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Berliner Republik

Berliner FlughafenSchönreden bleibt Chefsache

Von Hugo Müller-Vogg28. Januar 2013
picture alliance
Klaus Wowereit
Bei ihm wird "Schönreden" zur Chefsache – Klaus Wowereit
Schrift:

BER steht längst für BLAMABEL, ERFOLGLOS, RUINÖS. Doch Wowereit und Platzeck bleiben im Amt. Ihre relative Stärke ist die Folge der absoluten Schwäche der jeweiligen Opposition

Seite 1 von 2

Fünfeinhalb Jahre nach dem ersten Spatenstrich stellt sich die Lage am halb fertigen neuen Berliner Großflughafen so dar: Eröffnungstermin vier Mal verschoben, ein neues Datum steht in den Sternen, die Kosten haben sich mehr als verdoppelt und ernstzunehmende Experten halten einen Teil-Abriss für unumgänglich. BER steht längst für BLAMABEL, ERFOLGLOS, RUINÖS.

Man sollte eigentlich vermuten, das bedeute stürmische Zeiten für die politisch Verantwortlichen. Doch weit gefehlt. Berlin und Brandenburg, jenes Gemisch aus Ex-Frontstadt, ehemaliger DDR-Hauptstadt und Stolpes „kleiner DDR“, lassen sich von all dem Durcheinander, den ständigen Pannen und den horrenden Kosten nicht aus der Ruhe bringen. Wenn diese Region eine Hymne brauchte, dann böte sich der Gassenhauer der Schöneberger Sängerknaben aus den sechziger Jahren an: „Berliner Jungens, die sind richtig“ – und die Brandenburger Jungens auch. „Und wenn auch manche Leute schimpfen, oh, diese Bengels sind mit Recht so sehr verschrien.“

Der neue Flughafen, das war Klaus Wowereits Projekt, seit er 2001 im Roten Rathaus das Sagen hat. Er und seine Genossen trauten sich zu, auf einen privaten Generalunternehmer verzichten zu können. Noch nach der zweiten Verschiebung des Eröffnungstermins war das Schönreden Chefsache: Der Flughafen sei und bleibe eine „Erfolgsgeschichte“. Und als alle bereits wussten, dass der Termin Oktober 2013 nicht zu halten ist, verkündete der Regierende weiterhin Durchhalteparolen.

Inzwischen hat Wowereit das wichtige und mächtige Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden an den brandenburgischen Kollegen Matthias Platzeck abgegeben. Der beweist dabei Mut und gewinnt so sogar Sympathien, obwohl er in der Vergangenheit alles richtig fand, was Wowereit machte. Nun kann Platzeck sein Schicksal leicht mit BER verbinden. So viel kann gar nicht schief gehen, als dass die Brandenburger, die mit internen Querelen voll ausgelastete CDU bei der Landtagswahl 2014 zur stärksten Partei machten.

Wowereits und Platzecks relative Stärke ist die Folge der absoluten Schwäche der jeweiligen Opposition. Denn keiner kann so richtig angreifen, weil in diesem rot-schwarz-roten Konglomerat jeder irgendwie schon mitregiert hat oder mitregiert. Das erinnert an Schnitzlers Reigen: In diesem Biotop treibt es jeder mit jedem.

In der Tat: In Berlin trägt die CDU Wowereits Fehler brav mit, lässt der sie doch seit der letzten Wahl mitregieren, obwohl er auch seine rot-rote-Koalition hätte fortsetzen können. Doch die Hauptstadt-CDU schien ihm pflegeleichter als die bisweilen widerborstigen Linken. Die Berliner Linke wiederum kann Wowereit nicht so richtig attackieren, war sie doch von 2001 bis 2011 sein Koalitionspartner und hat alle Flughafen-Entscheidungen mitgetragen.

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Unter diesem Betreff haben wir uns bei Herrn Platzeck und Herrn Ramsauer beworben. Wir haben die Lösung für das Debakel. Leider haben wir bis heute noch nicht mal eine Eingangsbestätigung erhalten. Das spricht für die Qualitäten dieser Herren und Ämter. Wer die Bewerbung lesen will kann diese unter info@treptow-engineering.de anfordern. BG Lutz Treptow

  • Antworten
Dipl.-Ing. Lutz Treptow29.01.2013 | 18:09 Uhr

Schon erstaunlich die

Schon erstaunlich die verquere Logik der deutschen Öffentlichkeit!

Wenn man als Politiker seinen eigenen Ruf als "Wissenschaftler" ruiniert (Guttenberg) bricht die Hölle los und der Rücktritt ist unausweichlich.

Ruiniert man den Ruf des ganzen Landes, dessen Wohlstand bzw. Exportstärke maßgeblich von seinem guten Namen als perfekt organisierter Hochtechnologiestandort abhängt, hält man einfach vorübergehend die Klappe und alles wird vergessen...

  • Antworten
Gisbert Schnackselgruber30.01.2013 | 10:16 Uhr

Tja, die Realitaet hat uns endlich alle eingeholt

Ueberall in der Politik sitzt das ' B Team ' weil das " A Team " ausgerottet wurde. Wenn in Berlin ,egal ob im Bundestag oder Senat alles gegen die Wand gefahren wird, dann muss sich der Waehler mal fragen warum er/sie diese Versager immer wieder waehlt.Schliesslich haben sich Wowereit und Genossen nicht selber auf den Thron gehoben sondern wurden gewaehlt.

  • Antworten
Lill-Karin Bryant30.01.2013 | 15:40 Uhr

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