Soziologin über die Vollverschleierung - Was die Burka mit einer Dating-App verbindet

Ist die Vollverschleierung Symbol des radikalen Islam, ein Zeichen für die Unterdrückung der Frau? Und wie viel bringt ein Verbot der Burka? Fragen, die ein lesenswertes Interview im Schweizer Magazin „Republik“ auf unerwartete Weise beantwortet.

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Der Nikab als Revolte: Dieses Bild zeichnet die französische Soziologin Agnès De Féo in einem Interview / dpa

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Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Alexander Marguier

Am 7. März stimmen die Schweizerinnen und Schweizer darüber ab, ob in ihrem Land das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit künftig untersagt werden soll. Es ist damit zu rechnen, dass die Verbotsbefürworter sich durchsetzen werden, denn kaum ein anderes Kleidungsstück ist derart umstritten und politisch aufgeladen wie der Ganzkörperschleier. Handelt es sich dabei um ein Symbol für den radikalen Islam, das den Trägerinnen von Männern aufgezwungen wird? Ist es ein unverhohlenes Zeichen für die Unterdrückung der Frauen in Teilen der muslimischen Welt?

Über Fragen wie diese wird seit Jahren erbittert gestritten, und seit die Burka in Frankreich vor mehr als zehn Jahren verboten wurde, sind die Konflikte eher noch größer geworden. Denn es hat sich gezeigt, dass durch diesen Schritt der Radikalisierung bestimmter Teile der muslimischen Communities keineswegs entgegengewirkt wurde – im Gegenteil. Vor diesem Hintergrund ist eine sachliche Bestandsaufnahme des Burka-Banns eigentlich mehr als überfällig.

Ein Erkenntnisgewinn

Insofern überaus lesenswert ist ein Gespräch, das der Schweizer Journalist Daniel Binswanger mit Agnès De Féo geführt hat. Die französische Soziologin forscht seit 15 Jahren zum Thema Vollverschleierung und hat um die 200 Burka-Trägerinnen zu ihren Motiven befragt. Eine zentrale Erkenntnis De Féos: Mit dem Einsetzen der Verbotsdebatte habe es plötzlich deutlich mehr junge Frauen gegeben, die sich für Vollverschleierung und Salafismus zu interessieren begannen. In dem langen Interview geht es auch darum, wieso insbesondere Konvertitinnen so anfällig für die Vollverschleierung sind und was die Burka mit einer Dating-App verbindet.

Wer nur die üblichen Vorurteile bestätigt haben möchte, für den ist das Gespräch zwischen Binswanger und De Féo sicherlich nicht das richtige Format. Für alle anderen ist es in jedem Fall ein Erkenntnisgewinn.

Hier können Sie das ganze Interview lesen

Tomas Poth | Fr, 19. Februar 2021 - 16:04

Das "plötzlich mehr Vollverschleierung" schätze ich einerseits als Folklore, Kostümierung oder als Trotz "ich laß mir doch nichts verbieten" ein.
Schafft aber Klarheit!
Also entweder keine Vermummung, auch nicht religiös begründete oder freie Vermummung für alle, sprich weg mit § 17a VersG.

Ja, das "Vermummungsverbot" ...

An Tankstellen gibt es diese Aufkleber, Schilder an der Tür: "Helm ab!"
Nein nicht "zum Gebet" (Der Zapfenstreich: Ich bete an die Macht der Liebe ...) sondern zur Erkennung.
Was soll die tribale (gar gläubige?) Burkaträgerin nun tun?
Nun, ein Harley-/Moto Guzzi-Biker müsste ja ob Jet-Helm ebenfalls nur die Brille ausziehen.
Also kurz den Blick freigeben - Hauptsache die credit-card ist okay!

Nein, diesen extended-article bei "Repubklik" habe ich mir nicht angetan, das ist mir die Sache nicht wehrt.

Herr Poth, sie erwähnen §17a VersG - zu Recht.
Dort wird auf § 17 VersG verwiesen (welch ein Wunder!). Dort sind u. a. "Hochzeitszüge" vom "Vermummungsverbot" ausgenommen.
Ach, sind das unsere "Ferrari-Lambo-Leiher" welche mal locker nen Satz Reifen für 10.000 € "durchdrehen lassen, Autobahnen still legen?
"Ey Alter, der Lambo is meine Vermummung, ey!"

Der Schweizer Volksentschied wird ruckzuck vergessen sein!
... unabhängig des Ergebnisses ...

Günter Johannsen | Fr, 19. Februar 2021 - 17:36

In reply to by Bernd Muhlack

Unter Toleranz verstehe ich, das man gegen die Intoleranz wehrhaft sein muss und nicht jedem vorgehaltenen Schein auf den Leim geht! Ich kann Frauen mit Burka und Kopftuch nicht als bunte Bereicherung betrachten, eher als grau-dumpfe mittelalterliche Selbstgeißelung. Wobei ich glaube, dass es die wenigsten Frauen freiwillig tun. Wer dem aber Mann nicht Folge leistet, hat keine hohe Lebenserwartung! Vollverschleierungen sind Symbole der Versklavung, die in unseren Breitengraden längst - Gott sei Dank - abgeschafft wurden! Fakt ist aber: Auch die Linken, die dieses Sklavengewand tolerieren wollen, können mit Religionen nichts anfangen. Das kann ich akzeptieren. Was ich nicht akzeptieren will: wenn man eine Religion wie den frauenverachtenden Islam als Vehikel zur Destabilisierung Deutschlands benutzt! Denn das scheint es doch in Wahrheit zu sein, oder? Es ist Verlogen, von Gleichberechtigung zu dozieren, wenn man gleichzeitig das mobile Gefängnis Burka "toleriert"!

Reinhold Schramm | Fr, 19. Februar 2021 - 18:08

In reply to by Tomas Poth

Wo bleibt die Verantwortung für die Kinder?

Darüber wird jedoch nicht diskutiert: Freiwillige Nikab-Trägerinnen verachten ihre Kinder!

„Alle diese Gefangenen mussten den Nikab tragen“. - „Ihr Leben ist zerstört.“ - „Die politische Mehrheit, die damals das Vollverschleierungsverbot durchdrückte, hat tragischen Schaden angerichtet.“

Und wie steht es um die Psyche der Kinder der Burka-Nikab-Mütter?

„Den Frauen macht man drakonische Vorschriften, den Männern gegenüber ist man tolerant.“

Nein, keinerlei Toleranz in der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber dem religiösen, dem christlichen und muslimischen Faschismus, ebenso der gehirngewaschenen ISLAM-Patriarchen wie der unterworfenen Frau unter der Burka, – so nicht in Europa, Asien, Nahost und Afrika!

Die religiöse Gehirnwäsche sollte der weltlichen Aufklärung und Emanzipation – von Frau und Mann – weichen!

Quirin Anders | Fr, 19. Februar 2021 - 16:06

Was Frau De Féo von den etwa 200 Nikab-Trägerinnen und Interviewpartnerinnen erfahren hat, wirft ein interessantes Schlaglicht in eine uns weitestgehend unbekannte Szene, erlaubt aber (noch lange) keine seriösen Verallgemeinerungen.
Denn bei allem Respekt vor den Forschungen der Frau De Féo und ihren Schlussfolgerungen sollten wir uns eine wichtige Grundlage für Statistik in Erinnerung rufen:
Unter Statistikern gilt eine Erhebung als wenig aussagekräftig, wenn sie nicht mindestenes eine Grundgesamtheit von 2000 Personen umfasst.
Das entspricht der zehnfachen Anzahl der Gesprächspartnerinnen von Frau De Féo.

Fazit: Es ist zwar durchaus denkbar, dass die geschilderten Forschungsergebnisse zutreffen; doch wissenschaftlich auch nur halbwegs abgesichert sind sie nicht.

Und dass Druck, etwa in Form eines Verbots, (zumindest ein wenig) Gegendruck erzeugt, ist nun wirklich nicht neu.

"Erkenntnisgewinn" zu kommen. Ist ja mehr als dürftig. Pro Jahr ca. 13 Frauen befragt um darauf zu schließen: "...plötzlich deutlich mehr junge Frauen... für Vollverschleierung u. Salafismus..."
Das kommt doch nicht aus freien Stücken! Sondern in der Art: jetzt erst recht. Und auch nicht von den Frauen selbst.
Weiter mit "...wieso insbesondere Konvertitinnen so anfällig für die Vollverschleierung sind..." Weil diesen "Damen" immer noch min. eine Schippe drauflegen. Wer sind denn die radikalsten IS-Anhänger?
Ehrlich, diese "Forschung" ist so was von Überflüssig. Was hat denn diese für einen "Gewinn"? Werden daraus Schlüsse gezogen? Hat das irgendeine Konsequenz?
Für mich brotlose Kunst.

Hans Jürgen Wienroth | Fr, 19. Februar 2021 - 16:09

Das ist ein wirklich interessantes Gespräch, welches ein schlagendes Argument für die Freigabe von Vollverschleierung, Rechtsextremismus und Terrorismus liefert. All die Argumente, die hier gegen ein Verbot sprechen, kann man genauso für die anderen o. g. Themen oder jedes andere Thema (z. B. Rassismus) anführen. Wir älteren kennen diese Argumentation von der RAF, die sich (angeblich?) nur gegen staatliche Willkür wehren wollte.
Wie und wodurch sich der Salafismus in Frankreich (und in der restlichen Welt) verändert hat, lässt sich, glaube ich, nicht nur über die Vollverschleierung erklären. Durch das sinkende Wirtschaftswachstum in der westlichen Welt ist es schwerer geworden, hier eine Arbeit zu finden. Das gilt auch für Afrika durch das große Bevölkerungswachstum. Die dadurch ausgelöste Diskussion um Benachteiligung spaltet die Gesellschaft und man will zeigen, welcher Gruppe man angehört.

in der westlichen Welt ist es schwerer geworden, hier eine Arbeit zu finden." Motivation hin, Religiosität her, welche Frau mit Vollverschleierung wird in Westeuropa damit eine Arbeit finden? Wohl keine – also bleibt nur die Sozialfürsorge, und die Frage, ob es das wert ist. Wenn der muslimische Zahnarzt seine Gattin mit versorgt, ist das kein Problem – aber allein wegen der Selbstverwirklichung der Frau, die ihrer Meinung nach nur durch den Schleier gewährleistet ist (einschließlich der Einstellung, dass sie sich nur so gekleidet ihrem Gott nahe sein kann) bleibt es hier ein Luxusproblem. Nämlich: Frau muss es sich leisten können.

Es impliziert, dass Gott ein schäbiger Lüstling ist. So machen die, welche "Gott ist groß" schreien, den Gott, der alles geschaffen hat und über allem steht, genau so klein und erbärmlich wie sie selbst sind! An ihrem Habitus werdet ihr sie erkennen. Sie sollten ehrlicherweise schreien: Ich bin der Größte, weil ich ein gewisses Teil habe. Frauen müssen mir jede Stunde in allem gehorchen! Diese Einstellung würde ich ihnen eher abnehmen. Was sagt aber unser Grundgesetz, Artikel 1?
"Die Würde des Menschen ist unantastbar!"
GG, Artikel 3:
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, ... seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen ... benachteiligt werden."
Das ist nicht verhandelbar!

►Der Terror der aus gut bürgerlichem Elternhaus stammenden kleinbürgerlichen Antikommunisten und Mitglieder der RAF zielte vorrangig auf Repräsentanten der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Die Opfer des Terrors der RAF waren Repräsentanten des Systems, bzw. der Administration des Kapitals.

►Der Terror des feudal-religiösen Wahns des Islams wie auch anderer Religionen zielt auf die religiöse Konkurrenz und richtet sich dabei unterschiedslos gegen alle unbeteiligten und insbesondere auch unterschiedslos andersgläubigen Menschen. Jeder, der nicht dazu gehört, die „Ungläubigen“ dürfen demnach versklavt und/oder auch physisch vernichtet/ermordet werden.

Marina | Fr, 19. Februar 2021 - 16:19

Welches Argument ist das denn?
Geht es hier um Werte unserer zivilisierten Gesellschaft?
Die sind nicht verhandelbar!
Oder geht um die ,,armen,, Zugewanderten,,? Ich möchte an keinem Experiment teilnehmen, welches meine ,,Sozialisierung,, angreift. Religion ist Privatsache. Wer sich nicht anpassen will, muss sich fragen, ob er nicht ein falsches Ziel ausgesucht hat.So mancher ,,Allesversteher,, und Relativierer gehen mir wirklich auf die Nerven. Sorry.

Marina | Fr, 19. Februar 2021 - 16:25

Warum das Journalistenherz nach links ausschlägt

Fr, 19. Februar 2021
Ein Kommunikationswissenschaftler der Uni Leipzig bestätigt: Im Journalismus dominieren linke Haltungen. Das liegt auch daran, dass Konservative den Beruf meiden, während er für linke Weltverbesserer und Aktivisten hoch attraktiv ist. ......Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Markus Michaelis | Fr, 19. Februar 2021 - 16:56

über das Interview. Mir schien es klar, dass es bei Islamfragen zum großen Teil nicht um Probleme mit einem unterdrückerischen System geht. Sicher auch mal, aber dann wären doch alle froh über "Befreiung".

Ein Teil ist, wie dargestellt, die individuelle Suche in Abwendung/Enttäuschung von der Normalgesellschaft - Verbote befeuern soetwas, das scheint mir normal.

Ansonsten ist es doch gerade so, dass der Islam für Sinngebung, Gesellschaft, Werte, Sicherheit etc. steht und von den Menschen verteidigt wird. Dazu die Vernetzung mit Geschichte, Familie, Nationen, Traditionen. Das Kopftuch steht für Zugehörigkeit, nicht für Unterdrückung - die Burka (im Westen) hätte ich ähnlich gedacht.

Die Probleme kommen, weil wir im Westen trotzdem eigene Vorstellungen haben, die nicht kompatibel sind. Wir können uns das Inkompatible nur als Fehler beim Islam vorstellen (Unterdrückung) oder Fehler bei uns. Es ist aber wohl einfach inkompatibel - wie vieles im Leben.

oder: Logik ist Glücksache?
»Ein Philosoph ist jemand, der in einem dunklen schwarzen Keller nach einer schwarzen Katze sucht. Ein Psychologe sucht in einem dunklen schwarzen Keller nach einer schwarzen Katze, die es gar nicht gibt. Und ein Theologe sucht in einem dunklen schwarzen Keller nach einer schwarzen Katze, die es gar nicht gibt, und ruft dann, ich habe sie gefunden.«
Soll heißen: man kann sich auf verschiedene Weise die Wirklichkeit zurecht biegen!

Das Problem ist, dass es verschiedene Ansichten gibt, wer was zurecht biegt. Probleme mit dem Islam im Wesentlichen auf Fragen der Unterdrückung zu reduzieren, scheint mir jedenfalls sehr zurechtgebogen. Zumindest die Masse der Muslime würde das denke ich nicht so sehen - das sind nicht wenige Menschen. Die Probleme zum großen (größeren?) Teil auf Rassismus oder ähnliche Fehler unserer Gesellschaft zu reduzieren, ist vielleicht mehrheitsfähiger, scheint mir aber auch sehr zurechtgebogen. Dass es keine wirklichen Probleme gibt, scheint mir auch zurechtgebogen. Dass alle wesentlichen gesellachaftlichen Grundfragen das GG regelt und mehr gibt es nicht zu sagen, scheint mir sehr zurechgebogen.

Mir scheint es daher im Moment so, dass hier inkompatible Weltsichten und Wertvorstellungen vorliegen.

findet der Mörder das Urteil des Richters. So individuell kann man "zurechtgebogen" sehen. Je nach Perspektive ... ? Aber der Ermordete wird leider davon auch nicht mehr lebendig, Herr Michaelis. Oder: Der Gast beschwert sich beim Kellner, dass die Kartoffeln schon faulig riechen. Der Kellner beschwichtigt: Aber schön heiß sind die Kartoffeln doch … ! Biegen sie sich die Wahrheit nicht auch zurecht, Herr Michaelis ?

Charlotte Basler | Fr, 19. Februar 2021 - 17:11

Trifft das auch auf die Trägerinnen in den Ländern zu, aus denen diese "Mode" kommt. Nein? Was soll dieses Argument dann? Trotzreaktionen auf Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote? Auf Schul- und Steuerpflicht? Geht's noch? Wir können nichts mehr regeln, weil wir sonst Trotzreaktionen provozieren?
Ich bin dafür, dass wir dagegen sind. Warum?
1. Wehret den Anfängen. Jeder Zuzugswillige sollte vorher wissen, dass wir Frauenfeindlichkeit nicht dulden.
2. Wir schützen die Kinder, indem etwaige familiäre Differenzen zu diesem Thema gar nicht entstehen können.
3. Wir schützen uns selbst. A) Wir halten Islamisten fern. B) Es ist nicht zu erkennen wer in so einem Kleidungsstück steckt.
4. Diese Frauen werden wahrnehmbar und wir können ihnen freundlich begegnen, statt betreten wegzuschauen.

Karl-Heinz Weiß | Fr, 19. Februar 2021 - 17:19

Symbole der Abgrenzung sind bei Jugendlichen und auch bei Konvertiten nichts Neues. Wenn aber zur Abgrenzung in der Öffentlichkeit religiöse Symbole des Steinzeit-Islam verwendet werden, wird dies auf längere Sicht zu Abwehrreaktionen der Bevölkerung mit erheblichem Aggressionspotential führen. Ich verstehe deshalb die Haltung vieler Imane, die genau dies befürchten.

Wo will denn dieses Land hin?

»Ab Anfang 2000 veränderte sich die türkische Community. Die Mütter fingen an, Kopftücher zu tragen. Das hatten wir früher nicht, da hat höchstens mal die Omma eins getragen, wenn sie die Familie besuchte. Dann kamen Afghanen und Marokkaner dazu. Dann reichte das Kopftuch nicht mehr und es kamen die schwarzen Gewänder. Vor drei, vier Jahren kamen dann die vollverschleierten Mütter. Da musste ich mich noch mit meinem Schulamt rumschlagen, weil ich gesagt habe: Auf meinen Schulhof kommt niemand, der nicht sein Gesicht zeigt. Und ich frage mich: Wo will denn dieses Land hin?«

Lesen: Wo will denn dieses Land hin?
https://www.emma.de/artikel/schule-vor-dem-kollaps-3370065

Ohne religiösen Wahn: EMMA bleibt mutig!

... tiefe Ablehnung unserer Art zu leben! Man grenzt sich bewußt ab, das Geld nimmt man aber gerne. Nur jeder zweite arbeitsfähige Türke arbeitet auch - Artikel aus dem Focus! Und man hofft, irgendwann in der Zukunft dieses Land einverleibt zu haben - Erdogan: "macht nicht 3 Kinder, macht 5!". - Der Zug für uns ist abgefahren!

Carola Schommer | Fr, 19. Februar 2021 - 18:34

von Musliminnen die Burka in Europa zu tragen, bleiben auch nach dem Lesen des Interviews nachrangig. Am wenigsten ist das Tragen dieses Kleidungsstücks als Trotzreaktion auf das Burkaverbot als Argument schlagend. Denn wenn sogar ein Verbot dagegen erlassen wurde, hat man sich erst recht daran zu halten. Der Verstoß gegen das Trageverbot drückt dann deutlicher als zuvor die Missachtung gegen unsere (kulturell begründeten) Gepflogenheiten und ungeschriebenen Regeln aus.

Die Burka ist und bleibt unserer Kultur fremd; sie macht den Betrachter zum Teil unsicher oder
aggressiv. Dass gerade Frauen Burkaträgerinnen angreifen, könnte auch auf subtiles Missbehagen und vielleicht sogar auf die untergründige Furcht hinweisen, dass sich die Verhältnisse in Europa zum Nachteil der autochthonen Frauen ändern könnten.

Maik Harms | Fr, 19. Februar 2021 - 18:57

Der auch von Drogen bekannte Effekt, dass Verbotenes erst richtig interessant wird. Auch der Konvertitinnen-Effekt ist anderweitig bekannt; die 100%igen (Muslime, Kommunisten, Faschisten) sind oft diejenigen, die sich das Denksystem erst angeeignet haben.

Wenn zutrifft, was Frau De Feo berichtet, dann scheint es sich um ein geistig-psychisches Phänomen auf individueller Ebene zu handeln. Dann wäre ein schlichtes gesetzliches Verbot (eine ja/nein-Entscheidung) schlicht zu "dumm", um dagegen etwas auszurichten. Dann bräuchte es vielmehr eine breite, kritische Auseinandersetzung, nicht nur mit der Verschleierung an sich, sondern vor allem mit der dahinter stehenden Lehre (Salafismus, und auch Islam an sich).

Der Staat sollte sich m.E. durchaus klar gegen Verschleierung positionieren, aber der Verbotsweg ist ggf. kontraproduktiv.

Robert Hans Stein | Fr, 19. Februar 2021 - 19:09

Ist der militante Feminismus von de Féo nicht weniger unsinnig (um nicht zu sagen unappetitlich) als militanter Salafismus. Was bitte soll das Ganze? Die Diskussion, auch das Interview, gehen am Kern der Sache vorbei: Wie vermeiden wir das Entstehen und die Ausbreitung von Soziotopen, die das im Westen entwickelte Gesellschaftsmodell in Frage stellen und danach trachten, es durch ein anderes zu ersetzen. Über den Sinn, etwas durch Verbote regeln zu wollen, kann man fast immer streiten, nicht aber über den Unsinn akademischer Scheindebatten über Symptome. Insofern ist de Féo dennoch zuzustimmen: Mit Ignoranz, allenfalls mit arrogantem Sarkasmus wäre man besser gefahren, als mit dem Holzhammer. - Aber so wollte sie es wohl nicht verstanden wissen;-)

Yvonne Stange | Fr, 19. Februar 2021 - 20:10

..... 57 Länder auf dieser Welt, wo dieses Bekleidungsstück keinerlei negativen Reaktionen hervorruft. Vielleicht sollten die "Trotzerinnen" dorthin auswandern?
Ich will mich nicht mit dieser Art der Geschlechter-Apartheit abgeben müssen. Kühn finde ich auch den Vergleich der Barttracht mit der Burka... klar doch, ist doch fast dasselbe!
Und richtig niedlich finde ich auch, das ein Kommentator hier das Kopftuch als Symbol der "Zugehörigkeit" sieht.... er möge mal die Frauen im Iran dazu befragen!! >:-( Die sehen das ganz anders! Wozu dann eigentlich überhaupt noch das Neutralitätsgesetz?? Kopftuch ist doch nur Zugehörigkeit....

Romuald Veselic | Sa, 20. Februar 2021 - 02:01

In reply to by Yvonne Stange

In Albanien, unter Enver Hoxa, war es Männern streng verboten (warum wohl?), Bartwuchs zu tragen - sogar Oberlippenbart oder Rotzbremse á la Erdogan. In Tirana, einzigen Zivilflughafen Albaniens, gab es Friseursalon, wo alle eingereiste Männer (Nichtalbaner) die unrasiert angekommen sind - auch mit 3-Tage-Bart, wurden in diesem Friseurladen zwangsrasiert. Und: Niemand interessierte das oder darüber irgendwelche "Studie" anfertigte.

Romuald Veselic | Sa, 20. Februar 2021 - 01:22

Wieso gab es solche Probleme in Sowjetrussland nicht oder aktuell in China? Jegliche Art der Verschleierung wurde/ist dort verboten in Bastaform und keine Journalisten vor Ort erstellten irgendwelche Studien darüber. Es gab nur eine Burkaalternative: Arbeitslager forever oder als Heilung gg. religiöse Zeichen, die man am Körper trug. Es reicht sich die gerichtlichen Archive in Mittelasien anzusehen, um die Resultate von Damals, mit aktuellen zu vergleichen. Oder das Buch von Egon Erwin Kisch (Der rasende Reporter): Reportgen aus sowjetischen Mittelasien zu lesen. Der Nebeneffekt: Es gab damals auch keine Jihadisten o. religiöser Terror. Und keinen/niemand interessierten irgendwelche Empfindlichkeiten dazu.

Ernst-Günther Konrad | Sa, 20. Februar 2021 - 09:12

Ich habe es mir angetan, den verlinkten Gesprächsartikel zu lesen und darüber nachzudenken. Ja, es mag die unterschiedlichsten Begründung zum Tragen von Gesichtsschleiern in welcher Form auch immer geben. Nur eines steht für mich an erster Stelle. Ver- und Gebote sollen das gesellschaftliche Miteinander regeln. Das man sich aus Trotz und persönlicher Überzeugung aber bewusst und gewollt einer Verhüllungsvorschrift widersetzt, geht für mich gar nicht. Wer bei "Rot" über die Ampel geht, muss mit Bußgeld rechnen. Auch wenn er das tut, obwohl nachts und kein Auto auf der Straße. Ja, man kann sagen, kleinlich und nicht notwendig. Man kann "Untersuchungen" darüber anstellen, warum jemand diese Vorschrift nicht beachtet. Nur ist es in Frankreich nun mal Gesetz und das hat jeder zunächst zu befolgen. Für individuelle Verstöße mag jeder den Rechtsweg beschreiten. Das macht eine Gesetz aber nicht obsolet. Wenn Frauen durch Verschleierungen hoffen einen Mann zu finden, nichts wie ab nach Saudi.

René Maçon | Sa, 20. Februar 2021 - 10:31

Ganz vermummt und ganz nackt gehören verboten. Dazwischen gibt es jede Menge Spielraum.

Wem das nicht reicht, der darf sich ein Land aussuchen, das seinen Präferenzen besser entspricht.

Brigitte Simon | Sa, 20. Februar 2021 - 17:42

Das geflügelte Wort, auch Erkenntnis, lautet:

"Was außen zu sehen ist, muß nicht drin sein"

Wer, (Ladys first) eine Frau? Wer, ein Mann? Eine bewaffnete Extremistin? Ein bewaffneter Extremist? Eine Selbstmordattentäterin? Ein Selbstmordattentäter?

Für mich ist das nicht überzogen empfunden. Es
ist für mich beängstigend.

Beate Weikmann | So, 21. Februar 2021 - 00:14

Ist es ein unverhohlenes Zeichen für die Unterdrückung der Frauen in Teilen der muslimischen Welt? Vielleicht sollten sich die Männer genau so „verkleiden “ und deren Situation annehmen, mal sehen wie sie sich dann dazu äußern.

Heidemarie Heim | So, 21. Februar 2021 - 14:18

Eine Diskussion ob man 12jährige Mädchen demnächst mit dem 20 oder 30 Jahre älteren gut situierten Lustmolch als Zweit-oder Drittfrau zwecks Nachwuchs verheiratet? Oder mit dem Cousin, der durch vorangegangene etwas zu eng ausgelegte Heiraten innerhalb der Verwandtschaft meilenweit intellektuell von seiner im Westen erzogenen Cousine entfernt ist? Und wenn er das nicht länger gewillt ist hinzunehmen, ein vor Zeugen 3maliges "Ich verstoße Dich!" genügt um die Verbindung zu lösen? Oder wegen im Nachhinein festgestellter "Nichtjungfräulichkeit" (das Wort des Mannes gilt doppelt) Verbannung zurück zu den Eltern ohne Mitgift. Was bei nachgewiesenem oder auch nicht bewiesenem Ehebruch! seitens der Frau nach islamischen Recht
exekutiert wurde und in besonders archaischen Gesellschaften auch heute noch heimlich stattfindet, müsste bekannt sein. Man möchte nicht wissen, wie unsere Gesellschaft darauf reagierte, wenn man die in z.B. Indien usw. üblichen "Verbrennungsunfälle" übertrüge?! FG

Christian Haustein | So, 21. Februar 2021 - 17:28

Die Burka ist ein Teil der Unterdrückung der Frauen. Dahinter steckt die Geschichte, vom guten Ehemann der nur das beste für einen will und die Mär der bösen Welt. Geschichten aus 1000 und einer Nacht, die den Zuhörer klein und dumm halten sollen. Das islamische Pendant zur christlichen Erbsünde. Aus so einem Denken, kann nichts Gutes für unsere liberale Gesellschaft entstehen. Ein Burkaverbot bist sinnvoll, wir brauchen Demokratie-konforme und pro Selbstachtung ausgelegte religiöse Institutionen.