Was passiert, wenn Merkel geht? - Das Rennen ist eröffnet

In der Union ist das Rennen um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel eröffnet. Ursula von der Leyen ist in einer starken Position. Gerade deshalb nun wird Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ins Spiel gebracht

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat gute Chancen, Kanzlerin zu werden
Illustration: Jens Bonnke

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Georg Löwisch war bis 2015 Textchef bei Cicero. Am liebsten schreibt er Reportagen und Porträts. Zu Cicero kam er von der taz, wo er das Wochenendmagazin sonntaz gründete. Dort kehrte er im Herbst 2015 als Chefredakteur zurück.

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Neun Jahre, nachdem Angela Merkel Kanzlerin geworden ist, und 14 Jahre nach ihrer Wahl zur CDU-Vorsitzenden geschieht in Berlin Unerhörtes. Es wird über ihren Abgang geredet, über die Zeit nach ihr. Vorsichtig, vertraulich. Ein Grund: Ursula von der Leyen. Wenn ihre Zeit im Verteidigungsministerium ein Erfolg wird, hat sie gute Chancen. Jetzt schon verhält sie sich wie eine Rennfahrerin, die in der Pole-Position die Motoren röhren lässt. Spricht man mit hochrangigen Vertretern der Union über die Ministerin, kommen sie ganz von selbst auf die K-Frage zu sprechen.

Als Merkel Ende vergangenen Jahres die Posten im neuen Bundeskabinett vergab, folgte die Besetzung schon der Nachfolgelogik. Ursula von der Leyen bekam das Verteidigungsressort – ein Ministerium mit Potenzial, aber auch mit hohen Risiken. Thomas de Maizière ermöglichte die Kanzlerin nach dessen Drohnen-Katastrophe im Verteidigungsministerium einen Neuanfang. Er wurde Innenminister, ein Schlüsselressort, das die 60 Jahre alte Regierungskoryphäe im Griff hat. Aber auch eines, das er schon einmal geleitet hat. Vielleicht haben Weggefährten deshalb den Eindruck von Lustlosigkeit. Er administriere einfach weg.

Fällt de Maizière aus, wäre von der Leyen konkurrenzlos. Das kann weder Merkel noch anderen in der CDU-Spitze recht sein. An zentraler Stelle in der Partei wird deshalb eine andere Kandidatin ins Spiel gebracht. Eine von ihnen ist ausgerechnet eine Frau, die sich nie in den Vordergrund drängt: Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie ist Merkels Nummer eins.

Warum Kramp-Karrenbauer ernst zu nehmen ist, ist in der neuen Ausgabe von Cicero zu lesen. Die Titelgeschichte heißt: „Die Stunde null“. Sie erzählt von den Planspielen um Angela Merkels Abgang, von von der Leyens Stärken und Schwächen –  und davon, welche Motivlage Merkel dazu bringen kann, als erste deutsche Kanzlerin ganz aus freien Stücken abzutreten.

 

Wie Ursula von der Leyen das Kanzleramt erobern will und warum Merkel auf Annegret Kramp-Karrenbauer setzt, lesen Sie in der Juli-Ausgabe von Cicero. Das Magazin ist ab sofort am Kiosk und in unserem Online-Shop erhältlich. Erleben Sie Cicero auch in der iPad-App mit vielen Animationen, Videos und Leseproben.

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