Antisemitismus und Anti-Corona-Demos - „Sind alle Corona-Demonstranten Judenhasser, Herr Klein?“

Ist Judenhass das zentrale Bindeglied aller Corona-Demonstranten? Mit dieser Äußerung hat der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, eine Kontroverse entfacht. Erreicht er damit nicht das Gegenteil von dem, was seine Aufgabe sein sollte?

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Berechtigte Warnung oder Alarmismus? Felix Klein bei der Pressekonferenz mit Anetta Kahane und Kevin Kühnert / dpa

Autoreninfo

Rainer Balcerowiak ist Journalist und Autor und wohnt in Berlin. Im Februar 2017 erschien von ihm „Die Heuchelei von der Reform: Wie die Politik Meinungen macht, desinformiert und falsche Hoffnungen weckt (edition berolina). Er betreibt den Blog „Genuss ist Notwehr“.

So erreichen Sie Rainer Balcerowiak:

Felix Klein ist als Jurist auf Völkerrecht spezialisiert und seit 2018 Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus. 

Herr Klein, als Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung warnen Sie davor, dass die Proteste gegen die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie zunehmend antisemitisch konnotiert sind. Wird damit nicht jeglicher Protest gegen die aktuelle Politik grundlegend delegitimiert?
Selbstverständlich muss man die Bürger mit ihren Sorgen ernst nehmen. Aber es ist nun mal meine Aufgabe, auf wachsenden Judenhass aufmerksam zu machen. Und wer entsprechende Äußerungen in der Öffentlichkeit macht, und das im Schulterschluss mit Rechtsextremisten, muss mit Widerspruch rechnen.

Natürlich sind Vergleiche mit NS-Opfern wie Sophie Scholl und Anne Frank oder mit Hitlers Ermächtigungsgesetz in keiner Weise akzeptabel. Aber gibt es belastbare Indizien oder gar Beweise, dass ein großer Teil der Protestteilnehmer derartige Aussagen unterstützt?
Wir sehen schon, dass viele Teilnehmer dieser Veranstaltungen Verschwörungstheorien anhängen. Und die sind nun mal per se antisemitisch aufladbar, das ist das „Betriebssystem“ dieser Theorien. Das gilt auch für die Selbststilisierung als Opfer, etwa bei der Gleichsetzung mit NS-Opfern wie Anne Frank und Sophie Scholl oder wenn Menschen den Judenstern aus dem Dritten Reich tragen mit der Aufschrift „ungeimpft“.

Dennoch fehlt es da meines Erachtens an Trennschärfe zwischen antisemitischer Ideologie und legitimen Protesten. Darf man das Wirken mächtiger privater Institutionen wie der Soros-Foundation kritisieren, ohne in den Verdacht des Antisemitismus zu geraten, weil der Protagonist ein Mensch jüdischen Glaubens ist?
Man kann alles und jeden kritisieren, das gehört zur Meinungsfreiheit. Doch wenn damit die Zuschreibung einer besonderen Macht an bestimmte Gruppen einhergeht, die angeblich von der Krise profitieren, dann wird es problematisch. Dies ist eindeutig antisemitisch konnotiert.

Sie fassen Ihre Vorwürfe ja wesentlich weiter und sprechen auch von „antisemitisch aufladbaren“ Positionen jenseits rechtsradikaler Propaganda. Und die sehen Sie auch zunehmend stärker verankert in bürgerlich-gemäßigten, progressiven und linken Milieus, sozusagen als Bindeglied der Corona-Proteste. Wird der Vorwurf des Antisemitismus da nicht beliebig?
Das Muster ist doch, dass einer gewissen Gruppe ein besonderer Einfluss attestiert wird, die angeblich im Hintergrund die Fäden zieht und von der aktuellen Corona-Krise profitiert. Oft wird auch mit bestimmten Chiffren gearbeitet, „die Ostküste“ oder „die Israel-Lobby“.

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Gerd Runge | Do, 26. November 2020 - 17:39

wenn ich den offenen Antisemitismus, mehr noch den spezifischen Judenhass bei unseren Migrationsbürgern sehe,
wie soll ich damit umgehen?

Solche Gleichsetzungen instrumentalisieren den Hass gegen Menschen jüdischen Glaubens und sind damit selbst Antisemitismus. Auch unter diesem anti-antisemitischen Deckmantel kochen Judenhasser im bundesdeutschen Beamtenstaat wie in der ganzen Gesellschaft ihre eigene modifiziert antisemitisch-menschenfeindliche ideologische Suppe.

Wer es ernst meint, mit seinem Kampf gegen den Rassismus und Antisemitismus, der muss an die gesellschaftspolitische Wurzel der bestehenden kapitalistischen Klassengesellschaft gehen und für die Gleichheit aller Menschen nicht nur verbal kämpfen. Der muss für die Überwindung von Ausbeutung und Entfremdung kämpfen.

●, unter Beibehaltung der bürgerlichen Klassengesellschaft ist das jedoch nicht möglich und von den vorgeblich hierfür eingesetzten Beamten und Pensionären, Gutmenschen, Seenotrettern und Bildungsbeamten des Staates nicht zu erwarten.

R.S., ein Bürger mit deutsch-jüdischen Wurzeln.

werter Herr Runge, das läuft unter Folklore und ist guter Antisemitismus.
Wir N... wollen nur den Unterschied nicht sehen, wir Pösen.

Romuald Veselic | Do, 26. November 2020 - 17:45

Fans u. keiner verlangt von fFf, dass sie sich von Antifa/Schwarzer Block unmissverständlich distanziert.
Z (Hr Klein): "Wer über Anne Frank und Sophie Scholl und deren Schicksal wirklich Bescheid weiß, wird sich kaum so äußern, wie es unlängst auf Demonstrationen geschehen ist."
Da widerspreche ich, ich kann mich mit Sophie Scholl doch vergleichen, auch wenn es falsch ist. Sie wurde nicht aufgrund Nürnberger Gesetze abgeurteilt, sondern nach dem Nazi-Antirecht in Kriegszeiten. Anne Frank wurde ermordet, weil in Rassenhygiene Theorie, gehörte das zur Weltanschauung.
Übrigens: In allen Ländern mit Schariarecht, wird Evolutionstheorie geleugnet (Teufelszeug), ohne dass dies mit Antisemitismus zu tun hätte.
Juristische Sachfrage: Angenommen; ich leugne den Klimawandel, was bin ich dann? Wodurch mache ich mich strafbar o. zum Misanthrop? Welches § der StGB ist für diese Leugnung anwendbar.
Freue mich aufs Erörtern.

Herr Veselic, eine prima Argumentation. Ich sehe es genau so. War dieser Herr Klein jemals auf einer Kundgebung oder hat er alles nur aus den Mainstreammedien? Er und seine anderen Politikerkollegen sowie die linken und linksliberalen Medien schreiben seit Jahren einen durch und durch Nazi verseuchten Staat herbei. Damit banalisiert die elitäre Gesellschaft die fürchterlichen Verbrechen von Hitler & Co.. Im neuen Infektionsschutzgesetz steht mehrmals: "... wird ermächtigt". “. Warum schreibt man „ermächtigt“, jenes Wort, welches die grausamsten Verbrechen erst ermöglichte, heute wieder in ein deutsches Gesetz? Wo war das Veto von Herrn Klein? Haben alls die Autoren und Zustimmenden dieses Gesetzes in der Geschichtsunterricht beim Thema 3.Reich gefehlt?

Tobias Schmitt | Do, 26. November 2020 - 17:52

"Wir sehen schon, dass viele Teilnehmer dieser Veranstaltungen Verschwörungstheorien anhängen. Und die sind nun mal per se antisemitisch aufladbar"

Zwei Aussagen, die verallgemeinernder und pauschalisierender nicht sein könnten. Offensichtlich nur Vermutungen.

"Es wäre möglich das, sie könnten, also muss man"

Muss man über solche Aussagen eigentlich überhaupt noch diskutieren? Wes Geistes Kind sie sind, weiß doch jeder

Kurt Kuhn | Do, 26. November 2020 - 18:22

Wenn ich nochmal zu einer Demonstration gehe, befrage ich sicherheitshalber alle schon anwesenden Personen und auch jene, die nach mir ankommen. Dann entscheide ich, ob ich mitgehe.
Ironie aus!

Schönen Abend, noch!

Manfred Bühring | Do, 26. November 2020 - 18:37

Das Theater um Corona und die Verunglimpfung von Skeptikern der Corona-Politik, die verleumderisch in einen Topf mit Nazis, AfDler, Verschwörungstheoretikern usw. geworfen und gesellschaftlich geächtet werden, nimmt immer perfidere Züge an. Demnächst werden diese zum Freiwild erklärt. So wie in Leipzig, wo ein harmloser Mediziner mit dem Aufkleber "Ich lass mich nicht impfen" von Antifa-Terroristen zusammengeschlagen wurde.

Brigitte Miller | Fr, 27. November 2020 - 11:27

In reply to by Manfred Bühring

"Auch Linke sehen die Antifa als Schlägertruppe der Regierung
Corona-Demo Wenn die Antifa die Putztruppe für autoritäre Dekretregierer macht und alles niederbrüllt, was nach Kritik riecht, sei es auch noch so notwendig und angemessen. " Der Freitag. Lesenswert.

Dass eine Anetta Kahane unterstützt wird bei ihrer Hetze (sprich Kampf gegen Rechts)und als Beraterin fungiert, ist schon bedenklich.

Hans Jürgen Wienroth | Do, 26. November 2020 - 18:38

Je mehr sich die "etablierte" Politik nach Linksaußen bewegt, umso mehr Menschen werden rechts ausgegrenzt.

Christa Wallau | Fr, 27. November 2020 - 09:28

In reply to by Hans Jürgen Wienroth

können die Verantwortlichen in Politik, Medien und Meinungs-Institutionen nicht nachvollziehen bzw. sie w o l l e n es gar nicht.
So wird die Spannung zwischen dem sog. "linken" und dem sog. "rechten" Lager immer weiter ansteigen u. sich der Ton verschärfen.
Die Pauschal-Urteile nehmen zu, und die Spaltung der Gesellschaft vertieft sich in
rasantem Tempo. In einigen Jahren dürfte Deutschland dort angekommen sein. wo die USA schon heute stehen.
Es scheint so, daß unsere Politiker u. Meinungsmacher unfähig bzw. unwillig sind,
aus den Entwicklungen in anderen Ländern zu lernen u. gefährlichen Trends durch ruhiges Aufeinander-Zugehen der Mehrheit auf eine Minderheit vorzubeugen.

Im Gegenteil: Sie starten das 100 000. Programm "Gegen Rechts!"
u. unterstellen jedem, der sich nicht zum Mainstream bekennt alles, was in ihren Augen zum Schlimmsten gehört, das ein Mensch sein kann:
Antisemit, Rassist, Nationalist, "Klimaleugner", alter weißer Mann ... oder schlicht: Idiot.

"Im Gegenteil: Sie starten das 100 000. Programm "Gegen Rechts!"
u. unterstellen jedem, der sich nicht zum Mainstream bekennt alles, was in ihren Augen zum Schlimmsten gehört, das ein Mensch sein kann:
Antisemit, Rassist, Nationalist, "Klimaleugner", alter weißer Mann ... oder schlicht: Idiot."

In Kurzform auf den Punkt gebracht.
Danke, Frau Wallau.

Heidemarie Heim | Do, 26. November 2020 - 18:38

Sie können heute mit und ohne Corona auf keine Demo mehr gehen, die vielleicht ein persönliches Anliegen zum Thema hat oder auch nur als Unterstützer. Was machen die Linken dann bei Demos des in diesem Jahr abgesagten Al Quds-Tag und ähnlich politischen Feiertagen? Sind Flaggenverbrennungen des von der Landkarte zu tilgenden Israel und dem großen Teufel USA mit seinem großen jüdischen Bevölkerungsanteil nicht antisemitischer Natur und deshalb umgehend zu verlassen? In solch maßgeblich eng gefassten Rahmenbedingungen kann keiner mehr eine Demo anleiern oder als Normalbürger daran teilnehmen.
Oder soll man dauernd den ganzen Zug abschreiten/kontrollieren um festzustellen ob da inakzeptables Volk drunter ist von dem ich mich zu distanzieren habe? Für mich sind solche Aussagen, Vorgaben nichts anderes als der Versuch seitens Politik jeden Widerstand unter dem Deckmantel von rechts, antisemitisch, islamfeindlich, anti-Gender, homophob oder sonstiger Etikettierungen abzuwürgen. MfG

gabriele bondzio | Do, 26. November 2020 - 18:44

Fällt Herr Klein wirklich nichts besseres ein? Was seine Aufgabe ist, als den ausgemerkelten Begriff „Schulterschluss mit Rechtsextremisten“
Marie von Ebner-Eschenbach: „ Steril ist der, dem nichts einfällt. Langweilig ist der, welcher ein paar alte Gedanken hat, die ihm alle Tage neu einfallen.“
Verschwörungstheorien anzuhängen ist also „per se antisemitisch“... man(n)/frau müsste über solch Gedanken in wieherndes Lachen ausbrechen, wenn es nicht so ernst wäre. Hätte Herr Klein gesagt, alles was über den Horizont der stattlichen Verordnungen hinausgeht, ist antisemitisch, wäre ich eher im Glauben.
Von Demokratinnen und Demokraten, mit hoher Moral, erwarte ich, ...nicht andere Meinungen mit dem Wasserwerfer wegzuspülen, wie Schmutz/Unrat.
Guter Fragekatalog, Herr Balcerowiak.

Milan Chudaske | Do, 26. November 2020 - 18:59

sagt alles und man weiß, woher der Wind weht. Herr Klein macht sich gemein mit Ex-Stasiletten und einer Partei, die den Judenmörder Jassir Arafat und seine PLO-Mörderbande bis heute hofiert. Die kognitive Dissonanz Herrn Kleins macht mich fassungslos.

Hermann-Josef Stirken | Fr, 27. November 2020 - 06:34

In reply to by Milan Chudaske

Beim Betrachten des Fotos hatte ich die gleichen Assoziationen Wer sich mit solchen Leuten gemeinsam in eine Pressekonferenz setzt macht sich so angreifbar, dass er seine eigenen Aussagen völlig entwertet.

Herr Chudaske. Der Mann braucht doch eine Daseinsberechtigung, d.h. er muß darlegen, dass sein Posten Legitimiert ist, sonst wäre er ja überflüssig!
Holocaust Leugner, Antisemiten gab & gibt es immer wieder-Leider!
Nur scheint der Antisemitismus seit einigen Jahren überhand zu nehmen.
Da immer mehr Menschen in D. "seßhaft" werden, die diese Anschauung schon mit der Muttermilch eingeflößt bekommen, ist o. war diese Entwicklung absehbar.
Also wird ein Posten: Antisemitismusbeauftragter geschaffen und damit suggeriert, schaut her, wir handeln.
Die Ewiggestrigen wird man damit eh nicht erreichen, die sind auch nicht "mehr" geworden. Werden aber expliziert genannt. Aber die, die diese Entwicklung jetzt verursachen, werden natürlich nicht beim Namen genannt. Es soll ja die Mär der gelungenen Integration aufrecht erhalten werden.
A. Kahane, Ex-Stasi Mitarbeiterin ist nun wirklich völlig fehl am Platz!
Salute

Alexander Mazurek | Do, 26. November 2020 - 19:07

... der islamische des Propheten? Oder der des Dr. Luders? Oder der "wissenschaftliche" (nach Darwin und Galton) der nationalen SOZIALISTEN, oder der der Nihilisten? Sie alle haben Blut an ihren oder ihrer willigen Vollstrecker Händen.
Der blinde Fortschritt ist das Problem, unfähig zur Umkehr/Metanoia/Teschuwa ...
Die Revolution des Nihilismus ist immer noch "en marche"! Seit Dr. Luder und Marquise de Sade.

Werner Kistritz | Do, 26. November 2020 - 19:28

Opfer zu sein ist eine ganz starke Position. Man kann damit Menschen ohne Anklage, ohne Prozeß terrminieren. Das ist die Haltung Israels. Auge um Auge, Zahn um Zahn - Jesus, den sie nicht anerkennen, steht für die Abschaffung dieses destruktiven Gedankens.
Wenn jetzt also jemand ganz lautstark unbedingt Opfer sein will (das, was den Juden gerade passiert, passiert täglich mit Sicherheit auch hunderten anderen nichtdeutschen Menschen), dann muß die Frage erlaubt sein, wann und wie dieses Opfer zurückschlagen will.

Günter Johannsen | Do, 26. November 2020 - 19:29

Da sitzen sie nun zusammen und reden sich um Kopf und Kragen: IM-Victoria sollte sich eigentlich politisch abstinent halten aufgrund ihrer IM-Tätigkeit. Die SED-Erben und ihre Vasallen wollen wohl vergessen machen, welche Ideologie sie vertraten - noch vertreten? Ihr großer Vordenker Karl Marx war und ist uns KEIN Vorbild. Wenn diese noble Gesellschaft von Rassismus und Antisemitismus redet, sollte sie ehrlicherweise nicht verschweigen, dass die Linken-Ikone Marx selbst ein Judenhasser war. Passagen von Marx über Juden lesen sich wie Texte von hitlergetreuen Nazis: "Welches ist der weltliche Grund des Judenthums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher.“ Marx im Brief an Engels über den Juden Lassalle: "Es ist mir jetzt völlig klar, dass er, wie auch seiner Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen … die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft."

Yvonne Stange | Do, 26. November 2020 - 19:34

... es kann nicht mehr irrer kommen, dann setzt einer noch einen drauf. Man greift sich nur noch an den Kopf. Manche sehen Nazis, resp. Judenhasser wirklich überall.... Was hat Corona mit Judenhaß zu tun? Meines Erachtens waren keine Moslems zu diesen Demos. xD
Ob er eine Erhebung gemacht hat, wieviele Juden an den Demos teilgenommen haben? Weil sie Angst um die Demokratie haben und die Politik der Zuwanderung aus dem Nahen Osten für gefährlich halten!

empfinde ich als die eigentliche Gefahr: während man nach rechts zeigt und konservativ denkende Menschen verteufelt als Rechtspopulisten und Nazis, macht man Figuren wie IM-Victoria und Co. salonfähig! "Reiche erschießen" darf bei den Kommunisten und SED-Erben schon wieder unverblümt bzw. ungestraft öffentlich proklamiert werden. Einen AfDler hätte man dafür monatelang an den Pranger gestellt und nach AfD-Verbot gerufen! Wo bleibt der Ruf nach dem Verbot der Linksextremisten in der Linken? Mord und Totschlag von links ist also moralisch sauber? Das nenne ich Linksfaschismus! Nun legen die Hofberichterstatter der linksdominierten Medien ihre Karten offen auf den Tisch … wenn diese kommunistisch geprägten Blätter nicht subventioniert würden, wären die längst am Lesermangel ausgestorben! Ich habe den Eindruck: Die "Umarmung" der regierenden Politiker und deren "Journalisten" hat längst stattgefunden. SED-Kommunistmus Reloaded?!

Dr. Peter Eberl | Do, 26. November 2020 - 19:39

Irgendwie schwimmt Herr Klien mit seinen bemühungen, alles Mögliche an den Haaren herbeizuziehen, hilf- und orientierungslos durch das Gespräch.
Außerdem ist er nicht sattelfest, verkennt er doch den Begriff des Philosemitismus.
Folgt man dabei seiner Argumentation konsequent, dürfte man z.B. das Volk der Äthiopier loben, weil erstklassige Marathonläufer hervorgebracht haben.

Markus Michaelis | Do, 26. November 2020 - 19:40

Nicht "Gemein Machen", durch Verlassen von Demos mit Rechtsextremen, ist glaube ich nicht immer so einfach. Wenn an jeder Ecke Rechtsextreme sind, dann klar. Aber so war das bei vielen Demos, wo dies kritisiert wurde, den Berichten nach nicht. Auch Leute auf der "Guten Seite" sind immer wieder auf Demos und Veranstaltungen mit bedenklichen Leuten aus bedenklichen Gruppen zusammen.

Was das Verschwörungsdenken gegen Juden angeht, geht mir die Argumentation von Herrn Klein zu weit. Philosemitismus, ja keine Gruppenzugehörigkeiten in irgendwelchen Aussagen ... das kann man auch überdrehen.

Da habe ich manchmal das Gefühl, dass ein Teil des Problems bei der "bürgerlichen Mitte" liegt. Die Welt ändert sich, die Gesellschaft ändert sich, Migration ist für vieles ein Turbo: diese Dinge sind da und nicht aus der Welt zu schaffen. Für die Probleme sucht die bürgerliche Mitte zu sehr den Verursacher rechts außen - das ist auch eine realitätsferne zu einfache Verschwörungstheorie.

Helmut Bachmann | Do, 26. November 2020 - 19:41

Wenn sich also jemand, wenn wohl auch eher vermessen, mit Anne Frank identifiziert ist dieser jemand ein Antisemit? Wie ... kann man sein?

Bernd Muhlack | Do, 26. November 2020 - 20:05

Wiederholend:
Im NOV 1980 war unser Geschichte-LK auf Studienfahrt in Polen; Danzig, Warschau, Krakau, Tschenstochau und AUSCHWITZ/Oswieczem.
Wer Auschwitz gesehen hat, braucht keine "Belehrungen"!
Bereits nach wenigen Minuten gingen etliche von uns kreidebleich (neudt.: traumatisiert) zurück zum Bus.
Die Gaskammern, Krematorien, diese Hallen mit Vitrinen voller Haare, Knochen, Schuhe, Brillen etc.
GRAUSAM!
Auf der Rückfahrt zum Hotel herrschte im Bus TOTENSTILLE!

"Ja, das bezeichnet man als Philosemitismus, ..."

Aha, soso.
Das ist mMn eine abgehobene, "pseudo-wissenschaftliche" Theorie des in der Tat real existierenden Antisemitismus.

Da wird also ein jüdischer Schüler von "neubürgerlichen" Klassenkameraden gemobbt, attackiert.
Und wer wechselt die Schule?
Richtig!

Ich würde jetzt sehr gerne einen ausführlichen "Schriftsatz" verfassen, dafür reichen die "characters" nicht.

"Arbeit macht frei - Jedem das Seine"

Meine Oma hatte mir damals eine Mütze gestrickt. Nein, keine Kippa!

Gerhard Schwedes | Do, 26. November 2020 - 21:39

Mir geht es als überzeugter Demokrat kalt den Rücken runter, wenn ich mir diese Wortklauberei vor Augen führe. Wo sind wir nur inzwischen gelandet? Das Wahrheitsministerium hat inzwischen auf geradezu erschreckende Weise in unzähligen Unterinstitutionen Kinder bekommen. Ich fürchte um unsere Demokratie. Wo soll das noch enden? So langsam wird es ungemütlich und es erfasst einen immer größere Angst vor einer möglichen Meinungsdiktatur. Ein Söder nimmt in kriecherischer Manier das Kreuz von den Wänden der Amtsstuben - zumindest verbal. Hinter jeder Ecke und jedem Busch wird ein Nazi vermutet. Die vorgebliche CDU-Kanzlerin stimmt einer Miliiardenausgabe für den Kampf gegen Rechts zu. Und wo bleibt der Kampf gegen Links? Eine hervorragende Schriftstellerin wie Maron wird von einem Verlag verstoßen. Fehlt nur noch, dass man den von Millionen hochverehrten jüdischen Henryk M. Broder, der völlig zurecht Deutschland als Narrenhaus bezeichnet, als Nazi beschimpft. Unser Land wird immer absurder

Hermann Kolb | Do, 26. November 2020 - 23:36

Statt über die Kritik an den politischen COVID-Massnahmen, der Belastbarkeit der Entscheidungsbasis oder der Qualität der dahinterstehenden Strategie reden wir dann lieber ausufernd über Kontaktschuld. Die vierte Gewalt verweigert fast kollektiv die Arbeit und hilft stattdessen lieber beim Strohmann-Basteln.

Kai-Oliver Hügle | Fr, 27. November 2020 - 06:49

Mehr ist zu den wütenden Kommentaren hier eigentlich nicht zu sagen.
Es war wieder alles dabei: "aber die Muslime...", "aber die Antifa..", "aber der Linksruck unter Merkel..."

Soll das Antisemitismus rechtfertigen?!
Klein hat differenziert, und Balcerowiak wäre gut beraten gewesen, sich vorher ein wenig über Chiffren im rechtsextremistischen Milieu zu informieren; Chiffren, die gezielt benutzt werden, um sich der Strafverfolgung zu entziehen und die zuweilen auch hier im Forum verwendet werden.
Nebenbei bemerkt: Die dümmlich-reißerische Frage "Sind alle Corona-Demonstranten Juden-Hasser?" steht mit Anführungszeichen in der Überschrift, wird dann aber so nicht gestellt. Absicht, weil man suggerieren will, Klein habe so etwas gesagt - oder journalistisches Versehen..?

solche Relativierungen rechtfertigen keinen Antisemitismus.
Dass solche Gespräche über solche Petitessen aber ernsthaft geführt werden, während die selbe Regierung! schon wieder! innerhalb von kürzester Zeit! ohne das Parlament einzubeziehen! Entscheidungen trifft, die Deutschland auf Jahrzehnte einschränken und nachhaltig verändern, relativiert allerdings den Stellenwert, den die vierte Gewalt für sich selbst in Anspruch nimmt, gewaltig.

Kai-Oliver Hügle | Sa, 28. November 2020 - 07:42

In reply to by Hermann Kolb

Ich weiß nicht, was Sie mit "Petitessen" meinen. Und der Bundestag wurde einbezogen.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2020/kw45-de-epidemische-…

Er könnte übrigens jederzeit den Pandemiefall beenden, welcher der Exekutive in Bund und Ländern so viel Freiraum lässt, aber dafür gibt es angesichts der Entwicklungen keine Mehrheit.
Kein Wunder, wenn man sich anschaut, dass praktisch in ganz Europa wieder dichtgemacht wurde, zuletzt in Österreich. Auch in Schweden kommt man allmählich zur Vernunft. Das ist eine gute Nachricht für Frau Grönhall.

Dirk Weller | Fr, 27. November 2020 - 07:40

der Bundesregierung Felix Klein auf wachsenden Judenhass aufmerksam zu machen.
Das ist zweifelsohne lobenswert und notwendig.

Befremdlich und unerklärlich ist aber die Tatsache, das der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung offensichtlich keine Hemmungen hat, mit der von einer ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin geführten und umstrittenen "Amadeu-Antonio-Stiftung" zusammen zu arbeiten.
Das entwertet die Aktion leider massivst, denn es gibt genug seriöse und unbelastete Organisationen, die glaubwürdiger und vertrauenswürdiger sind.

Ernst-Günther Konrad | Fr, 27. November 2020 - 08:06

Die Proteste gegen Corona Maßnahmen werden mehr, die bisherigen taktischen Mittel gegen Querdenken greifen nicht so richtig, da passt doch der Antisemitismus und der ewige Schuldkult bestens, gegen die "bösen" Demonstranten nachzulegen. Ihr für die Regierung gerittene Attacke wird genau das Gegenteil erzeugen. Nicht, weil in jedem ein Judenhasser steckt, sondern weil sie allen Kritikern genau das unterstellen. Unter uns leben so viele Menschen jüdischen Glaubens. Die allermeisten erkennt man im Alltag gar nicht. Sie leben völlig frei und unbehelligt ihr Leben. Sie unterstellen pauschal den Deutschen Judenhass und vergessen dabei völlig, das neben den zahlenmäßig wenigen braunen Judenhassern, Millionen Menschen aus dem arabischen Raum îer leben, die gezielt Juden verfolgen. Sowohl in ihrem Geburtsland und auch hier in DE. Herr Klein beschädigt sein eigenes Amt mit dieser unbegründeten Pauschalisierung, die politisch gesteuert nur den Corona Protest diskreditieren soll. Uffpasse.

Carola Schommer | Fr, 27. November 2020 - 08:35

scheint vom Antisemitismus besessen zu sein.
"Je größer die Einseitigkeit der bewußten Einstellung, desto gegensätzlicher sind die dem Unbewußten entstammenden Inhalte“ (Jung).

Martina Moritz | Fr, 27. November 2020 - 08:37

Wie stehen Sie zu dem aktuellen Werbefilm der Bunderregierung? - im Sessel sitzender Alter Herr, welcher über das Jahr 2020 philosophiert, dies in Rückblende aus der Zukunft des 21. Jahrhunderts.

Als ich den Film zum erstenmal sah, ohne zu wissen worum es eigentlich ging, befand ich mich in der Annahme, es handele sich um ein Interview mit einem Überlebenden des Zweiten Weltkrieges (ohne genau einordnen zu können, zu welcher Bevölkerungsgruppen dieser in jener Zeit gehört haben mag)... erst am Ende des "Filmes" wurde für mich dann die tatsächliche Bedeutung der Botschaft plausibel. Seit dem habe ich häufig über diesen Film und seine Wirkung nachgedacht und mich gefragt, wie er auf Menschen wirken würde, die den zweiten Weltkrieg in gänze miterlebt haben; und wie er bei den unterschiedlich Betroffenen dieser Zeit ankommen würde, wenn sie ihn kennen würden...

Urban Will | Fr, 27. November 2020 - 08:49

kann mich dem nur anschließen:

Was Klein gg. Ende dieses Interviews fordert, ist mit einem indirekten Demonstrationsverbot bei von links – grün nicht gewollten Themen gleichzusetzen.
Welch ein Unsinn, zu fordern, die Gesinnung aller Teilnehmer zu „analysieren“ oder gar zu kontrollieren, ob bei – sagen wir - 20000 Teilnehmern irgendwo ein Sprüchlein oder eine Fahne auftaucht, die den Tugendwächtern unserer Obrigkeit nicht passen könnte und dann umgehend die Demo zu verlassen...

"Gesinnung – Check – Pflicht" als Teil des Grundrechtes auf Demonstrationsfreiheit...
Man darf gespannt sein, wann solch ein Quatsch, ähnlich wie das Zensur – Gesetz für das Internet, in Paragraphen gegossen und dem Volk aufoktroyiert wird.
Im Einschränken von Grundrechten und dem Wissen, dass das Volk dies mehrheitlich still akzeptiert, hat man ja jetzt Erfahrung.

Bettina Jung | Fr, 27. November 2020 - 09:00

haben sehr viele Gemeinsamkeiten. Man sieht sie nicht, vermutet sie aber jeder Ecke. Nie gab es so viele Nazis wie heute. Jeder ist verdächtig ein Nazi zu sein (vor allem die, denen man es nicht ansieht). Jeder ist verdächtigt Corona-Infiziert zu sein - vor allem die so gesund und munter ausschauen. Sehr gefährlich!! übrigens habe ich heute morgen bei Vera Lengsfeld gelesen, dass Linke, ohne irgendwelche Flaggen und dgl. während eines Schweigemarsch gegen die Corona-Politik von der Antifa angegriffen und als Nazis beschimpft wurden. Die Linke Demonstrantin sprach u.a. von Realsatire und vom Schlägertrupp der Regierung. Tja die Revolution frisst ihre Kinder

Achim Koester | Fr, 27. November 2020 - 09:30

Dieser Aussage muss ich entschieden widersprechen. Wenn ich z.B. die Feststellung treffe, dass nahezu alle bedeutenden Musiker der Klassikszene (Violinisten, Pianisten) sowie viele der bedeutendsten Wissenschaftler (Newton, Einstein) jüdischer Abstammung sind, deutet das auf einen antisemitischen Hintergrund hin? Ich glaube eher, Sie wollen um jeden Preis den Eindruck erwecken, unter uns Deutschen grassiere der Judenhass, um den in letzter Zeit importierten negieren zu können. Es ist übrigens kein Judenhass, wenn man einzelne Personen, wie die abgebildete Aneta Kahane, ablehnt, nicht, weil sie Jüdin ist, sondern wegen ihrer Stasi-Vergangenheit, die kein gutes Licht auf ihren Charakter wirft.

Andre Möller | Fr, 27. November 2020 - 10:00

Die Antworten von Herrn Klein klingen irgendwie esoterisch oder aber nach Art der Jesuiten. Man muss halt daran glauben. Die Wirklichkeit dem Glauben anpassen. Jetzt noch mit einer Milliarde Euro mehr. Toll! Wo soll das hinführen? Entkoppeln sich diese Leute jetzt endgültig von der Realität? Dieser Mann und die Frau neben ihm erweisen dem jüdischen Leben in Deutschland einen gewaltigen Bärendienst! Und allen anderen auch...

Dieter Freundlieb | Fr, 27. November 2020 - 10:32

Als guter Bürger muss ich mich dann also in Zukunft beim Aufwachen am Morgen immer fragen: Bin ich beim dem, was ich an diesem Tag vorhabe, aufladbar?

Es wird immer grotesker in diesem Land.

Klaus Funke | Fr, 27. November 2020 - 13:05

Schon der Altvater der politischen Lüge, Dr. Josef Goebbels, hat gesagt, die Lüge muss nur groß genug sein, dann wird sie geglaubt. Und zweitens ist es wichtig, den Ball möglichst weit weg ins gegnerische Feld zu spielen. Ablenkung ist immer gut. Es ist kompletter Unfug und eigentlich gar keiner Diskussion wert, dass gesagt wird, Corona-Kritik und Antisemitismus gehören zusammen. In Deutschland allerdings kann man mit dem Wort Antisemitismus noch immer Angst und Schrecken verbreiten. Das hat mit deutscher Geschichte zu tun. Auch ich gehöre zu den Kritikern der Corona-Maßnahmen. Bin ich ein Nazi? Man hätte sich mal in Asien schlau machen sollen, wie es die Profis machen. Hier, hat man den Eindruck, geht es nur um Repressionen und Angstmache. Aber damit hat man ein Volk noch nie motivieren können. Die da oben wissen gar nicht, wie ihr Volk lebt. Viele Corona-Verbote sind lebensfremd und werden nicht funktionieren. Wer Leute wie Lauterbach raten lässt, der muss letztlich scheitern.

Armin Latell | Fr, 27. November 2020 - 18:32

gute Fragen, die die Gesinnung des Herrn Klein sehr schön offengelegt haben. Ein Jurist, ein Wort- und Sinnverdreher, ein "ja, aber" Funktionär. Einer von der Sorte, der bei Honecker auch Karriere gemacht hätte. Auf der anderen Seite: irgendwie muss er seine Daseinsberechtigung beweisen, also wird alle und jede Kritik unter Antisemitismus-Generalverdacht gestellt. Am tollsten finde ich, dass er das Hauptklientel des "institutionellen" Antisemitismus mit keinem Wort erwähnt hat. Hat sich dieser Mensch schon mal in der Nähe einer "Al-Quds" Demonstration aufgehalten? Scheinbar nicht, da hätte er sich doch einmal hervortun können, auch wenn es schmerzhaft gewesen wäre. Ja, Ja, der Gratismut gegenüber ihre demokratischen Rechte nutzenden Bürgern. Aber genau dafür wurde er ja berufen. Wie ich solche Figuren verachte.

Walter Ranft | Sa, 28. November 2020 - 07:24

Oben "rechts" - Sie wissen schon, habe ich angeklickt: Gefällt mir.

Und finde, ich sollte klarstellen, wie es gemeint ist: Mir gefallen die klaren Fragen von Rainer Balcerowiak (klar wie Kloßbrühe ... - Genuss ist Notwehr ...).

Mir gefällt, wie er Herrn Klein bis zum Schluss die Gelegenheit gibt, die Position zur Sache zu überdenken.

So gefällt mir auch, am Ende mehr Klarheit darüber bekommen zu haben, dass der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung die berechtigterweise gestellten Fragen so gut wie nicht verstanden hat oder sich als Gefangener erweist, der neben IM-Victoria-Kahane die Fähigkeit zum Verstehen und Differenzieren einbüßt.

"Gefällt mir": Eindeutig für Herrn Balcerowiak, keineswegs für Herrn Klein.

Undifferenziertheit ist nicht kleinlich; sie ist einfach peinlich.