umstrittene Greenpeace-Aktion - Alles für den Klimaschutz

Im Kampf gegen den Klimawandel will Greenpeace provozieren, um Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema zu erlangen. Doch nicht alle Aktionen gelingen, und nicht jeder zivile Ungehorsam ist gerechtfertigt.

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Ein Aktivist von Greenpeace über der Allianz-Arena/dpa

Autoreninfo

Alissa Kim Neu studiert Kulturwissenschaften und Romanistik in Leipzig. Derzeit hospitiert sie bei Cicero.

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Der Zweck heiligt die Mittel. So jedenfalls sagt es der Volksmund. Und der plappert auch dann noch weiter, wenn die Mittel längst gefährlich werden. So auch gestern Abend, als beim Spiel Deutschland gegen Frankreich ein Greenpeace-Aktivist nach einer ungeplanten Notladung zwei Männer im Stadion verletzte. Sofort entbrannte im Netz eine lebhafte Diskussion über den höheren Zweck solcher Aktionen. Reicht der Klimanotstand als ethisches Fundament für einen gefährlichen Gleitflug ins Ungewisse bereits aus?

Eigentlich, so hieß es von Greenpeace später, sei es der Plan gewesen, mit einem motorbetriebenem Gleitschirm über das Stadion zu fliegen und einen großen gelben Ball hinunterzulassen. Auf diese Weise wollten die Umweltaktivisten gegen die klimaschädlichen Benzin- und Dieselfahrzeuge des Nationalteam-Sponsors Volkswagen protestieren. Eine nette Idee. Doch anstatt dass dann pünktlich um 21 Uhr ein Ball aufs hell erleuchtete Grün gepurzelt wäre, strandete ein Mann mit einer waghalsigen Notlandung mitten auf dem Spielfeld, verletzte zwei Menschen und kam mit dieser Bruchlandung sogar noch recht glimpflich davon. Das Münchner Polizeipräsidium ließ in einer Pressemitteilung verlauten, dass gegen den 38-jährigen ermittelt werde. Die UEFA verurteilte die Aktion scharf.

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Yvonne Stange | Mi, 16. Juni 2021 - 18:54

Na ich hoffe doch mit (angeblich) "umweltfreundlichem" Elektromotor?? Alles andere wäre ja derart daneben. ;-)
Was erlauben sich diese "Aktivisten" eigentlich? Menschenleben zu gefährden für die "gute" Sache? Der menschengemachte Klimawandel ist nicht bewiesen. Da beißt die Maus keinen Faden ab! Sport für derartige "Aktionen" zu nutzen ist schlicht und ergreifend dumm. Und eher kontraproduktiv. Pluspunkte wurden da sicher nicht gesammelt. Gut so! Mir tun nur die zu Schaden Gekommenen leid.

Heiner Thiel | Mi, 16. Juni 2021 - 18:57

...laufen immer mehr aus dem Ruder! Die sog. "Aktivisten" sind m.E. selbstgerechte Ideologen, die auch Schaden für die Allgemeinheit akzeptieren (abseilen von Autobahnbrücken etc.pp.), scheinbar legitimiert durch eine "höhere Moral". Ich habe schon vor vielen Jahren meine Fördermitgliedschaft bei diesem Verein gekündigt! Bei Ärzte ohne Grenzen ist mein Engagement besser aufgehoben!

Ihre Konsequenz bzgl. Mitgliedschaft bei diesem 'Verein' Greenpeace teile ich, weil's mir ähnlich geht. Allerdings würde ich den 'Ärzten' keine Gefolgschaft leisten, weil die nach meiner Einschätzung aus dem gleichen Holze geschnitzt sind. Und ein 'weißer Kittel' allein reicht mir nicht zur deren Absolution.

Hans Jürgen Wienroth | Mi, 16. Juni 2021 - 19:26

Diese Greenpeace Aktion ist genauso gelaufen, wie sie geplant war – abgesehen von der Verletzung der Zuschauer. Wer hätte auf dem kleinen Ball den Grund der Aktion lesen können (sofern dieser überhaupt darauf stand). Nein, das Aktionsmotto stand nur auf dem Gleitschirm groß genug, die Aktion ist halt schlecht gelaufen. Jetzt verkauft man die Bürger für dumm.
Aber so ist das in einem Land, in dem die Justiz den „Klimaaktivisten“ jede Freiheit einräumt, die von den geschädigten Unternehmen vor lauter Angst vor negativer Presse goutiert werden. Da werden Kohlegruben und -kraftwerke lahmgelegt, Autobahnen, Schifffahrtswege und Straßen blockiert usw. Die wohlwollende Justiz stellt die Verfahren ein. Wenn die Täter nicht mit Auflagen einverstanden sind, dann gibt’s das auch ohne (AG WOB). Justiz zum Aussuchen des Urteils, ein vollkommener Rechtsstaat?
Wo bleiben da Gleichberechtigung und Verhältnismäßigkeit?

Ingofrank | Mi, 16. Juni 2021 - 20:19

ist immer auf der „richtigen Seite“
So einfach ist das.
Gefahr gegenüber anderen, die sollen mal schön die Füße stillhalten, diese „Klimagegner“
Kommt immer darauf an, wo man steht!

Mit freundlichen Grüßen aus der Erfurter Republik

Jürgen Klemz | Mi, 16. Juni 2021 - 21:11

Eine gelungene Aktion! Aller Welt wurde wieder vor Augen geführt wie es um die innere Sicherheit in Deutschland bestellt ist und was für Knalltüten hier ihren Zirkus abziehen können! In allen anderen Stadien Europas ging es ausschließlich um den Sport, den Fußball! Nur im Land derer die alles besser wissen, musste vor dem Anpfiff nochmal eindrucksvoll an Umweltschutz usw. erinnert werden! Mein Gott, wer bitteschön ist den gegen Umweltschutz? Die Leute im Stadion und vor den TV's wollten einfach nur einen schönen Fußballabend erleben, könnt ihr, die ihr eine Minderheit darstellt, die Leute nicht einfach auch mal in Ruhe lassen???

Norbert Heyer | Mi, 16. Juni 2021 - 22:56

Das war gestern eine unverantwortliche, andere gefährdende Aktion. Greenpeace hat sich dem Klimaschutz verschrieben, ohne überhaupt zu wissen, wie sich das Klima entwickelt. Niemand kann heute mit Gewissheit sagen, ob der Mensch überhaupt Einfluss auf das Klima hat. Keiner weiß, ob die Erderwärmung nicht andere -natürliche- Ursachen hat. Eines wissen wir aber ganz genau: Wenn die hysterische Grundstimmung weiterhin das Geschehen steuert, wird es zu finanziellen Belastungen und Entbehrungen führen, die den Mittelstand verarmen lassen. Allein die geniale CO 2 Steuer hat durch die bereits festgelegten Steigerungsraten eine gewaltige Sprengkraft. Das besonders unfaire daran ist, dass nicht die meist staatlich alimentierten Greenpeace-Jünger die Zeche bezahlen werden sondern in erste Linie diejenigen, die diesem Klima-Hype kritisch gegenüberstehen. Wir werden in allen Lebensbereichen eingeschränkt werden und das vielleicht völlig grundlos. Aber eine sachliche Diskussion ist nicht erwünscht

Bernhard Derks | Do, 17. Juni 2021 - 06:46

"Beim Kampf für den Klimaschutz, der klar seine Berechtigung hat..."
Bei solchen Aussagen kommt mir die Galle hoch.
Aber wieso erwarte ich beim Cicero, daß keine Artikel veröffentlicht werden, deren Inhalte auf völlig verfehlten Grundannahmen entstehen?

Konrad Paukner | Do, 17. Juni 2021 - 08:09

sondern eine geplante Landung auf dem Spielfeld, die lediglich durch das unvermögen des Piloten beinahe in einer Katastrophe geendet hätte.
Nachzulesen in der Pressemitteilung von Greenpeace auf deren Homepage. Zitat: "„Kick Out Oil“ steht auf dem Gleitschirm, der kurz vor Anpfiff auf dem Spielfeld landete. Den gleichen Slogan trägt der ein Meter große Latexball, der durch das Stadiondach zum Mittelkreis schwebte."

https://www.greenpeace.de/presse/presseerklaerungen/kick-out-oil-greenp…

Urban Will | Do, 17. Juni 2021 - 08:53

ein Wimpernschlag, drohte uns eine „neue Eiszeit“.
Auch damals waren sich, wie heute, eine Mehrheit der Wissenschaftler, Politiker und Medien einig.
Spätestens seit Corona sollten wir wissen, was „Prognosen“ taugen...

Aber in diesen Tagen ist die Militanz derjenigen, die glauben, in Sachen Klimawandel und dessen Ursachen „allwissend“ zu sein, deutlich stärker ausgeprägt.
Der Gleitschirm – Akt war offensichtlich stümperhaft geplant und durchgeführt, aber Fakt ist, dass man von Seiten der Aktivisten durchaus in Kauf nimmt, für die „gute Sache“ anderen Schaden zuzufügen.
Das fängt ja schon beim Zerkratzen von SUV's an...

Wir müssen zurück zur offenen Diskussion, denn wenn dieser Klimawahn mit dem Tempo weitergeht, wird es bald zu offenen Gewaltausbrüchen kommen.

Ein Verblendung solchen Ausmaßes wie ich sie bei vielen dieser Klima – Retter sehe, kenne ich nur aus Diktaturen. Man schaue sich nur Aufnahmen von Gesichtern der Zuhörer an, wenn Hitler oder Goebbels ihre Reden schwangen.

Walter Bühler | Do, 17. Juni 2021 - 09:11

... haben sicherlich nicht ohne Grund ihren Sitz in London.

Die Spenden, die dorthin fließen, kommen wohl nicht nur von den vielen kleinen unschuldigen Idealisten, die selbst ein wenig bei der medientauglichen Rettung der Welt mitspielen möchten und ganz bestimmt von solchen super-geilen Aktionen wie dem (mit Elektromotor betriebenen?) Gleitschirm fasziniert sind.

Gerade in London wird auch viel Geld von (ex-)russischen Oligarchen und von arabischen Plutokraten investiert. Wer da sicher sein, dass z. B. keine Großspende aus wirtschaftlichen (und zweifellos nachhaltigen) Gründen in die Aktionen gegen VW fließt?

Ja, ja, woher kommt den überhaupt das viele Geld, das in die sogenannte Zivilgesellschaft fließt?

die Sie hier stellen, lieber Herr Bühler!
Woher kommmt das viele Geld, das die "Weltverbesserer" in den diversen NGOs offenbar zur Verfügung haben???
W e r steht dahinter mit seinen eigenen Interessen, die ganz sicher nicht idealer Natur sind, sondern mit Geld- und/oder Machtgewinn zu tun haben?

Es sind nicht die kleinen Leute mit ihren geringen Mitteln, welche die gesamte
Umwelt-Hysterie befeuern. Sie sind nur die Marionetten, die das Stück für die Welt aufführen, welches die Strippenzieher im Hintergrund für das momentan erträglichste halten.

Mit den Ablaßbriefen, die den Gläubigen im Mittelalter verkauft wurden, finanzierten Päpste und Kardinäle in Rom ihren luxuriösen und orgiastischen Lebensstil, erbauten den Petersdom und Paläste.
Heute sind es die Oligarchen auf der Welt (ob sie nun in den USA, in China, in London oder Katar sitzen), die dem naiven Volk Schuldgefühle einheizen, damit es
willig ihrer Agenda folgt.

...Probleme - aber die ganze Vorgehensweise finde ich gefährlich bis lächerlich:
Greenpeace vor Jahrzehnten finanziell unterstützt, aber so eine Aktion wie gerade eben ist DUMM, weil nicht durchdacht und menschengefährdend.
Lächerlich, weil es der völlig falsche Ansatz ist: Was wir in Deutschland dem "kleinen Bürger (m/w)" finanziell (schon seit vor 2015) zumuten, ist traurige Realität ... wenn man das WELT-Klima retten möchte, müssen ALLE an einem Strang ziehen! Aber wir Deutschen kennen das ja schon zu Genüge, da wir die EU überwiegend finanzieren...

Achim Koester | Do, 17. Juni 2021 - 10:17

Würde in naher Zukunft der empirische wissenschaftliche Beweis erbracht, dass der "Klimawandel" nicht vom Menschen verursacht ist, die Welt würde es mit Sicherheit nicht erfahren,

Romuald Veselic | Do, 17. Juni 2021 - 10:56

für mich, als unangepasster Öko-Apostat.

Nur weil jemand Greenpeace als Markengag verwendet, bedeutet das nicht, dass Grün & Frieden als Äquivalent darin stecken. Für mich persönlich, ist dies ein Verein aus Sub-Trottel bestehend, die gegen echte Gegner wie China, Indien u. Russland nichts ausrichten können. Deshalb reagieren sie sich so ab, wie vorgestern in München. Typisch Westneurosen der Selbstgerechten u. Moralwächter.
Der Typ wollte wahrscheinlich Matthias Rust/1987 nachahmen.
PS Ein Herz für Ochsenfrösche.

Dieter Freundlieb | Do, 17. Juni 2021 - 12:27

In diesem Artikel wird über eine 'Klimakatastrophe' gesprochen, über 'Klimaschutz' (ein unsinniger Begriff, da man das Klima nicht 'schützen' kann, sondern allenfalls Menschen und andere Organismen), und es wird einmal auch Umweltschutz mit 'Klimaschutz' in eins gesetzt.

Es gibt eine große Anzahl von international hoch angesehenen Wissenschaftlern, die die Rede von einer drohenden Klimakatastrophe für völlig verfehlt halten, deren wissenschaftliche Arbeiten aber in Deutschland weitgehend verschwiegen werden. Ich nenne hier nur Emeritus Professor Richard Lindzen vom MIT.

Ich kann nur jedem, der den Veröffentlichungen des IPCC und den in den Medien noch vereinfachten Versionen der AGW-Theorie vertraut, empfehlen, sich einmal das Interview mit Professor Judith Curry bei YouTube anzuschauen (Power Hour from 11/6/19). Professor Curry ist eine der wirklich um Objektivität bemühten Klimawissenschaftlerinnen, die selbst in früheren Jahren dem IPCC und seinen Verfahren vertraut hat.

Heidemarie Heim | Do, 17. Juni 2021 - 15:08

Herr Klemz hat recht mit dem Verweis auf die eklatanten Sicherheitslücken, die sich bei solchen Aktionen auftun. Der Klimaaktivist wäre angesichts der Terrorakte 2015 in Paris u.a. am Stade de France wo die erste Detonation stattfand, heute zumindest in Frankreich und einigen anderen Ländern von Sicherheitsschützen schneller vom Stadionhimmel geholt worden als alles andere. Der nächste Terrorist mit Bombe oder Sprengstoffweste und entsprechendem Logo auf dem Gleitschirm wird sich über so viel Demonstrations- und Flugraumfreiheit freuen. Den bei dieser unverantwortlichen Tat Verletzten meine besten Genesungswünsche! MfG

genau daran hatte ich auch denken müssen. Wieder ein Fußballspiel Deutschland-Frankreich. Ich hoffe sehr, dass diese Aktion keine Blaupause für Terroranschläge war. Das Logo irgendeiner Organisation auf so einen Schirm zu schreiben ist denkbar einfach.

Hanno Woitek | Do, 17. Juni 2021 - 17:20

was passieren würde, wenn das SEK den Greenpeace Idioten vom Himmel geholt hätte, in einer durchaus berechtigten Erkenntnis, es könne sich um einen Terror Anschlag halten. wir wären wieder der Nazistaat, würden alle idioten und selbige Aktivisten schreien.
Dabei hätte die Polizei nur den Schutz der Bevölkerung sichergestellt

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