Carsten Linnemann
Carsten Linnemann soll federführend das neue Grundsatzprogramm der CDU ausarbeiten / dpa

Carsten Linnemann über die Zukunft der CDU - „Wir brauchen die große Staatsreform“

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende sagt im Interview, wie sich seine Partei neu erfinden muss und was der eigentliche Grund für die Wahlniederlage war. Er plädiert für eine Exit-Strategie in Sachen Corona und kritisiert den Bundespräsidenten für dessen pauschale Kritik an Menschen, die wegen der Pandemie-Maßnahmen auf die Straße gehen.

Alexander Marguier

Autoreninfo

Alexander Marguier ist Chefredakteur von Cicero.

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Carsten Linnemann, Jahrgang 1977, ist seit Januar 2022 stellvertretender Parteivorsitzender der CDU und Vorsitzender der CDU-Programmkommission. Von 2013 bis 2021 war er Bundesvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT). Linnemann gehört dem Bundestag seit 2009 an.

Herr Linnemann, sind Sie und Ihre Partei mittlerweile in der neuen Zeit angekommen? Mit anderen Worten: Wie fühlt es sich an nach 16 Regierungsjahren nun als Mitglied der größten Oppositionsfraktion im Bundestag?

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Werner Gottschämmer | Do., 3. Februar 2022 - 11:28

Hier habe ich aufgehört weiter zu lesen...

„Es gab in der Union Überlegungen, eine eigene Kandidatin ins Rennen zu schicken. Aber nach Gesprächen mit Politikern anderer Parteien wurde schnell klar, dass diese keine Chance gehabt hätte“.

Christa Wallau | Do., 3. Februar 2022 - 12:17

Antwort auf von Werner Gottschämmer

Die CDU hat nur deshalb keinen eigenen Kandidaten aufgestellt, weil dieser
wahrscheinlich von der AfD mitgewählt worden wäre.
Dies wollte man unter keinen Umständen riskieren; denn - so lautet das wichtigste Gebot der CDU:
Mit diesem "Pack" darf man sich n i e m a l s gemein machen!
Daß die AfD unter anderem Positionen vertritt, die früher zum Kernbestand der CDU gehörten, ist belanglos. Daß viele AfD-ler früher der CDU angehörten, spielt keine Rolle.
Auch dann, wenn es dem Interesse der Bürger dienen könnte,
nein, mit dem rääächten Gesindel darf man nicht paktieren.

Na dann: Viel Spaß bei der Erneuerung, liebe CDU!

..bis zum Untergang. Wollte erst was schreiben. Werte Floristen @Gottschämmer und @Wallau.
Schließe mich ihrem Äusserungen an.
CDU immer noch kein Klartext gegenüber desaströsen Merkeljahre.

das war, was die AfD heute ist, wird ja von AfDlern gerne verbreitet. Und wer der alten CDU nachtrauert, der kann doch dann heute bei der AfD sein Kreuz machen.

Plumper geht es nicht. Aber so ganz lässt sich selbst der kritische Unions-Wähler dann doch nicht veräppeln. Auch nicht der, der konservativen Werten nachtrauert.

Die Union hatte zwar ein paar wirklich stramme Konservative, aber sie war nie die rechtsextreme Partei, auch nicht in Teilen, die die AfD mittlerweile zur Gänze darstellt.

Nehmen wir den Herrn Martin Hohmann - als ein Beispiel; selbstverständlich gibt es in der AfD viele rechtsextremistisch eingestellte Menschen, die in der CDU niemals was geworden wären.

Herr Hohman flog wegen antisemitischer Äußerungen 2003 aus der Union, die AfD nahm ihn mit Begeisterung, schickte ihn sogar in den Bundestag - bevor er bei der letzten Wahl abgewählt wurde.

Wie gesagt, nur ein Beispiel. Man muss AfDlern einfach nur zuhören...

Werner Gottschämmer | Do., 3. Februar 2022 - 11:40

„Es gab in der Union Überlegungen, eine eigene Kandidatin ins Rennen zu schicken. Aber nach Gesprächen mit Politikern anderer Parteien wurde schnell klar, dass diese keine Chance gehabt hätte“.

Mit der absolut selben Begründung kann er sich auch Gegenargumente zur Reg. im BT sparen, und die ganze CDU Fraktion sowieso! Nun ja, machen sie ja auch. Also doch SED?

Tomas Poth | Do., 3. Februar 2022 - 11:59

Mit Merkel war die CDU erfolgreich, nur zum eigenen Nutzen, aber zum Schaden des Landes!
Keine Chancen für einen eigenen BP-Kandidaten. Es braucht aber Gegenkandidaten, das wäre ein Signal gewesen, einer von den erwähnten fünf oder zehn unverwechselbaren CDU-Punkten. So wird das Amt nur hingeschenkt. Das ist einfach nur Weiter So, statt einen Kontrapunkt zu setzen!
Für die diffamierenden Äußerungen Steinmeiers hätte die CDU ihm über das Mundwerk fahren müssen. Linnemann und wie so viele andere in der CDU haben die Merkel-Schere im Kopf!

Hans Jürgen Wienroth | Do., 3. Februar 2022 - 12:01

Carsten Linnemann übersieht, wie viele seiner Parteikollegen, dass die „große Staatsreform“ gerade stattfindet. Die soziale Markwirtschaft wird gerade durch die Planwirtschaft ersetzt. Dabei spielen, wie im Sozialismus üblich, christliche oder andere Werte keine Rolle, man handelt mit Solidarität.
Der CDU fallen die Opfer unter Merkel auf die Füße, die man der Macht zuliebe brachte. Wir sind von einer führenden Wirtschaftsmacht zum Entwicklungsland abgestiegen, haben uns das Wohlwollen in der Welt mit Geld erkauft, während unser eigenes Land immer mehr verrottete. Die Bürokratie ist veraltet, die Verkehrsinfrastruktur passt zur autofreien Zukunft, nur leider ist auch der ÖPNV in allen Bereichen schlecht. Das alles ließe sich aufholen, wenn wir und speziell die Jugend nicht Wohlstandsverwöhnt wären. Wo „in die Hände spucken und anpacken“ gefragt wäre zählt eine gute „Work-Life-Balance“ mit viel Freizeit. Wer schafft da eine Reform, bevor das Land am Boden liegt, wer baut dann auf?

Sehr geehrter Herr Wienroth, wo sehen Sie hier eine Planwirtschaft. Ich sehe seit Jahren nur eine planlose Wirtschaft.
Sie schreiben das wir verkommen zum einem Entwicklungsland. Dafür produziert dieses Land aber schöne Exporthandelsüberschüsse. Oder bilden wir uns das nur ein. Unsere Jugend ist wohlstnadsverwöhnt? Da spricht der jährliche deutsche Wohlstandsbericht eine andere Sprache. Ich stimme Ihnen zu das unsere Infrastruktur auf Verschleiß betrieben wurde. Das ist aber auch ein Problem der Fiskalpolitik gewesen. Man hat dort zu wenig auf Investition gesetzt. Die CDU hatte unter Merkel 16 Jahre Zeit eine umfassende Staatsrefomen durchzuführen. Man hat die Hände in den Schoß gelegt und hat die Probleme mit billigem Geld zugeschüttet, um statt dessen tatsächliche Reformen anzufassen.
Die neue Bundesregierung ist nun knapp 2 Monate im Amt und soll für alle Probleme sofort eine Antwort finden. Nun noch auf unsere Jugend zu schimpfen. Hört sich so an wie "Früher war mehr Lametta".

Helmut W. Hoffmann | Do., 3. Februar 2022 - 12:36

dieser Mann hat schon soviel Nonsens von sich gegeben, da kommt es auf etwas mehr oder weniger auch nicht mehr an.

Urban Will | Do., 3. Februar 2022 - 13:56

Verständnis von Politik und Demokratie dieser Mann hat.

Die erste: man habe lange nur auf das „Argument Merkel“ gesetzt und müsse sich jetzt wieder „voll auf Inhalte“ konzentrieren...
Das heißt also, man ließ sich jahrelang als Politiker bezahlen und genügte sich damit, mit „Merkel“ Politik zu machen anstatt Inhalte zu liefern, die diesem Lande nützen.
Das ist erbärmlich.
Natürlich wunderte mich dieser Satz nicht, zeigt er doch eins zu eins, wie es lief in diesem Duckmäuserhaufen.
Bsp. Migrationspolitik: es gab sicher viele dort, die mit geballter Faust in der Tasche daneben standen und den Blödsinn von „Willkommenskultur“ noch mit trugen, als die ersten von „Schutzsuchenden“ geschändeten jungen Frauen tot in den Büschen lagen, als der Missbrauch des Asylrechts offen erkennbar war.

Die zweite: das mit der BP – Wahl.
Wurde hier schon angesprochen. Und es stimmt. Man hat Angst vor AfD – Stimmen.
Und: Niemand wird „verbrannt“, weil er in einer Wahl unterliegt. So reden Feiglinge.

Helmut Bachmann | Do., 3. Februar 2022 - 13:56

Der Linnemann ist ein guter. Erkennbar anders, sachlich, klar und geschickt mit Worten.

Sandy Boras | Do., 3. Februar 2022 - 14:27

Die Aussage "Damit waren wir auch über weite Strecken sehr erfolgreich." trifft den Kern des Problems. Die CDU wurde wegen Fr. Merkel gewählt und nicht wegen eines herausragenden Programms. Und das war offenbar für die Führungsregie der Bundes CDU und die Landesvorsitzenden in Ordnung. Maßgeblicher und notwendiger Widerstand gegen die Merkel-Politik unterblieb.
Vermutlich ist dieses Verhalten dem Schutz des eigenen sozialen Standes geschuldet.
Und jetzt werden alle anders agieren.
Wer soll das nach 16 Jahren Demontage der BRD mit der CDU glauben?

Markus Michaelis | Do., 3. Februar 2022 - 15:10

Herr Linnemanns Sorge ist "dass wir am Ende auch Menschen in der Mitte verprellen."

Das ist sicher richtig, ich würde da aber noch einen anderen Aspekt betonen. Diese Formulierung geht davon aus, dass es eine klar definierte Mitte gibt, die, anscheinend, auch klar definierte richtige Werte und Ansichten hat. Die Mitte reicht denen, die nicht ganz richtig denken, die Hand.

Was als Handreichung formuliert wird, müsste manchmal eher eine Offenheit gegenüber anderen Sichtweisen sein, auch wenn diese nach eigenen "objektiven" Kriterien falsch sind. Diese Offenheit schließt überhaupt nicht aus, dass man demokratisch für die Durchsetzung der eigenen Ziele kämpft.

Es fehlt aber oft die Offenheit zu akzeptieren, dass die allermeisten Dinge nicht durch Wissenschaft, Anstand, Solidarität oder andere höhere Instanzen festgelegt sind, sondern in einem ganz weiten Feld demokratisch auszuhandeln.

Also, gerne weniger Handreichen, dafür mehr demokratische Akzeptanz der "Gegner".

Jörg Hinsenkamp | Do., 3. Februar 2022 - 18:21

Wen wundert das, es stehen demnächst Landtagswahlen an. Die Politik war sich noch nie für etwas zu schade und schon gar nicht beim Anbiedern. Alleine es fehlen die guten Taten und die Anerkennung des Volkes als Souverän.

Hans Schäfer | Fr., 4. Februar 2022 - 11:05

"Volks „abgeordnete, die die Interessen des Souveräns vertreten & nicht die der Parteien.
Der Föderalismus ist ein Hemmschuh, wie nicht nur die Pandemie zeigt. Er muss reformiert werden. Dass wird aber ein frommer Wunsch bleiben. Die Länder brauchen die lukrativen durch Steuergelder subventionierten Dienstposten, zur Unterbringung von linientreuen Parteisoldaten und werden sich mit Händen & Füßen wehren. Bei einem Umbau würden einige DP auf der Strecke bleiben.
Die gesetzl. Grundlage bieten die Art 29 ff GG.

Ernst-Günther Konrad | Fr., 4. Februar 2022 - 13:43

Sie sind ein Schwurbler. Ihre gesamten Antworten zeigen mir nur eines, Sie und die gesamte CDU hat nichts gelernt. Sie taktieren nur, sie machen nichts. " Die erwähnte Analyse bringt ja klar zum Ausdruck, dass wir uns jahrelang zu stark auf ein Argument konzentriert haben, und das hieß Angela Merkel. "
Merkel war und hatte keine Argumente. Merkel war ein U-Boot, welches die CDU nach Belieben nach links verrückt hat, mit alternativlosen Ansagen von frenetisch umrankten Klatschhasen versehen, das Land gegen die Wand gefahren hat und das Volk gespalten.
Noch immer hat keiner den Mut das eigene Versagen und die Gründe klar und unmissverständlich zu benennen. Und jetzt den Corona Lockerer zu geben, wo ihr mit einem Spahn im März 2020 begonnen habt, das eigene Volk zu demütigen und zu entmenschlichen im Wissen, dass Euch gekaufte Medien unterstützen und der schläfrige Michel ohnehin mehrere Glockenschläge braucht, bis er erwacht, jetzt den Erneuerer zu geben. Die CDU hat fertig.

Armin Latell | Fr., 4. Februar 2022 - 21:45

ist eine unglaubliche Peinlichkeit für die cdu. Die Nachfolger der Mauerschützenpartei stellt einen Kandidaten für den (mMn obsoleten) BP. Die AfD benennt einen cdu ler, die cdu? Keinen, weil er ja keine realistischen Chancen hat. Nach diesem "wachsweichen" Aussagen des Herrn Linnemann kann ich nur konstatieren: diese Partei ist so was von zu Recht abgewählt worden. F.Merz ist keinesfalls der "Bringer" der Wählerstimmen. Das, was dieser BR Funktionär bisher von sich gegeben hat, reicht aus, um sich von der "Erneuerung" dieser Partei das richtige Bild zu machen. Btw: dass man in der Opposition sitzt, scheint man nicht so richtig verinnerlicht zu haben. Irgendwie möchte man päpstlicher sein als der Papst. Diese cdu darf keinen Fuß mehr in die Türe bekommen!