Honeckers Schwester

Gertrud Hoppstädter lebt heute noch im Elternhaus des einstigen DDR-Staatschefs in Wiebelskirchen im Saarland.

Erich Honecker zu Besuch bei Gertrud Hoppstädter 1987 (rechts)
() Erich Honecker zu Besuch bei Gertrud Hoppstädter 1987 (rechts)
Lesen Sie auch: Wolfram Eilenberger: Margots Welt Wird sie nun Streuselkuchen backen oder Zwetschgenkuchen? Diese Frage bewegte die Saarbrücker Zeitung im Sommer 1987. Hier, in der Kuchenbergstraße in Wiebelskirchen, rechts und links gesäumt von niedrigen Arbeiterhäuschen, hatte sich höchster Besuch angesagt: der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker. Im Haus seiner Eltern, zu Besuch bei der Schwester. Und die wollte ihrem Bruder zeigen, was ihr Haushalt hergibt. Es kam anders: Kaum 20 Minuten blieben dem Geschwisterpaar, da musste Honecker bereits weiter. Nicht ohne sich im schmalen Garten der Schwester am Apfelbaum zu bedienen. Den Apfel hielt er noch in der Hand, als er zum Stelldichein mit Oskar Lafontaine im Rathaus eintraf, berichten Augenzeugen. Erichs kleine Schwester wurde 1917 in Wiebelskirchen geboren. Wie ihr älterer Bruder wurde sie Mitglied der kommunistischen Kindergruppe. Später, als Erich Honecker bereits zum Studium an die Kommunistische Jugendinternationale Moskau delegiert wurde, trat sie wie ihr Ehemann der DKP bei. Gertrud Hoppstädter lebt zurückgezogen. Die 91-Jährige ist immer noch rüstig und weiterhin entschlossen, sich die eigene Sicht auf die Dinge nicht nehmen zu lassen. In Wiebelskirchen kennen sie alle. Und beschreiben die Schwester als „brave Bürgerin“, die sich vom Rummel um ihren Bruder nicht sonderlich habe beeindrucken lassen. Journalisten weist sie freundlich, aber bestimmt ab: Nein, zu Erich gäbe es eigentlich nichts mehr zu sagen. Foto: Picture Alliance

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