Medien - Wie der Journalismus noch zu retten ist

Sind die Journalisten in Deutschland zu nah an den Mächtigen und zu weit weg von ihren Lesern? Der ehemalige „Stern"-Chefredakteur Michael Jürgs hat im „Handelsblatt" einen aufrüttelnden Essay geschrieben. Jürgs klagt an, zeigt aber auch Lösungen auf

Michael Jürgs / picture alliance

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Kürzlich hat Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke von einer Begegnung mit dem US-amerikanischen Medienwissenschaftler Jay Rosen erzählt. Jetzt hat Michael Jürgs, ehemaliger Tempo- und Stern-Chefredakteur und Autor zahlreicher Biografien, im Handelsblatt einen aufrüttelnden Text veröffentlicht, aus dem der Branchendienst Meedia ausführlich zitiert. Jürgs schreibt unter anderem, es „Wäre (…) hilfreich, wenn sich die Herren der öffentlichen Meinung, Leitartikler von unterschiedlicher Güte, nicht als belehrende Oberlehrer aufspielen, sondern beobachtend aufklären über die Strategien der Volksverdummer. Die Nähe zu Politikern meiden, weil die Mächtigen nur dann zu kontrollieren sind, wenn man sie im Blick behält, statt sich mit ihnen, vor allem in der Arena Berlin, bei gegebenen Anlässen vertraut blicken zu lassen. Kurzum: unberechenbar bleiben." Aber trotz dieses vernichtenden Urteils glaubt Jürgs weiterhin an die Kraft des Journalismus: „Rückblickend bleibt der Trost, wie oft letztlich das freie, gedruckte Wort siegte. Gegen riesige Armeen von Millionen Wörtern, die überall auf der Welt lauerten, hatten Despoten und Völkerschlächter dann eben doch keine adäquaten Waffen."