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 > Der weiße Mann mag Obama nicht

Weltbühne

GeschlechterrollenDer weiße Mann mag Obama nicht

Von Malte Lehming27. September 2012
picture alliance
Obama,Tea Party,weiße Mittelschicht,US-Wahl
Gerade die weiße Mittelschicht hat Obama gegen sich
Schrift:

Mitt Romney kämpft mit Akzeptanzproblemem, eine Wählerklientel aber ist ihm sicher: Die weiße Mittelschicht. Im Wahlkampf 2008 wurde sie bereits verkörpert durch den Klempner Joe, der Obama Steuererhöhungen vorwarf. Die Spaltung verstärkt sich

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Noch 40 Tage – und am 6. November wählen die USA ihren Präsidenten: Cicero-Online-Korrespondent Malte Lehming berichtet zu diesem Anlass in einem Countdown über besondere Ereignisse und Kuriositäten während des Wahlkampfs.

 

Schwarze wählen Barack Obama. Latinos wählen Barack Obama. Juden wählen Barack Obama. Frauen wählen Barack Obama. In all diesen Gruppen hat der Herausforderer der Republikaner, Mitt Romney, ein Akzeptanzproblem. Darüber wird viel gesprochen und geschrieben in Amerika.

Doch auch Obama hat ein Akzeptanzproblem. Weiße Männer stimmen mehrheitlich für Romney. Weiße Männer - das sind die, die den Staat gegründet, aufgebaut, regiert und durch ihr hohes Steueraufkommen am Leben erhalten haben. Keine kleine Gruppe also, und keine unwichtige. Doch über Obamas Akzeptanzproblem spricht kaum einer. Denn weiße Männer sind böse.

Sie haben die Indianer ausgerottet, die Schwarzen versklavt, die Frauen unterdrückt, die Religion moralisiert, die Sexualität tabuisiert. Sie halten vernarrt an der Todesstrafe und dem Recht auf Waffenbesitz fest, sind zornig, offen oder latent rassistisch, intolerant und für alle Übel – von Guantanamo bis Abu Ghraib – verantwortlich. Sich von weißen Männern wählen zu lassen, entehrt. Sich nicht von ihnen wählen zu lassen, adelt. So jedenfalls lautet das Narrativ. Und deshalb hat nicht Obama ein Akzeptanzproblem bei weißen Männern, sondern Romney, weil er von zu vielen von ihnen gewählt wird.

Der Kampf gegen die Reputation des weißen Mannes ist alt. Er reicht von der Bürgerrechtsbewegung über die Frauenemanzipation bis zum kulturellen Liberalismus der 68er-Generation. Michael Moore nannte seinen Bestseller „Stupid White Men“. Diesen Begriff übernahm er bewusst von der indianischen Urbevölkerung, die damit die kulturelle Ignoranz der Siedler und Missionare angeprangert hatte.

Seite 2: Der weiße Mittelständler ist Republikaner

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Das hat aber lange gedauert, bis es endlich jemand "merkt". Natürlich hat Obama die Polarisierung der Gesellschaft beschleunigt. Und zwar nicht primär in Oben und Unten, sondern in Schwarz und Weiß. Stellt man in Frankreich einen Araber zur Wahl oder in Deutschland einen Türken, dann hat man den gleichen Effekt. So schnell kann man den "Schmelztiegel der Rassen" oder die "gelungene Integration" ganz praktisch als das beliebte Mythen der Gutmenschen entlarven.

  • Antworten
Otto Meyer27.09.2012 | 16:19 Uhr

Letzter Ausweg für Romney?

Interessanter Artikel. Wie gedenkt Romney aber die Stimmen der unabhängigen und Wechselwähler zu bekommen? Momentan scheint er ja wieder mit außenpolitischen Themen punkten zu wollen. Mehr Informationen dazu u.a. beim Blog der Konrad Adenauer Stiftung aus Washington:
http://uspolitik.info/usmedien/2012/9/26/st-romney-der-drachentoter.html

  • Antworten
Roman27.09.2012 | 17:28 Uhr

Seit Obama die Heirat von Schwulen und Lesben unterstützt

Wird in vielen " schwarzen" Kirchen gegen die Wiederwahl Obamas verteufelt,ein ständiges Thema in USA.

  • Antworten
Lill-Karin Bryant27.09.2012 | 19:52 Uhr

Was soll man dazu noch sagen...?

Das Einfachste ist wahrscheinlich damit zu beginnen, dass es auch noch durchaus intelligente, aufgeklärte, anpassungsfähige weiße Männer gibt. "Sogar" in den Staaten. Dass das Niveau der republikanischen Kandidaten einer großen demokratischen Partei schlicht unwürdig ist, ist auch schon jemandem wie Barbara Bush (republikanisch! weiß!!) aufgefallen. Und das Niveau dieses Artikels ist leider auch nicht viel besser.
Erstens sind Schwarze in den Staaten keine Einwanderer; die haben das Land nämlich von Anfang an mitaufgebaut - wenn auch nicht ganz freiwillig. Das hier im Artikel ist einfach Geschichtsverfälschung. Außerdem polarisiert Obama nicht (nur) als Person, sondern, von vornherein, aufgrund seiner Hautfarbe. Das nennt bei uns Rassismus, den Romney auch noch sozial umpolt ("Der 'arme' Weiße, der jeden Dollar hart erarbeitet, soll jetzt auch - Schuld daran ist der schwarze Obama - noch für die faulen Schwarzen zahlen, die sich Dank Sozialleistungen das tolle Leben machen"). Den Rassismus kann man hier nicht einfach den Opfern in die Schuhe schieben. Das ist einfach nur noch blanker Zynismus.
Das Ganze wird dann auf ganz abstruse Art mit einer Form von Sexismus verflochten. Und da müssen dann auch noch die Indianer herhalten. Dabei dürfen sich bei dem "White Man" der Indianer die Frauen sicher dazuzählen.
Kurz, dafür, dass die Staaten eine grundlegend rassistisch (und in jedem Fall ethnisch), kommunitaristisch ausgelegte Gesellschaft sind, kann Obama jedenfalls gar nichts (und die Schwarzenauch nicht). Dafür, dass die weiße Mittelstandsgesellschaft immer mehr Mühe hat, hier ihren Platz zu finden, auch nicht. Die Gründe für diese Art Identitätskrise sind sicher nicht politisch bedingt, sondern dürften eher im sozialen Bereich liegen. Das heißt, sie sind die Folge einer jahrzehntenlangen Entwicklung, die mit Ausnahme Clintons, außschließlich von weißen Republikanern (und dann auch noch alle Männer)gemacht wurde, und dazu geführt hat, das gerade diese Schicht immer mehr abgehängt wurde.
(Red. gekürzt)

  • Antworten
athe28.09.2012 | 09:16 Uhr

Es ist nicht moeglich Clinton aus der Debatte raus zu halten

denn etliches muss er auch auf seine Kappe nehmen. Keine Regierung vor Obama ist unschuldig an der Situation in der sich viele US BUerger heute befinden.

  • Antworten
Lill-Karin Bryant30.09.2012 | 15:38 Uhr

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