Am Sonntagabend gibt Til Schweiger als Nick Tschiller sein Tatort-Debüt. Lohnt sich das Einschalten?
Unter deutschen Filmguckern gibt es wohl keinen, dem Til Schweiger gleichgültig wäre. Man liebt ihn oder man hasst ihn. Keine Meinung zu Til Schweiger? Ein Ding der Unmöglichkeit!
Entsprechend aufgeladen ist die Stimmung vor Schweigers Debüt als Tatort-Kommissar am kommenden Sonntagabend. Gilt doch der Tatort als eine der letzten Sendungen im deutschen Fernsehen, die einen generationen- und geschlechterübergreifenden Lagerfeuereffekt haben: Alle wollen dabei sein, alle schauen zu.
Eben deshalb ist Schweigers Besetzung umstritten: Wie soll einer, an dem sich die Geister derartig scheiden, dieses seit über 40 Jahren lodernde Lagerfeuer nähren? Hat Schweiger – irrlichternd zwischen seichten Komödien, merkwürdigen Soldatendramen und Talk-Show-Auftritten mit beachtlichem Fremdschämfaktor – überhaupt das Format, einen Tatort zu stemmen?
Die Antwort, in aller Kürze: Ja, hat er.
„Willkommen in Hamburg“ heißt der erste Til-Schweiger-Tatort, und um klar zu machen, worum es geht, sollte man das vielleicht so schreiben: TIL-SCHWEIGER-tatort. Will sagen: Man wird 90 Minuten lang gut unterhalten; in der 91. Minute weiß man schon nicht mehr, worum es ging.
Im Presseheft steht, „Willkommen in Hamburg“ sei ein „Popcorn-Tatort“. Vielleicht ist das so. Ich habe es nicht überprüft. Ich habe aber ausprobiert, ob er zu Flaschenbier passt, und muss sagen: ganz hervorragend; wie Nick Tschillers Faust in die Fressen all dieser hässlichen Mädchenschieber.
Womit wir bei der Handlung wären. Die lässt sich folgendermaßen skizzieren: Der Polizeikommissar Nick Tschiller ist ehemaliger SEK-Beamter. Er hat ständig Beulen und Kratzer im Gesicht. Und zwar, weil er sich in einem fort mit den Bösen dieser Welt prügelt.
Ein Beispiel – die Anfangssequenz. Tschiller überprüft eine Wohnung. Drinnen: eine Busladung minderjähriger osteuropäischer Prostituierter. Draußen: drei Zuhälter mit Stoppelbärten und Pistolen. Tschiller greift – in dieser Reihenfolge – zu Toaster, Eierstecher, Rollstuhl und Pistole und sorgt für klare Verhältnisse. Danach sind die Zuhälter tot und die Nutten dankbar. Nur Tschillers Chef ist nicht begeistert: Hat doch sein neuer Mitarbeiter den Kiezfrieden zwischen Polizei und Schieberbanden aufgekündigt.












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