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 > Ja, ich habe beschnitten!

Berliner Republik

BeschneidungJa, ich habe beschnitten!

Von Adriana Altaras2. Oktober 2012
picture alliance
Beschneidung,beschnitten,Vorhaut
Ein Schnitt für die Gemeinschaft?
Schrift:

Vor Wochen kochte die Debatte hoch und immer noch wird in Deutschland über die Beschneidung muslimischer und jüdischer Jungen gestritten. Doch was denken jene, die es eigentlich angeht? Einblick in die Seele einer Mutter

Seite 1 von 3

Bei Lanz wurde ich unlängst gefragt, wie ich denn als Mutter meine Söhne habe beschneiden lassen können. Das sei ja wohl das Allerletzte! Ich begann zu erzählen, dass ich mich mit der Entscheidung schwergetan hätte, schließlich sei ich eine moderne Frau und lebe ein assimiliertes Judentum … Ich kam nicht weit mit meiner Berichterstattung, denn sofort beherrschten Ekel und Abscheu, aber vor allem ein großes schwarzes Loch an Unwissen die Diskussion.

Juden sind eben nur dann nett, wenn sie Opfer sind. Als Menschen mit eigener Kultur, womöglich noch fremdartigen Ritualen sind sie plötzlich nicht mehr so süß. Ich halte das für Doppelmoral, und da mir jetzt keiner reinbeten kann, werde ich rasch ein paar Gedanken zu Papier bringen.

Ja, auch jüdischen Müttern fällt die Beschneidung schwer – denn auch sie hören ihr Neugeborenes weinen. Tradition und aufgeklärtes, modernes Berufsleben beginnen einen Wettstreit, der meist in schlaflosen Nächten, heftigen Diskussionen mit der Familie, dem Partner und den Freundinnen kulminiert. Ich kenne keine Jüdin, jedenfalls nicht in Berlin, die sich trotz aller Unsicherheit gegen die Beschneidung entschieden hätte. Vielleicht gibt es welche, ich habe sie nicht getroffen.

Für den Jungen beginnt mit der Beschneidung ein Leben nicht nur in einer Familie, sondern in einer Gemeinschaft. Für manchen eine Glaubensgemeinschaft, für mich – die ich, bevor ich Kinder hatte, den Kommunismus, den Sozialismus, den Kapitalismus und vier unterschiedliche Sprachen kennenlernen durfte – Identität. Ein großes Wort, aber ein besseres habe ich nicht dafür.

Natürlich hingen mir meine Freunde in den Ohren: Bist du verrückt? Du beschneidest, wie die Frauen in Afrika beschnitten werden! (Absoluter Quatsch!) Er wird später kaum etwas fühlen, gaben meine schwulen Freunde zum Besten. (Auch Blödsinn!) Wenn Gott die Vorhaut nicht gewollt hätte, hätte er sie doch gleich weggelassen! Die Christen … Da wären wir bei einem wichtigen Punkt: Wir sind keine Christen. Wir haben andere Rituale, Rituale, die mich stärken – auch wenn ich immer noch nicht und wahrscheinlich nie verstehen werde, warum meine Familie dafür verfolgt wurde.

Bei der Brit Mila, der Beschneidung meiner Söhne, waren mehr als 100 Gäste geladen. Sie standen uns bei, sie ersetzten Familienangehörige, die es nicht mehr gibt, sie gaben mir Halt, sie gingen mir auf die Nerven. Sie taten das, was man als Gemeinschaft tut. Bestenfalls. Füreinander da zu sein.

Nein, es gibt keine Betäubung. Aber dem Jungen werden mit dem Finger einige Tropfen koscherer Wein gegeben, und auf einer sterilen Unterlage wird die Beschneidung vorgenommen. Das Kind weint, die Mutter japst, das Baby wird gestillt und schläft ein. Wenn es aufwacht, wird die Wunde angeschaut und neu verbunden, dann geht der Mohel (Beschneider), seine Arbeit ist getan.

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Vielen Dank für den erhellenden Text, denn

bei diesem Text fällt Eines sofort auf:

Es geht die ganze Zeit nur um "Ich" oder "wir", wobei Letzteres die Welt der Erwachsenen symbolisiert.
Ums Kind geht es im gesamten Text nicht.

  • Antworten
Mädel02.10.2012 | 16:18 Uhr

Identität

Ist es nicht absurd, den Körper eines anderen — des eigenen Kindes — verändern zu müssen, um seine eigene Identität zu festigen?! Zur Erinnerung: Ob ein männliches jüdisches Kind beschnitten wird oder nicht, sagt nach jüdischer Lehre nichts über seine Zugehörigkeit zum Judentum aus. Darüber entscheidet einzig und allein das Jüdischsein der Mutter, sonst nichts.
Ich denke, das Judentum braucht einen Aufbruch hin zu Modernität und mehr innerer Gelassenheit.

  • Antworten
Tuvia Deuczman02.10.2012 | 16:42 Uhr

Liebe zum Kind an erster Stelle?

Ich konnte mich eines Gefühles trotz all meiner Aufklärung und Offenheit während des Lesens einfach nicht erwehren: Abstoßung.

Weiter als bis zu Hälfte des Artikels bin ich nicht gekommen, dann hat mich die Trauer ob des Gedankens überwältigt, dass für Millionen von jüdischen und muslimischen Kindern anscheinend die Identitätsansprüche der Mutter vor Ihrer Liebe zu Ihrem Kind stehen.

Das hat kein Kind verdient.

"Das Kind weint, die Mutter japst [...]"
Aus einem Interview des Spiegels mit dem Leiter des Deutschen Kinderschmerzzentrums, Prof. Zernikow:
'Das schmerzunterdrückende System sei erst einige Monate nach der Geburt funktionstüchtig. "Sie empfinden mehr Schmerzen als ein Erwachsener", widerspricht Zernikow einer überholten Lehrmeinung, die sich sogar noch unter Ärzten halte.'
und
'"Es kann sich ein Schmerzgedächtnis bilden", sagte er dem SPIEGEL. Studien hätten gezeigt, dass ohne ausreichende Schmerztherapie beschnittene Kinder bei späteren Impfungen mehr Schmerz empfinden.'

  • Antworten
Juroko02.10.2012 | 17:27 Uhr

Ein Zeichen

Die Beschneidung ist ein symbolischer Akt zum Zeichen des Bundes zwischen Gott uns dem Hause Abraham. Ein Stück wurde abgeschnitten. Was daraus geworden ist: Entfernen der gesamten Vorhaut und Herausreißen der dazugehörigen Schleimhäute, da das etwas Schlechtes ist.

  • Antworten
kultura02.10.2012 | 17:40 Uhr

Soll das ein Anti-Beschneidung Artikel sein?

Wenn man ihn liest, könnten einem Zweifel daran kommen ob er das nicht sein soll. Noch nicht einmal die häufig angeführten angeblichen und widerlegten medizinischen Vorteile werden angeführt.
Und jedes der Argumente, lässt sich auch für die Beschneidung von Mädchen anführen. Das einzige, was für eine gesetzliche Nichtbestrafung spricht ist, dass ansonsten eben heimlich mit noch größeren Folgen für die Kinder beschnitten wird. Das Kupieren von Hundeschwänzen ist verboten, das Verschnippeln von Mädchen auch (beides meines Erachtens zu Recht) - aber bei kleinen Jungen macht die Gesellschaft eine Ausnahme (darauf wird es hinauslaufen).

  • Antworten
sunraven02.10.2012 | 17:43 Uhr

Und das Gesetz?

Es ist wie mit dem Video über die Beschneidung: Dieser Bericht soll etwas erläutern und verharmlosen und erreicht das Gegenteil. Interessant ist es zu erfahren, dass dem Kind (ein Säugling von 8 Tagen!) vorher auch noch Alkohol eingeflößt wird. Bei der gesellschaftlichen Kritik an der Beschneidung handelt es sich nicht um die christliche Sichtweise (die Kirchen nicken ja brav zu allem, was sich "religiös" nennt), sondern um Einwände von Atheisten, Juden (s. "Jews against Circumcision"), säkulären Muslimen, Christen, Buddhisten - von allen Gruppen dieser Gesellschaft. Und: Haben die Beschneidungsbefürworter immer noch nicht begriffen, dass hier das staatliche Gesetz zählen sollte und nicht die Dogmen ihres Glaubens?

  • Antworten
Christa02.10.2012 | 17:49 Uhr

"Ja, ich habe beschnitten"

"Ja, ich habe beschnitten" geht am Kern der Sache vorbei. Es müsste heißen: "Ja, ich habe meinen Sohn beschneiden lassen", denn schließlich ist er es, dem Frau Altaras Kosten und Risiken der Beschneidung aufgezwungen hat. Ansonsten ist es die altbekannte Mischung aus instrumentalisierter Opferrolle, erstaunlicher Empathielosigkeit gegenüber dem eigenen Kind, Polemik und hartnäckiger Weigerung, Fakten zur Kenntnis zu nehmen. Ich kann es nicht mehr hören. Warum überhaupt noch dieser Artikel, wenn längst der Entwurf für ein maßgeschneidertes Gesetz vorliegt?

  • Antworten
Ludwig Vomdorf02.10.2012 | 18:10 Uhr

Glaubensinhalte sind

Glaubensinhalte sind indiskutabel und jeder darf seine Kinder religiös erziehen.
Keiner darf jedoch seinen Kindern einen Teil ihres Körpers entfernen- egal aus welchen Gründen und insofern sind Vergleiche mit Konfirmationen oder ähnlichen Ritualen unangebracht.
Auch Afrikaner, die ihre Töchter beschneiden, handeln in dem Glauben, ihren Kindern etwas Gutes zu tun und innerhalb der dort herrschenden Kultur befinden sie sich moralisch im Recht-auch wenn es für uns nicht nachvollziehbar ist.
Dennoch verbieten wir dieses jahrhundertealte Ritual: Es ist mit unserer Auffassung von körperlicher Integrität nicht vereinbar.
Bei dieser Diskussion handelt es sich nicht um einen "Glaubenskrieg"( auch wenn verschiedene Seiten und die Presse häufig versuchen diesen Eindruck zu erwecken) und auch nicht um die Frage, wie ein innerjüdischer Dialog stattfinden könnte und welche Lösungen es geben könnte(Das sind Dinge, die nur die Juden und die Moslems regeln können).
Die Frage ist: Ist ein solcher Eingriff an Minderjährigen mit dem Grundgesetz vereinbar?
Selbst wenn wir davon ausgingen, daß die Datenlage nicht eindeutig wäre, was die potentiellen Folgen der Operation betrifft(Was sie nicht ist), dann müßten wir aufgrund dieser Unsicherheit zu dem Ergebnis kommen, daß er verboten werden muß, denn jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

  • Antworten
j.e.d.02.10.2012 | 18:31 Uhr

Es geht dabei nur um das Seelenheil der Väter

Je mehr man sich mit dem Thema befasst, umso mehr scheint es, als ginge es bei der Beschneidung tatsächlich einzig um das Wohl und Seelenheil der Väter!
Die Kölner Urologin und Beschneiderin Renate Konrad erklärte in einem Gespräch mit Ayala Goldmann im Deutschlandradio, dass eigentlich der Vater des Kindes halachisch verpflichtet sei, die Brit Mila am achten Tag bei seinem Kind durchzuführen (zwischenzeitlich sei diese Handlung an Fremde delegiert worden) Täte er dies nicht, hätte er den Bund mit Gott gebrochen und sich damit von der jüdischen Gemeinschaft abgetrennt. Das sei eines der schlimmsten Vergehen im Judentum. Vom Wohl des Kindes ist dabei überhaupt nicht die Rede.

Was den Vergleich mit der katholischen Kirche betrifft, ja, es ist eine total verklemmte Religion. Aber "Ausschluss der Frauen aus religiösen Handlungen, Zölibat" und dergleichen betrifft Erwachsene!

  • Antworten
Regine02.10.2012 | 19:10 Uhr

Was die wenigsten wissen

Nach dem Beschneiden wächst es wieder nach. Das wird in der Diskussion um die Beschneidung selten thematisiert.

  • Antworten
Horst Kohlreiter02.10.2012 | 20:05 Uhr

BESCHNEIDUNG

Unfortunately it is / has been circumcision that has MADE for no end of anti-semitic sentiments. Freud found that it was the chief reason for unconscious anti-Semitism. And the myths surrounding it are at the core of the “blood libel.” Thus, It's time to eliminate the Brit Milah because if that is the chief reason
for being anti-Semitic or anti-Abrahamic [Islam too practices the rite] then why hang on to this left-over of human sacrifice? that traumatizesthe child, cutting off 5,000 nerves, that is the equivalent of female circumcision in the sense that it eliminates everything but the clitoris,and only serves the UltraOrthodox to maintain their power? After all, reform Judaismsought to eliminate the rite in the 19th century, and Jewish identity depends on being born by a Jewish mother, or converting. Here a link to an archive of the entire German
and then some debate, note especially Michael Wolffsohn's two pieces . Circumcision has been controversial also within Jewry forever.

http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/the-circumcision-debate-links-and.html

Eine Diskussion ueber das Thema, mit drei Deutschen + einem Amerikanischen Psychologen.

http://analytic-comments.blogspot.com/2012/08/psychotherapeutenyahoogroupsde.html
http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article108847257/Die-Vorhaut-des-Herzens.html

http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gastkommentar-zur-beschneidungsdebatte-danke-deutschland/7160872.html

http://www.facebook.com/mike.roloff1?ref=name

http://www.roloff.freehosting.net/index.html

Member Seattle Psychoanalytic Institute and Society

  • Antworten
MICHAEL ROLOFF02.10.2012 | 20:43 Uhr

nein, nicht nett

"Juden sind eben nur dann nett, wenn sie Opfer sind". Sagt eine Mutter, die ihren Sohn - wenn auch nur symbolisch - "opfert", indem sie ihm die Vorhaut abtrennen lässt. Frau Altaras hält sich für wissend, obwohl sie die Beschneidung nicht am eigenen Leib erleben musste - sie weiß es auch besser als ihre schwulen Freunde, die wahrscheinlich aus eigener Erfahrung berichten könnten. Sie will nicht begreifen und deshalb ist ihr auch nicht zu helfen. Nett ist das alles nicht.

  • Antworten
Misty02.10.2012 | 23:09 Uhr

Entlarvend

Es geht also um "die Seele der Mutter", nicht die Seele des Babys!
Der "Einblick" in die Seele des Babys ist ja auch schwieriger, es kann sich ja nicht präzise artikulieren, es kann nur strampeln und schreien.
Da wird also monatelang schwer mit einer Entscheidung gerungen - und dann kommt am Ende offenbar fast immer dasselbe heraus:
"Ich kenne keine Jüdin, jedenfalls nicht in Berlin, die sich trotz aller Unsicherheit gegen die Beschneidung entschieden hätte. "
Was für eine "Entscheidung" also? Da lastet offenbar ein enormer Druck auf jüdischen (Und muslimischen) Eltern.
Denn der natürliche Eltern-Instinkt lässt sich Eltern normalerweise schützend vor ihre Kinder stellen, wenn jemand sie verletzen will.
Dieser Instinkt wird von der Religion gebrochen. Als Loyalitätsbeweis wird ein Körperteil des Kindes geopfert. Ja wenn die Gläubigen selbst ein körperliches Opfer bringen würden, z.B. ein Ohrläppchen - das wäre ihre eigene Sache, Religionsfreiheit. Aber Babys können noch gar nichts "glauben".
Der Vergleich mit dem Priesteramt für Frauen ist tatsächlich "müßig", nein, absurd - jede Frau kann jederzeit katholische Priesterin werden, z.B. bei den Altkatholiken. Wir haben ja ab 14 freie Wahl der Religionsgemeinschaft.
Wenn sie aber glaubt, dass es "Gottes Wille" ist, dass das Priesteramt Männern vorbehalten sein sollte - auch das ist Religionsfreiheit.
Im Übrigen stimmt es nicht, dass Frauen in der röm.kath. Kirche "von religiösen Handlungen ausgeschlossen" sind, sie teilen z.B. die Kommunion aus, für Katholiken eine hochreligiöse Handlung, die früher Männern vorbehalten war.
Das Priesteramt für Frauen wird aber auch in der röm.kath. Kirche sicher kommen, jede Wette. Nur geht es da nicht um eine lebenslang nachwirkende Körperverletzung an einem Kind.
Frau Altaras, warum haben sie ihre Söhne nicht selbst entscheiden lassen? Mit 14 hätte sich doch auch noch eine schöne Familienfeier abhalten lassen! Ich kenne eine Jüdin, die hat die Entscheidung tatsächlich ihren Söhnen überlassen - zwei haben sich dagegen entschieden, der eine überlegt noch. DAS ist Religions-FREIHEIT!

  • Antworten
Horst Faber03.10.2012 | 10:10 Uhr

Beschneidung von minderjährigen Jungen,

Das Bekennen zur Körperveränderung/-verletztung des ihm anvertrauten Kindes von einer erst mal modern denkendend wirkenden Frau wirkt für mich besonders abstrus.
Wieso werden Juden als "süß" dargestellt (zweiter Absatz des Artikels - Filmbezug?: nicht angebracht), eine solche Beschreibung trifft auf keine mir bekannte jüdische Person. Meine erwachsenen/halb- Schüler benutzen diesen verniedlichenden Ausdruck manchmal für diese oder jene Person, ungeachtet derer Ethnie.
Die fast prosaische Beschreibung der Vorzüge jüdischen Gemeinschaftslebens hat GAR NICHTS mit der Grundproblematik zu tun. Wieso sollten soziale Elemente, wärmendes Gemeinschaftsleben beendet werden wegen eines intakt bleibenden Neugeborenen-Körpers? Denn solche Traditionen praktiziertes Gemeinschaftslebens kann und wird es hoffentlich weiter geben. Aber wo ist hier verantwortliches Handeln der Eltern zu sehen, wenn Religionsleben (~ Spiritualität) mit Gewalt oktroyiert wird. Wir haben hier Religionsmündigkeit ab 14 Jahren, diese kann faktisch nicht mehr gänzlich gelebt werden durch „Elternbeschluss“. Und bitteschön, was hat auch nur ein einziger Tropfen Rotwein im Mund eines Neugeborenen zu tun: Augenwischerei, dass dies anästhesierend wirken würde für nachhaltiges Schmerzerleben.
Nötigen und selbstverständlichen Erziehungseinfluss (Schule, Nahrung, RELIGION, Sport, usw.) mit einer irreversiblen Körperverstümmelung (nichts anderes ist eine Beschneidung) gleichzusetzen dünkt für eine modern wirkende jüdische Frau grotest.
Gerade lange bestehende Traditionen MÜSSEN auf eine humane Umsetzung hin angesehen werden. Ja: die katholische Kirche täte gut daran, vieles zu "reformieren". Ansatzweise wird darüber diskutiert und verändert. Aber das ist nicht das Thema.
Hier geht es einzig und allein um Willkür von Erwachsenen gegenüber Wehrlosen und ihnen anvertraute Kinder. Diese Kinder sind kein körperliches und seelisches Eigentum der Elter, das Handeln impliziert keinen erkennbaren Nutzen. USA hier als Beispiel zu nennen ist in Anbetracht vieler humanistischer Fragwürdigkeiten in dem Land und der stark vertretenenen jüdischen Monetär-Community bedenklich.
Leider biegen sich Bundestags-Vertreter fast aller Parteien dem starken Einfluss von Traditionalisten gemäß „Top down“. Aber dies ändert sich; langsam und beständig wird ein Denken in einer „Button up-Bewegung“ münden, welches wahlbevölkerungsmäßig effizient werden wird.
Bitte nehmt einen Willen Eurer Kinder nicht vorweg: Beschneidung erst ab Volljährigkeit, jeder für sich selbst! Aber dies nur in Eigenfinanzierung: Kassenleistung nicht aus religiöser Motivation. ABer eine erwachsene und überzeugt Person kann dies schultern bzw. von der Community gesponsert werden.
Marianne Tigges, Bü 90+Grüne - München Stadt

  • Antworten
Marianne Tigges03.10.2012 | 10:14 Uhr

Sie sind ein grüner

Sie sind ein grüner Deutschlandhasser und wollen den EU-Islam.

  • Antworten
böhm06.10.2012 | 15:23 Uhr

Informationslücke über Hintergründe der Beschneidung

Sehr geehrte Frau Altaras,
in einem Punkt muss ich Ihnen Recht geben: Nichtjuden wissen in der Tat selten um die Konsequenzen, die entstehen, wenn ein männliches Kind nicht beschnitten wird. Ich selbst habe (obwohl mir als Kulturhistorikerin viele Informationsquellen offenstehen) erst in Diskussionsrunden - mal eben so nebenbei - erfahren, dass Unbeschnittene nicht heiraten dürfen und zu bestimmten Ämtern bzw. Funktionen in der jüdischen Community nicht zugelassen sind. Auf Nachfrage der ModeratorIn nach genaueren Informationen, warum dies denn so sei, wurde geschwiegen. Das heißt doch, dass ein enormer sozialer Druck besteht, einen Sohn beschneiden zu lassen. Es geht also überhaupt nicht (nur) um das Gebot der Thora. Es wäre fair, einmal alle Hintergründe und Konsequenzen zu benennen, die mit einer Beschneidungsverweigerung im Zusammenhang stehen. Stattdessen wird den Beschneidungsgegnern Respektlosigkeit bzw. sogar Antisemitismus vorgeworfen - das finde ich schlimm. Bitte, sehr geehrte Frau Altaras, verfassen Sie doch einen Folgeartikel mit allen Informationen, die ich hier angesprochen habe. Dann würde auch der Vorwurf der Informationslücke, die wr haben, hinfällig.

  • Antworten
Christa03.10.2012 | 10:39 Uhr

"Bei Lanz wurde ich unlängst

"Bei Lanz wurde ich unlängst gefragt, wie ich denn als Mutter meine Söhne habe beschneiden lassen können. Das sei ja wohl das Allerletzte! Ich begann zu erzählen, dass ich mich mit der Entscheidung schwergetan hätte, schließlich sei ich eine moderne Frau und lebe ein assimiliertes Judentum … Ich kam nicht weit mit meiner Berichterstattung, denn sofort beherrschten Ekel und Abscheu, aber vor allem ein großes schwarzes Loch an Unwissen die Diskussion."

Ekel? Abscheu?

Frau Altaras wurde in dieser Markus-Lanz-Sendung mit unkritischem Wohlwollen überschüttet.

  • Antworten
sol103.10.2012 | 19:44 Uhr

5772 jahre alte Kultur ?

was mich wundert ist dass niemand bemerkt hat ,dass diese frau behauptet ,dass die jüdische kultur 5772 jahr alt ist, als wäre das ein fakt. gleichzeitig behauptet sie sie wäre aufgeklärt . hm. gehört zur aufklärung nicht auch eine akzeptanz eines fundaments von wissenschaftlich bewiesenen tatsachen ? dazu gehören auch archäologische tatsachen : man sollte zumindest zur kenntnis nehmen dass es inzwischen der archäologie gelungen ist zweifelsfrei zu beweisen dass die bibel erst 2600 jahre alt ist und sie von einem jerusalemer könig und seinem priester geschrieben wurde und praktisch eine vollständige fiktion ist. es gab und es hat nie ein jüdisches volk gegeben dass 5772 jahre alt ist.vor 2600 jahren gab es einen kleinen könig der über etwa 15.000 leute herrschte der sich ein nettes buch für sein kleines volk wünschte und sein priester schrieb´s ihm. so ........ein märchen buch mit total fiktivem inhalt.
das ist archäologische tatsache und sollte deshalb von aufgeklärten zeitgenossen zumindest bemerkt werden. 5772 jahre ist mit anderen worten nichts als eine lüge.

  • Antworten
summa04.10.2012 | 17:09 Uhr

Männerei

Ja, bitte, anständige, historische Nachfragen:
Wann lebte Abraham? (Na, ja, in etwa; am besten nach jüdischem Kalender!)
Wann befahl ihm Gott die Beschneidung? Also: In welchem Altar wurde Abraham beschnitten?
Und von wem? Doch nicht, dass er selber sich da rumgeschnibbelt hat.
Ja, warum denn?
Alles Fragen, die im AT - ja, in der Thora, beantwortet werden.
Und von wem übernahmen die Kinder Isaraels die B.?
Freud hat solche Fragen beantwortet: von dem Ägyptern.

Nach dem Holocaust-Selbstverständnis, das nach zwei, ja, schon drei Generationen erzählerisch sich verflüssigt, wird das Merkmal "Beschnitten-Sein" zum Kern des jüdischen Selbstverständisses?
Fatale Männerei!

  • Antworten
Antonius REyntjes04.10.2012 | 19:31 Uhr

Auf dem Tisch

liegt nun der Gesetzentwurf, und danach werden zukünftig auch kleine Kinder immer noch auf dem Tisch liegen. Doch auf welchem? - Der Zentralrat der Muslime bemängelt die Vorgabe, dass die Beschneidung nach "den Regeln der ärztlichen Kunst" erfolgen muss, denn im Islam können (wie im Judentum) auch Laien beschneiden. Das erfährt man JETZT erst. Der Zentralrat ist der Meinung, dass "Außenstehende" sich da heraushalten sollten. Außenstehende? Ich hatte immer gedacht, jedenfalls gehofft, dass Muslime diejenigen sind, die sich hier integrieren wollen und können. Nun sind wir, das Gastland oder Einwanderungsland, auf einmal Außenstehende? Ich fürchte, ich werde meine Meinung über die Integrationswilligkeit ändern müssen, sowie ich auch meine Haltung gegenüber den Juden ändern werde.
Ich glaube nicht mehr an die Gerechtigkeit in diesem Staat. Ich glaube auch nicht mehr daran, dass Herr Gauck der Bundespräsident nach meinem Wunsch ist. Eigentlich glaube ich gar nichts mehr, sondern kann mir nur noch verwindert die Augen reiben ...

  • Antworten
Christa05.10.2012 | 10:23 Uhr

Nochmals zur Beschneidung

In einem modernen westlich geprägtem Land, wie es Deutschland darstellt, ist die Diskussion um die Beschneidung absolut unsinnig, weil die Unversehrtheit des Menschen durch das Grundgesetz eindeutig und zwingend garantiert ist. Eine durch Eltern ihrem Kind aufgezwungene Beschneidung ist demnach verboten und somit strafbar, denn es handelt sich unabstreitbar um eine irreversible Körperverletzung.
Das jetzt - wenn auch mit klaren Auflagen - vorgeschlagene Gesetz ist somit von vornherein ungültig und darf und kann vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben, wenn die Richter sich ihrem Auftrag gemäß auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen. Tun sie es nicht, beugen sie das Gesetz der Urväter unseres Landes.

Hätten mich meine Eltern beschneiden lassen, ich hätte sie am Tag meiner Volljährigkeit verklagt auf ein lebenslang zu zahlendes sehr hohes Schmerzensgeld. Nur leider könnte Geld den Schaden nicht beheben!
Aber: Ich hätte sie unwiderruflich aus meinem Herzen und Denken verstoßen, ohne eine Möglichkeit, jemals wieder mit ihnen in Kontakt zu gelangen, denn die Beschneidung ist ein unverzeihlicher Akt der Verstümmelung, den man nun mal lebenslang nicht rückgängig und damit auch nicht verzeihen kann.

  • Antworten
Rocora10.10.2012 | 01:37 Uhr

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