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Berliner Republik

Projekt RegierungswechselDie Mär von der rot-grünen Liebe

Von Christoph Seils19. November 2012
picture alliance
Rot-grün, SPD, Grüne, Bundestagswahl 2013, Cicero-Empfehlung
Hat für viele an Attraktivität verloren: ein rot-grünes Bündnis
Schrift:

SPD und Grüne haben wichtige personelle und programmatische Weichen für den Bundestagswahlkampf gestellt. Gemeinsam wollen sie die Merkel-Regierung, aber Rot-Grün ist kein Projekt mehr, sondern nur noch ein Zweckbündnis. Für den ersehnten Wahlsieg wird das kaum reichen

Seite 1 von 2

Es kann losgehen, zumindest aus Sicht von SPD und Grünen. Wichtige programmatische Entscheidungen sind gefallen, die Spitzenkandidaten gekürt. Siegesgewiss und selbstbewusst blasen die beiden Parteien zum Halali. Deutschland wird schlecht regiert, Merkel und ihre schwarz-gelbe Regierung müssen weg, darin sind sich Rot und Grün einig, gemeinsam will man 2013 an die Macht. Die Fronten stehen, der Wahlkampf kann beginnen.

Doch so gut und unkompliziert, wie Sozialdemokraten und Grüne in Sonntagsreden gerne tun, ist das Verhältnis der beiden Parteien nicht. Im Gegenteil. SPD und Grünen beäugen sich gegenseitig mit großem Misstrauen. Die Konkurrenz im Kampf um die Wähler ist groß, die programmatischen Akzente sind nicht aufeinander abgestimmt, die strategischen Perspektiven sehr unterschiedlich.

Schon die Vorzeichen mit denen Rot und Grün in den Wahlkampf ziehen, könnten verschiedener nicht sein.

Die SPD wirkt angeschlagen, die Kanzlerkandidatenkür ist misslungen, die Nebenverdienstdebatte um Peer Steinbrück beunruhigt viele Genossen. Der Rentenkompromiss zwischen linkem und rechtem Parteiflügel ist mit heißer Nadel gestrickt. Die Aussicht wieder als Juniorpartner in die ungeliebte Große Koalition eintreten zu müssen, weil es für Rot-Grün doch nicht reicht, macht vor allem an der Basis wenig Lust auf Wahlkampf.

Anders die Grünen. Sie haben mit der Urwahl Selbstbewusstsein getankt und mit der Kür von Katrin Göring-Eckardt zur zweiten Spitzenkandidatin neben dem heimlichen Parteivorsitzenden Jürgen Trittin eine Personalentscheidung getroffen, die ihnen einen neuen strategischen Handlungsspielraum jenseits einer Koalition mit der SPD eröffnet. Zwar ist das Bündnis mit der SPD für die Grünen erste Wahl, aber ein schwarz-grünes Hintertürchen hält man sich offen.

Zuletzt hat die Öko-Partei bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart einen Wahlsieg errungen. Die Grünen haben dabei einerseits gezeigt, dass sie bürgerliche und konservative Wähler gewinnen können und haben andererseits die SPD in der Wählergunst deutlich auf Platz drei verwiesen. Nach der Wahl von Winfried Kretschmann zum bundesweit ersten grünen Ministerpräsidenten war dies schon die zweite Demütigung in Baden-Württemberg. Den Sozialdemokraten hat das überhaupt nicht gefallen.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang betrachteten die Sozialdemokraten die Grünen vor allem als ungezogene Kinder, die trotzig gegen ihre Eltern rebellierten und ihnen im eigenen linken Lager ungefragt Konkurrenz machten. Die Grünen wiederum gefielen sich in der Rolle des Pubertierenden, piesackten die SPD immer wieder mit Forderungen, die vor allem deren traditionelle Stammwählerschaft verschreckte. Die ersten Versuche einer rot-grünen Zusammenarbeit endeten in den 1980er Jahren in Hessen und Berlin im Desaster. Unvergessen, dass einst der SPD Ministerpräsident von Hessen, Holger Börner, eine Dachlatte zur Hilfe nehmen wollte, um die Grünen zur Ordnung zu rufen. Auch der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück galt in seiner Zeit als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen als cholerischer Grünenfresser. Zwar stand er von 2002 bis 2005 an der Spitze eine rot-grüne Landesregierung, doch mehrfach stand das Bündnis vor dem aus.

Auch im Bund stand 1998 nicht Liebe bei der rot-grüne Machtübernahme Pate. Zwar war schon damals die rot-grüne Sehnsucht an der Basis der Parteien groß, aber Gerhard Schröder hielt wenig von einem Bündnis mit Joschka Fischer und Co. Er wollte eigentlich als Bundeskanzler in einer großen Koalition mit der Union regieren. Nur der überwältigende Triumph ließ ihm keine Wahl. Erst nach der Bundestagswahl wurde dann das rot-grüne Projekt begründet. Wie sich Schröder die Arbeitsteilung vorstellte, machte dieser gleichzeitig unmissverständlich deutlich. Er erklärte sich zum Koch der Koalition und die Grünen zum Kellner. Vom Atomausstieg hielt Schröder gar nichts.

Seite 2: Mehr als ein Zweckbündnis ist Rot-Grün trotz aller gegenseitigen Beteuerungen nicht

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Die Grünen sind in die Mitte gerückt

wollen an dieselben Wähler ran wie die Sozialdemokraten und sie wollen sich auch nicht damit abfinden, dass die SPD für die großen Themen zuständig ist, für die Wirtschaft und die Sozialpolitik, die Grünen hingegen für die Ökologiefrage und anderes Gedöns.
Zitat Ende.

Die Grünen sind nicht in die Mitte gerückt, die sind gewaltig nach links abgedriftet! Die Forderungen der Grünen sind eine einzige Ohrfeige für den Mittelstand, also genau die Wähler, die sie eigentlich angeblich haben wollen. Wer soll diese Sozialutopien den finanzieren? Genau die Mitte, die Facharbeiter, Ingenieure, Angestellten. Denen wird heute schon unverschämt in die Tasche gegriffen, mit Steuerhöhung zur Finanzierung von staatlichen Wohltaten wird die Belastung nur noch mehr steigen. Fazit: Unwählbar.

Dazu kommt die katastrophale Politik in BaWü, Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe, aber neue Schulden, ein neues, komplett überflüssiges Ministerium, dafür Kürzungen bei der Bildung, ein Verkehrsverhinderungsminister betreibt die Deindustrialisierung eines wirtschaftlich mächtigen Bundeslandes, ohne zu merken, dass genau diese Industrie die Gelder liefert. Auch hier: Unwählbar.

Wählbar sind die Grünen nur für wirtschaftsferne Kreise (das sog. ökologische Bürgertum), die sich aus staatlichen Pfründen nähren und einen Dreck scheren, woher dieses Geld denn kommt, was sie so großartig zum Fenster hinauswerfen. Für eine grüne Politik sind die Grünen inzwischen auch nicht mehr nötig, so viel Vernunft haben die anderen Parteien auch schon entwickelt.

Fazit: Nicht nur unwählbar, sondern schädlich für unser Gemeinwesen und auch noch entbehrlich.

  • Antworten
Mauermer19.11.2012 | 13:14 Uhr

Eine rot-rote Liebe wäre zielführender

Der Einschätzung von MAUERMER muß vehement widersprochen werden.

Er hat offenbar noch immer nicht erkannt oder nicht erkennen können, daß wir um eine gewaltige Umverteilung von oben nach unten - und keinesfalls weiterhin umgekehrt - nicht mehr umhin können.

Denn die Reichen und Superreichen häuften und häufen nach wie vor Riesenvermögen an (und dadurch auch politische Macht und politischen Einfluß), während die große Masse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch der kleinen Selbständigen, unter allen bisherigen Bundesregierungen, auch unter Rot-Grün, finanzielle Einbußen hinzunehmen hatten.

Das kann und darf so nicht weitergehen.

Deshalb sind auch Die Grünen auf einem richtigen Wege, wenn sie etwa eine Anhebung der Einkommensteuersätze auf (mindestens) 49 Prozentpunkte anvisieren, wobei diese 49 Prozent dann auch tatsächlich von allen Steuerpflichtigen gezahlt werden müssen, die eine bestimme Einkommensgrenze überschreiten, also alle Ermäßigungstatbestände weitestgehend abgeschafft werden müßten.

Die Linke vermittelt zwar noch weitaus konsequentere Vorstellungen von einer gerechten Einkommensteuerpolitik, aber die "kapitalismus-hörigen" Parteien CDUCSUSPDFDPGRÜNE verweigern ihr bislang eine Zusammenarbeit.

Leider sind auch Die Grünen inzwischen zu einer kapitalismus-freundlichen Partei mutiert, die an der äußerst ungerechten Einkommens- und Vermögensverteilung gerade auch hier in Deutschland nicht zu rütteln wagen, vermutlich, weil ansonsten die Parteispenden aus den Unternehmerverbänden und der Großindustrie versiegen würden.

Arme Bündnisgrüne, die sich auf dem Weg zur Regierungspartei im "rechten Gestrüpp" verhedderten und offenbar glauben, dadurch Wählerinnen und Wähler, die zuvor die SPD oder Die Linke wählten, abwerben zu können.

  • Antworten
Yvonne Walden19.11.2012 | 13:57 Uhr

Widerspruch!

Wir brauchen eine Umverteilungn weg von erfolgreich und fleißig hin zu anderen Gruppen so nötig wie ein Loch im Knie! Reich ist hierzulande doch schon der Facharbeiter, Meister oder Ingenieur mit einem ganz normalen Tareifeinkommen. Und genau hier wird gandenlos abgezockt, und das unter dem Mantel der "Solidarität". Wie soll jemand mit Ausbildung/Studium/Meister mit einer 50 - 60 Stunden-Woche solidarisch sein mit jemandem, der gerade mal so den Hauptschulabschluss erreicht hat und kein weiteres Interesse zeigt, als gerade mal so durchzukommen? Kein Interesses an Ausbildung hat oder gar an geregelter Arbeit?

Dass eine linke Politik über einem mittleren Zeitraum immer und in jedem Kulkturkreis zur Katastrophe führt, sollte inzwischen als geschichtliche Tatsache zur Allgemeinbildung gehören. Es ist mehrdutzendfach bewiesen und wir brauchen nicht noch einen weiteren Menschenversuch. Auch weil dies von den Ewiggestrigen immer wieder geleugnet wird, suchen die ehemaligen Volksparteien immer wieder mit staatlichen Wohltaten am linken Rand der Gesellschaft Wähler zu gewinnen, so wie jetzt die Wassermelonenpartei Grüne (aussen grün, innen rot mit schwarzen Kernen und gefüllt viel geschmacklosem Wasser). Mit dem sattsam bekannten Ergebnis klammer öffentlicher Kassen, steuerlicher Respression und fiskalischer Ausbeutung des noch arbeitenden Teils der Bevölkerung.
Das einzige, was hier noch hilft ist eine klare Kante gegen jede Form des Sozialismus, klare Vorgabe der Eigenverantwortlichkeit der Menschen und keine soziale Hängematte, in der sich jeder ausruhen darf, der halbwegs glaubhaft versichert, keine zumutbare Arbeit zu finden. Aus meiner Studentenzeit: JEDE Arbeit ist zumutbar, sogar das Putzen von Sch**häusern! Selbst zwei Jahre lang gemacht um meine Ausbildung zu finanzieren. Es ist kein Menschenrecht, dreimal im Jahr nach Mallorca zu fahren oder in der DomRep zu surfen, es ist auch keine Teilhabe am kulturellem Leben, jeden Abend fünf Bier in der Kneipe zu zischen! Eine warme Wohnung, Ernährung auf einfachem Niveau, einfache Kleidung und ärztliche Versorgung sind für ein Existenzminumum ohne eigene Anstrengung ausreichend und zumutbar, zuumal andere dafür arbeiten gehen müssen. Allerdings muß das Lohnabstandsgebot dringend eingehalten werden, von daher bin ich für einen Mindestlohn deutlich über 10 Euro/Stunde. Und für Druck in Richtung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit! Und wenn wir schon dabei sind, eine Absenkung der Steuersätze auf Lohnarbeit ist geboten. Anfang der sechziger Jahre war ein Durchschnittseinkommen mit 6,8 % Lohnsteuer belastet, heute mit 18 %. Da hat sich arbeiten wirklich noch gelohnt, denn der höchste Steuersatz mit über 50% griff bei einem Einkommen von umgerechnet 750.000 Euro und nicht bei 53.000!

Daher werde ich jede Partei wählen, die zusichert, diesen unerträglichen Pseudosozialismus abzustellen und die Betütelung der falschen Personen einzustellen. Die Grünen und die Linken Rattenfänger gehören schon lange nicht mehr zu diesem Kreis!

  • Antworten
Mauermer19.11.2012 | 18:10 Uhr

Schisser Maurermer

So ist Politik.
Es folgt zwingend der Wechsel, da der schwarze Filz entlarvt worden ist. (Es darf auch gern Schwarz-Gelber-Filz heißen).
Jetzt schauen wir mal was es uns Bürgern bringt.
Gruß, die Demokratie

  • Antworten
Nixdorf21.11.2012 | 00:17 Uhr

die Mär von der Rot-Grünen Liebe

Ein komplett sachfremder Artikel ohne jede Kenntnis des Innenlebens der jeweiligen Parteien!

Boris Palmer ist mit Karacho aus dem Vorstand rausgeflogen - einen besseren Beweis für ein absolutres "No GO" für Schwarz/Gelb kann es nicht geben!

  • Antworten
friedrich schreyer19.11.2012 | 13:26 Uhr

Kanzlerkandidat Steinbrück

Unterm Strich ist Peer Steinbrück vom eigenständigen Monument der SPD zum Betonklotz an den Füssen geworden. Bildlich ausgedrückt, von einer solide erscheinenden Steinbrücke entpuppt sich das Gemälde als real existierender maroder Anglersteg, der längst hätte demontiert werden müssen.

  • Antworten
Pit Liebmann19.11.2012 | 14:10 Uhr

Die Mär von der rot -grüne Liebe

Nur der Kapitalismus schafft Freiheiten. Ohne ihn geht es nie.

  • Antworten
Musa Alihajdaraj19.11.2012 | 14:33 Uhr

Der Kapitalismus schafft "Freiheiten" - fragt sich nur, für wen?

Wer derartiges behauptet, sollte auch Näheres dazu ausführen, was Musa Alihajdaraj unterlassen hat.

Nur der Kapitalismus soll angeblich "Freiheiten" schaffen? Das kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem schafft durchaus Freiheiten - allerdings nur für diejenigen, die mit dem Produktionsfaktor "Kapital" wirtschaften.

Diese "Kapitalisten" stellen nicht ihre Arbeitskraft, also den Produktionsfaktor "Arbeit", zur Verfügung, sondern ihr Geld, um dieses Geld mittels kapitalistischer Produktionsweise zu vermehren.

Obwohl der Produktionsfaktor "Arbeit" also Produkte herstellt und Dienstleistungen erbringt, fließt produzierte "Mehrwert" (Gewinn) dem Produktionsfaktor "Kapital" zu.

Wer diese "kapitalistische" Gesellschafts- und Wirtschaftsform, die im übrigen nicht durch unser Grundgesetz, unsere Verfassung, vorbestimmt ist, für gut und richtig hält, kann schließlich nur eines sein: entweder ein Ignorant oder ein "Kapitalist", also der Eigentümer eines großen Geldvermögens, das er für sich "arbeiten" läßt.

Schließlich sollten wir nicht außer Acht lassen, daß "das große Geld" dazu verleitet, Einfluß auf politische Entscheidungsprozesse zu nehmen und wirtschaftliche Macht auszuüben.

Und genau hier befinden sich Die Grünen auf einem Scheidewege: Entweder sie vertreten mehr oder weniger offensiv dieses kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftssystem oder sie suchen aktiv nach Alternativen zur Schaffung einer echten sozialen Gerechtigkeit, die nicht - wie bisher - Wenige bevorzugt und die große Masse unbeteiligt beiseite stehen läßt. Gerecht?

  • Antworten
Yvonne Walden19.11.2012 | 16:24 Uhr

Auftrag des Grundgesetzes ernstnehmen und umsetzen-ROT/ROT/GRÜN

So viel Vernunft hätten die anderen Parteien auch schon für GRÜNE POLITIK entwickelt - schreibt der Erstuser. Gibt es ein schlagkräftigeres Argument für die Bedeutung der Partei B´90/Die Grünen?

Sie, wie die Partei Die Linke, je ein Ableger der SPD: Was bedeutet das grundsätzlich?

Schon zweimal hat die alte Tante Sozialdemokratie die gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit nicht erspürt und in die Willensbildung der Partei aufgenommen.

Wenn heute 10 000 Empfänger von H4 gegen die Rechtsprechung des BVerfG keine (!) geldige Unterstützung erhalten - Siehe dazu den ehemaligen BGH-Richter der Linken, verlinkt auf den Nachdenkseiten.de - dann ist in Gefolge der alten Gesetzgebung von ROT/GRÜN bzw SCHWARZ/ROT nichts Geringeres als DIE WÜRDE von tausenden von Menschen keinen Pfifferling mehr Wert und daher die "Verwahrlosung der Moral" (Lafontaine) eine nicht hinnehmbare Tatsache.

Das, was da geschieht, kann man mit Johan Galtung auch "strukturelle Gewalt" nennen. Als solche ist sie mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung (siehe Definition durch das bekannte Urteil des BVerfG) nicht vereinbar.

Was folgt daraus?

Artikel 1 des Grundgesetzes wurde als Leere aus der Nazi-Terror-Herrschaft an die Spitze des GG gestellt. Die Verpflichtung "aller staatlichen Gewalt", wie sie der zweite Satz uns allen auferlegt, wird nicht nur tausendfach sehenden Auges von der Exekutive vorsätzlich mit Füßen getreten. Wo ist der Aufschrei auch in den Medien? Wenn ROT-GRÜN - so wie es der Artikel mutmaßt - keine Mehrheit finden wird, aber diese negierte Verpflichtung, "die Würde der Menschen zu achten und zu schützen", nicht abschließend dem Parteienstaat alle Glaubwürdigkeit und Legitimation nehmen soll, ja was gibt es da anderes, als den verpflichtenden Versuch, ein Bündnis von ROT-ROT-GRÜN im Sinne der Beachtung des Artikels 1 des GG anzusteuern? Welche Existenz-Berechtigung hätten die Parteien, die das Soziale im Programm führen, denn sonst noch?

Es beschämt mich, wenn auch in den Medien immer nur von den "Köpfen" die Rede ist, wer mit wem aus welchen Gründen (nicht) kann oder will.

Wie wäre es einmal damit, den Auftrag des GG ernst zu nehmen, nicht nur in Sonntagsreden die Werte dieser Republik ins Schaufenster zu stellen, sondern ab Montag gemeinsam die Interessen der Mehrheit in die Tat umzusetzen?

Geschätzte 12-14 Millionen Bürger sind derzeit in der einen oder anderen Form von einem menschenwürdigen Leben ausgegrenzt. Also etwa jeder sechste. Dass dieser GAP kurz über lang - europaweit - das zivile, ohnmächtige Erdulden der Menschen beendet wird, das kann doch nicht streitig sein. Wollen die Parteien, die Medien, wir alle darauf warten bis vor dem Hintergrund der jüngsten Entscheidung des BVerfG die Bundeswehr gegen die Bürger eingesetzt wird?

  • Antworten
mkveits19.11.2012 | 15:39 Uhr

Rot-Grüne Liebe

In der Politik sollte man auf Liebe verzichten, weil das Gefühl der Liebe erfahrungsgemäß den Verstand ausschaltet.
Dies scheint bei Linken, Grünen und Sozis der Fall zu sein. Auch die Schwarzen verzeichnen leichte Ausfälle. Alle zeichnet aus, dass Sie
die Partei der Nichtwähler nicht in Ihre Kalkulation einbeziehen.
Diese und viele andere vermissen Leistungsgerechtigkeit und möchten keine unverdienten Sozialgaben mit Hilfe von Umverteilung zu Lasten der Leistungsträger. Die Gelben wissen selbst nicht , was sie wollen.
Welche Partei ist also wählbar für jemand, der Leistung für eine
gute Ausbildung erbracht hat, dem mindestens eine 48 Std-Woche nicht zu viel ist, der nicht befürchten muss, dass das Ergebnis seiner Leistung zwangsweise halbiert wird und der erwartet, dass der Staat
mit den riesigen Steuereinnahmen gerecht ( ! ) umgeht ?

  • Antworten
Sirius20.11.2012 | 20:18 Uhr

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