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 > Der Antisemitismus-Vorwurf ist absurd

Salon

Judith ButlerDer Antisemitismus-Vorwurf ist absurd

Von Daniel Schreiber30. August 2012
gezett/The European Graduate School
Judith Butler,Philosophin,Gender-Theoretikerin,Adorno-Preis
Keine Antisemitin: Die Gender-Theoretikerin Judith Butler
Schrift:

Die US-Philosophin Judith Butler hat den Adorno-Preis erhalten. Dem Zentralrat der Juden gefällt das nicht: Er warf der Autorin Israelhass vor. Butler, selbst Jüdin, ist aber keine Antisemitin. Ihre Äußerungen zum Nahostkonflikt sind zwar nicht unproblematisch, die Vorwürfe gegen sie allerdings nehmen sich geradezu grotesk aus

Seite 1 von 2

Eine Synagoge in Cleveland, im US-Bundesstaat Ohio, circa 1970. Der Civil Rights Act ist erst seit sechs Jahren in Kraft, der Vietnamkrieg ermüdet das Land, und die Ausläufer der linken Kulturrevolution dringen zunehmend auch ins heartland Amerikas vor. Die 14-jährige Judith Butler sitzt im Religionsunterricht, ist aufmüpfig und kann nicht aufhören zu reden. Den Rabbi ärgert das und verdonnert sie zu Nachhilfestunden. Das Mädchen freut sich. „Ich erklärte ihm“, erinnert sich Butler, „dass ich existentialistische Theologie lesen wollte, Martin Buber. Ich wollte über die Frage reden, ob es eine Verbindung zwischen der Philosophie des deutschen Idealismus und dem Nationalsozialismus gibt. Ich wollte wissen, warum Spinoza exkommuniziert wurde, was da genau passiert war, und ob seine Synagoge nicht im Unrecht war.“

Die Kindheitsgeschichte könnte das Denken der Philosophin, die heute an der Universität im kalifornischen Berkeley lehrt, kaum besser umreißen. Ein Großteil der russisch-ungarischen Familie Butlers war während des Holocausts ermordet worden. Der belesene Teenager lernte Hebräisch und ging nach der Schule freiwillig zu Seminaren über jüdische Ethik. Es waren die großen Fragen, die die junge Butler interessierten, und schon damals glaubte sie fest daran, dass man mithilfe des Diskurses auch die ideologischen Grundlagen dieses Diskurses durchbrechen kann.

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Die beiden Bücher, mit denen Judith Butler später schließlich berühmt wurde und die die akademische Disziplin der „Gender Studies“ begründeten – „Das Unbehagen der Geschlechter“ (1990) und „Körper von Gewicht“ (1997) – setzten genau an diesem so neuralgischen Punkt an. Mit den philosophischen Werkzeugen der französischen Dekonstruktion und der Psychoanalyse legte sie dar, dass die Identifikation mit einem Geschlecht, also die Vorstellung, ein Mann oder eine Frau zu sein, eine elaborierte, von der Gesellschaft oktruierte Fantasie ist – ein Konstrukt aus internalisierten Bildern und Diskursen also und keine von den Merkmalen des eigenen Körpers vorgegebene Kategorie.

Geschlecht, so Butler, sei vielmehr als eine Abfolge von Performances zu verstehen, als etwas, das man durch eine Reihe von Handlungen immer wieder darstellt. Besonders in Deutschland, Israel und den Vereinigten Staaten traf dieses visionäre Konzept auf eine Gruppe junger, begeisterter Menschen, die des alten feministischen Modells der Unterdrückung überdrüssig waren, und die in Butlers Denken eine neue Möglichkeit erkannten, das Verhältnis zwischen den Geschlechtern – und damit auch die Gesellschaft – zu unterlaufen und mitzugestalten.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Kritiker Butlers kompromisslose Ideen verkennen

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Jutih Butler

Eine Person, die Hamas und Hizbollah (positiv konnotiert) als progressive Sozialeinrichtungen bezeichnet, nicht als Antisemitin zu bezeichnen, erfordert viele gedankliche Volten. Und was Ihr Autor nicht alles ignoriert, um zu seiner These zu gelangen - widerlich! Für mich ist Cicero tot: ein Blatt, das eine Hardcore-Antisemitin (ja, auch Jüdinnen können Antisemiten sein...) so hochjuxt, diskreditiert sich selbst.

  • Antworten
André Freud30.08.2012 | 17:13 Uhr

Unfug

Wer sich so wie Frau Butler über Israel äußert, Zitat aus dem Artikel: "Diese, schrieb sie dort, stilisiere die Opfer auf der palästinensischen Seite des Konflikts zum Kollateralschaden und beraube sie so ihrer Menschlichkeit. Weder Menschen noch Staaten könnten ihr Überleben absichern, indem sie den Anderen zerstören...", und gleichzeitig die Hamas, die ja nun gerade die Vernichtung Israels als Ziel hat, zu einer wie auch immer gearteten progressiven (Welt-)Linken zählt, der argumentiert nicht konsequent, sondern unterzieht das staatlichen Kollektiv Israel einer "Sonderbehandlung." Das ist eine klassische antisemitische Argumentationsweise. Das nicht zu erkennen und für den Cicero zu schreiben ist absurd.

  • Antworten
Wolfgang Kottland30.08.2012 | 19:04 Uhr

Wolfgang, für Sie!!

Wolfgang, für Sie!!
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-08/judith-butler-kritik-israel-antwort

  • Antworten
hans von hoffensthal31.08.2012 | 10:19 Uhr

Judith Butler

Butler ist nicht die erste und wird nicht die letzte jüdische Selbsthasserin und Antisemitin sein. Es wird ihr wenig helfen - aus diesem Verein kann man nicht austreten. Nicht erst Sartre hat die Aussendefinition der Juden beschrieben. Die gilt immer noch, also freunde man sich besser mit der eigenen Identität an anstatt sich bei den nichtjüdischen Antisemiten Liebkind zu machen. Das funktioniert sowieso nicht und beschämt den Selbsthasser letztlich nur selbst.

  • Antworten
hanna zweig31.08.2012 | 11:26 Uhr

Furchtbare Gleichsetzung

Was Diskussionen in diesem Kontext oft so unerträglich erschwert, ist die reflexhafte Gleichsetzung durch einige Diskutanten (@André und @Wolfgang) von Israel-Kritik und Antisemitismus. Das weltliche Staatengebilde Israel und seine Handlungen gegenüber Dritten können, dürfen und müssen ebenso wie die jedes anderen Staates differenziert beurteilt und kritisiert werden - ohne Tabus, verschämte Rücksicht und Sonderbehandlung, auch wenn diese immer wieder gerne vorausgesetzt oder eingefordert, und im Zweifelsfall gern mit dem Totschlagargument "siehst Du das nicht genauso, bist Du ein Antisemit" durchzusetzen versucht werden. Bemerkenswert, daß auch Israel-kritische Juden von dogmatischen (oft nicht-jüdischen) Israel-Verteidigern mittlerweile kurzerhand ebenfalls in die Antisemiten-Schublade gesteckt werden; Interessant, wie sich hier die Deutungshoheit darüber angemasst wird, wer im Namen der Juden sprechen darf und wer nicht.

  • Antworten
Werner Gratsch31.08.2012 | 12:31 Uhr

Kritik an Israel....

ist selbstverständlich genauso hinzunehmen wie Kritik an irgendetwas anderem (außer meiner Omi!) und absolut legitim. Ich habe mit meinem Beitrag darauf hinweisen wollen, dass Frau Butler eben NICHT an alle die gleichen Maßstäbe ansetzt (siehe meinen Beitrag oben). Und damit zu der in Ihrem Beitrag anklingenden Legende Israel dürfe/werde nicht kritisiert bzw. "man wird ja wohl noch sagen dürfen" fällt mir nicht mehr viel ein. Der Spiegel´(neben der Bild DAS deutsche Leitmedium) zum Beispiel hatte in diesem Jahr, und das fällt mir nur auf anhieb ein, bereits 2 sehr kritische Leitartikel zum Thema Israel. Außerdem empfehle ich Ihnen die Streitgespräche zwischen E. Follath (Spiegel) und H. Broder (ehemals Spiegel, jetzt Welt), nur um in das Thema einzusteigen. Außerdem habe ich nie über irgendetwas Deutungshoheit verlangt. Der Autor des hier diskutierten Textes tut es, indem er per ordre de mufti versucht einen Vorwurf von der Hand zu weisen, den er, zumindest in den Augen einiger hier Vertrener, nicht stichhaltig widerlegen kann. Mit freundlichen Grüßen, Wolfgan Kottland

  • Antworten
Wolfgang Kottland31.08.2012 | 18:27 Uhr

Und auch auf den Artikel von

Und auch auf den Artikel von Micha Brumlik sollte hier verwiesen werden:
http://www.taz.de/!94612/
Für den einen ist Cicero tot, für den anderen lebt es wieder. Für mich als TV- und Printmedienverweigerer ist Cicero einer der ganz wenigen Kandidaten, es mir noch mal anders zu überlegen.

  • Antworten
Ingbert Jüdt31.08.2012 | 12:43 Uhr

Zusammenhänge erkannt -nix gebannt

Ich habe mal bisschen recherchiert, wo Butler meistens selbst veröffentlicht. Sie nimmt zumeißt zuallererst einmal in englisch auf dem Blog von Blogger Philip Weiss Stellung zu den Vorwürfen. Erst danach erscheinen dieselben Äußerungen (wortwörtlich) als dicker Aufmacher in der "Zeit".

Der Blogger P. Weiss betreibt den Blog Mondoweiss.

http://mondoweiss.net/2012/08/judith-butler-responds-to-attack-i-affirm-a-judaism-that-is-not-associated-with-state-violence.html

Neben Butler-Texten finden sich dort auch so schöne Karikaturen und Artikel wie folgende.
http://mondotruth.tumblr.com/

"Die Zeit" übernimmt dann etwas "Zeit"verzögert von Mondoweiss Butlers Stellungnahmen und übersetzt diese auf deutsch - manchmal auch nur auszugsweise - aber immer haargenau im Wortlaut, immer sehr positiv und genau nach diesem Blog.

In welcher "Zeit" leben wir eigentlich, wenn unser Vorzeigeintellektuellen-Blättchen, von einem derartigen Blog zitiert. Ich finde dies alarmierend. Genauso wenn Cicero hier keine Zusammenhänge zu entdecken vermag.

Dort wo neben Butler-Texten auch die alte "Krake" - der alte Weltenfeind abgebildet ist. Ich finde es einen Skandal, dass Zeit Texte von dem Mondoweiss Blog verwendet. Ebenso ist es skandalös, dass Butler dort hauptsächlich veröffentlicht und der deutsche Journalist darin keinen Fehl entdeckt. Aber am aller skandalösesten ist, wenn der deutsche kultur-akademische Jetset die Augen verschließt. Anders kann ich es mir nicht erklären. Wer bei den Hamasäußerungen den Knall verpasst hat - müsste jetzt eigentlich langsam aufwachen.

  • Antworten
Eva_Sacher31.08.2012 | 17:22 Uhr

Text zu Butlers Antizionismus

Einen empfehlenswerten Text zum Antizionismus Butlers und ihrer Bewunderung für die Elogen der US-amerikanisch-palästinensischen Autorin Lila Abu-Lughod für die Burka findet sich hier:
http://www.hagalil.com/archiv/2012/08/31/butler/

  • Antworten
Martin Wilmers31.08.2012 | 18:04 Uhr

Israelkritik und Genderstudies

Wie man das Geblubber der Dame einordnen kann, sieht man aber schon in ihrem Thema, dass Frau und Mann - Sein von der Gesellschaft "aufgezwungen" werden.
Allerdings ist diese Gendergedöns zu kritisieren fast noch mehr mit Tabus behaftet, als Kritik an der Politik Israels zu üben...

  • Antworten
Querdenker01.09.2012 | 09:43 Uhr

Judith Butler

Was hat die Bezeichnung von Hamas und Hizbollah als Sozialwerke mit Kritik an der Politik Israels zu tun? Weshalb benennt man terroristische Organisationen nicht als solche, auch wenn sie sich brüsten mit Mittelstreckenraketen Tel Aviv bombardieren zu können und seit langem ihre Raketen auf Südisrael abfeuern? Ist da vielleicht ein kleines Tabu von der linken Seite mit im Spiel oder geht es einfach um den schönen Satz "tut nichts, der Jude wird verbrannt"? Und damit wären wir dann wieder beim jüdischen Selbsthass und der Liebedienerei zugunsten von wem wohl....

  • Antworten
hanna zweig02.09.2012 | 17:53 Uhr

"Mann- und Frau-Sein" wird

"Mann- und Frau-Sein" wird aber tatsächlich gesellschaftlich aufgezwungen - und zwar gerade auch von einem Feminismus, der Männer zu triebgesteuerten Gewalttätern und Frauen zu sanftmütigen Friedensengeln erklärt. In Butlers Werk geht es wesentlich um die Macht kultureller Diskurse, den Individuen vorzuschreiben, wie sie empfinden sollen. Damit geht Butlers "Gender"-Kritik deutlich weiter, als den meisten Feministinnen lieb ist.

  • Antworten
Ingbert Jüdt03.09.2012 | 22:31 Uhr

Genderistin Butler

Allein für die Mitbegründung des Genderwahnsinns gehört die gute Frau in jeder denkbaren Form zur Verantwortung gezogen!

Und von wegen, es tut sich nichts an der "Gender-Front":

Die Genderforschung in Norwegen ist gerade samt ihrem 56 Millionen-Etat mit einem Knall zusammengebrochen, weil sich ihre jahrzehntelangen Behauptungen als reine ideologische Spinnereien erwiesen, die weder von der *schluck* Genetik, noch der Psychologie, noch der Realität, noch der Chemie/Biochemie etc. gedeckt werden. Keine ihrer steilen Thesen hält der Realität stand.
Hier sind die sieben Filme (norwegisch mit englischen Untertiteln) von Harald Eia – der übrigens nicht nur Komiker, sondern selbst Sozialwissenschaftler ist und tief im Thema steckt – zu den bevorzugten Genderthemen, die wegen der komplett falschen Behauptungen von Gender-Leuten zu ihnen dieser Pseudowissenschaft den Garaus machten:

http://www.youtube.com/watch?v=p5LRdW8xw70
http://www.youtube.com/watch?v=6EnZOwG4p1o
http://www.youtube.com/watch?v=9P0PnEEIehc
http://www.youtube.com/watch?v=dXmmgfTRkOk
http://www.youtube.com/watch?v=dhULaCUqWWc
http://www.youtube.com/watch?v=MOnQPXuU81Q
http://www.youtube.com/watch?v=5ko-K6HxLx8

Hoffentlich bewegen jetzt auch unsere so genannten Intellektuellen mal ihre Hintern, um wenigstens bei diesem Thema das Land wieder auf die Reihe zu bringen.

Schalom!

  • Antworten
Dietmar Burow03.09.2012 | 12:29 Uhr

Genderistin Butler?

In ihrer Aussage, Herr Burow, stecken aber gleich zwei Missverständnisse.

Erstens begründen weder Genetik noch Psychologie einen simplen Geschlechterdeterminismus: sie besagen zwar, dass es Veranlagungen gibt, die nicht einfach kulturell umgekrempelt werden können, sie besagen aber eben gerade nicht, dass solche Veranlagungen einem simplen geschlechtsspezifischen Dimorphismus folgen, begründen also nicht erneut ein männliches oder weibliches "Wesen". Eine auch meiner Meinung nach durchaus überfällige Kritik an der feministischen Ideologie übersieht dies nämlich gern!

Und zweitens hat sich ausgerechnet Judith Butler beim ideologischen Feminismus unbeliebt gemacht, indem sie aus einem konsequenten Kulturalismus heraus dasselbe behauptet, dass es nämlich eine solche simple Dichotomie der Geschlechter nicht gibt. Frauen pauschal als "Gruppe" zu verstehen oder ein überhistorisch konstantes "Patriarchat" zu unterstellen, funktioniert nämlich mit Butler nicht, insofern jede historische Epoche ihr eigenes Konzept von der Bedeutung der Geschlechter hervorbringt. Damit torpediert Butler faktisch jeden weiblichen bzw. feministischen Sexismus, der nämlich mit umgekehrtem Vorzeichen ebenfalls mit einer Wesensbestimmung "des Mannes" (triebgesteuerte, gewalttätige Barbaren) und "der Frau" (empathische und soziale Kulturwesen) operiert.

Butler für einen Genderismus der norwegischen Art anzuklagen prügelt den Sack und meint den Esel!

  • Antworten
Ingbert Jüdt03.09.2012 | 22:24 Uhr

Eigentlich disqualiziziert

Eigentlich disqualiziziert sich schon jeder, der Butlers Phantasmorgie vom sozial definierten Geschlecht als durch Anwendung von Dekonstruktivismus und Psychoanalyse objektivierbar erachtet.
Ich empfehle hierzu den “Postmodernism Generator”, mit Hilfe dessen man sinnfreie Texte ala Butler in Sekundenschnelle selber verfassen kann.
Soviele nackte Kaiser ritten wohl noch nie durch die westliche Welt.

  • Antworten
Markus Hahn03.09.2012 | 13:36 Uhr

"Somebody wrote that a myth

"Somebody wrote that a myth is like an air mattress: there’s nothing in it, but it’s wonderfully comfortable, and deflation causes an uncomfortable jolt."

Milton Friedman

Ideologisch begründete Realitätsverkennungen sind refraktär gegenüber rationalen Einwänden...leider.

  • Antworten
Markus Hahn03.09.2012 | 14:01 Uhr

Dank an Dietmar Burow

Sehr geehrter Herr Burow, vielen Dank für die Links auf Harald Eia. Wenn hier jemandem ein Preis gebührt, dann Eia für seine phantastische journalistische Arbeit, die Gender-Theorien auf ihre wissenschaftliche Belastbarkeit zu überprüfen. Um so rätselhafter wird mir das journalistische Selbstverständnis der hiesigen Medien. Freundliche Grüße
Poppe

  • Antworten
Carl Poppe03.09.2012 | 20:20 Uhr

Waarum gerade sie?

Der Theodor von Adorno Preis wird namens eines großartigen Philosophen vergeben, von dem eine Maxime lautete: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“
Auschwitz war zu Adornos Zeit gleichzusetzen mit Massenmord und Shoa. Er rief auf dazu, das Erinnern aufrecht zu erhalten, um es nicht in das Vergessen abgleiten zu lassen.
2012 erhält eine Jüdin diesen Preis. Warum gerade sie? Möglicherweise sind ihre Erkenntnisse über Identität und Körper für die Kunstwelt wirklich von besonderem Nutzen, wie ein Bericht in der Frankfurter Rundschau vom 31.05.2012 vermuten lässt. Ob das aber ausreicht, in ihrem Fall von „hervorragenden Leistungen in Philosophie und Kunst“ zu sprechen, bleibt der subjektiven Bewertung ihres Lebenswerks unterworfen.
Eine Jüdin, die Hamas und Hisbollah zu den „globalen Linken“ zählt, und damit anerkannte Terrororganisationen, deren einziges Ziel die Zerstörung Israels ist, zu Gruppe der rechtmäßigen politischen Gruppierungen zählt , und somit ihr Handeln legitimiert, eine Frau, die das BDS movement unterstützt, dessen Ziel die wirtschaftliche und politische Zerstörung Israels ist, hat sich in meinen Augen disqualifiziert, diesen Preis erhalten zu haben.
Menschen wie Butler lassen es zu, dass Terroristen von einem neuen Auschwitz träumen dürfen.

  • Antworten
er scheiner16.09.2012 | 20:48 Uhr

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