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 > Die Empörung über Wulff ist anmaßend

Berliner Republik

Michael Naumann zur KreditaffäreDie Empörung über Wulff ist anmaßend

Von Michael Naumann15. Dezember 2011
picture alliance
Bundespräsident Christian Wulff, Privatkredit, Affäre
Bundespräsident Wulff nahm einen 500.000-Euro-Kredit der Frau eines befreundeten Unternehmers an und schwieg darüber
Schrift:

Die Häme, mit der die Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff begleitet wird, ist reiner Populismus. Bei der Bewertung von Politikern haben sich die Maßstäbe drastisch verschoben. Ein Kommentar von CICERO-Chefredakteur Michael Naumann

Seite 1 von 2

Da ist sie schon wieder – die kostenlose moralische Rechtschaffenheit, mit der im Namen des politischen Anstands verschärfte Maßstäbe des korrekten Verhaltens in allen Lebenslagen an prominente Zeitgenossen angelegt werden. Nein, hier ist nicht die Rede vom ehemaligen Verteidigungsminister Guttenberg, der plagiiert, das Parlament belogen und seinen Doktorvater betrogen hat. Und trotzdem bei Gott beschwört, sein pseudo-akademisches Machwerk „selbst geschrieben“ zu haben. [gallery:Christian Wulff - Bürgerfreund oder Konzernkumpane?]

Vielmehr richten sich jetzt medial verquälte Aufforderungen an den Bundespräsidenten Christian Wulff, über seinen Rücktritt nachzudenken. Denn er hatte als Ministerpräsident in Hannover einen Privatkredit zum Kauf eines Einfamilienhauses (von erstaunlicher Hässlichkeit) aufgenommen und mit Zinsen zurückgezahlt, ohne den wahren Gläubiger zu benennen. Die Grünen im niedersächsischen Landtag hatten ungesetzliche Vorteilsnahme vermutet, konnten sie aber nicht nachweisen, auch nachdem sich herausstellte, dass er den Namen der Kreditgeberin verschwiegen hatte. Immerhin – ein schwerer Sündenfall, den die katholische Kirche mit einer Novena bestrafen würde. Eine noch härtere Sühne verschreibt ihm Frank Schirrmacher in der FAZ: Er möge in Zukunft über die zweifellos ruchlosere Welt des Finanzmarktes schweigen.

Vorgehalten werden dem Präsidenten zugleich seine Urlaubsaufenthalte in den Wohnungen reicher Freunde, obwohl er – grotesk ist es schon – diese Gastfreundschaft aus seiner Privatschatulle bezahlt hat. 

Wie also stellen wir uns den Idealpolitiker vor? Als bescheidenen Besitzer eines Campingwagens mit Primuskocher? Als Wasser trinkenden Asketen, der noch jedes geschenkte Buch, das mehr als 50 Euro kostet, dem Bundesverwaltungsamt meldet? Als keusche Heilsgestalt, die, einmal im Amt, ihr bisheriges Privatleben den Privilegien der neuen, herausgehobenen Existenz als Staatsrepräsentant opfert und  alle Brücken in die eigene Vergangenheit abbricht? Auf alle Fälle als Zeitgenossen, der jede chauffierte Fahrt mit seinem Dienstwagen aus dem Amtssitz in die eigene Wohnung als geldwerten Vorteil zu versteuern hat? In der Tat – so sieht es das Gesetz vor.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die Kritik von Wulff ihre eigenen Maßstäbe überprüfen sollten

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Wer die Gefahr liebt, ............................

CICERO-Chefredakteur Michael Naumann nimmt unseren amtierenden Bundespräsidenten in Schutz. Berechtigt?

Ein Bundespräsident sollte sich nicht in irgendwelche Abhängigkeiten begeben, schon garnicht in Abhängigkeiten von "Persönlichkeiten" eher dubiosen Charakters.

Wer das Amt eines Bundespräsidenten ausübt, sollte sich möglichst neutral verhalten und finanziell unabhängig bleiben.
Und genau dies scheint dem amtierenden Bundespräsidenten Christian Wulff äußerst schwer zu fallen.
Schon der Urlaub in der Finca des AWD-Gründers Carsten Maschmeyer auf Mallorca war ein Fauxpas erster Ordnung, den sich ein Bundespräsident eigentlich nicht leisten darf.
Ein Amtsinhaber sollte jeden Verdacht einer Vorteilsnahme von vornherein vermeiden. Genau dies fällt Christian Wulff offenbar schwer, und dies auch schon als vormaliger Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

Er hat es sicherlich nicht nötig, die "billige" Ferienwohnung seines "Freundes" Maschmeyer anzumieten, denn mit seinem Gehalt kann er sich eigentlich auch eine Luxusherberge leisten.

Überhaupt, die Nähe zum AWD-Gründer Maschmeyer ist schon anrüchig genug. Sein früheres Unternehmen AWD (von dem Maschmeyer sich inzwischen zu distanzieren versucht) soll einer ARD-Reportage zufolge tausende unbedarfter Versicherungskundinnen und -kunden "über den Tisch gezogen haben", weil die vermittelten Risiko-Papiere heute so gut wie nichts mehr taugen. Von Schadensersatz keine Spur, von tätiger Reue schon garnicht. Maschmeyer hat sich zwischenzeitlich in die neutrale Schweiz abgesetzt, wohl schon aus steuerlichen Gründen. Mit solchen "Freunden" sollte ein Bundespräsident eigentlich nicht privat verkehren.

Und dann auch noch die Geschichte mit dieser Familie Geerkens. Wenn ein Bundespräsident nicht dazu in der Lage ist, sich solchen "Geschäftsverbindungen" fern zu halten, sollte er tunlichst abdanken. Also Herr Wulff, nehmen Sie Ihren Hut!

  • Antworten
Yvonne Walden15.12.2011 | 17:48 Uhr

Sie haben recht

Das unterzeichne ich. Wenn man das höchste Amt in Deutschland besetzt und dieses repräsentiert, sollte man keine Kredite von privater Hand nehmen. Das hat einen sehr üblen Geruch.

  • Antworten
Markus Neuert16.12.2011 | 13:29 Uhr

Mensch, Yvonne, so kenne ich

Mensch, Yvonne, so kenne ich Sie gar nicht.
Kürzlich schrieben Naumann noch eine Homage über den Expräsidentenbewerber Joachim Gaukler,
da bogen sich die Balken und der Schmalz tropfte aus den Fettecken. Ihr Schriftsatz erhob sich
ins göttliche…… Ihr Team war zu feige, meinen damaligen Kommentar zu veröffentlichen.

Jetzt schützen Naumann Wulf, ihr Gerechtigkeitssinn zwingt Sie zu Kursänderung – es lebe Wulf….

Vielleicht hat Wulf insgeheim doch einen Arsch in der Hose, der ihm eine gewisse Eigenständigkeit und Anständigkeit verleiht. Denken Sie nur daran, wie er den Intimfreund von Gerhard Schröder, einen gewissen Unternehmensberater Roland Berger an die Wand stellte.

Wulf darf als Privatmann einen Privatkredit aufnehmen und ihn, weil es die Vorschriften so verlangen, über seine Frau oder Lebensgefährtin ziehen, wenn diese allein haftet…. fertig aus!
Dem Volk ist kein Schaden entstanden?

Ein Glück, das Wulf Präsident wurde und es auch solange bleibt, bis dieser Staat wieder in Ordnung kommt. Jetzt ist zu erwarten, dass er besonders pingelig vorgeht und mithelfen kann
Haß- und Neidkampanien nieder zu halten. Falls ich Bundespräsident werden sollte, nehme ich
das mir zustehende Geld nicht an. Solange es dieses gegenwärtig schmutzige, blutverschmierte und kriminell unterlegte Geld eines Räuberstaates ist. Und dem Volk, dem ich zu dienen hätte, würde ich morgens und abends die Glocken läuten bis es wieder stark und unabhängig, frei von
Manipulation und Versklavung aus eigener Kraft geworden ist.
Vielleicht fängt Wulf gleich morgen früh damit an.

Bis neulich!

  • Antworten
Uwe E. Mertens17.12.2011 | 13:54 Uhr

Wulff

Warum so viel Hetze und üble Nachrede, ehe die Angelegenheit gründlich
geklärt ist ? Wer hat da nachspioniert und gleich veröffentlicht ? Wer in den Medien stürzt sich in seiner Aufmerksamkeits-Hascherei für sein Blatt vorzeitig auf jede nur mögliche story mit scharfer Vorverurteilung ? Frau Merkel hat Tabula rasa um sich gemacht und wenn die Bundestagspräsidenten früher Köhler, dann jetzt Wulff weggebissen sind, bleibt als Gegenpart zur alleinherrschenden Physikerin mit kollektivem Euro-Größenwahn nur noch der Bundesbankpräsident Jens Weidmann, der die Staatsreserven zu beschützen versucht. Der Schaden für Europa durch die Eurozone wird immer größer und die Schar der Lemminge ebenfalls.

  • Antworten
Dr. Barbara Reinhardt18.12.2011 | 19:36 Uhr

Der Schnüffelstaat

Ja, hier werden moralische Maßstäbe versetzt und zwar durch die ständige Ausdehnung des Öffentlichen über das Private. Erkennbar an dem Vorwurf gegenüber dem jetzigen Bundespräsidenten Christian Wulff.

Nach Bekantwerden der Kreditaufnahme kam es so wie es kommen musste: Immer auf der Suche nach einem idealen „politischen Beutetier“ stürzte sich das mediale Rudel professioneller und privater Beißer auf Christian Wulff. Dieser wurde solange medial „verprügelt“ bis er das private Geheimnis von seinem langjährigen Freund ein Immobiliendarlehen erhalten zu haben, preisgab. Wie sich heute herausstellt ist es unter den beschriebenen Bedingungen rechtlich nicht zu beanstanden. Sein angeblicher Fehler war, das er die mediale Meute nicht früh genug in das Schlafzimmer seiner privaten Angelegenheiten schauen ließ.

Hier stimmt etwas in dieser Republik nicht mehr. Hier nähert sich diese Republik einem von unerträglichen Neidkomplexen genährten Denunziantentum und läuft Gefahr in die Nähe eines medialen Überwachungsstaates zu rücken. Ein mediales Rudelverhalten, dass keinen Irrtumsvorbehalt zu kennen scheint und das nur um noch mehr Öffentlichkeit zu erhalten über die Privatsphäre von Amtsträgern hinwegtrampelt. Zum Schluss wird dann achselzuckend erklärt: Sorry, da haben wir uns wohl geirrt.

So ist es kein Wunder, dass irgendwann vor lauter Schnüffellei und Misstrauen keiner mehr den eigenen vom fremden Geruch unterscheiden kann. So werden alle eines Tages über ihre eigenen Füße stolpern oder über die Füße ihres misstrauischen Nachbarn. Auch der investigative Journalismus muß lernen, dass die Privatsphäre öffentlicher Amtsträger private Geheimnisse haben dürfen. Er muß lernen die Grenze des Privaten besser zu erkennen.

Verletzt er ständig den privaten Schutzraum so ist der Weg nicht mehr weit, wo jeder jeden beschnüffelt. Zum Schluss vermutet jeder hinter jeden Busch sich selber. Spätestens dann wird moralische Integrität nicht verteidigt, sondern vergewaltigt.

  • Antworten
Heinz Pelzer16.12.2011 | 00:09 Uhr

Empörung über Wulff wirklich anmaßend?

Naumann erwähnt nicht, dass das Darlehen zinsgünstiger war als marktüblich, was einen Vorteil von 5.000 €/Jahr ausmacht. Politiker haben die Grenzen für das Annehmen von kleinen Geschenken wie Kalender, ein Buch oder eine Flasche Wein durch öffentlich Bedienstete als Bestechung postuliert. Und damit haben sie Maßstäbe gesetzt, die für sie selbst aber nicht gelten sollen.

  • Antworten
ambros16.12.2011 | 00:33 Uhr

Antwort an Ambros wg. Wulff

Wie kommen Sie zu dieser Aussage? Baudarlehen liegen heute deutlich unter 4%. Ich habe mit 3,6% umgeschuldet. Und selbst wenn der Satz 2008 bei 5% gelegen hätte (hat er nicht), dann ist das immer noch ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, denn der Kreditgeber würde heute von seiner Bank auf Termingeld bestenfalls 2 - 2,5% bekommen. Wo, bitte, liegt da die Vorteilsnahme im Amt? Fazit: Wie sollten der leidigen Kampagnenjournalistik mit mehr Kritikfähigkeit begegnen!

  • Antworten
Hermann reichert22.12.2011 | 16:14 Uhr

Die Empörung über Wulff ist anmaßend.

Vielen Dank. Dankeschön für diese Ausführungen. Aber es wird leider
nichts helfen. Der Neid, die Mißgunst wird ja auf allen Ebenen geschürt.
Da geben Unternehmen Lebensmittel ab, um sie vor dem Verderb zu bewahren. Männer und Frauen holen diese Lebensmittel, sortiereen sie,
und machen das alles ohne jede Entschädigung in ihrer Freizeit. Und was sagen einge "Kunden": "Das ist ja alles lnur zum Nutzen dieser
reichen Kapitalisten, die so Kosten einsparen können". Da erhalten
Menschen kostenlos einwandfeie Lebensmittel und beschimpfen die Geber und Helfer .....und, das muß man dazu sgen: sie fühlen sich gut dabei und von der moralisierenden Presse bestätigt.
Und dann wundern wir uns - auf allen Gebieten! - dass wir nicht genügend ehrenamtliche Helfer finden. Wer will denn noch in die
sog. "Politk" gehen, wenn jede seiner Handlungen mit Mißtrauen und Verachtung begleitet wird?
Aber die Nostalgie wird gepflegt: die DDR war ja so "gerecht, sozial, keine REICHEN, keine VERMÖGENDEN, keine GROSSGRUNDBESITZER, keine privaten BANKEN, keine privaten GROSSKONZERNE, billige Mieten, keine Arbeitslosen, keine neo-liberale Ausbeutung.....ach was war das doch
so schön, so gut, so edel" ....gemessen an dem mentalen und ökonomischen Jammertal des jetzigen Deutschlands ......
Verlogenes Pack. Aber keiner wehrt sich.

  • Antworten
Wolfram Wiesel16.12.2011 | 10:30 Uhr

Der "Fall" Wulff

Na, Herr Wiesel, nun lassen Sie mal die Leute, die skandalöserweise in diesem Land zur Tafel gehen müssen, in Ruhe. Sie haben nun weiß Gott nichts mit dem Thema "Wulff" zu tun. Sie hingegen kann man so nicht vom Acker gehen lassen. Haben Sie sich noch nie gefragt, warum Politiker nicht zur Sparkasse oder zur Bank gehen, wenn sie einen Kredit für einen Hausbau haben wollen. Oder warum sie nicht ins Reisebüro oder ins Internet gehen, wenn sie Urlaub machen wollen? Nein, sie kontaktieren "Freunde", die - welche Überraschung - viel Geld haben und wirtschaftlich einflussreich sind. Die sie (meistens) noch aus ihrem früheren Politikerleben kannten. Haben Sie sich nie gefragt, warum das so ist? Ist der Wulff bei seiner Bank nicht kreditwürdig? Traut er sich nicht ins Reisebüro oder ist er zu dämlich, im Internet einen Urlaubsplatz zu ordern? Nein, daran liegt es nicht. Sondern: man hat seine Beziehungen, gemeinsame Leichen im Keller und lebt in einer Separatwelt, wo es günstigere Konditionen für nahezu ALLES gibt, Konditionen, die man untereinander verrechnet; nicht sofort, das würde auffallen, aber etwa nach Beendigung der aktiven politischen Karriere, wo man dann zur "Abschöpfung" (noch einige Zeit) aktueller Informationen zur Verfügung steht, die sich in Profit umsetzen lassen usw.. Mag sein, dass solche Verhaltensmuster das Strafgesetz nicht tangieren, aber der gemeine Mann und die gemeine Frau, denen man die Arbeit kündigt, weil er / sie einen gefundenen Leergutschein bei der eigenen Firma eingetauscht haben oder deren ärmliche Spargroschen jetzt gerade solche Politikertypen zum Fenster rausschmeißen, die regt das maßlos auf. Und dann machen sie schon mal ihr Maul auf. Berechtigterweise. Etwas ganz anderes ist die Hysterie der Medien. Sie sollte man überhaupt nicht ernst nehmen. Medien haben sich mittlerweile völlig unglaubwürdig gemacht. Sie sind in allen, für die Gesellschaft wichtigen Dingen, zum kritiklosen Sprachrohr der Regierenden und einflussreicher Minderheiten geworden. Lediglich bei solchen Lappalien wie beim Fall Wulff haut man auf die Pauke. Dieser Fall ist völlig ungefährlich, da er weder die Regierungskoalition, noch den Euro, noch die EU, den Afghanistankrieg, die wahnsinnige Finanzpolitik der Frau Merkel oder Fragen der Integration Halsstarriger betrifft.

  • Antworten
Rudolf Stein16.12.2011 | 17:29 Uhr

Yvonne Walden

...gibt es Beweise für "Persönlichkeiten" dubiosen Charakters?
Sind die 'Geerkens' verurteilt worden? Hat man sie bei der Steurhinterziehung erwischt? Was Sie, Frau Walden, betreiben, das ist öffentliche Ehrabschneidung.
Herr Maschmeier mag ja nun wirklich die falsche Person sein. Aber darf ein Bundespräsident nicht "billigen" Urlaub machen? Wer bestimmt, bewertet das nach welchen Maßstäben?
Herr JOSCHKA FISCHER ist mal eben zu einem Vortrag in Frankfurt
(aus meiner Sicht völlig überflüssig) mit dem Airbus nach Frankfurt geflogen, weil keine andere Maschine da war. Mit diesem Spritverbrauch
könnte ich bis an mein Lebensende mit jedem beliebigen Fahrzeug 24 Stunden am Tag Vollgas fahren ......
Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Das muß man sicherlich immer wieder diskutieren, aber den Neid-Hammel sollte man im Stall lassen ....

  • Antworten
Wolfram Wiesel16.12.2011 | 12:14 Uhr

Si tacuisses....

...Sie haben nichts verstanden, Herr Naumann!

  • Antworten
Wolfgang16.12.2011 | 14:32 Uhr

Si tacuisses...

Das sehe ich genauso. der Artikel ist ein sehr trauriges Beispiel für guten, objektiven Journalismus!

  • Antworten
Richelieu616.12.2011 | 18:51 Uhr

Nichts verstanden?

Herr Naumann ist einer der wenigen Presseleute, die verstanden haben, was Wolfgang nicht verstehen kann oder will.
Wir haben in diesem Land inzwischen einen selbsternannten "Wächterrat" anonymer mittelmäßiger Boulevard-Journalisten, der gleich islamistischen Fundamentalisten krude Definitionen von Ehre und Anstand überwacht. Dieser "Wächterrat" hat es inzwischen geschafft, beim medienhörigen Konsumenten aus dem Wort "Politiker" ein Schimpfwort zu machen, die Demokratie und die Freiheit verächtlich zu machen. Wenn jemand unserer Demokratie Schaden zufügt, dann diese selbsternannten, niemandem Rechenschaft schuldigen Tugendwächter die mittlerweile den Rang einer fundamentalistischen außerparlamentarischen Opposition einnehmen.

  • Antworten
Achim Stelzer21.12.2011 | 11:56 Uhr

Lächerlicher Versuch des

Lächerlicher Versuch des Herrn N., uns Sand in die Augen zu streuen. Über die Gründe für diese allzu durchsichtige Parteinahme möchte ich nicht spekulieren.

Nein, Herr Wulff wird noch vor Ablauf des Jahres seinen Hut nehmen (müssen), wenn er halbwegs klaren Geistes ist.

Sich als "lame duck" durch die nächsten vier Jahre zu quälen - das sollte er weder sich selbst noch dem Rest der Republik zumuten.

  • Antworten
FF16.12.2011 | 16:14 Uhr

Die Gründe der öffentlichen Empörung

Auch ich habe den Eindruck, dass aus der „Kreditaffäre“ mehr gemacht wird, als sie eigentlich hergibt. Wir sollten es uns aber nicht zu einfach machen und die Kritik allein auf Neid und Häme zurückführen.

Ich denke, dass sich viele Menschen um einen Bundespräsidenten betrogen fühlen, der ein unabhängiger Geist mit einem Achtung gebietenden Lebenslauf gewesen wären: Herrn Gauck.

Der Bundespräsident repräsentiert unser Land. Entscheidend sind hier allein seine Integrität, seine Haltung und seine Bildung. Viele haben sich für dieses Amt eine Persönlichkeit gewünscht, die hier über das Mittelmaß hinausragt. Eine Persönlichkeit, die nicht ständig in willfähriger Weise den Zeitgeist bedient. Herr Wulff selbst hatte sich ja auch einen solchen Präsidenten gewünscht, als er Johannes Rau kritisiert hat:

„Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann. … „Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“

Wahrscheinlich bietet die „Kreditaffäre“ vielen Menschen nur die Gelegenheit, ihrem Unmut über die Mittelmäßigkeit des Herrn Wulff Ausdruck zu verleihen.

  • Antworten
Cornelia Holtmann16.12.2011 | 16:14 Uhr

Verletzte Christian Wulff die politische Etikette?

Inzwischen sehen auch Leserinnen und Leser von CICERO die Empörung über den amtierenden Bundespräsidenten Christian Wulff klarer.

Herr Wulff kommt, wie etwa auch Gerhard Schröder, aus dem sogenannten Kleinbürgertum, verfügte also nicht, wie beispielsweise Freiherr zu Guttenberg, bereits mit dem Eintritt ins Berufsleben über ein Millionenvermögen zur "persönlichen Absicherung".

Deshalb sah Christian Wulff in seinen Kontakten zu erfolgreichen Menschen aus der Geschäftswelt, etwa dem Self-made-Unternehmer Egon Geerkens und seiner attraktiven Gattin Edith, eine erfolgverprechende Möglichkeit, mit diesen und anderen "Erfolgreichen" an einem Tisch zu sitzen und, im übertragenen Sinne, Erlesenes zu tafeln.

Diese Praktiken führten schon so manche Politiker-Karriere an ein jähes Ende, nicht zu vergessen den jähen Fall des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth, genannt "Cleverle".

Folglich wäre es nur angemessen, wenn sich Herr Wulff aus seiner politischen Funktion als Bundespräsident in ein für ihn ungezwungeneres Privatleben verabschieden würde.

Als Privatier könnte er hemmungslos Kontakte zu allen Reichen und Schönen pflegen, ohne dafür vom politischen Gegner angegangen zu werden.

Dem Ansehen Deutschlands würde es jedenfalls nutzen, wenn er seinen Hut nehmen und den Platz im Schloss Bellevue für einen anderen, würdigeren Nachfolger (oder endlich auch für eine Nachfolgerin?) freimachen könnte.

  • Antworten
Yvonne Walden18.12.2011 | 16:31 Uhr

Gründe der öffentlichen Empörung

Wir wissen nicht, was die Bild-Zeitung bewogen hat, die Kampagne gegen Wulff zu initiieren und "öffentliche Empörung" zun generieren. Ich kann mir mittlerweile lebhaft vorstellen, was das gleiche Blatt alles Herrn Gauck anhängen könnte, wenn es in den Kram passt. Hat er in der DDR genug Widerstand geleistet? Hat er nicht alte Stasi-Leute in seiner Behörde geduldet? Ist er nicht geschieden?
Wer sucht, wird immer etwas finden. Und wenn es nicht dreckig genug ist, dann wird es dreckig geredet, dann kommen scheinheilige Fragen wie: Hätte er nicht dies und jenes tun müssen? Warum hat er nicht alles gesagt? Und wenn er schon ALLES gesagt hat (was ja genau genommen gar nicht möglich ist), warum nicht rechtzeitig?

  • Antworten
Achim Stelzer23.12.2011 | 08:41 Uhr

Anmaßende Empörung

Ich bin doch sehr erstaunt über Ihre Ansicht in dieser Sache. Und es erstaunt mich noch mehr, dass Sie die Empörung über das zweifelhafte Verhalten eines Provinzparvenüs, der mit salbungsvollen Worten weltweit den Bundespräsident der BRD gibt, als empörend empfinden. Da geht es sich nicht um Ehebruch oder sexuelle Vorlieben, was tatsächlich eine reine Privatsache wäre, sondern um zweifelhafte Kreditgeschäfte mit reichen Freunden. Wenn das alles so harmlos war, warum musste dann die Gattin - obwohl selbst nicht vermögend - als Strohfrau zwischengeschaltet werde? Warum wurde dann plötzlich ein Bankkredit aufgenommen, als sich die Opposition für diese Affaire zu interessieren begann? Und die Geschichte mit dem anderen Parvenü aus Niedersachsen finde ich auch skandalös. Ich kann Sie da wirklich nicht verstehen.

  • Antworten
Gabriele Rack16.12.2011 | 18:56 Uhr

Joschka Fischer

ist doch ebenfalls ein selbstverliebter Parvenü, der in der SZ oder ZEIT große Worte drischt: "meine Freundin Madeleine hat mir mal gesagt" etc. Aber er ist wesentlich intelligenter als diese beiden Neureichen aus Niedersachsen.

  • Antworten
Gabriele Rack16.12.2011 | 19:04 Uhr

Herr Wulff und Herr Naumann

Herr Wulff und Herr Naumann haben wirklich nichts vertanden. Das Amt des Bundespräsidenten lebt ausschließlich von der Glaubwürdigkeit des jeweiligen Amtsinhabers. Was sollen wir denn von einem Bundespräsidenten halten, der sich von einem Geschäftmann einen zinsgünstigen Kredit geben lässt ? Also nicht von einer Bank, wie es jeder andere tun würde. Und zwar zu marktüblichen, also höheren Zinsen. Wulff hat sich einen Zinsvorteil dadurch verschafft, weil er Ministerpräsident von Niedersachsen war. Also liegt hier der Hase im Pfeffer. Wulff ist somit ein schlichter Absahner im Amt. Er sollte die Konsequenzen ziehen und gehen. Und dass Herr Naumann sich nunmehr hinstellt, und die berechtigte Kritik an diesen dubiosen Vorgängen als verlogen darstellt, ist doch aberwitzig. Die Führungselite unser Medien und Politik ist ziemlich morsch.

  • Antworten
gregor kampmann16.12.2011 | 19:26 Uhr

Nicht die Maßstäbe, die Zeiten haben sich geändert...

Nicht die Maßstäbe haben sich geändert - das, was sich Strauß und Konsorten erlaubten, fanden die Leute damals auch nicht besser - sondern die Toleranzgrenze ist gesunken.
In einem Land, in dem man innerhalb von zwölf Monaten - weil man eben Pech gehabt hat und vor die Türe gesetzt wurde - alles verlieren kann, was man sich in zwanzig, dreißig Jahren erarbeitet, in einem Land, wo es "zumutbar" ist, für ein paar Euro die Stunde zu arbeiten, obwohl man davon nicht einmal leben kann, in einem Land, wo man es normal findet, dass 12.5 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze leben, während man sich noch stolz zu einem der reichsten Länder der Welt zählt, sinkt einfach auch zwangsweise das "Mitgefühl" für Leute, die ihre von den Wählern anvertraute Posten nur dazu ausnutzen, sich permanent persönliche Vorteile zu verschaffen.

  • Antworten
at engel16.12.2011 | 19:43 Uhr

Lindau, 24. August 2011/Rede vor Nebelpreisträgern

"Ich erinnere, wie mir, als ich in Ihrem Alter war, ein Unternehmer erzählte, er hätte von seinem Vater gelernt: „Wenn Du einen kleinen Kredit aufnimmst, dann hat Dich die Bank in der Hand. Wenn der Kredit eine bestimmte Größe erreicht, dann hast Du die Bank in der Hand.“

http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Christian-Wulff/Reden/2011/08/110824-Wirtschaftsnobelpreistraeger.html

  • Antworten
jink16.12.2011 | 23:28 Uhr

"Das neidgetriebene Vergnügen

"Das neidgetriebene Vergnügen, mit dem wir pensionierten Politikern ihre Renten vorhalten,"

Das ist eine Beleidigung.
Aber wie schon im Fall Guttenberg wird das hilflose "Neid" in den Raum geworfen, wenn man keine wirklichen Argumente hat.

  • Antworten
Herberg17.12.2011 | 08:10 Uhr

Herr Naumann konsumiert vermutlich zu viele Medien

da nur dort von "aufgeregtheit" geschrieben wird. Er scheint dieses mittlerweile völlig substanzlose Geplärre mit denen zu verwechseln die es interessieren sollte. Sog. Wähler, die aber so weit ich das überblicken kann längst abgeschaltet haben. Der politisch korrupte Sumpf den die Herrschaften fabriziert haben ist dermaßen tief das es einfach niemanden mehr interessiert. Bereichert euch, diese alte CDU Devise (der Begriff "die Schwarzen" kommt von Schwarzgeld) hat sich zum Aufruf aller Parteien gemausert. Das geht mit der Straffreiheit bei Korruption für Abgeordnete los und hört bei der EU, deren Hauptmotiv die hohen Gehälter und die vielen Posten sind, nicht die Volksverarsche sog. Gemeinsamkeiten noch lange nicht auf.

  • Antworten
Trebon17.12.2011 | 11:02 Uhr

Ein mutiger Artikel .....

Die Menge der medialen Online-Dienste und Foren macht es möglich, vieles zu kommentieren – in den Foren ja häufig auch anonym. Dabei bleibt immer mehr der Respekt vor Menschen auf der Strecke und man ergeht sich ja so gerne darin, anderen in „die Unterwäsche“ zu schauen.

Menschen in öffentlichen Ämtern müsste man heute – gerade in Deutschland – fast raten, ihr Privatleben einzustellen, um nicht mehr angreifbar zu sein.

Da hier „Negatives goutieren“ Lebenseinstellung scheint, wird der Versuch, vernünftige Relationen zu vermitteln, natürlich als Verharmlosung gebrandmarkt. Sehr geehrter Herr Naumann, umso mehr stimme ich Ihnen und Ihren Artikel deshalb zu!

  • Antworten
Herbert Nau17.12.2011 | 11:25 Uhr

Es reicht!

Viele Kommentatoren haben Herrn Wulff in ihren Kommentaren nicht geschont. Ich auch nicht. Aber wenn ich meine Motive hinterfrage, so muss ich zugeben: Ich wollte meine „kleine Rache“. Denn mich hat es im Jahr 2005 empört, dass er die Streichung des Blindengelds in Niedersachsen veranlasst hat.

Ich stehe hinter dem Inhalt der Kommentare, die ich geschrieben habe. Aber ich muss auch zugeben, dass an Herrn Wulff wohl ein Exempel statuiert werden soll. An seiner Person arbeiten wir zur Zeit wohl unseren Unmut über die Charakterlosigkeit vieler Politiker ab.

Und da denke auch ich jetzt: Es reicht! Rücktrittsforderungen auf der Grundlage der „Kreditaffäre“ halte ich für überzogen.

  • Antworten
Cornelia Holtmann17.12.2011 | 11:31 Uhr

Wie wahr. Es reicht wirklich!

Die Journalistenkaste hat berauscht von ihrem "Erfolg" in der Causa Guttenberg ein vermeintliches neues Opfer gefunden und versucht es mit vereinten Mitteln zur Strecke zu bringen. Es ist halt doch berauschend, Macht zu spüren. In diesem Fall als Gruppe.
Sollen mal auf den Tisch legen, bei und mit wem Urlaub verbracht wurde, von wem man sich hat einladen lassen. Mein Gott, diese ganzen Reisejournalisten, die Artikel schreiben, wohin sie schöne Fahrten verbringen, Buchbesprechungen und Parteibücher, da tun sich Zusammnenhänge auf.
Und dann tun sie so, als wüßte niemand, dass so Gefälligkeiten dazugehören. Sicher nicht schön, abstoßend, aber das dem BP anzukreiden? Naivität, Heuchelei. Vitamin B war doch schon immer das A und O. Und die Pflege dieses eine schwierigste Angelegenheit und Kunst.
Lasst uns den BP selber wählen, dann hat er wenigstens eine breite Legitimation. Das wird sich der nächste Kanditat auch einfordern müssen.

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Alexander B. 20.12.2011 | 03:23 Uhr

Danke Frau Holtmann

Danke Frau Holtmann,
oh ja, Rache ist süß,
wichtiger scheint mir nochmal alle auf den Redetext von BP Wulff auf der 4. Tagung der Wirtschaftsnobelpreisträger in Lindau am 24.August 2011
hinzuweisen. Dafür und vorallem für den Inhalt dieser Rede hat Wulff
den vollen Respekt aller verdient ....... und nicht diese derzeit laufende Kleinkramrache hinter denen sicherlich eigenartige Typen aus dem Nebeldunst der Finanzmafia stehen.
Einfach nochmal bei google nach der o.g. Rede reinschauen.
Dann wird klarer, was da läuft.....

Bis neulich!

Ihr uWE e: mERTENS

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Uwe E. Mertens21.12.2011 | 13:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Oberpauschalierer STEIN, der vom "Acker".

Sie kann man aber auch icht einfach so vom Acker gehen lassen.
Woher nehmen sie ihre tolle moralische Größe pauschal von den
Politikern zu sprechen? Pauschalurteile sind unzulässig und nur
Pharisäer und dümmliche Besserwisser fällen Pauschalurteile.
Sie aber Herr STEIN haben sich für diesen Staat aufgeopfert. Natürlich. Die Mutter THERESA ist nichts gegen ihre Opferbereitschaft. Na klar. Und sie fühlen sich auch so gut dabei. Herzlichen Glückwunsch. Und jetzt ersparen Sie sich den dämlichen Hinweis ich sei vielleicht Politiker. Ich bin es nicht und war es nie. Aber ich weiß eben auch, dass Leute in der Gemeinde durchaus
Opfer bringen, völlig normal leben.....diese von Ihnen so pauschal
verunglimpften Politiker. Sie Herr STEIN sind sich wahrscheilich zu schade für ein politisches Amt. Oder? Und warum junge Leute sagen: "Das tue ich mir nicht an, für ein politisches Amt zu kandidieren", diese Frage werden sie sich, die heilige Moralinstanz auf Erden, sicher nicht stellen. Warum auch? Heilige müssen sich nicht ändern.Tja, da kann man sich nur ganz tief verneigen........

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Wolfram Wiesel17.12.2011 | 11:35 Uhr

@ Wolfram Wiesel

Meine Deutschlehrerin (lang, lang ist's her!) hätte unter Ihre Replik geschrieben: Thema verfehlt - Ungenügend.

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Rudolf Stein20.12.2011 | 16:20 Uhr

Herr Naumann,

Sieselbst waren vor nicht allzulanger Zeit auch auf dem Wege zum Berufspoltiker udn insoweit scheint mir eine gewisse Grundkumpanei mit Herrn Wulff verständlich. Allerdings vermute ich, dass Sie nicht solche Angriffsflächen wie Herr Wulff geboten habenm und bieten würden. Mit Menschen á lá Maschmeyer werden Sie vermutlich nicht näher verbandelt sein. Und ob Sie den Erwerb einer Immobilie mit mit einem Kredit von 120% des Wertes finanzieren würden, halte ich auch für fraglich. Zwischen "Campingwagen mit Primuskocher" und dem Lebensstandard von Herrn Wulff dürfte es noch einige Zsichenstufen geben, auf denen sich ein anständiger Mensch bewegen kann.

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Bambus0717.12.2011 | 11:40 Uhr

Neid und Sensationslust

Ich teile Ihre Ansicht voll und ganz. Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen oder erfolgreich sind, ohne anderen damit geschadet zu haben, erregen sehr leicht Neid und Mißgunst. Die Sensationslust der meisten liebt Skandale, darauf liegt der Fokus der meisten. Wenn jeder über das eigene Leben nachdenkt und ehrlich ist, dürfte sich niemand über andere schlecht äußern.

Vermögende Leute sind meist unbeliebt. Doch Kapital braucht man, und der Einsatz, der dahinter steckt, wird nicht wahrgenommen.

Gegenseitige Hilfe im Freundeskreis gibt es überall.

Christine Richter

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Christine Richter17.12.2011 | 12:49 Uhr

Gedanken

Also es ist ein Rätsel, wie jemand der ein Geschäft für sich an Land zog, auf einmal in die Öffentlichkeit tritt, um plötzlich die getarnten Geheimnisse offenkundig zu präsentieren. Wenn juckt es den ob er eine Vollmacht über das Konto seiner Frau hat (Innenverhältnis), wenn es im Außenverhältnis über seine Frau läuft. Auch der Rückfluß bedeutet eine Kontonummer mit einem Kontoinhaber, wenn seine Frau mit Kontoinhaberin ist und das ist Sie wohl, so kann die Überweisung doch auf Sie ausgeführt worden sein, nach Bestem Wissen und Gewissen. Auch falls Beide die Gespräche geführt haben, so ist doch das förmlich Verfahren richtig geleistet worden, nach geltendem Recht. Alles lief über die Frau, auf Ihrem Namen. Die muß doch nicht einmal was davon gewußt haben, es muß halt eben den vorgeschriebenen Weg gehen. Was der Kreditgeber da macht??

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plüschio17.12.2011 | 13:38 Uhr

Bundespräsident - Nur selbstbestimmt !

Sehr geehrter Herr Naumann,

es geht hier nicht um irgend jemandes Anmaßung, sondern um's richtige Maß, dass ein Bundespräsident selbst an die Führung seines freiwillig übenommenen Amtes stellen muss, denn:

Auch wenn ein Bundespräsident weder Mitglied einer der drei Organgewalten ist, noch durch eine Wahl i. S. d. Art. 20 Abs. 2 S. 2 GG gewählt wird und somit nicht der Bundespräsident einer Mehrheit der Bürger sein kann, so vertritt er doch gemäß Art. 59 die Bundesrepublik völkerrechtlich. Er hat also eine öffentliche Aufgabe. Das berechtigt jeden Bürger dieser Republik eine Eigenschaft von einem Bundespräsidenten fordern zu können: Selbst-Bestimmtheit (zur Betonung jedes Wortteiles getrennt geschrieben). Selbst-Bestimmtheit liegt dann nicht vor oder solche kann dann nicht vermutet werden, wenn ein Bundespräsident nicht unabhängig gegenüber einer tatsächlichen oder möglichen Einflussnahe durch amtsfremde Interessen ist. Der unbedingte Anspruch der Bürger, einen unabhängigen Bundespräsidenten zu haben, gründet auf der Selbst-Bestimmtheit und -Verantwortung der Bürger selbst. Nur ein unabhängiger Bürger kann unabhängige Bürger nach Außen vertreten.
Bundespräsident Wulff hat die an ihn gestellte Frage nur dem Anschein nach wahrhaftig beantwortet, nicht aber vollständig, denn: Der Zweck der Frage war auf die Unabhägigkeit Wulffs gerichtet. Unsere Republik braucht keinen trickreichen, nur formal wahrhaftig antwortenden Präsidenten. Wulff schadet dem Ansehen der Bundesrepublik Deutschland.
Man kann's nur wiederholen: Wulff soll seinen Hut nehmen.

Bert Steffens
Freier Philosoph
Andernach

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Bert Steffens17.12.2011 | 16:19 Uhr

Wie bitte?

Herr Kampmann hat völlig recht. Und auch wenn es ärgerlich ist, wie sich Politiker der Opposition nun als die wahren Saubermänner hinstellen: Gerade weil der Bundespräsident keine echte politische Funktion hat und trotzdem fürstlich entlohnt wird, sollte gerade er auch nur den Hauch einer Vorteilsannahme im Amt vermeiden. Zwar liegt der mit erheblichen Zinsvorteilen gewährte Kredit vor dieser Zeit, aber auch in die Bundespräsidentenzeit fallen ja merkwürdige "Gefälligkeiten". Wenn der Bundespräsident genau wie der von Naumann beschriebene "neidische" Kleinbürger nur überlegt, wo er günstig an etwas kommen kann, dann ist er eben auch Kleinbürger, und man kann sich dieses teure Repräsentationsamt ÜBERHAUPT sparen. Ein parteiloser Honorarkonsul, der im Namen Deutschlands um die Welt fährt, täte es auch!

  • Antworten
H. S.17.12.2011 | 16:29 Uhr

Herr Wulff machen Sie endlich Platz...

für den wahren Bundespräsidenten!
Die Bundesversammlung sollte so schnell wie möglich zusammenkommen und endlich Herrn Gauck wählen.
Dessen Eignung halte ich für unbestreitbar.

  • Antworten
Gschwind Jahn17.12.2011 | 19:27 Uhr

Wulff und Walden

Das ist die einzige richtige und kürzeste "Antwort" in diesem Wortpuzzle/ -geplänkel.
Und wer und was ist eigentlich Y. WaLden???????

  • Antworten
Karl-Heinz Görmann19.12.2011 | 14:32 Uhr

Warum die Aufregung?

Der Mann ist mit seiner praktizierten Freunderlwirtschaft doch ein höchst geeigneter Repräsentant des verlogenen und korrupten Systems, für dass er ja schließlich auch steht.
http://misanthrope.blogger.de/stories/1960935/

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txxx66617.12.2011 | 19:57 Uhr

So wird ein Schuh draus

Anmaßend?

Wie? Weil der Franz-Josef zwanzig Millionen verschwiegen hatte, soll der Christian von Fünfhunderttausend nicht zu reden brauchen?

Wird das Mitnehmen unbezahlter Briefmarken zum Grundrecht geadelt?

Ist das nicht antiliberale Gleichmacherei?

Wie sagte Karl Kraus?

"Nicht jeder, der von einer Frau Geld nimmt, darf sich darum schon einbilden, ein Strizzi zu sein."

Aber er sagte auch:

"Menschen, Menschen san mer alle – ist keine Entschuldigung, sondern eine Anmaßung."

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CarolineZ17.12.2011 | 23:35 Uhr

Es geht gar nicht allein um Herrn Wulff.

Es überrascht nicht, dass die Reaktionen auf das Fehlverhalten unserer Volksvertreter so heftig ausfallen. Sie sind Ausdruck des Ohnmachtsgefühls der Bürger, die sich deren skrupellose Bereicherung in der Regel hilflos ausgeliefert fühlen. Die Höhe ihrer Diäten und Versorgungsbezüge liegt in der Regel um ein Vielfaches über dem Verdienst in ihren eigentlichen Berufen (so sie überhaupt über eine berufliche Qualifikation verfügen).

Die Menschen in diesem Land haben aber kaum die Möglichkeit, gegen diese skrupellose Selbstbedienungspraxis vorzugehen. Die Politiker handeln ja im Rahmen der Gesetze (die sie sich natürlich selbst gegeben haben). Nur wenn ein Politiker über das legale moralische Fehlverhalten hinaus gegen Gesetze verstößt, wird er angreifbar. Und diese Gelegenheit lassen sich die Menschen eben nicht entgehen.

Es ist aber immer auch gnadenlos, an einem einzigen Menschen ein Exempel zu statuieren.

  • Antworten
Cornelia Holtmann18.12.2011 | 09:39 Uhr

Herr Wulff - Frau Käßmann

In der „Kreditaffäre“ wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Und vielleicht handelt es sich noch nicht einmal um eine Mücke.

Ich frage mich aber, wie die Kommentare ausfielen, wenn z. B. Frau Käßmann – die ja von großen Teilen der Öffentlichkeit wie eine heilige Kuh verehrt wird – sich in einer vergleichbaren Situation befände.

Oder umgekehrt: Wie würde die Öffentlichkeit reagieren, wenn Herr Wulff betrunken Auto gefahren wäre und die Polizei belogen hätte?
Einige Menschen werden eben „freigegeben“ und es gehört zum guten Ton, sich über sie zu empören oder sie verächtlich zu machen. Andere haben Narrenfreiheit.

Quod licet Iovi, non licet bovi?

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Cornelia Holtmann18.12.2011 | 09:46 Uhr

Naumann und Wulff

Es bleibt völlig unerheblich, ob es in Deutschland oder sonstwo auf der Welt ein Bankinstitut gegeben hätte, das Wulff einen zinsgüntigeren Kredit gegeben hätte. Niemand hat das damals wissen wollen. Vier kümmerliche Prozentchen von Freund Geerke waren günstig genug für Wulf.
Und als Wulff merkte, dass man ihm drauf kommen wird, ging er nolens-volens den legalen, wenn auch teureren Weg über eine reguläre Bank.
Das ist sehr wohl von Bedeutung, Herr Naumann!
Sicher hat es auch nach 1945 viele dubiose Figuren und Ereignisse in der deutschen Politik gegeben. Nachträglich lässt sich das leider nicht mehr ändern. Wichtig ist die Gegenwart, wichtig wird das für die Zukunft.
Unbestreitbar hat CDU-Wulff in dem Zusammenhang mit diesem Privat-Kredit gesetzeswidrig gehandelt. Unzweifelhaft ist auch jede Empörung gerechtfertigt, geht es darum, dass er sich von AirBerlin seinerzeit upgraden ließ. Auch da hat er sein Amt missbraucht, um als Privatperson bessere Bedingungen herauszuschinden! Haben Sie auch das nicht erlannt, werter Herr Naumann?
Ein ChristianWulff hilft sich und dem deutschen Volk, wenn er endlich zurück tritt.

  • Antworten
Rainer Fritzsche18.12.2011 | 13:41 Uhr

Es geht bei der Sache weder

Es geht bei der Sache weder um Zinsvorteile noch um fehlende Information. Die Kritik ist nicht anmassend, denn der Präsident hat seine gesellschaftlich legitimierte Macht (jemanden mit wirtschaftlichen Interessen auf Staatsbesuche mitzunehmen) für Privatzwecke missbraucht. Das empört mich wirklich. Tricksen tun wir alle.

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florianS18.12.2011 | 19:12 Uhr

Quark

Von mir hätte er auch den Kredit zu den Konditionen sofort bekommen, wenn ich denn das Geld hätte. Viel sicherer kann ein Schuldner kaum sein und insofern finde ich das eher clever vom Gläubiger. Ich würde den Deal mit jedem Ministerpräsidenten von jedem Bundesland machen. Die haben viel zu viel zu verlieren, als das sie nicht zurückzahlen bzw. sie verdienen ja auch vernünftig. Ich sehe hier keine Bevorteilung der Person Wulf, sondern schlicht eine logische Investition gegenüber einem Schuldner der bei mir wohl mehr als AAA bekommen würde. Und dies würde ich unabhängig von der Parteizugehörigkeit tun ... nur das am Rande. Wenn man sich dann kennt, dann kommt natürlich sowas überhaupt erst zur Sprache. Mein Gott 500.000€ für ein Haus. Mal auf dem Teppich bleiben. Es kommt sogar noch dazu, dass es da einen direkten pfändbaren Gegenwert gibt. Also absolut okay aus jeglicher Sicht.

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Christoph S.18.12.2011 | 21:47 Uhr

@ Bert Steffens

Sehr geehrter Herr Steffens,
ich muss schon sagen, was Sie hier durcheinanderwirbeln ist unglaublich. 'Er vertritt uns völkerrechtlich!' Es tut mir Leid Herr Steffens, aber ich habe Mühe meine stoische Gelassenheit zu wahren. *Oooom* Was hat dessen völkerrechtlicher Status hier zu suchen? Wollten Sie einmal das Grundgesetz einstreuen, weil wir anderen Plebejer dies einmal aus philosophisch erster Hand lernen sollten? Wahrscheinlich nennen Sie sich aufgrund der etwas kryptischen Assoziationen wohl lieber "freier" Philosoph. Wenn ich so etwas lese und dann den Mangel an Logik in ihrem folgenden Satz, schäme ich mich durchaus Philosophie studiert zu haben: "Selbst-Bestimmtheit liegt dann nicht vor oder solche kann dann nicht vermutet werden, wenn ein Bundespräsident nicht unabhängig gegenüber einer tatsächlichen oder möglichen Einflussnahe durch amtsfremde Interessen ist." Darauf dass Sie nur "vermuten" gehe ich nicht weiter ein, da tut doch wieder etwas Reflexion über den Unterschied zwischen doxa und episteme gut. Ich sehe keinerlei mögliche Einflussnahme von Seiten des Gläubigers. Er hat ja einen Vertrag (und für beide Seiten keinen schlechten) ausgehandelt und der ist auch verpflichtend. Nur weil es ein Privatkredit ist, kann ich ja nicht von heute auf morgen mal anrufen: "Ey Wulfimaus, ich bin zur Zeit knapp bei Kasse! Rück mal den Restbetrag von 100.000€ bis nächste Woche raus!" Insofern sehe ich gar keine Möglichkeit für eine wirkliche Einflussnahme, denn für beide Seiten ist der Vertrag als durchgehend positiv zu bewerten: ein absolut vertrauenswürdiger Schuldner mit guten Einkommen, Verpflichtungen und pfandbaren Gegenwert + eine gut verzinste Kapitalanlage, die ein kein Girokonto der Welt zahlt. Ich habe wirklich langsam von der Mentalität "der" Deutschen die Nase voll. Aber dieses Land kann es sich ja leisten sehr gut qualifizierte Jungakademiker ins Ausland abzugeben, nicht wahr? Die Logik und Vernunft verabschiedet sich aus Deutschland. Gut's Nächtle.

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Christoph S.18.12.2011 | 22:25 Uhr

Man muß sich wohl kaum über

Man muß sich wohl kaum über einen Moral- und Werteverfall in unserer Gesellschaft wundern, wenn ein Landeschef Privatdarlehen von befreundeten Unternehmern mit einem erheblichen Zinsvorteil annimmt, Urlaub in den Fincas befreundeter Unternehmer macht, diesbezügliche Anfragen im Parlament halbherzig bis falsch beantwortet und, als er erwischt wird, so borniert ist, zu glauben, daß er sich nicht rechtfertigen muß. Wer dies als Kleinigkeit abtut oder meint, er könne das mit Fehlverhalten anderer Politiker vergleichen oder aufrechnen, dem ist nicht mehr zu helfen. Für Wulff kann es nur heißen: Raus aus Bellevue!

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Horst Schwabe18.12.2011 | 23:34 Uhr

Hetzjagd?

Während ich dem Tenor des Textes schon bepflichten kann, wonach sich heute viel zu schnell eine moralische Pseudoempörung Bahn bricht. Aber in Bezug auf Wulff? Findet wirklich eine Hetzjagd statt? Meines Erachtens sind die Formulierungen aus der Opposition ("medial verquält" hin oder her)recht zurückhaltend bei der Forderung nach Aufklärung geblieben.
Und während ich auch finde, dass man über Lapalien gut hinwegsehen kann und sich immer fragen muss, was vielleicht einfach menschliches Verhalten ist, denke ich nicht, dass es sich in der causa Wulff um eine solche Lapalie handelt.
- Der Regierungschef eines Bundeslandes hat Schulden in Höhe von 500k € bei einer Einzelperson, die gleichzeitig ein Unternehmer in diesem Bundesland ist. Eine solche Situation zu unterbinden - genau dafür ist das Ministergesetz da. Und da geht es nicht um schwarz abgerechnete Handwerker oder Bonusmeilen.
- Ministerpräsident und Bundespräsident Wulff haben diesen Umstand in einer Art verheimlicht, die die Fragesteller und die Öffentlichkeit austricksen sollte. Die Spitzfindigkeit "Naja, nach der FRAU hat ja niemand gefragt" empfinde ich jedenfalls nicht als "Buchstabengetreuigkeit", sondern als List eines Schuljungen.
- Sollte nun Herauskommen, dass der Kredit tatsächlich vom Unternehmer selbst kam und die Frau als Strohmann eingesetzt wurde, hat Wulff zusätzlich zum vorgenannten schlicht gelogen, undzwar als Ministerpräsident UND als Bundespräsident.

So sehen für mich die Fakten aus, ohne jede künstliche Aufregung. Harmlos finde ich das nicht. Und dass Journalisten und Oppositionspolitiker dem nachgehen, scheint mir recht normal zu sein, oder?

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Roger Kint19.12.2011 | 08:55 Uhr

Sehen sie´s doch mal so:

Das war sein Stief-Zieh-Vater, den hat er angepumpt, weil er nicht wollte, dass seine Frau davon was mitbekommt, also die ehemalige. Wollte einfach das nicht publik machen. Wollte nicht sagen woher er das Geld hat. Der "Geschaeftsmann" ist doch ein Rentner, der mit seiner Zeit nichts mehr anzufangen weiss, deshalb faehrt er auch mit dem BP mit. Glauben sie, dass das mehr als bessere Ausflugsreisen für ihn waren - da scheint doch kokolores, Staffage durch. Na schön, hat sich einladen lassen, aber das gehört doch dazu - in beide Richtungen: Er kann doch sagen: ich mache bei dir nur Urlaub, wenn du das und das für mich tust - oder nicht, also wegen den paar Piepen für die Miete, macht er sich wirklich nicht abhängig. Kurs halten gegen die Journaille, die jetzt auch noch die Frau reinzieht. Das war "natürlich" nicht gewollt. Ich habe nur den Eindruck: hier wird manipuliert, geschickt, die Realität muss anders aussehen.

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Alexander B. 20.12.2011 | 20:05 Uhr

Treibjagd oder Kesseltreiben, das trift es eher

Treibjagd: Eine Gesellschaftsjagd, bei der mehrere Treiber das Wild flüchtig machen sollen. Beim Kesseltreiben wird von abwechselnd postierten Schützen und Treibern ein Kessel von mindestens einem Kilometer Durchmesser gebildet, Schützen und Treiber marschieren gemeinsam auf den Mittelpunkt zu.
Mir scheint das Wild hat sich schon verzogen.

  • Antworten
Alexander B. 22.12.2011 | 03:52 Uhr

Bundespräsident Wulff

Hier mein wichtiger Tip für alle Eltern: sorgen Sie dafür, dass schon im Kindergarten keine Freundschaften geschlossen werden, die sich später, falls Ihr Sprössling in die Politik geht,nachteilig auswirken könnten. Spästestens mit Eintritt in die Schülerunion sind keine Kontakte mit Menschen mehr zu erlauben, die es im Leben vielleicht zu etwas bringen könnten.

  • Antworten
Silvie19.12.2011 | 18:22 Uhr

Wo führt das nur hin?

Ich dachte eigentlich wir hätten die Zeiten der Stasi hinter uns.

Ich habe langsam das Gefühl, dass jetzt im Leben von jeden Politikers so lange gesucht wird, bis man was findet.
Ein Politiker kann nur Gutes für unser Land getan haben, aber er stolpert über juristisch Spitzfindigkeiten, die dem Volk wenig nützen und schaden.
Geht es vielleicht auch darum die eigene Unfähigkeit zu überspielen.
Auch wenn Gutenberg bei seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat, war deshalb seine politische Arbeit schlechter?
Hat Herr Wulff andere Entscheidungen getroffen, die ohne Kredit nicht so getroffen hätte?

Ich bin davon überzeugt, dass wir bei jedem Politiker, egal welcher Colour, etwas finden würden, dass nicht rechtens war.

Vielleicht sollte wir aufhören zum Bespitzelungsstaat zu werden. Wir sollten anfangen die Politiker anhand ihrer politischen Leistung zu beurteilen.

Oder zeigen Sie sich morgen beim Finanzamt an, weil sie mal einen Handwerker "bar" bezahlt haben.

  • Antworten
Sven19.12.2011 | 18:37 Uhr

Der Kredit ist völlig in Ordnung.

Willi Steul, Deutschlandradio, kommentierte am 17.12.2011,13:10, ich zitiere: "Der besagte Unternehmer ... war ein enger Freund des früh verstorbenen Vaters von Christian Wulff. Und er wurde für den heranwachsenden Jungen zum engsten väterlichen Freund. Der dem erwachsen werdenden Jungen auch zur Seite stand, als der als Schüler und Student seine kranke Mutter bis zum Ende pflegte. Der sein Trauzeuge war. ..."
Mein Kommentar: Kein Kommentar. Oder: Man stelle sich vor, Vater Wulf lebte noch und hätte seinem Sohn das Darlehn gewährt.
Leute, bitte, lasst die Kirche im Dorf, wendet Euch wirklichen Problemen zu.

  • Antworten
K. G. Ulbrich19.12.2011 | 18:54 Uhr

Pauschale Unterstellung durch Michael Naumann

Sehr geehrter Herr Naumann,

ich verbitte mir Ihre pauschale Unterstellung, welche Sie in folgendem Text ausdrücken, zu unterlassen:

"Sie könnten gleichzeitig darüber nachdenken, wie sie in den letzten Jahren auf die allfälligen Fragen von Handwerkern im eigenen Haus – „mit oder ohne Rechnung?“ – geantwortet haben."

Ihr Zitat läßt allerdings vermuten, was Sie auf entsprechende Fragen, nicht nur von Handwerkern, antworten.

MfG
D.K.

  • Antworten
D.K.19.12.2011 | 19:03 Uhr

Pauschale Unterstellung

Das sehe ich genauso, wie D.K.

  • Antworten
Louis21.12.2011 | 22:18 Uhr

Wo bleibt der seriöse Journalismus?

Vielen Dank Michael Naumann für Ihren hochanständigen Beitrag eines allzu durchsichtigen, populistischen Kesseltreibens aus der Ecke Trittin, Roth, Nahles und Co... Man glaubt es ja nicht: Kaum 48 Stunden nach dem ersten Bekanntwerden des Wulffschen Privatdarlehens sitzt Herr Jauch schon wacker mitsamt seiner Gäste talkend zu Gericht über den vermeintlichen Delinquenten. Nicht einmal alle Fakten sind bekannt und schon trommelt die hysterische, skandalgeile Journaille frisch und fröhlich zur modernen Hexenverbrennung. Hauptsache Auflage und Einschaltquote stimmen. Widerlich! Wo bleibt der seriöse Journalismus?

  • Antworten
Joachim Baum19.12.2011 | 20:30 Uhr

Bundespräsident Wulff

Ich schreibe aus der Schweiz. Ich hatte hier gerade das Interview mit Herrn Neumann auf DRS1/4 gehört.
Es stimmt natürlich: Es gilt die Unschuldsvermutung, auch wenn das sicher leider bei Politikern nicht immer eingehalten wird.
Herr Neumann spricht von Politikverdrossenheit der Menschen, wirft ihnen dies quasi vor, spricht gleichzeitig von der parteipolitischen Taktik der anderen Politiker und wirft denen dies vor. Hier verstrickt sich Herr Neumann in Widersprüche.
In der Bundesrepublik gab es kürzlichen einen Wirtschafts- und dann Verteidigungsminister der Stein und Bein geschworen hat - und dies immer noch tut - er habe in seiner Dissertation nie etwas abgeschrieben - wissentlich.
Die Menschen sind empfindlich geworden. Wir alle Lügen, aber wenn wir direkt angelogen werden und wir es merken, man uns dann aber immer noch sagt, alles sei die reine Wahrheit, fühlen wir uns ver.... unwohl.
Dass Herr Theodor Heuss dem Ermächtigungsgesetz von 1933 zugestimmt hat (Ihre Anmerkung im Interview auf DRS) und ein guter Präsident geworden sei, mag ja damals gepasst haben. Es bleibt aber rückblickend schrecklich Herr Neumann. Aber diese Diskussion wollen wir nicht anfangen.
Es gilt aufzuklären, was Herr Wulff getan hat. Aber warum nur verschleiert er, gibt alles in altbekannter Manier nur scheibchenweise preis? Er hat Angst, aber doch nicht um die Welt. Um sich, um die CDU zu schützen. Menschlich, aber reicht das für einen Präsidenten, zu handeln wie ein Kind, das vermeintlich oder nicht erwischt wurde? Wie sagte Herr Bonnhoefer, der ja leider im Nachgang des Ermächtigungsgesetzes nicht mehr lange zu leben hatte: "Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen."
Im Übrigen hat niemand die Absicht eine Mauer zu bauen!
Ihr MZK

  • Antworten
Martin Zabe20.12.2011 | 09:59 Uhr

Naumanns Verteidigung Wulffs greift zu kurz

Verehrter Herr Naumann, so sehr ich wie Sie die Scheinempörung vieler Journalisten verdamme, sollten Sie doch die Kirche im Dorf lassen: 1. Ist nicht Neid die Grundlage der Empörung vieler Mitbürger, sondern die Forderung an einen Repräsentanten des Volkes, Herrn Wulff, dass er redlich ist und Maß hält. 2. Herr Wulff hätte von Anfang an offen mit der Sachlage umgehen müssen und nicht die Salamitaktik wählen sollen. Das war bei Guttenberg genauso. Die Menschen empört, dass Politiker glauben mit allem irgendwie durchkommen zu können. Ich denke, jeder vergibt und verzeiht, wenn der andere einen Fehler zugibt - auch das Volk seinem Bundespräsidenten. Aber wenn der Mächtige zunächst keinen Fehler zugibt und erst auf den massiven Druck der Medien reagiert, dann siegen auch die Populisten. Der Fehler liegt hier aber bei Wulff, Guttenberg & Co und nicht beim angeblich "neidischen Volk". Und der Vergleich mit dem millionenschweren Strauß, der hinkt. Keiner sagt, dass früher alles besser war – Korruption gab es immer -, aber die deutsche Bevölkerung hat in den letzten Jahren einiges an „Unerbittlichkeit“ von Politikern erfahren dürfen, wie hier weiter oben @at engel richtig bemerkt hat. Für mich wecken der günstige Kredit und der Urlaub in den Häusern begüterter Freunde, die Herr Wulff in Anspruch genommen hat, Verdachtsmomente der Vorteilsnahme: ich erwarte von einem Bundespräsidenten, dass er solchen Verdachtsmomenten aus dem Weg geht – der Kredit war zwar früher, aber die Reaktion von Wulff war heute.

  • Antworten
larasara20.12.2011 | 12:00 Uhr

Es ist schon bemerkenswert,

Es ist schon bemerkenswert, dass der Artikel von Herrn Naumann derart zahlreiche Leserserbriefe evoziert hat. Dies ist für Cicero nicht häufig der Fall. Ich möchte dies zum Anlass nehmen zu bemerken, dass dies in einem als aufklärerisch konservativen Blatt wie dem Cicero ein Indiz dafür ist, dass Herr Wulff und Herr Naumann ein Synonym dafür geworden sind, wie unsere sogenannte Führungeselite schlicht und einfach auf dem Hund gekommen ist. Es ist beschämend, dass ein Bundespräsident Wulff, der in einer Tradition von ehrenwerten Amtsvorgängern wie unter anderem Herrn Gustav Heinemann steht, es nicht für verwerflich findet, sich von sogenannten Herren der Wirtschaft persönlich subventionieren zu lassen. Ich möchte daran erinnern, dass ein Gustav Heinemann als Rechtsanwalt in der Hochzeit des Kalten Krieges seine kommunistischen Mandanten gegen die damaligen Vertreter der bundesrepublikanischen Justiz verteidigt hat. Dies bedurfte eines großen demokratischen Engagements und Mutes. Wir erinnern uns anlässlich des Todes des Schauspielers Walter Giller an den wunderbaren Film "Rosen für den Staatsanwalt" daran, was es in der Adenauerära für eine schreckliche Zeit für moralisch empfindsame Menschen war. Denn die damaligen Herren der Justiz waren des öfteren bis 1945 braune Schlächter in neuen bundesrepublikanischen schwarzen Roben ohne Reichssadler. Und heute ? Was für ein Fall. Ein Herr Wullf baut sich ein zweites Nest aus Geldern von sogenannten wohlmeinenden Geschäftsfreunden. Armes Deutschland, wo bist Du nur angekommen. Leider nicht nur auf den Hund, sondern auch an der Leine.

  • Antworten
gregor kampmann20.12.2011 | 22:24 Uhr

Interlektuelle wie Herr Naumann irrlichtern neuerdings auch

Es mag sein, dass man über die kleinen Bereicherungen des Herrn Wulff hinwegsehen könnte. Es mag sein, dass man die Scheibchentaktik des Herrn Wulff für falsch hält. Als Mitglied des Stadtrates habe ich unterschrieben, dass ich bei irgendwelchen 'Geschäften' oder Sonstiges nicht auf den Tatbestand hinweisen soll, Mitglied des Stadtrates zu sein. Von sowas scheint Herr Wulff 'befreit'.
Das eigentlich Schimme ist: Wulffs Einlassungen zu Herrn Rau (s. Spiegel 17. 12. S. 30); sprich Mag Herr Rau ein kleiner Sünder gewesen sein, so ist Herr Wulff ein Pharisäer und Sünder. Nun gut, die CDU treibt ja der Wahrheit zuliebe nur eine Politik mit christlichem Antlitz. Da kann das christliche Herz schon mal auf der Strecke bleiben.
Nur schade, dass Herr Naumann sich zur Verteidigung eines solchen Verhaltens hergibt. Vielleicht ist dies ja auch der Tribut, Chefredaktuer zu sein und zu bleiben.

  • Antworten
Diekmann21.12.2011 | 19:46 Uhr

Ich halte Herrn Naumann in

Ich halte Herrn Naumann in diesem Falle für nicht ausreichend neutral.
Er war selber Kabinetsmitglied eines anderen "Niedersachensenkönigs", der bis zum Hals in Schlamm versunken ist bzw versinkt.

Und wenn man in Analogien denkt, fällt auf, dass beide zumindest in der öffentlichkeit problematisch herüberkommen. Von den Leistungen ganz zu schweigen. Man wäre sonst bereit, einiges zu verzeien.

Aber die Realität ist eine andere.

Der Bundespräsident ist Respektsperson und Vorbild und nicht zu entlassen. Viel Spass damit.

  • Antworten
4INSTALL25.12.2011 | 05:51 Uhr

Kein Skandalpräsident

Seit Wochen nun steht das Staatsoberhaupt in der Diskussion. Der Auslöser war banal und passt so richtig zu diesem Politiker ohne Profil.

Und Profil hat er auch in den Wochen danach nicht gezeigt. Nein, Christian Wulff ist kein Skandalpräsident. Er ist ein hilfloser Akteur, ein Langweiler, der zum Strahlemann mutieren wollte und jetzt noch dadurch aufgewertet wird, dass man ihn zum Gegenbild des deutschen Spießers erklärt.

Er ist ein Staatsoberhaupt, das seit seiner Wahl eher unglücklich agiert. Dabei versucht er doch, alles richtig zu machen, aber über seine Kompetenzen weiß der Volljurist Wulff nichts. Er fordert den Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters (obwohl es die kommunale Selbstverwaltung gibt), politisch korrekt auch den von Thilo Sarrazin und dann, dann will auch er seine Weizsäcker-Rede halten. Der Islam gehöre zu Deutschland, befindet er. Was gehört denn noch zu Deutschland? Elsaß-Lothringen nicht mehr, Oberschlesien und Ostpreußen auch nicht mehr, Eisbein mit Sauerkraut wird wohl bleiben, Sarrazin leider auch – eine Ausbürgerung ist nicht möglich.

Die Nachforschungen der Journalisten, die Fragen, die teilweise gestellt werden, sind peinlich. Christian Wulff wird bleiben wie weiland Kurt Waldheim. Da die Verfassung ihm kaum Kompetenzen zubilligt, kann er nicht viel Unfug anstellen. Und notfalls hat er Unterstützer wie den Chefredakteur des Cicero. Denn man kennt sich und hilft sich – in der Berliner Republik.

  • Antworten
Dr. Katharina Kellmann09.02.2012 | 11:16 Uhr

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Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
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Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 660
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