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 > Die Zwangsehe in deutschen Köpfen

Berliner Republik

Missdeutete StudieDie Zwangsehe in deutschen Köpfen

Von Woody Mues12. November 2011
picture alliance
Kristina Schröder, Böhmer, Studie, Zwangsverheiratung, Zwangsheirat, Zwangsehe
Gründe für Zwangsverheiratungen verstehen, um sie effektiv bekämpfen zu können
Schrift:

Am Mittwoch stellte Familienministerin Kristina Schröder die Studie „Zwangsverheiratung in Deutschland“ vor. Die Medien stürzten sich nur auf die Zahlen, obwohl die nicht repräsentativ sind. Das eigentliche Potential der Studie wird verkannt: Sie ermöglicht, das Phänomen Zwangsheirat besser zu verstehen

Seite 1 von 2

Das Thema „Zwangsverheiratung in Deutschland“ ist mal wieder in aller Munde. Familienministerin Kristina Schröder sei Dank. Der Name der von ihr vorgestellten Studie suggeriert ein umfassendes Bild. Entsprechend groß waren in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen. Die Studie ist lesenswert, setzt sich mit den Ursachen dieser Verbrechen intensiv auseinander. Nur eines liefert sie eben nicht: repräsentative Daten und belastbare Zahlen. Darauf wird bereits im Untertitel der Studie („Anzahl und Analyse von Beratungsfällen“) sehr deutlich hingewiesen.

Journalisten stört dies kaum, wortgewaltig überspielen sie die begrenzte Aussagekraft der Studie. Nirgendwo wird der relativierende Untertitel erwähnt. BILD etwa schrieb „2008 wurden in Deutschland 3.443 Fälle von Zwangsverheiratungen registriert“. Tatsächlich jedoch haben in diesem Jahr 3.443 Menschen eine Beratung zum Thema Zwangsheirat wahrgenommen (siehe Seite 22 ff.). Die Studie nennt die Zahl dementsprechend eine „Bruttogröße“. Sie geht davon aus, dass zwischen 14 und 43 Prozent der Beratenen sich an mehrere Beratungsstellen gewandt haben, weshalb sie mehrfach erfasst sein könnten. 60 Prozent der Hilfesuchenden wandten sich im Rahmen einer angedrohten Zwangsverheiratung an die Beratungsstellen, bei wie vielen von ihnen diese dann vollzogen wurde, nennt die Studie nicht.

Kurz nach der Studienvorstellung titele auch Focus-Online: „Zwangsverheiratungen in Deutschland: 44 Prozent mit türkischem Migrationshintergrund“. In dieser Meldung erwähnen die Autoren zwar die Herkunft der Daten, verschweigen aber, dass – und warum – sie dadurch nicht repräsentativ sind. In einem späteren, ausführlicheren Artikel verschwindet auch die Erwähnung der Datenherkunft. In Wirklichkeit stammen die Daten der Studie von Beratungsstellen und von Lehrern. Sie basieren nicht auf repräsentativen und hochrechenbaren Befragungen, sondern sind summierte Einzelfälle. Insbesondere die tatsächliche Zahl von Zwangsheiraten, die von den Medien sehnlichst herbeigewünscht wurde, lässt sich aus der Studie in keinster Weise ableiten.

Wie leicht islamophobe Populisten indes die Studie ausnutzen können, zeigt der Blog „politically incorrect“. Dort redet ein „Spürnasen-Autor“ von „mehr als 3000 muslimischen Mädchen und Frauen“, auf die jährlich Zwang ausgeübt werde, eine Ehe einzugehen. Die Tatsache, dass knapp 10 Prozent der Ratsuchenden jesidischen Glaubens und immerhin dreieinhalb Prozent Christen waren, unterschlägt die „Spürnase“. Auch Ministerin Schröder ist vor einseitigen Sichtweisen nicht gefeit. Bereits im vergangenen Jahr spekulierte sie über einen „Zusammenhang zwischen Islam, Machos und Gewalt“. Bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch richtete sie vor allem Appelle an diejenigen, „die im Islam zuhause sind“.

Dabei warnen selbst die Autoren vor einer solch einseitigen Sicht auf ihre Studie. Als Auslöser des Problems dürfe der Islam gegenüber Faktoren wie Traditionen, Männlichkeitsbildern oder Armut nicht überbetont werden.  Auch wenn sich 83 Prozent der von der Studie registrierten Fälle in muslimischen Familien ereigneten,  ist es überhaupt nicht hilfreich, bei der Religion der Betroffenen anzusetzen. Die meisten Muslime in Deutschland lehnen die Zwangsehe genau so vehement ab wie alle anderen Deutschen. Zwangsehen werden durch andere Ursachen begünstigt. Diese deckt die Studie auf und hier muss bei der Bekämpfung von Zwangsverheiratungen angesetzt werden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, auf welche Ursachen die Studie verweist.

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Leider fehlt auch in diesem

Leider fehlt auch in diesem Artikel ein Hinweis auf die zwangsverheirateten Männer.

  • Antworten
Jürgen Smiatek11.11.2011 | 16:03 Uhr

Leider unsabuer recherchiert!

Tut mir Leid, aber das ist auch absurd: Sie kritisieren Schröder und schreiben dann

"Alternative Ansätze sind pragmatischer und werden dem Phänomen eher gerecht. So schlägt beispielsweise der SZ-Kommentator Roland Preuß vor, die Imame einzubinden".

Hallo? Schröder schreibt in der FAZ wortwörtlich:

"Angesichts des Streites, ob der Islam Teil des Problems ist oder nicht, wird leider völlig ausgeblendet, dass er auf jeden Fall Teil einer Lösung sein muss. Wir müssen erreichen, dass islamische Autoritäten in Deutschland es noch stärker als ihre Aufgabe begreifen, Zwangsverheiratungen zu verweigern und dagegen einzuschreiten."

Vulgo: Imame einbinden. Ich verstehe das echt nicht mehr. Das ist doch - mit Verlaub - kein Journalismus sondern rein politisch motiviert.

  • Antworten
Jens J.11.11.2011 | 18:58 Uhr

Tendenziöser Artikel

Als jemand, der selbst in einem Verein aktiv ist, der Opfer von Zwangsheirat betreut und und ihnen hilft, empfinde ich den Artikel als (um den Autor zu zitieren) "nicht hilfreich". Die Imame müssen eingebunden werden? Ja, natürlich. Frage: Warum passiert das nicht bereits von selbst? Warum predigen Imame nicht schon seit langem, also ohne unsere Aufforderung, gegen das Phänomen der Zwangsheirat (da es ja auch angeblich ihrem Glauben widerspricht). Die Antwort ist einfach: Einige wenige Imame tun es. Viele Imame aber sind selbst so konservativ bis reaktionär, dass sie der Zwangsheirat nicht eindeutig ablehnend gegenüberstehen. Von wem werden denn die Zwangsheiraten überhaupt geschlossen? Sicher nicht von buddhistischen Priestern. Glauben Sie mir, was ich in meiner Vereinsarbeit schon für Geschichten mitgekriegt habe...

  • Antworten
Thomas13.11.2011 | 18:33 Uhr

Und wo sind die christlichen Priester

die gegen Zwangsehe predigen? Offensichtlich gibt es auch dort immer noch Zwangsehen (natürlich bei weitem nicht mehr so viele wie vor noch 40-60 Jahren, wo man bei außerehelichen Kindersegen schon mal gerne dazu gezwungen wurde - meine Eltern hatten gewaltigen Druck von Familie und Umgebung zu heiraten nach meiner Geburt, und das ist gerade mal 30 Jahre her, allerdings hält die Ehe auch schon fast so lange ;-)).

Selbiges für Hindus und Juden - auch dort durchaus noch ein Problem in erzkonservativen Zirkeln (wie du als jemand der in einem Verein gegen Zwangsehe aktiv ist sicher weißt).
Und wer sagt, dass es diese Imame/Priester/Rabbis/Lehrer nicht gibt? Sitzt du in jeder der Predigten in den x-tausend Moscheen, Kirchen, Synaogen und Templen Deutschlands? Hast du eine Liste aller Themen die diese Prediger in der Woche abhandeln?

  • Antworten
Markus14.11.2011 | 10:16 Uhr

Einfachste Arithmetik

Wer hat eigentlich das idiotische Axiom aufgestellt, nur Frauen würden Opfer von Zwangsheirat? Das ist schlichtweg falsch und mit jedem weiteren Artikel, der diese unreflektiert nachplappert wird das sexistische Bild von den ausschließlich weiblichen Opfern fester zementiert. Kann denn in diesem Land niemand mehr rechnen? Auf jede zwangsverheiratete Frau kommt genau ein zwangsverheirateter Mann. Wie kommen denn alle auf den Irrsinn, Männer würden nur darauf warten zwangsverheiratet zu werden?!?

Siehe auch Stern-TV Sendung "Die gekaufte Braut: Wenn Männer zur Ehe gezwungen werden" http://www.maennerrat.de/zwangsheirat.htm

  • Antworten
1man14.11.2011 | 09:20 Uhr

Natürlich gibt es auch Männer

Natürlich gibt es auch Männer, die zwangsverheiratet werden. Aber weit größer ist die Zahl der zwangsverheirateten Frauen. Es gibt nämlich neben von der Verwandtschaft diktierten Ehen auch solche mit einem Täter und einem Opfer. Und letzteres ist fast immer weiblich.

  • Antworten
Jan14.11.2011 | 16:32 Uhr

@1men:

@1men:
"Auf jede zwangsverheiratete Frau kommt genau ein zwangsverheirateter Mann."
Mit der Logik hast du es wohl nicht so: wenn ein Mann eine Frau zwingt, ihn zu heiraten, hast du eine zwangsverheiratete Frau und keinen zwangsverheirateten Mann!

  • Antworten
Hasso14.11.2011 | 13:15 Uhr

Leider mal wieder...

Leider mal wieder ein Bericht den man als poiltisch korrekt abhaken kann , aber ohne jeglichen Nährwert ; es ist schon schade wie tolerant/gleichgültig wir sind.

  • Antworten
Guido 14.11.2011 | 16:19 Uhr

Was für ein Thema ...

und was für ein lächerlicher Streit. Natürlich liegt die Dunkelziffer wahrscheinlich wesentlich höher, denn viele Zwangsverheiratete kommen ohne nennenswerte Deutschkenntnisse direkt aus den Migrationsländern der Familien, oder werden überraschend, zum Beispiel im Urlaub dort verheiratet. Sicher, der Hinweis auf die Belastbarkeit der Daten ist legitim, doch daraus zu schließen, die Zahl der Zwangsehen in der BRD sei bedeutungslos, oder wesentlich niedriger als die genannten 3400 halte ich für gewagt. Vielmehr halte ich eine größere Anzahl für wahrscheinlich. Schließlich wird nur ein Bruchteil der Betroffenen eine entsprechende Beratungsstelle aufsuchen. Mir persönlich sind aus dem Kollegenkreis zwei Fälle bekannt, über die auch ganz offen gesprochen wurde. Die Angst vieler junger Frauen, die wesentlich stärker von Ihren Familien abhängen, als wir es uns vorstellen können, ist der Skandal. Sicher sollte er nicht zu einer weiteren Ausgrenzung entsprechender Volksgruppen führen, doch müssen die Menschrechte auch für Migrantinnen gelten. Eine multikulturelle Gesellschaft führt sich selbst ad absurdum, wenn sie im Namen der Menschenrechte Migration ermöglicht um diese dann für einen Teil der Migranten außer Kraft zu setzen. Integration ist ohne die verfassungsmäßig garantierten Rechte der Einzelnen nicht möglich. In dieser Frage wegzuschauen ist Rassismus.

  • Antworten
Christoph Kuhlmann15.11.2011 | 12:29 Uhr

Natürlich

Christoph Kuhlmann hat vollkommen recht. Menschenrechte sollten auch für Deutsche gelten. Was meinen Sie, was ich schon für Geschichten gehört habe aus dem Innenleben deutscher Familien. Da darf man nicht wegschauen.

Solche Kommentatoren belegen die größte Schwachstelle der Studie. Sie beruft sich ausschließlich auf die Angaben der Beratungsstellen. Deren Mitarbeiter haben ein Interesse an möglichst großen Zahlen und eine gewisse negative Grundhaltung ihrer Kundschaft gegenüber. Für Darstellung und Interpretation eines Sachverhalts ist immer Platz.

Was auch nicht ganz unwichtig ist: Nur ein Drittel hat irgendwo Kontakt zu den Stellen gesucht. Ein Drittel wurde von Bekannten gemeldet, und das letzte Drittel wurde gleich behördlich versorgt. Dabei liegen Mehrfachnennungen auf der Hand, wenn die Probanden hin und her geschickt werden.

Eine hohe Dunkelziffer lässt sich kaum vermuten, da alle diese Leute im Visier von Behörden sind, zumeist aus aufenthaltsrechtlichen Gründen und Sacharbeiter schon Schein- und Zwangsehen vermuten, sobald man zur Tür rein kommt.

Zu schlechter Letzt ist die Studie politisch motiviert, und die Zusammensetzung des Beirates ist einseitig. Sie zeichnet ein Bild der Gegensätze zwischen Herkunftsdeutschen und Migranten, das nicht der Realität entspricht.

  • Antworten
Sinan A.17.11.2011 | 12:59 Uhr

"Die meisten Muslime in

"Die meisten Muslime in Deutschland lehnen die Zwangsehe genau so vehement ab wie alle anderen Deutschen."

Quelle? Gibt es da belastbare Zahlen dafür? Wenn man unbelegte Behauptungen anprangert sollte man das selbst besser machen.

  • Antworten
maeeeee17.11.2011 | 19:12 Uhr

Die Dunkelziffer ist sehr viel höher

Alle Erfahrungen mit vergleichbaren Fällen (Kindesmissbrauch, häusliche Gewalt etc.) lehrt uns, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches größer ist als die gemeldeten Fälle. Selbstverständlich müssen wir auch im Falle von Zwangsheiraten davon ausgehen! Alles andere wäre naiv. Wir haben Schülerinnen, die in der Schule offen eingestehen, dass ihre Eltern ihre Ehemänner für sie aussuchen werden... ohne dass dieser Fall dann irgendwo "offiziell" registriert würde. In diesem Sinne habe ich den Eindruck, dass einige hier aus politischen Gründen das Problme kleinreden wollen. Die Studie kratzt lediglich an der Spitze des Eisberges.

  • Antworten
Thomas18.11.2011 | 12:51 Uhr

Rette sich wer kann vor diesen Befreiern

Der große Unterschied zu "vergleichbaren" Fällen liegt darin, hier werden ausschließlich Fremdländische ins Visier genommen. Anders als der Herkunftsdeutsche, der Meister der Tarnung, haben Migranten kaum eine Chance, den Wohltätern zu entkommen. Die Befreier lauern überall und argwöhnen ständig. Das politische Interesse ist eindeutig auf dieser Seite.

  • Antworten
Sinan A.21.11.2011 | 17:53 Uhr

Es gibt keine Zwangsheirat

Es mag ja sein, dass die Studie von der Bundesfamilienministerin
Frau Dr. Kristina Schröder zum Teil einige richtige Ergebnisse enthält , jedoch bezweifle ich, dass in Deutschland wegen religiösen Überzeugungen zwangsverheiratet wird.

Sollte es so einen Fall geben, kann sich der Betroffene in unserer Gemeinde an den Imamen in der Moschee wenden. Oder an die Frauenorganisation (oder als Mann an die Männerorganisatiom)
Ich lebe seit 21 Jahren in Deutschland und in meiner Familie und im meinem Bekanntenkreise wurde noch nie jemand auf diese Art verheiratet, des weiteren ist es auch strengsten verboten eine Frau ohne ihre Einverständniserklärung zu verheiraten.

So heißt es in einer Überlieferung des Prophetensaw:
"Eine Frau ohne Ehemann darf nicht verheiratet werden, bis sie zugestimmt hat,
und eine Jungfrau darf nicht verheiratet werden, bis sie ihre Erlaubnis dazu gegeben hat."
(Quelle : Ibn Majah, Abu Daud)

S.K

  • Antworten
Salma24.11.2011 | 16:35 Uhr

Pressemitteilung des Integrationsvereins Peri stellt richtig:

Siehe hier:

Die unbequeme Wahrheit einer Studie

Peri e.V., Verein für Menschenrechte und Integration, fordert aufgrund aktueller Ereignisse ein stärkeres Engagement seitens Politik und Gesellschaft gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde. Zudem appellieren wir an Journalisten und Wissenschaftler, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und einer Verharmlosung dieser Verbrechen nicht weiter das Wort zu reden. Hinter den Zahlenwerten diverser Studien, mit denen politisch jongliert wird, verbergen sich menschliche Tragödien, die auf Nummern und Prozente reduziert werden. Zwei dieser "bürokratisch-wissenschaftlichen Aktennotizen" sind die nachfolgenden aktuellen Beispiele:

Die im neunten Monat schwangere Zorica H. (21) wurde im Februar dieses Jahres von Harun A., der ein uneheliches Kind als Schande empfand, mit 165 Messerstichen getötet. Bei der Beseitigung der "Schande" half ihm sein Komplize Vedat, der die junge Frau festhielt, während der Täter zustach.

...

Peri e. V. fordert eine Ächtung geschlechtsspezifischer Gewalt und eine ehrliche, offene Debatte über die Ursachen. Mit Nachdruck weisen wir alle Versuche zurück, diese Verbrechen zu relativieren oder zu instrumentalisieren. Die Bundesregierung ist aufgefordert, Betroffene mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen. Unangemessen und unsachlich argumentierende Journalisten und Wissenschaftler sollten sich die Frage stellen, ob sie ernsthaft glauben, dass mit ihrer Vorgehensweise jungen Frauen wie Arzu geholfen wird.

Der gesamte Text der Pressemitteilung: http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=476029

Kontakt für weitere Informationen:

Thomas Baader
Pressesprecher peri e.V.
Bachgasse 44
D-69469 Weinheim

E-Mail: kontakt@peri-ev.de
Website: www.peri-ev.de

Weinheim - Veröffentlicht von pressrelations

  • Antworten
Thomas05.12.2011 | 13:18 Uhr

Vielen Dank...

... für diesen Hinweis.

Ich empfehle allen Lesern die Lektüre des obigen Textes in der Originalfassung:
http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=476029

In meinem Artikel wollte ich mich nicht zu Zwangsverheiratungen an sich äußern, sondern zu der Studie und der Art ihrer Darstellung, sowohl von Seiten der Bundesregierung, als auch von Seiten der Presse. Das Schüren islamophober Ressentiments hilft den Betroffenen wohl kaum, Aufklärung über die Verhältnisse, in denen Zwangsverheiratungen entstehen, jedoch schon.

Mit freundlichen Grüßen,

Woody Mues

  • Antworten
Woody Mues06.12.2011 | 16:50 Uhr

Die Pressemitteilung widerlegt doch die "Islamophobie"Behaptung

Es werden ja keine islamophoben Ressentiments geschürt! Bitte den Text der Pressemitteilung lesen! Einige der Kritiker von Frau Schröder sind mit der Gülen-Bewegung verbandelt.

Und zwischen dem Zusammenhang von Religion und Ehrenverbrechen hat der anerkannte Sozialwissenschaftler Hartmut Krauss geschrieben (der übrigens auch von einer hohen Dunkelziffer ausgeht):

"Da - wie aus kritisch-wissenschaftlicher Perspektive zu erwarten - 83% der in der Untersuchung erfassten zwangsverheiratenden Eltern der islamischen Religionsgemeinschaft angehören, war - ebenfalls erwartungsgemäß - die Erhebung des Merkmals „Religion“ im Beirat der Auftragsstudie „umstritten“ bzw. Gegenstand einer „kontroversen Diskussion“(2). A priori ausgeschlossen bzw. „wegzensiert“ wurde damit eine begründungsanalytische Betrachtung der Bestimmungsgröße „religiös-normatives Orientierungsprofil“ als kausaler Faktor für ZV. [...] „In der Forschung“, so behaupten die Autoren undifferenziert, übergeneralisierend, ohne nähere Angaben/Verweise und wenn, dann nur für die unkritisch-auftraggebernahe „Meinungswissenschaft“ zutreffend, „besteht Einigkeit darüber, dass sich Zwangsverheiratungen nicht auf bestimmte religiöse Traditionen zurückführen lassen, sie kommen in unterschiedlichen sozialen, ethnischen und kulturellen Kontexten überall auf der Welt - und auch in Europa - vor“ (S. 9). Vor dem Hintergrund der von den Autoren selbst ermittelten erdrückenden Dominanz islamischer Akteure von ZV kann man diese Aussage nur als ärgerliches und überdies völlig untaugliches Ablenkungsmanöver klassifizieren."
http://www.gam-online.de/text-Zwangsverheiratung%20zwischen.html

  • Antworten
Thomas06.12.2011 | 21:13 Uhr

Zwangsehen sind ein Verbrechen

an den Menschen denen man die Freiheit nimmt selber zu bestimmen wen sie heiraten oder ob sie ueberhaupt heiraten wollen.Es sollte ueberall angeprangert werden und die,die solche Sachen arrangieren muessten hart bestraft werden. Aber da ist schon der Haken. Wie will die deutsche Regierung es unterbinden dass Menschen gegen ihren Willen verheiratet werden? So lange wir immer wieder behaupten dass Sachen wie Zwangsheiraten,Ehrenmorde nichts mit Islam zu tun haben , so lange Religionsfreiheit gleichzeitig als Freibrief benutzt wird werden wir es nicht unterbinden koennen.
Schliesslich werden nicht alle Heiraten gegen den Willen von mindestens einem Beteiligten in D ausgefuehrt.Oft werden junge Maedchen unter Vorwaenden in die Heimat ihrer Eltern gelockt und dort mit einem Mann den sie garnicht kennen oder nicht als Ehemann haben wollen verheiratet.Nicht zu vergessen dass es ja nicht nur die jungen maedchen betrifft.Zwangsehen,Ehrenmorde,Schaechten sind Sachen die in D verboten sind,also muessen sie wie Verbrechen gehandelt werden und nicht als kulturelle Eigentuemlichkeit die wir akzeptieren muessen.
Migranten aus anderen Kulturkreisen muessen darauf angesprochen werden und nicht nur zaghaft. Es muss klipp und klar erklaert werden was nicht akzeptabel ist und wenn es dann doch geschieht muss hart zu gegriffen werden. Leider ist unsere Justiz genau wie unsere Politik viel zu aengstlich sich damit auseinander zu setzen wie es noetig ist aus Angst gewissen Leuten nicht nur auf die Fuesse zu treten.Aber alle die in Deutschland leben wollen muessen sich an die Regeln und Gesetze halten und wer nicht gewillt ist das zu tun hat die Freiheit auszuwandern.Niemand in Deutschland will zurueck ins Mittelalter wo Menschen wie Eigentum behandelt wurden und niemand das Recht hatte sich sein Leben so auszurichten wie er/sie es moechte.

  • Antworten
Karin S.Bryant07.12.2011 | 15:12 Uhr

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