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 > Durch Schausten ruiniert

Kapital

150 Euro pro NachtDurch Schausten ruiniert

Von Til Knipper6. Januar 2012
picture alliance
Bettina Schausten, 150 Euro, Wulff, BILD
In Zukunft heißt es Zahltag – auch bei Freunden. Geht es nach Bettina Schausten
Schrift:

150 Euro pro Übernachtung. Diese Summe zahlt zumindest Bettina Schausten für eine Nacht bei Freunden. Gemessen an dieser Zahl schuldet unser Freitagskolumnist Til Knipper seinen Freunden knappe 40 000 Euro. Eine Schuldenbilanz

Hans Sarpei, Fußballprofi bei Schalke 04, steht nicht zur Verfügung. Das hat er auf seiner Facebookseite verkündet. Ich seit Mittwochabend auch nicht mehr. Wofür? Für das Amt des Bundespräsidenten. Abgesehen davon, dass sowohl Sarpei als auch mir noch knapp fünf Jahre fehlen, bis wir das im Grundgesetz vorgeschriebenen Mindestalter von 40 erreicht haben, habe ich seit dem Fernsehinterview des amtierenden Präsidenten am Mittwochabend ganz andere Sorgen: Nach dem dort neu eingeführten „Schausten-Faktor“ habe ich jetzt insgesamt ca. 36 000 Euro Schulden.

Wie das kommt? Allen, die das Interview von Christian Wulff mit Ulrich Deppendorf, ARD, und Bettina Schausten, ZDF, verpasst haben, sei dazu dieser Youtube-Ausschnitt ans Herz legt. Auf den Rest des Interviews können Sie getrost verzichten. 150 Euro soll man demnach also Freunden überweisen, wenn man bei ihnen übernachtet.

Meine 36 000 Euro setzen sich dabei wie folgt zusammen: Da ich drei Jahre in einer Stadt in Nordrhein-Westfalen gearbeitet habe, mit der ich nie ganz warm geworden bin, habe ich in dieser Zeit etwa 120 Wochenenden bei Freunden in Berlin, Hamburg und München verbracht. Bei 300 Euro Übernachtungskosten pro Wochenende schulde ich meinen Gastgebern daher besagte Summe. Dummerweise befinden sich unter diesen Gastgebern auch einige gut verdienende, einflussreiche Persönlichkeiten.

Ob ich denen mit einer nachträglichen Überweisung überhaupt eine Freude machen würde? Bei einigen war ich so häufig zu Besuch, dass sie nachträglich wahrscheinlich ein Gewerbe anmelden müssten. Dann käme für mich auch noch Mehrwertsteuer oben drauf. Die anderen müssten die Einnahmen zumindest versteuern.

Wer denn jetzt Bundespräsident werden soll? Wie wäre es mit der neuen nationalen,moralischen Instanz Bettina Schausten? Aber eigentlich gehört die ganze Diskussion um Christian Wulff in die Top-3 der Themen, die mich überhaupt nicht interessieren, zusammen mit der Frage, wer Gottschalk-Nachfolger bei „Wetten dass“ wird und was Karl Theodor zu Guttenberg gerade macht. Dabei liegen die Lösungen auf der Hand: Präsidentenamt abschaffen, Sendung einstellen und KT ignorieren. Muss nur noch jemand den Medien sagen.

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Gut gemeint, Herr Knipper,...

...aber mit irgendwas müssen Mitglieder der Show- und schreibenden Zunft die Displays und die letzten Papierseiten füllen. Die richtigen Fragen wurden zwar eh' nicht gestellt. Weder da noch dort. Aber geschrieben und getratscht, das muss sein. Das soll der Bürger brauchen.

  • Antworten
Reinard Schmitz06.01.2012 | 17:27 Uhr

Interview

Gut finde ich den Satz "Auf den Rest des Interviews können Sie getrost verzichten..."

Aber an der Stelle habe ich gedacht, mich trifft der Schlag.

Mir ist es völlig unverständlich, wie man so antworten kann. Und sie hat noch nicht einmal den Ansatz einer Gesichtsregung gezeigt...

  • Antworten
Ralf06.01.2012 | 17:57 Uhr

Rochade

Vielleicht wären wir alles besser dran wenn Herr Wulff und Herr Gottschalk einfach ihre Berufe miteinander tauschen würden. Herr Guttenberg könnte dann noch der persönliche Biographie Autor für beide werden. Zumindest wäre so unsere Unterhaltung gesichert.

Am Ende freut sich Frau Merkel doch am meisten - so hat sie wenigstens mal für ein paar Tage nicht das volle Medieninteresse auf ihrer Seite und vielleicht kommt sie dann mal wieder mit ein paar neuen Ideen zur Rettung der Umwelt und der (für Fr.Merkel) noch wichtigeren Finanzwelt.

Das wird wieder ein spannendes Jahr.

  • Antworten
xyxyx yxyxy07.01.2012 | 10:46 Uhr

Schausten und die Moralin-Apostel

....wie schön, dass sich unsere von Zwangaabgaben bestens dotierte
Berufs-Moralistin mal "geoutet" hat .....
"Moralisch überheblich" ...und das findet sie gut so !

  • Antworten
Wolfram Wiesel07.01.2012 | 17:03 Uhr

Die Wullf Affaire

Wullf's groessten Fehler in dieser ganzen Sache ist dass er sich mit Leuten anlegte die literweise Tinte kaufen!

  • Antworten
Karin bryant11.01.2012 | 01:05 Uhr

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