Jump to Navigation
Startseite

Magazin im Mai: Nichts klappt, alle lieben sie: Das Geheimnis der verschlunzten Hauptstadt

Babel Berlin
  • Magazin
  • Mediathek
  • Literaturen
  • Service
  • Newsletter
  • Shop
  • Abo
  • Berliner Republik
  • Weltbühne
  • Kapital
  • Stil
  • Salon
  • Bücher
  • Themen der Zeit
  • Kolumnen
  • Blogs
  • Ressorts
  • Dossiers
  • Karikaturen
  • Suche

Suchformular


Mein Cicero


Sie sind hier: Startseite > Magazin
 > Reich, reicher, Mongolei

Weltbühne

Bodenschätze im ÜberflussReich, reicher, Mongolei

Von Christiane Kühl4. August 2012
Mareike Günsche
Mongolei,Kohle,Wüstengold,Bagger,Südgobi,Bodenschätze
Wüstengold: Schon 50 Meter unter der Erdkrume stoßen die Bagger in der Südgobi auf Kohle
Schrift:

In der Wüste Gobi liegt das größte unerschlossene Kohlevorkommen der Welt. Neben Kupfer, Gold und Uran verfügt die Mongolei auch über reichlich Eisenerz, Wolfram, Silber und Seltene Erden. Das macht das Land zu einem Objekt der Begierde – besonders für seine rohstoffhungrigen Nachbarn Russland und China

Seite 1 von 4

Renchin Natsagdash blickt in ein schwarzes Loch. Staub steigt daraus empor, riesige Kipplaster schrauben sich auf breiten Rampen hinein und wieder heraus. Nur 15 Minuten brauchen sie für die Runde zwischen dem Loch und den zwei daneben angehäuften Halden, sagt Natsagdash. Auf der einen schütten die Kipper das überflüssig gewordene Erdreich aus. Auf der anderen stapeln sie den wertvollen Rohstoff: Kohle, die hier in der südmongolischen Wüstenregion Tawan Tolgoi schon ab 50 Meter Tiefe nutzbar ist. „Traditionelle Bergbauarbeiter brauchen wir hier nicht“, sagt Natsagdash. „Nur Fahrer.“ Solche, die auch Ungetüme mit einem Reifendurchmesser von 3,50 Metern steuern können.

Natsagdash ist der Manager der Grube, ein erfahrener Bergbauingenieur, seit 30 Jahren im Geschäft mit dem schwarzen Gold. Aber das hier ist auch für ihn etwas Neues. Etwas Großes. Unter Tawan Tolgoi liegt das größte unerschlossene Kokskohlevorkommen der Welt. Natsagdashs Firma, der mongolische Staatskonzern Erdenes Tawan Tolgoi, hält Lizenzen für 95 Prozent der hier lagernden Kohle – und beginnt gerade erst, diese Vorräte auszubeuten. „Allein an diesem Loch können wir 50 Jahre graben“, sagt Natsagdash. 72 Meter ist es jetzt tief, 300 Meter tief soll es einmal werden und deutlich breiter. Und dann zeigt der Ingenieur auf die steinige Ebene hinter einem dünnen Zaun. „Auch dort liegt überall Kohle. Das werden wir schrittweise alles aufgraben, auf einer Fläche von 20 mal 30 Kilometern.“ Die gesamte Kohle gehe über die 250 Kilometer entfernte Grenze nach China. Um den Rohstoffhunger des südlichen Nachbarn zu stillen, werden Minenlaster und Bagger hier in den nächsten Jahren riesige Löcher in den Wüstenboden der Gobi reißen.

Bildergalerie: Mongolei – Bodenschätze im Überfluss

Tawan Tolgoi und die benachbarte Kupfermine Oyu Tolgoi haben die Mongolei zu einer Nation von geostrategischer Bedeutung werden lassen. Ein Land, das zwar riesig, aber fast menschenleer ist. Weniger als drei Millionen Menschen leben dort, davon rund 700 000 als Nomaden. Oyu Tolgoi im Südosten der Mongolei gehört zu den fünf größten Kupfervorkommen der Welt. Dort finden erste Erdarbeiten statt, ab 2013 soll Kupfer abgebaut werden. Und bald auch Gold.

Seit der Entdeckung dieser Riesenvorkommen wird die Mongolei zu den sieben rohstoffreichsten Ländern der Welt gezählt. Neben Kohle, Kupfer und Gold liegen auch Uran, Eisenerz, Molybdän, Wolfram, Silber, Türkis und Seltene Erden unter der Wüste Gobi. Auf diese Bodenschätze werfen ausländische Regierungen und Unternehmen begehrliche Blicke. Im Oktober 2011 reiste Bundeskanzlerin Angela Merkel eigens nach Ulan Bator und unterschrieb dort eine Rohstoffpartnerschaft mit der Mongolei, die bereits deutschen Unternehmen nützt: BBM Operta bekam gemeinsam mit dem australischen Konzern Macmahon von Erdenes Tawan Tolgoi den Zuschlag für die Erdarbeiten. Siemens wird Gasturbinen für ein späteres Kraftwerk an der Mine liefern.

Durch den Rohstoffboom stehen der Mongolei enorme Umwälzungen bevor. Getrieben vom hohen Tempo des Minenbaus muss die Regierung schnell definieren, was für ein Land die Mongolei sein soll – welche Rechte sie etwa Investoren, Arbeitern oder dem Naturschutz einräumen will. Die nötige Gesetzgebung hinkt den Entwicklungen im Rohstoffsektor hinterher.

Für das Land spricht, dass es eine der wenigen Demokratien Zentralasiens ist. Doch die ist nicht perfekt: Zwei Parteien beharken einander bis aufs Blut – die Demokraten von Präsident Tsakhia Elbegdorj und die postkommunistische Volkspartei seines Vorgängers Nambaryn Enkhbayar. Letzterer steht zurzeit unter Korruptionsverdacht. Und er ist nicht der Einzige: Auf dem Korruptionsindex der Organisation Transparency International belegt die Mongolei unter 182 Staaten den wenig ruhmreichen Rang 120; bei Wahlen ist häufig von Betrug die Rede.

Daher ist noch völlig unklar, wie gut das Land die aus dem Rohstoffboom entstehenden Herausforderungen in den Griff bekommen wird. Ob es etwa das Gespenst einer Rohstoffökonomie besiegen kann, da diese Form der Wirtschaft einseitig von Ressourcen abhängt und zu wenig in andere Branchen investiert. Zudem treibt das aus den Rohstoffexporten ins Land fließende Kapital leicht Inflation und Wechselkurs nach oben. Profitiert die Bevölkerung nicht vom Rohstoffboom, drohen Konflikte zwischen Arm und Reich – in einem Land, in dem nach Angaben der Weltbank noch ein Drittel der Menschen unter der Armutsgrenze leben. Und die Regierung muss die richtige Balance zwischen Bergbau und Naturschutz finden.

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • nächste Seite »
Twitter
drucken
merken
in mein Dossier
versenden

zum Ressort
Zu diesem Artikel gibt es
1 Kommentar

Weiterführende Links

Diese Artikel könnten
Sie auch interessieren:

Kurz und Bündig
Galsan Tschinag: Die Rückkehr. Roman meines Lebens
von
Ulrich Baron
17.06.2009
Das Journal
Jenseits der Finsternis
von
Andreas Eckert
10.06.2009

Diesen Artikel finden Sie auch in der Ausgabe 
Juli 2012
 des Magazins Cicero – Hier bestellen
Twitter
zum Ressort

Weiterführende Links

Diese Artikeln könnten Sie auch interessieren:

Kurz und Bündig
Galsan Tschinag: Die Rückkehr. Roman meines Lebens
von
Ulrich Baron
17.06.2009
Das Journal
Jenseits der Finsternis
von
Andreas Eckert
10.06.2009

 
Zu Dossier hinzufügen:
  • Europa
  • Kommentare
  • Detuschland
  • Jochen Thies, Was Hitler wirklich wollte
  • Goetz
  • Goetz
  • afrika
  • afrika
  • Syrien
  • Euro krise
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • familienpolitik
  • filosofia
  • Offenen Demokratie
  • LINKE
  • Vorbereitung_Wahlen
  • Cicero
  • Politik
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Grüne
  • Wahlen in D
  • Atomenergie
  • Terror
  • Lesenswert
  • Serina
  • _Wj
  • Papstreise 2011 Deutschland
  • Kapitalismus
  • Kapitalismus
  • Piraten
  • Grüne
  • Grüne
  • Grüne
  • Leben
  • haha
  • Migration
  • Generation 2.0
  • Kunst
  • Kunst aA
  • Kunst
  • EURO
  • Russland
  • Steuerpolitik
  • Internet-Kultur
  • Wulf
  • Wulf
  • Parteien
  • Parteien
  • Parteien
  • Finanzkrise und Staatsschulden
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • Gesellschaftspolitik
  • kindle
  • kindle
  • Rechtsradikalismus
  • USA
  • Religion und Tradition
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Architektur & Bauen
  • Parteien
  • Kirche
  • Grass
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Linke
  • Netz
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • Politik, Gesellschaft ...
  • politik
  • Tourismus
  • Moral
  • Urheberrecht
  • favs
  • Digitalisierung
  • A Nachlesen
  • A Nachlesen
  • internet
  • Film
  • Literatur
  • Literatur
  • NH
  • Polemik
  • Praktische Philosophie
  • diethart
  • Steinbrück
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Bildung & Schule
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • Mark Twain
  • MILANKO
  • Entwicklungspolitik
  • Gunter Hofmann
  • dudelfunk
  • pit
  • Material-SK
  • Steuern
  • Antisemitismus
  • Intellektuelle
  • Türkei
  • Jan von Alen
  • Autoren
  • Autoren
  • Autoren
  • Doppelte Staatsbürgerschaft
  • Test
  • Hyperkorrekte
  • Stasi
  • Fernsehen Qualität
  • Kretschmer
  • Kretschmann
  • Politik
  • Pressegleichschaltung
  • NSU
Neues Dossier anlegen:

Wir brauchen mehr Umwelt bewußte Wirtschaftspolitik

Diese Artikel war sehr interessant und gut geschrieben.Vielleicht können Sie über diese Theme noch weitere folgen schreiben das war wirklich interessante.Reich,reicher,Mongolei...das werd arm,armer Mongolei.

  • Antworten
ganchimeg.winter25.09.2012 | 13:49 Uhr

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Bildergalerie

20 Gründe, auf den Mars umzuziehen

zur Bildergalerie
Anzeige

Petra Sorge

Die Medienkolumne am Donnerstag

Erosion der investigativen Recherche?

Merkel und Dagmar Wöhrl (r.) im Bundestag. Politiker kritisch zu beobachten, ist Aufgabe der freien Presse

Wer Ziel einer kritischen Berichterstattung ist, versucht sich natürlich auf allen Kanälen zu wehren. Die Betroffenen haben mit dem Internet sogar eine echte Waffe in der Hand: Sie können die Fragen von Journalisten inklusive eigener Antworten einfach früher veröffentlichen – Pech für langsame Printmedien


DAS NEUESTE AUS DEN BLOGS VON CICERO ONLINE

Bild des Benutzers Eric Bonse - Lost in EUrope
Hollandes Offensive kommt zu spät

Frankreichs Staatschef Hollande will eine Wirtschaftsregierung für die Eurozone. Auf einer…

zum Blogeintrag

Frage des Tages

Klone der Schöpfung
In Kooperation mit dem Tagesspiegel
zur Frage

Thema der Woche

150 Jahre SPD: Vom Fürstenfeind zur Kaviarlinken
zum Dossier
Sollte die Bundeswehr Drohnen kaufen?
Das Cicero-Meinungsbild

Das Verteidigungsministerium will unbemannte Flugkörper kaufen. Ist das ethisch zu vertreten?

Umfrage
Die Türkei muss in die EU, fordert Gerhard Schröder im Cicero. Hat er Recht?
Ja, ein Beitritt ist dringend nötig, um die Region zu stabilisieren
16%
Nein, die EU wäre heillos überfordert
84%
Gesamtstimmen: 649
zur Umfrage
Medizin, Gesundheitssystem, krank
Dossier

Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

zum Dossier

Dossier

Nordkorea zündelt

zum Dossier

Mittelstand,Mittelschickt,Bürgertum,Internetstore AG
Dossier

Mythos Mittelstand

zum Dossier

Anzeige
Anzeige

Video

„Deutschland wird nicht mehr zu den G8 gehören“

Video
alle Videos
Anzeige

Jetzt den Newsletter von Cicero Online abonnieren

Liebe Leserinnen und Leser. Gerne informieren wir Sie regelmäßig über das aktuelle Angebot von Cicero Online. Bitte tragen Sie ihre E-Mail-Adresse ein und wir schicken ihnen montags bis freitags unseren täglichen Newsletter.

E-Mail*
Anrede
Vorname
Nachname

Anzeige

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • AGB
  • Stellenangebote

Weitere Angebote des Ringier Verlags: Monopol – Magazin für Kunst und Leben | Geschenkidee.de – Der Shop für ausgefallene Geschenkideen
© Cicero 2013
 
RESSORTS
Startseite
Berliner Republik
Weltbühne
Kapital
Stil
Salon
Bücher
Karikaturen
Bildergalerien
Videos
Blogs
Dossiers
Newsletter
 
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Redaktion
© Cicero Online 2013zum Seitenanfang