Benedikts Sekretär - Gänswein verteidigt Tebartz-van Elst

Der Präfekt des Päpstlichen Hauses Georg Gänswein rügt die Deutsche Bischofskonferenz im Fall des Limburger Bischofs Tebartz-van Elst. Zudem warnt er vor vorschneller Reformbegeisterung. Denn zwischen Papst Benedikt und Papst Franziskus gebe es keinen theologischen Bruch

Bischof Tebartz-van Elst in Limburg
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Nach Ansicht von Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär Benedikts XVI., hat die Deutsche Bischofskonferenz kein Recht, den Rücktritt des umstrittenen Limburger Bischofs zu fordern. Die Bischofskonferenz habe keine Jurisdiktion über einen Diözesanbischof, sagte er in einem Interview mit dem Magazin Cicero (Januarausgabe). „Das sind private Meinungen.“

In Limburg „geht es, tiefer gesehen, um Glaubens- und Richtungsfragen. Führt Bischof Tebartz-van Elst seine Diözese als katholischer Bischof – oder will das Bistum einen Sonderweg beschreiten?“ Das „laute Geheul um die Ausgaben“ sei „nicht der wahre Grund für den Streit“. Es gebe in Limburg „Strömungen, die andere Ziele haben als eine Klärung finanzieller Verantwortlichkeiten“.

Gänswein äußert sich in dem Interview auch zur eigenen Zukunft. Dass er demnächst Bischof in Deutschland werde, halte er für unwahrscheinlich. In den neu zu besetzenden Bistümern Freiburg, Köln, Hamburg wähle das jeweilige Domkapitel aus einer von Rom vorgelegten Dreierliste, „da sind meine Aussichten gering“.

Zwischen den Päpsten Benedikt und Franziskus erkennt Gänswein keinen theologischen Bruch. Es seien „unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Prägungen“. Benedikt habe mit Worten die Herzen berührt, Franziskus rühre mit Gesten. Die Begeisterung über Franziskus sei manchmal der Versuch, „ihn auch und gerade in Deutschland“ vor den „eigenen Karren zu spannen“. Es könne sein, dass manchen reformbegeisterten „Jublern schnell der Jubel in der Kehle stecken bleibt“, sagte Gänswein in dem Cicero-Interview.

Seine Zusammenarbeit mit Papst Franziskus verlaufe harmonisch und vertrauensvoll, berichtete er. Dennoch sei es „klar, dass ich emotional sehr stark an Papst Benedikt gebunden war und gebunden bin und gebunden bleibe“. Er habe ihm Treue bis in den Tod geschworen, und „dieses Versprechen möchte ich halten“.

Fotos: dpa picture alliance

 

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