Chemnitz - Mit zweierlei Maß auf Facebook

Auf Facebook haben Menschen, die um den getöteten Daniel H. in Chemnitz trauen, zugleich mit Freude über den Unfalltod eines syrischen Jungen in Dresden reagiert. Mit dieser Art von Doppelmoral konfrontiert, reagieren die meisten nicht

Blumen und Kerzen für den getöteten Daniel H. in Chemnitz / picture alliance

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Das Newsportal t-online.de hat über Facebook ingesamt zehn Nutzer angeschrieben und fragte: „Warum trauern Sie um Daniel H. und haben 'Haha' nach dem Tod des zehnjährigen Kindes geklickt? War das ein Versehen?“ Die angeschriebenen Nutzer hatten Trauerbilder für den getöteten Chemnitzer Daniel H.gepostet und zugleich mit „Haha“-Smileys reagiert, als eine Boulevardzeitung im Juli dieses Jahres einen Post absetzte, der von einem syrischen Jungen handelte, der in Dresden bei einem Badeunfall ertrunken war.

Den angeschriebenen Nutzern soll von t-online.de zugesichert worden sein, dass ihre Namen in der Berichterstattung nicht genannt und dass auch ihre Antworten unverändert erscheinen würden. Sechs von ihnen haben die Frage der Journalisten gelesen. Einer von ihnen hat daraufhin sein „Haha“ entfernt und einer setzte sein Profil auf privat. Beantwortet hat die Frage der Redaktion bislang allerdings keiner. Hier lesen Sie die ganze Recherche.