dass sie das bekommen, was sie erwartet haben"?

wolfgang spremberg | Mo, 12. März 2018 - 18:03

kann man auch empfinden wenn man geschickt über den Tisch gezogen wird und die Reibungshitze als Nestwärme empfindet. Diesen Teil des Geschäftes scheint die Kanzlerin zu beherrschen.

Wolfram Rieger | Mo, 12. März 2018 - 18:14

der deutsche Michel merkt nicht was abgeht in der Nation.
Die Vergangenheit lässt grüßen.
Und die paar Redakteure und Leser des Cicero sind offensichtlich am Rande der Meinungen.
Also gönnen wir uns halt weiter guten, unabhängigen Journalismus und gute Meinungen einzelner.
Am liebsten würde ich auf eine Demo gegen diese Groko gehen.
Allerdings läuft man dabei massiv in Gefahr, von rechten und/oder linken "begleitet" zu werden.
MDBs anzuschreiben ist die Zeit nicht wert, da blabla als Rückantwort, wenn überhaupt.
Also warten wirs ab, oft kommt es anders als man denkt.

Martin Arndt | Mo, 12. März 2018 - 18:34

Was zeigt das Bild? Den neuen Typus der emotionlosen Frau, der das Spiel der Macht raffinierter beherrscht als die 'tumben' alten Männer, die wie Marionetten fremd gelenkt werden. Das transatlantische Spiegelbild der Pastorentochter Dorothea (!!!) ist H.R.Clinton, die die wahre Domina von Bill ist. Was letzterem die Monica L. war, ist dem Horst sein Ministerposten. Bill und der Bayer werden scheinbefriedigt u. so sediert. Die reale Abhängigkeit wird als Lust erfahren. Sollte ein Shakespeare-Drama die Sehschärfe stärken?

Budde Peter | Mo, 12. März 2018 - 19:39

In 4 Jahren, wenn die nächste BT-Wahl kommt und schwarz-rot wieder ein rekord-schelchtes Ergebnis eingefahren hat, werden sich schwarz, rot, tiefrot und grün zu einer Mega-Koaliton zusammen tun un dann wieder über die 50 % kommen. Es wird sich nur etwas ändern, wenn es zu einer Bahamas-Koaliton (blau-gelb-schwarz), mit der Union als Juniorpartner, kommt und die notwendigen Reformen angepackt werden. Bis es soweit ist, wird das Land weiter mit Niemalssteuerzahler aus dem muslimisch-schwarzafrikansichen Raum geflutet werden. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge reihenweise als Beitragszahler wegfallen und gleichzeitig die Anzahl der Nehmer steigt, wird unser Sozialstaat kippen und es wird zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommen, weil dann die Transferempfänger nicht mehr angemessen alimentiert werden können. Dann werden sie sich ihre Sozialleistungen und Sixpacks mit Gewalt holen. Danke Frau Merkel für diese Grundsteinlegung ! Danke liebe Wähler !

Jens Winkelmann | Mo, 12. März 2018 - 19:51

Jede neue Regierung hat 100 Tage Schonzeit verdient,
auch wenn nicht alles ganz neu ist.

Sonja Schweinitz | Mo, 12. März 2018 - 19:59

„Die einstmals großen Volksparteien vereinigen sich zu einer Regierung“ - ja, als Parteivolk über und gegen ihr Volk! Unsere „Spitzenpolitiker“ zerstören die über Jahrzehnte, wenn nicht über Jahrhunderte mühsamst errichteten Grundfesten unserer Gesellschaft binnen Monaten mit Ihrer Hybris u. Ignoranz. So darf es nicht weitergehen! Lieber Herr Schwennicke, tun Sie uns allen bitte einen Gefallen: schnappen Sie sich Ihre besten Kollegen u. weitere kluge Köpfe aus Ihrem Netzwerk und gründen Sie die „BRD“ - die „Bürger retten Deutschland“-Partei! ;-) Oder unterstützen Sie eine Partei, von der wir am ehesten Rettung erwarten könnten, eine SERIÖSE Alternative. Ich wüßte sogar eine mit immerhin 5 guten Leuten im Europaparlament ... über die von unserer weitgehend ebenfalls ignoranten, eigeninteressengeleiteten u. gleichgeschalteten Presse aber kaum berichtet wird. So werden auch echte, nicht-radikale Alternativen schon im Keim erstickt. Die Stimme der Vernunft ist leider oft zu leise ...

Dimitri Gales | Mo, 12. März 2018 - 20:30

Das Ganze Autreten dieser neuen alten Koalitition erinnert mich an eine Passage in Sheakespeares "Hamlet" wo es heisst: "Worte, Worte, Worte".

Marcel d'Hondt | Mo, 12. März 2018 - 23:56

Ja, da ist wieder dieser kühn-schamlose Spruch aus dem Munde von Frau Dr. Merkel, "der Bürger" wolle es so, der "Bürger" habe kein Verständnis, wenn immer noch keine Regierung gebildet sei.
An durchschaubarer Hohlheit kaum zu überbieten. Der "Bürger", also diesmal nicht "Die, die schon länger hier leben", der "Bürger" und sein "Wille" also müssen dazu herhalten, das zu kaschieren, was Frau Dr. Merkel so sehr begehrt: Macht. Regierungsamt. Da lässt frau auch gerne mal das Bundesfinanzministerium sausen, Hauptsache, sie wärmt weiterhin ihren Platz.

Ansonsten sind die Anliegen des "Bürgers" oder des "Souveräns" eigentlich gänzlich gleichtgültig.
Hauptsache, Frau Dr. Merkel kann wieder ihre heißbegehrten Sitzplatzkarten für das Richard-Wagner-Memorial-Concert in Empfang nehmen (-;

Gudrun Wilde | Di, 13. März 2018 - 02:06

Es sind nicht nur 14% Verlust. Hier werden einmal mehr Prozentpunkte mit Prozenten verwechselt. In Prozenten haben die GroKo-Parteien doch sogar über 20% verloren!!
Aber das reicht noch immer nicht aus, um die Totengräberin und ihre Speichellecker loszuwerden.
Das Volk jubelte und reichte ihr abermals Papier...

Peter Lieser | Di, 13. März 2018 - 09:16

Nach dem Auftritt der 3 Akteure, hat mich das Mitleid gepackt und habe spontan 1 Flasche Frauengold an Merkel und je 1 Flasche Ginseng an Seehofer und Scholz zum Versand gebracht. Seehofer hatte ich noch "Hallo wach" bei gelegt, das er während der gesamten Pressekonferenz seinen Kopf stützen musste, hat mich doch stark berührt. Ich kann auch nicht verstehen, das der erbarmungslose, verantwortungslose deutsche Wähler, diese alten Herrschaften mit nahezu 33 % ( ganz knapp an der absoluten Mehrheit vorbei ! ) nochmal in diese in die Regierungsverantwortung getrieben hat. Lieber Himmel, habt doch Erbarmen und laßt sie doch endlich mit 5-10 % in den verdienten Ruhestand gehen. Man sieht doch, die können nicht mehr !

Hans Herzberger | Di, 13. März 2018 - 10:21

"Wir bekommen das, was wir erwartet haben"! Es klingt wie eine Drohung. Wissen diese Politiker eigentlich, was sie in Ihren dummen Statements anrichten ! Das Volk erwartet von dieser Koalition nichts aber auch gar nichts, außer das sie schnell endet. Die Wohltaten und operative Hektik in dem Koalitionsvertrag nimmt sowieso niemand ernst und die Akteure wissen selbst, dass diese nicht zu erfüllen sind. Die Verdrossenheit der Wähler wird sich steigern und in 2021 werden die Wahlen einen ganz anderen Weg einschlagen als man sich derzeit vorstellen kann. Einen ganz gewaltigen Tiefschlag für diese Regierung, wird die ausufernde Kriminalität im Lande werden, der Polizei und Justiz schon jetzt machtlos gegenüberstehen.

Nicola Doekel | Di, 13. März 2018 - 11:55

Ausgezeichnet!Ich frage mich seit drei Jahren wann DE aufwachen wird. Jeden Tag warte ich darauf, aber es geht so weiter. Vor drei Jahren habe ich gesagt Merkel fährt Deutschland und Europe gegen ein Wand und es hat sich bewarheitet.
Jeder der eine andere Meinung hat als die Regierung, Journalisten und anderen, werden arrogant als Nazis, Rassisten und braune Supper oder ähnliches.
Ich wohne sehr gerne in Deutschland, bin voll integriert, aber was in die letzten drei Jahren hier passiert und berichtet wird - ausser hier und andere wenige Zeitungen -zeugt von Arroganz und Rechthaberei. Das einzige was von der Bundestag und Journalisten kommt ist dass alle schuld sind ausser Deutschland - Trump, Brexit, Ungarn, Österreich...... Es werden anderen Ländern schlimmer Wörter entgegen geschleudert und anstatt, dass die Deutschen sagen, "Halt, Stop!!" wird weiterhin mit eine Arroganz weiter regiert der mir schaudern lässt.
Ich lese gerne Cicero - vielleicht schaffen sie es DE. zu helfen.

claudie cotet | Di, 13. März 2018 - 14:13

verzichte
wird doch wieder unterdrueckt

Dorothee Sehrt-Irrek | Di, 13. März 2018 - 15:01

von Herrn Bonse.
Der Cicero sollte sich schon überlegen, was er eigentlich will, Aufbruch a la Merkel oder doch ein ambitioniertes konservatives Programm.
Damit würde er für die Zukunft nach Merkel arbeiten oder gar für die `Schreckenszeit´ einer Merkel Europa- oder Welt-weit Vorsorge treffen.
Ich traue den jungen Politikern der CDU/CSU eine ganze Menge zu, auch den Partei-Think-Tanks, aber journalistische Expertise ist noch einmal gesellschaftlicher.

Manfred Gimmler | Di, 13. März 2018 - 16:11

Und wohlig warm ist es in der Schreibstube, wenn man über die Kanzlerin nachdenken darf und alles beim Alten bleibt. In der Mehrheit wollen die Deutschen von Merkel regiert werden – mittlerweile glaube ich, Christoph Schwennicke auch.