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Salon

Richard David Precht:Wir brauchen eine Bildungsrevolution!

Von Richard David Precht24. September 2012
picture alliance
Die Bücher des Philosophen führen die Bestseller-Liste an
Schrift:

Kinder werden in Deutschland immer noch nach den gleichen Methoden unterrichtet wie vor 50 Jahren. Unsere Schulen zerstören die angeborene Neugier. Eine Revolution muss her, auf die Barrikaden!

Seite 1 von 2

Kinder, die heute eingeschult werden, gehen im Jahr 2070 in Rente. Welche Bildung werden sie für ihr Leben brauchen? Was müssen sie wissen, und was müssen sie können? Welche Herausforderungen werden sie in ihrem Zusammenleben meistern müssen und welche in ihrem Berufsleben?

So naheliegend es ist, sich diese Fragen zu stellen, und so wichtig es ist, sie zu beantworten, so wenig beschäftigen sich unsere Schulen, unsere Lehrer und unsere Bildungspolitiker damit. Kinder lernen heute nahezu das Gleiche in der Schule wie die Generation ihrer Eltern und Großeltern. Die alten Sprachen sind etwas unwichtiger geworden, die Fremdsprachen wichtiger, der Biologie-Unterricht enthält heute mehr und anderen Stoff – aber das sind auch schon die wichtigsten Unterschiede. Selbst die Schullektüre gleicht fast durchgehend der von vor 40 Jahren: Goethes „Werther“, Max Frischs „Homo faber“, Friedrich Dürrenmatts „Physiker“. Aber behandeln diese Bücher wirklich die Probleme, die Sorgen, die Ängste, Träume und Sehnsüchte unserer Kinder?

Die „Bildungshochstapler“, wie der Psychologe Thomas Städtler sie nennt, packen im Zweifelsfall immer mehr Stoff in die Lehrpläne, ohne dabei den alten Stoff auszumisten. Die Folge ist das, was der Bildungsexperte Reinhard Kahl als „Bulimie-Lernen“ bezeichnet: schnell füttern, schnell wieder in Klausuren von sich geben und danach schnell vergessen. Mehr als 100 000 Stunden geht ein deutsches Kind bis zum Abitur zur Schule – aber bis dahin hat es bereits den überwiegenden Teil des Gelernten vergessen. Noch verheerender sieht die Bilanz einige Jahre später aus. Welcher Erwachsene kann heute noch den Stoff, den er mit 13 gelernt hat? Wovon handelt das ohmsche Gesetz? Was ist der Inhalt der „Goldenen Bulle“? Wer kann als Erwachsener noch den „Höhensatz“ in der Geometrie anwenden?

In der Oktoberausgabe berichtet Cicero, warum Steinbrück Angela Merkel herausfordern soll und welche Chancen er hat. Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke zeichnet in seiner Titelgeschichte nach, wie die K-Frage für Peer Steinbrück selbst von einer ungeheuerlichen Idee zur Tatsache wurde und welches Kalkül des Parteichefs Sigmar Gabriel hinter der Entscheidung steckt. Das Magazin ist im Online Shop oder am Kiosk erhältlich.

Gewiss, all dies ist wichtiger Bildungsstoff. Doch so wie er an unseren Schulen gelehrt und gelernt wird, bleibt im Regelfall kaum etwas davon hängen. Denn, wie bereits Konfuzius wusste: „Das, was man erklärt bekommt, vergisst man. Das, was einem vorgemacht wurde, daran erinnert man sich. Nur das aber, was man selber gemacht hat, kann man.“ Selber machen, das heißt bezogen auf den Schulstoff, mit Neugier und Begeisterung ausführen, nicht aber aus Pflicht repetieren.

Welchen Sinn macht es, 100 000 Stunden zu lernen, wenn so wenig davon in Erinnerung bleibt? Welche ungeheure Verschwendung von Zeit und Energie liegt hier vor? Wie viel angeborene Neugier wird dabei von der Schule zerstört? Wären unsere Schulen Unternehmen, sie wären längst pleite. Sie sind viel zu ineffizient. Wären unsere Schulen Staaten, wären sie längst implodiert. Gescheitert am Widerstand ihrer Bürger.

Die Anforderungen der zukünftigen Lebens- und Arbeitswelt verlangen nach kreativen Problemlösern und nicht nach Köpfen, die wie Aktenordner mit totem Wissen angefüllt sind. Doch statt Kinder als individuelle Rennpferde zu behandeln, schulen wir sie zu geduldigen Postpferden, wie der Mathematiker und Managementberater Gunter Dueck anmahnt. Unsere Schulen bereiten nicht nur schlecht auf das Leben vor, sie zerstören sogar gezielt jene Potenziale an Neugier, Begeisterungsfähigkeit und Kreativität, die später für ein erfülltes Leben gebraucht werden.

Seite 2: „Leben ist mehr als die Vorbereitung auf ein Examen“

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Bildungsrevolution für Precht!!

Vor der Bildungsrevolution für andere wäre erst einmal fundiertes Wissen und praktische Erfahrung über die real existierende Schule dem Philosophen zu empfehlen. Z.b. mal eine Woche in eine Grundschule, um zu besichtigen, was sich seit der Schulzeit des Philosophen an Revolution schon getan hat. Herr Precht würde Bauklötze staunen!!

Im übrigen zu empfehlen: Schnüpbach: Nachdenken über das Lehren!!

  • Antworten
friedrich schreyer24.09.2012 | 14:16 Uhr

Bildungsrevolution -besser

Bildungsrevolution -besser eine gesamtheitliche gesellschaftliche Änderung! Lieber Herr Friedrich Schreyer - nicht zu eng sehen bitte!

Wir brauchen ganz einfach glückliche Kinder und die brauchen …… na klar, gückliche Eltern und glückliche Lehrer – glückliche Menschen – eine glückliche Gesellschaft - oder?

Und wie geht das? Ganz einfach – Schluss mit jeder Art von Selbstbetrug, Manipulation und dem Aufbau von
krankhaften „Schein“- Illusionen, Lügen und Fallgruben!
Für dieses Glück müssen alle ran – Zivilcourage und kollektive Weisheit sind jetzt wichtig - weg mit den Parteiausweisen …??!! Selber denken!

Was tun – rein praktisch?
Jede 2. Pause öffentliche gemeinsame Schulgymnastik.
Jeden 2. Tag gemeinsames Arbeiten im Schulgarten.
Die Schulküchen gehören wieder zurück in die Schule – gekocht wird zum Teil aus dem eigenen Schulgarten. ( Ja, von bürokratische Hygenievorschriften habe ich schon gehört ! - Kinder, die im „Dreck“ spielen dürfen habe oft ein besseres Immunsystem….!?? Das Kind ist – was es isst! Eine Binsenweisheit uralt aber wichtig! )

Warum dieser Blödsinn meiner Schreiberei?
- Wir können alle nicht mehr normal denken – oder?

Ganz einfach, das aktuelle Geldsystem – ist ein Betrugsystem, ein Schneeballsystem mit der Qualität eines perfekten Verbrechens ….. , na gut , nicht gleich alles auf einmal – aber hier liegt der Hauptfehler in der gegenwärtigen Gesellschaft mit riesigen Auswirkungen auf unsere Schüler!

Fakt ist, das dieses unmoralische Geld- System eine hohe Produktivität und Effektivität geschaffen hat, immer weniger „Arbeiter und Dienstleister“ werden benötigt…, wir haben keine Arbeit mehr.
Toll , da hätten wir ja eigentlich mehr Freizeit? Ja richtig, nur stranguliert dieses Geld-System durch finanztechnische Tricks die Masse der Menschen (und auch Staaten) und legt sie in Ketten.
Angst lähmt alles – klares Denken wird gestört.
Krankes Geld = kranke Gesellschaft, wir sind alle krank, wir haben einen geldsystemischen Krebs ---- oder?
Das aktuelle Geldsystem gehört abgeschafft. Geld regiert die Welt und wer regiert das Geld?
Den großen überheblichen Jungs von der Hochfinanz sollte jetzt massenhaft auf die Finger geklopft werden, denn dort sind die Spielverderber des Glücks zu finden. Siehe auch weiter : „Lust auf neues Geld“, „Plan B – Wissensmanufaktur“ und „Machtgeldsinn“ (google)
Lernen das unsere Kinder das in der Schule? Hat Precht ...?

Werden den Kindern die vielen Fallen gezeigt, die diese Geld gieriges Kapitalsystem in sich hat? - Und wie viele „ Mietmäuler“ falsch Zeugnis reden?

Die Kinder beschädigen zum Teil aus Unwissenheit täglich ihre kindliche Körper durch falsche Ernährung und Stress …Wasser aus Plasteflasche – zuviel Milchprodukte, Zucker usw. – die können sich zum Teil gar nicht mehr richtig in der Schule konzentrieren wegen der Ernährung- und Bewegungsfehler …... –oder?
Lernen die das in der Schule?

Können die Kinder sich vorstellen kaum noch arbeiten zu müssen, weil sie nicht mehr gebraucht werden? Könnten diese Kinder nicht lernen gesunde Nahrungsmittel für sich wieder selbst herzustellen? Unabhängig von anderen werden und dadurch die Hilflosigkeit verlieren und hätten dadurch etwas sinnvolles zu tun? Auch wenn das Beispiel Mängel hat, da ist was dran – oder?

Aktuell beschädigen wir unsere Kinder durch Gift - „Männer sterben aus“ – siehe arte tv.
Die Zeugungsfähigkeit der Jugend geht stark zurück. Was tun wir – wir schauen fast alle weg – oder?

Wird das in der Schule besprochen?

Unsere Gesellschaft ist überinformiert und verblödet gleichzeitig – da stimmt doch was nicht?
Die Masse wird demnächst enteignet – das ist systembedingt – dann kommt Angst bei den Eltern auf….
Diese Angst wird dann vor der Klotze verdrängt…... was bleibt an Zeit für die Kinder?
Es geht nicht nur um die Schule – wir sollten generell Gesellschaft neu denken. Ich schaue mir gern u.a.
www. wissensmanufaktur.net an.
Also Spaß beiseite – das aktuelle Gesellschaftssystem steht vor den Verfall und jetzt kommt es darauf, das wir alle den richtigen Weg finden. Frau Dr. Merkel allein kann das auch nicht lösen und die Freien Wähler auch nicht, selbst wenn sie den nächsten Vizekanzler stellen sollten!
Und irgendwo schreibt so ein Piratenfrischling in einem der nachfolgenden Kommentare so ein unnatürliches politisches Textchen – wie gehabt – also die Piraten sind auch nichts für die Zukunft – oder?
Die Lösung heißt; zurück zu einfachen natürlichen gesunden Lebensbedingungen und der Rest kommt instinktiv von selbst!

Der Philosoph R. David Precht hat Recht das Schulsystem - Teil der Gesellschaft als altbacken zu bezeichnen, denn den Kindern wird nicht beigebracht, was sie alles sinnvolles tun können, wenn sie nicht mehr als Arbeiter oder Dienstleister gebraucht werden und viel Freizeit haben könnten. Denn um 80% der Bevölkerung zu ernähren oder zu bedienstleisten, reichen bei der gegenwärtigen hohen Produktivität 20% der arbeitsfähigen Menschen völlig aus – oder?
Wir alle sollten Schule und Gesellschaft vollständig neu denken lernen – wir können das.
Politiker, Wirtschaftswissenschaftler und Juristen u.ä. Berufe sollten vorab sofort eine gärtnerische Ausbildung erhalten, zur Wiederherstellung ihre Unabhängigkeit, einer etwas anderen Vernunft und Bodenständigkeit !
Lernen das die Schüler?

Ich grüße alle Lehrer und Friedrich Schreyer!

  • Antworten
Uwe E. Mertens25.09.2012 | 01:58 Uhr

wie viel sich schon getan hat

So viel kann sich noch nicht getan haben. Wenn ich mich in einschlägigen Foren umschaue, kommen die Fragen zum Thema Lernen im Minutentakt. Und zwar solcher Art, dass die Kinder mit dem System nicht klar kommen, die Lehrer sie nieder machen, sie nur noch mit der Schule beschäftigt sind, was sie dagegen tun können, dass sie schlecht in der Schule sind, wie sie schneller lernen können usw.

So lange die Schule ein Ort ist, zu dessen Besuch ich gesetzlich gezwungen werde, ist nichts in Ordnung.

Für mich ist die Schule erst dann akzeptabel, wenn sie ein Ort ist, der Angebote macht und jedes Kind sich frei entscheiden kann, ob und welche Angebote es nutzen will.

  • Antworten
Matti02.10.2012 | 12:55 Uhr

Wir brauchen eine Bildungsrevolution

... vielleicht reicht noch nicht einmal mehr das oder es ist viel zu viel, weil auf Revolutionen in Deutschland zu warten, kann zu lange dauern. Nein, alles was Sie, Herr Precht, bemängeln, wird schon lange bemängelt oder offiziell als Schulkritik vorgetragen oder geschrieben. Eigentlich ist alles hoffnungslos, wenn man "vom Fach ist". Vielleicht hilft es, wenn jede oder jeder, die oder der es genauso sieht, an seinem Platz oder in seiner Reichweite so viel verändert oder nicht toleriert wie sie oder er kann. Vielleicht hat sich nach einiger Zeit doch mehr geändert als wenn wir auf die Revolution gewartet hätten. Ich fange damit an, bzw. mache damit weiter. Sie können mich immer darauf ansprechen ...

  • Antworten
Walter Thomann24.09.2012 | 14:17 Uhr

Die Frage ist nicht, ob etwas gemacht werden muss, sondern wie?

Sehr geehrter Herr Precht, zuerst einmal vielen Dank, dass Sie diesem Thema wieder etwas Medienpräsenz verschaffen und Aufmerksamkeit schenken. Ihr Artikel baut damit ja auch direkt auf Ihre erste Sendung auf. Wir - als Fanatiker des Augenblicks - haben es nach den eher lockeren Studenten- und Schülerprotesten durch Deutschland wieder in die Vergessenheit geraten lassen.

Zwar gibt es auch in Deutschland genügend Beschäftigungen mit diesem Thema, vor allem von Betroffenen, dennoch bleibt bei den Protesten unter Schülern, unter Studenten, aus den Reihen jener bildungsaffiler Menschen, welche sich mit Bildung und ihrer Umsetzung beschäftigen, eine Frage auf der Stecke. Das berühmte "Wie?"

Und so sehr ich Ihren philosophischen Ansatz, diese Problematik zunächst einmal zu hinterfragen, schätze, bleiben Sie in der Antwort auch dem philosophischen Wesen verhaftet und geben eine solche Antwort nicht oder zumindest so vage, dass sie kaum als Antwort aufgefasst werden kann. Das muss nicht Ihre Aufgabe sein, aber dennoch stellt sich die Frage überall. Ich habe in der jüngeren Vergangenheit mehrfach den Kontakt zu Lehrenden, Lernenden und darüber Denkenden, wie auch an solchen Protesten Partizipierenden gesucht und muss leider sehr enttäuscht feststellen, dass die Gedanken zu Bildungsreformen oder Bildungsrevolutionen sehr oberflächlich sind und sich in das allgemeine Gesellschaftsbild einfügen, was heißt: Wir beschweren uns mit Vorliebe, auch öffentlich (ob Internet oder Demonstration), doch eher in der Art eines unzufriedenen Kindes. Wir schlagen lautstark mit unseren Fäusten auf den Boden und quäken: «Mami, Mami, mach, dass alles besser wird!» Mit Mami sind im Falle der Bildung sehr häufig die Länder und der Bund gemeint, und damit verbunden ist unsere Hoffnung, dass unsere Bildungsdefizite von oben herab gelindert werden könnten, weil sie nur systemischer Art sein. Ich schätze jedoch, dass es kein systemisches Problem allein ist, sondern dieses nur ein Symptom. Zumindest verdeutlichen mir die vielen, wenig fruchtbar erscheinenden Bildungsreformen dies. Bildung benötigt, wenn sie individuell ausgerichtet sein soll, nunmal nicht nur das Bildungssystem, sondern in allen Schnittstellen das Individuum (Vom Bildungsminister bis zum Vorschüler).

Ihr Aufruf zu einer Bildungsrevolution ist also sicher sehr spannend, doch ohne zentrale Punkte, welche sich nicht in vielfältig auslegbaren und somit schwammigen Thesen äußern, wird auch Ihr Gedankenanstoß nur ein schnell verhallender bleiben und in den Tiefen des Ciceroarchivs verschwinden. Vielleicht können Sie (oder vielleicht haben Sie dies sogar schon) Ihren durchaus hehren Forderungen nach Wandel gerade in den Medien nicht nur mehr Präsenz, sondern auch mehr Substanz verleihen, da Ihnen als bildungsaffinen Menschen der Umgang mit den Denkenden in diesem Prozess leichter fällt und Sie auch schneller mit diesen Denkenden (ob Schüler, Student, Lehrer, Gelehrter oder auch Politiker) in den Diskurs kommen könnten.

Ein Richard David Precht nicht nur als Fernsehphilosoph und Beststellerautor, sondern auch als denkender und für die Bildung Verantwortung übernehmender Philosoph, das wäre eine Rolle, die ich Ihnen durchaus zutrauen würde. Voraussetzung dafür wäre freilich eine substantiellere Auseinandersetzung und vielleicht sogar eine streitbarere Auseinandersetzung mit dem Thema Bildung der Zukunft. Und wenn auch Sie keine Antwort finden können (es ist schließlich ein sehr komplexes Thema) oder mögen, würde ich mir zumindest noch streitbarere Fragen wünschen, ganz im Sinne des philosophischen Reflexion.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Evers

  • Antworten
Bernhard Evers24.09.2012 | 14:25 Uhr

Na ja, lieber Bernhard Evers,

Na ja, lieber Bernhard Evers,

David Precht macht zu viel mit dem Kopf - ob der schon mal richtig
geschwitzt hat?

Reine Kopfgeburten sind gefährlich - Herz und Bauch denken übringens auch - oder?

Viele Grüße ! Wichtig ist, das wir uns austauschen und denken,

sind Sie auch schon Mitglied in einer kleien basisdemokratische Gruppe?

Nein - dann gründen Sie einfach eine - ich schicke Ihnen Beispielthemen aus meiner Gruppe!

Fangen Sie gleich morgen damit an - wir alle müssen ran!

Viele liebe Grüße auch für Sie!

  • Antworten
Uwe E. Mertens25.09.2012 | 23:19 Uhr

Eiwei...

"Was sind seine wichtigsten Voraussetzungen? Fachwissensfülle? Didaktik? Nein, die wichtigsten Voraussetzungen eines Lehrers sind 1) dass er Kinder mag und 2) dass er ein Mensch ist, dem man gerne zuhört und der mit seiner eigenen Begeisterung andere begeistert. Alles andere ist demgegenüber sekundär."
Das ist eigentlich die perfekte Beschreibung eines Entertainers. Und darum geht es wohl auch: die Prägung auf einen glücklichen angepassten Arbeitnehmer soll früher und effizienter vollzogen werden.
Begeisternde Lehrer waren für mich die, die von ihrem Fach begeistert waren. Mögen musste der uns/mich nicht unbedingt.
Herrn Precht empfehle ich mal, Serres zu lesen, Die fünf Sinne z.B. . Serres Sprache - für die einen begeisternd, für die andern langatmig (nebenbei: haben Sie bei Ihrer Forderung mal an die unterschiedlichen Geschmackslagen gedacht?)- und seine Analysen bringen die Entwicklung m.E. auf den Punkt. Medienwirksame Initiativen wie die hier beschleunigen eine Entwicklung, wie er sie sieht.

  • Antworten
Leo24.09.2012 | 14:29 Uhr

100.000 Schulstunden?

Sosehr ich Ihnen zustimme in der Tatsache daß man das Schulsystem anders gestalten kann (Tip: iTunes U und Apple Distinguished Educators) sosehr frage ich mich doch zugleich, wie die mehrmals erwähnten 100.000 Schulstunden bis zum Abitur errechnet worden sind.
Meine schnelle Berechnung ergibt folgendes:
6 Stunden am Tag (wobei noch nicht mal die 45 min Unterrichtsstunde eingerechnet ist)
5 Tage in der Woche
40 Wochen im Jahr
12 Schuljahre
sind:
14.400 Zeitstunden.
Trotz der Unschärfe meiner Berechung liegt das ordentlich weit weg von den mehr als 100.000 die von Ihnen angegeben sind.
Oder anders gesagt, life long learning bringt uns bei dieser Formel auf über 100.000 Stunden, angenommen, daß wir mit dem Tag unserer Geburt beginnen und 84 Jahre alt werden und 5 Tage in der Woche in die Schule gehen ;-)

Mit freundlichen Grüssen

  • Antworten
Thore Norlander24.09.2012 | 14:49 Uhr

Precht

Meinem "Vorschreiber" Thore Norlander sei Dank!
Wie der Philosoph und Bildungsrevolutionär Precht auf "über 100 000 Stunden" kommt, die jeder deutsche Schüler bis zum Abitur absolvieren muss, bleibt wohl sein philosophisches (weniger mathematisches) Geheimnis!
Ich habe mit durchschnittlich 7 Std. Unterricht an 5 Tagen pro Woche und mit 13 Schuljahren zu je 42 Wochen gerechnet (was sicher noch zu hoch gegriffen ist) - und ich komme auf insgesamt 19 110 Stunden!
Bei 100 000 Stunden hätten die armen Schüler von der 1. Klasse an bis zum Abitut nach Precht 36,63 Std Unterricht pro Tag!
Mit einem einfachen Schreibfehler (evtl. eine Null zu viel!) ist dieser Unterschied wohl nicht zu erklären!
Ein Hoch dem großen Denker (und Vereinfacher) Precht!
Mit freundlichen Grüßen!

  • Antworten
Joachim Gasiecki24.09.2012 | 16:21 Uhr

Gedankliches....für Joachim

Gedankliches....für Joachim Gasiecki
Peer Steinbrück hatte schlechte mathenoten - jetzt will er kanzler werden. Finanzminister war er schon.

Gruß! Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens25.09.2012 | 22:58 Uhr

1+1=100 oder Die Schule des Lebens

Toller Artikel! Genau zu diesem Thema gibt es einen aktuellen Dokumentarfilm aus Österreich: 1+1=100 oder Die Schule des Lebens" (Trailer: www.dokit.at/film/einspluseins). Hier wird eine Wiener Mehrstufen-Grundschulklasse portraitiert und die Frage gestellt: Brauchen wir eine neue Bildung?

  • Antworten
dokit24.09.2012 | 15:23 Uhr

Bildungsrevolution - Krise des Denkens

Es ist schön einfach, die Ergebnisse der modernen Hirnforschung heranzuziehen, um eine Bildungsrevolution zu fordern. Allerdings sollte man vorher sicherstellen, dass auch tatsächlich Hirnforschung drin ist, wo Hirnforschung draufsteht, siehe Prof. Spitzer.
Wann waren Sie, Herr Precht, das letzte Mal in einer Schule? Und wann haben Sie das letzte Mal Kinder beim Lernen in außerschulischen Umgebungen erlebt, wenn sie sich interessengesteuert konzentrieren?
Beim Blick in die Praxis wird sehr schnell klar, dass sich nur das umsetzen lässt, was alle an Bildung Beteiligten auch wollen. Und dass die, die wirklich etwas wollen, nicht behindert werden. Z.B. über dem akademischen Mittelbau der deutschen Universitäten liegt nicht von ungefähr eine Glocke der Depression. In der Bildung schlägt sich unsere umsichgreifende Krise des Denkens, die Alles und Jedes unter das Primat neoneoliberaler Effizienzvorstellungen stellt, die letztlich in völlige Ineffizienz führen, besonders deutlich nieder.
Wie es funktionieren könnte, zeigt der Bildungsteil des Wahlprogramms der Piraten in NRW:
http://wiki.piratenpartei.de/NRW-Web:Wahlprogramm_Landtagswahl_NRW_2012#Bildung
nur ein Vorschlag ...

Mit besten Grüßen,
Nick Haflinger alias Joachim Paul,
Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion NRW

  • Antworten
Nick Haflinger24.09.2012 | 16:42 Uhr

Jetzt sind wir mal kreativ

bevor man mit Wissen kreativ werden kann, muß man sich zunächst die Grundfertigkeiten aneignen. Dem einen gelingt das spielerisch, die meisten müssen aber Mühe und Arbeit investieren, um so weit zu kommen. Früher wurden die zivilisatorischen Grundfertigkeiten auf dem Gymnasium erworben, heute kann man bereits nicht mehr sicher sein, dass Schüler mit Abitur nicht funktionale Analphabeten sind. Das ist die traurige Wahrheit. Wer Kindern/Eltern/Lehrern/Politikern einreden möchte, dass Bildung ohne Ehrgeiz, Anstrengung und nachdrückliche Ermunterung möglich ist, täuscht sich und andere. Oder genauer gesagt, möchte auf dem Mainstream surfend, auf billige Weise sein Einkommen und seine Sozialprestige erhöhen. Ein legitimes und löbliches Unterfangen, nur eben nicht zielführend. Anstrengungsloses Lernen gibt es nur für Hochbegabte in eienm entsprechenden sozialen Umfeld. Alle anderen müssen das was ihnen fehlt, durch Arbeit erwerben. Und Arbeiten um sich zu verbessern, muß man eben lernen. Die Lernmethode ist wichtig, aber sekundär. Immer kommt es darauf an, den Gedanken der Bildung in den Schülern selbst zu verankern. Viele neue Gedanken sind zu diesem Thema seit Humboldt und Pestalozzi nicht hinzugekommen.

Man muß schon ziemlich blind sein, die Probleme unseres Bildungssystems nicht im Niedergang unseres Erziehungsgedankens und in undifferenzierten staatlichen Erziehungsquoten zu sehen. Ein Anfang wäre gemacht, wenn unsere Lehrer endlich wieder sachlich gründlich ausgebildet würden, und man die Pädagogischen Hochschulen auf ihre praktische Ausbildungsfunktion reduziert würde. Die quasireligiösen Erlösungsphantasien einer emanzipatorischen Gesellschaftspolitik sollte man denen überlassen, die in ihrem Beruf damit keinen großen Schaden anrichten können.

  • Antworten
Otto Hildebrandt24.09.2012 | 17:13 Uhr

Philosophen-Fragen

Sollte eine Schule "effizient sein"? Ist das Schulische überhaupt in den Kategrorien des Ökonomischen zu beschreiben? Welches Weltverständnis liegen dem zugrunde?

Ist es Sinn des schulischen Lernens, später alle Informationen "zu erinnern" - hat dieses Lernen nicht weitere Ergebnisse?

Das wären Fragen die ich von einem Philosophen erwartet hätte, der über Schule nachdenkt, und auf die ich schon während der Sendung "Precht" umsonst gewartet habe. Statt dessen, wie auch hier, unreflektierte Behauptungen. Das ist sehr unbefriedigend.

  • Antworten
Jörg Friedrich24.09.2012 | 17:38 Uhr

schönes Portätfoto, schwacher Text

Sehr geehrter Herr Precht,

zu Ihrem Artikel möchte ich zunächst bemerken: schönes Portätfoto, schwacher Text.

Sie begreifen Bildung offensichtlich hauptsächlich als Schulunterricht.
Sie kritisieren Lehrer, ohne dabei den Verantwortungskomplex Elternhaus, Schule und Gesellschaft zu berücksichtigen.
Von einem Autor, den man gemeinhin als Philosophen bezeichnet, erwarte ich mir eine differenziertere Betrachtung des Problems. Hier ist deutlich klarer der Publizist am Werk gewesen.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Sie jede Schule in Deutschland sofort schließen möchten, alle Lehrer (bis auf die wenigen "guten" Exemplare) entlassen und alle Lehrpläne verbrennen sollte.
Auf diesen Ruinen könnte dann Ihre Revolution aufbauen. Das ist wohl kaum die Lösung.

Gibt es keine staatlichen oder freien Schulen, die Ihren Ansprüchen genügen oder haben Sie sich einfach nicht die Mühe gemacht, diese zu besuchen und uns davon zu berichten?

Ihre Schmährede auf das deutsche Bildungs-/Schulsystem ist undifferenziert und unkonstruktiv und daher schließlich auch überflüssig.

Wie wäre es mal mit einem Bericht aus der Praxis. Ich lade Sie gerne zur Hospitation an die Schule an, an der ich unterrichte.
Vielleicht hätten Sie ja auch Lust, im Philosophiekurs über Bildungsfragen zu diskutieren.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Hager

  • Antworten
Maik Hager24.09.2012 | 18:34 Uhr

Hier Uwe E. Mertens, lieber

Hier Uwe E. Mertens, lieber Maik Hager, ich würde auch gern kommen.
Unter der Bedingung, daß wir darüber gemeinsam berichten.

Aber Vorsicht - ich bein kein Mietmaul - bin unabhängig - und bin voller Herzblut - und gut informimiert!

Bis demnächst - Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens25.09.2012 | 22:54 Uhr

Eine Frage stellt sich doch:

Warum sollen die Kinder, die das Internet benutzen etwas anderes lernen als die Kinder, die es seinerzeit erfunden haben?

  • Antworten
Nachdenk Lich24.09.2012 | 19:28 Uhr

Die Ahnungslosigkeit des Philosophen

Um in einer Sache wirklich sehr gut zu sein, bedarf es wohl ca. 10.000 Stunden des vermeintlich gar so unsinnigen Übens (s. Anders Ericsson u. a.). Und sicher auch der Inspiration - aber eben auch der Transpiration.

  • Antworten
Rid Cully24.09.2012 | 19:30 Uhr

Wenn ich mir Kommentare so anschaue...

Wenn ich mir die Kommentare so anschaue, scheinen Sie Herr Precht, da in ein wahres Wespennest gestochen zu haben. Sowohl mit Ihrer ersten Sendung, als auch mit diesem Artikel. Sehr gut Herr Precht! Weiter so! ;-)

  • Antworten
Jörg Dommel24.09.2012 | 19:49 Uhr

Wir brauchen eine Bildungsrevolution!

Vielen Dank, Herr Precht, für Ihren Artikel.

Es ist unglaublich, wie Schule heute noch praktiziert wird und hervorragend darin funktioniert, wissbegierige junge Menschen in Ihrer Kreativität und Lernlust zu zerstören.

* Es gibt nichts Ungerechteres wie Gleichbehandlung *

Schüler_innen alle über einen Kamm zu scheren im Sinne von Chancengleichheit ist der Tod von Chancengleichheit. Egal ob minder- oder hochbegabt - vielmehr besser formuliert - egal ob minder- oder hochbehindert - hauptsache, alle schaffen den Schulabschluss, gell?

Es gibt Studien über Teamarbeit, die erfolgreich hervorsticht, grade weil das Team aus Menschen vielfältigster Natur besteht.

In Schulen ist Gleichmacherei üblich, und wer gut büffeln kann oder will, hat die besten Vorraussetzungen. Für den Schulabschluss, weniger vielleicht für die eigene Entwicklung.

Lernen mit Spaß wirkt wertvoller als die alten Muster, die schon zu Bismarcks Zeiten angewendet wurden.

Genau wie Ausbildungen, die laut Ausbildungsverordnung mit einer Dauer zwischen 18 Monaten und über drei Jahren abgeschlossen sein können.

Tja, wird wohl nicht angewendet, weil AZUBIS immer noch billige Arbeitskräfte sind, zumindest im letzten Drittel ihrer Ausbildung. Wer profitiert davon, frage ich mich.

Also, für ein anderes, freudigeres, bunteres, anspruchsvolleres Bildungssystem bin ich gern.

Kinder haben Freude am Lernen, wenn es spielerisch ist. Genau wie Erwachsene -

Schön, wenn das Bildungssystem entstaubt wird :-)

  • Antworten
Martina Rudek24.09.2012 | 20:45 Uhr

Ergänzung

Darüber hinaus ist Bildung weiterhin ein Privileg der Mittel- uind Oberschicht.

Ausgeschlossen sind Kinder aus Migrantenfamilien.

Wir brauchen das Recht auf Bildung in der Realität, bisher steht es lediglich auf dem Papier.

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Martina Rudek24.09.2012 | 20:49 Uhr

Ich kann allen nur einen Blick empfehlen auf...

... die Internetpraesenz von Teach First Deutschland. Die Initiative schafft es auf bemerkenswerte Art und Weise eben jene Menschen an die Schulen zu holen, die nicht nur Philosophen ebendort so sehr vermissen: www.teachfirst.de

  • Antworten
Ingmar25.09.2012 | 04:15 Uhr

Trotz

Trotz aller Kritik hier möchte ich Ihnen, Herr Precht danken, dass Sie sich mit diesem Thema auseinander setzen. Bis auf die Tatsache, dass Lehrer nichts dagegen tun, stimme ich Ihnen auch vollkommen zu. Es muss sich endlich etwas ändern, und viele Lehrer mit denen ich spreche sehen das ebenso, dass unser Schulsystem über die Jahre hinweg so aufgebläht wurde, wie das deutsche Bürokratiesystem. Es gibt und gab schon immer gute Lehrer und Leher, die besser einen anderen Beruf gewählt hätten, schon zu Zeiten von Hesse.
Was meine Kinder an der Schule lernen, oder auch nicht lernen finde ich persönlich erschreckend. Wenn ich noch dazu bedenke, dass der eine ein Logiker ist, und die Andere der kreative Geist, macht mich das sehr nachdenklich in Bezug auf den Rückblick zur Grundschule. Dort wird bereits der Spaß am Lernen und die Neugier unterdrückt, indem die Kinder das "Auswendiglernen" eingetrichtert bekommen, obendrein lernen sie zum Beispiel in Deutsch und Mathematik erst die deutschen Begrifflichkeiten, dann die lateinischen, anstatt beide gleich in Zusammenhang zu bringen.
Mein Chemielehrer übrigens pflegte immer zu sagen, nachdem er schlechte Noten an Auswendiglerner, die nicht erklären konnten, "Wissen ist wissen wo es geschrieben steht"

Ja wir brauchen eine Bildungsrevolution, aber dank der Aufgeblähtheit des Systems im Gesamten wird dies wohl leider noch mindestens 20 Jahre dauern, und solange wird Stück für Stück herumgepfriemelt, und weiter aufgebläht.

Übrigens finde ich die Parodie "Das deutsche Schulsystem | EXTRA 3 | NDR" nachzuschauen auf Youtube, für den ersten Veränderungsansatz auf den Punkt gebracht.

  • Antworten
Ivonne25.09.2012 | 07:28 Uhr

Bildung damals und heute

Zustimmen muss man hier einzig dem sich stets fortschreitenden Wandel, der sich wohl auch im Bereich der Bildung vollziehen mag. Strikt ablehnen dagegen muss man meines Erachtens die überall postulierte Forderung, das System müsse sich "dem Zeitgeist" und/oder gewandelten Anforderungen anpassen!

Denn vielleicht ist ja gerade dieser uns ständig wie ein Damoklesschwert überragende angebliche Zwang zum Anpassen schuld daran, dass die Situation so ist wie sie nun mal ist?!

Hat mal jemand überlegt, ob es nicht viel besser wäre, wieder einen Schritt "zurück zu den Wurzeln" zu gehen? Inklusive einer damit intendierten Aufwertung weiterführender Schulbildung wie dem Abitur und einer Wiederherstellung der Wertschätzung anderer Bildungsabschlüsse (denn wenn die Masse eben nicht allesamt nach dem Abitur strebt, würde die Anerkennung einer volksschulischen Bildung vielleicht größer werden).

Es ist meines Erachtens ein falsches Paradigma, sich ständig nach den Anforderungen der ach so armen Kleinen (oder doch eher deren Eltern/der Politik/...) zu richten. NEIN! Denn Bildung/Erziehung etc. sind ja nicht nur Sinn stiftend für die tatsächliche (Wissens)Bildung des Individuums.

Es gehören ja auch sozialisierende Faktoren und Elemente hinzu. Und das schliesst eben ein, dass man sich als Schüler auch dem System anzupassen hat. Alle lernen erstmal das Gleiche. Ohne Wenn und Aber.
Es ist keine Lösung, sich ständig nach neuen Anforderungen zu richten, und jede noch so kleine Veränderung der zartbesaiteten Jugend gleich in neue, behutsame Lehrmethoden umzusetzen.

Dazu gehört auch das, was man mithin als "klassische Literatur", oder sagen wir besser: klassischen Lehrstoff bezeichnen kann. Natürlich kann man moderne Mittel auch (!) einsetzen. Ich plädiere aber sogar dafür, PCs, Powerpoint, Internetrecherche, 3D-Echtzeit-Animationen etc. aus dem Klassenzimmer
strikt heraus zu halten. Reizüberflutung, Informationsgesellschaft ahoi... wo fördert dieses "Allround-Entertainment" das eigenständige Nachforschen, Recherchieren?

Es ist wirklich genug individualisiert worden! Wenn man das auf die Spitze treibt, so stellt man in Zukunft besser jedem Schüler 1:1 eine Lehrkraft (Entertainer, Coach, Personal Trainer etc.) gegenüber der aus dem kleinen Menschen ein vollwertiges Individuum macht.

Wollen wir so etwas wirklich heraufbeschwören? Ich denke nicht. und ich denke ebenso wenig, dass das alte System den Generationen vor uns allzu sehr geschadet hat.

  • Antworten
Kommentator25.09.2012 | 09:31 Uhr

Na ja , lieber Kommentator,

Na ja , lieber Kommentator,

unterm Strich sind Sie feige oder wollen die Dinge nicht beim Namen nennen.

Der kleine Mann ist immer der Dumme - oder? Oder wird bewußt dumm gehalten - ist das so?

Deshalb haben die Jungs von Goldmann - Sachs auch so ein leichtes Spiel - oder?

Herzlichst Ihr Uwe E. Mertens

  • Antworten
Uwe E. Mertens25.09.2012 | 23:12 Uhr

Hallo Herr Mertens,

Hallo Herr Mertens,

vielen Dank für Ihre Anmerkung. Leider kann ich daraus aber nicht recht erkennen, ob sie mir denn nun zustimmen oder meine Sicht nicht teilen. Bitte erläutern Sie das doch noch ausführlicher.

Es war ja gerade meine Absicht auszudrücken, dass wir eben eine Wiederanhebung der Wertigkeit von "unteren" Bildungsabschlüssen brauchen - einhergehend mit der Schaffung einer Perspektive für alle, die eben nicht das Abitur haben. Und ja, ich plädiere auch dafür, eben dieses nicht weiter zu einem "Allerweltsabschluss" verkommen zu lassen. Die "Kleinen" , damit meinte ich die Schüler, das bezog sich nicht auf irgendeine Schichtungsdefinition.

Mir liegt es fern, eine Debatte über intelligente oder weniger intelligente Menschen anzustoßen - das würde auch den Rahmen sprengen (allerdings gehört dies ja auch alles zusammen. Aber dann würden wir Weihnachten noch hier sitzen und uns trefflich streiten können).

Nein, was ich sagen wollte, war dass ich ebenso wenig Veranlassung sehe, das ganze Bildungssystem auf den Kopf zu stellen und nach Revolution zu rufen. Ich halte eine "back to the roots" Orientierung dagegen für eine zu überdenkende Alternative.

Was meine Ausführungen mit Goldman Sachs zu tun haben, erschließt sich mir dann auch nicht. Vielleicht können Sie das näher erläutern, das wäre hilfreich.

Liebe Grüße
P.S.: andere Foristen ohne persönliche Kenntnis der Person als "feige" zu bezeichnen, könnte falsch aufgefasst werden und weniger gleichmütige Menschen dazu verleiten, einen Streit vom Zaun zu brechen. Ich erlaube mir daher lediglich, Sie zu einem Überdenken Ihrer Wortwahl zu ermutigen...

  • Antworten
Kommentator26.09.2012 | 10:33 Uhr

Gut, lieber Kommentator,

Gut, lieber Kommentator,

ich werde nachdenken. Danke für Ihre höfliche und gekonnte Reaktion.

Da mein Zeitplan in den nächsten 4 Tagen extrem voll ist , gestatten

Sie mir bitte noch ein wenig Zeit für die Anwort bis Anfang nächste

Woche. Ich gebe vorab schon zu, etwas zu locker gewesen zu sein....,

trotzdem ..... ich antworte Ihnen gern. - viele Grüße!

  • Antworten
Uwe E. Mertens26.09.2012 | 17:58 Uhr

@kommentator

Sehr geehrter Kommentator,
ich stimme Ihnen im Prinzip sogar zu.
Nur….. klingen Ihre Worte mir persönlich zu freundlich,
zu beruhigend, zu schön geredet.
Meine Wahrnehmung ist eine andere, ich sehe uns alle auf einem leckgeschlagenen Schiff, so dass mir persönlich eine deutliche laute energische direkte Ansprache in dieser Situation sinnvoller erscheint.
Gegenwärtig ist es schwierig für Eltern und Lehrer optimale geschützte Aufwuchsbedingungen für die heranwachsende Generation zu sichern. Bildungsrevolution - ja - und bei dem Tempo der ständig steigenden Menge an Wissen und dem „richtigen“ Umgang damit. PC im Klassenraum ja, aber so, dass ein optimaler Schutz vor negativen Einflüssen besteht ( innen gesünder als außen – siehe cedelux – Konzept). Dies aber nur am Rande.

Hier ein Teilauszug, aus meiner persönlichen Wahrnehmung und Bildungsgrundlage für meine zukünftige Entscheidungsfindung.
a) Hier der Link auf „Männer sterben aus“ oder wie wir alle den natürlichen Nachwuchs schädigen.
http://www.youtube.com/watch?v=jNjJVKPEPDk
b) Hinweis auf Goldmann Sachs, siehe
http://videos.arte.tv/de/videos/goldman-sachs-eine-bank-lenkt-die-welt--6894428.html
c) Ihr lernt das, was Ihr wissen dürft, und nicht das, was Ihr nicht wissen solltet. Ganz einfach!
Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=1rvPPxnITzU&feature=related
d) Der mächtigste Staat der Erde: Die City of London
Siehe: http://www.youtube.com/watch?v=rMwyBnxhIAY
oder: www.cicero.de/kapital/zins-skandal-grossbritanien-die-gauner-von-der-city-of-london/49919

e) Einziger Ausweg - Staatbankrott – Systembankrott – gesellschaftlicher Neustart – oder ?
Entstehung und Überwindung von Gewalt und Erstarrung in Mensch, Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. Siehe: www.berndsenf.de/

f) Die Kreatur von Jekyll Island: Die US-Notenbank Federal Reserve - Das schrecklichste Ungeheuer, das die internationale Hochfinanz je schuf - ein Buchhinweis

g) Die Ausbildung zum Systemsklaven / Wirtschaftswachstum und regelmäßige Zerstörung
siehe: www.steuerbokott.org

h) Prof. Lesch das perfekte Verbrechen http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=Ejlc73CvvRg

h) www.franzhoermann.com/ Das Ende des Geldes

i) JUSTIZ entlarvt: GELDSCHÖPFUNG unbekannt! (Skandal GELD Petition Strafrecht Geldsystem Giralgeld)
siehe: http://www.youtube.com/watch?v=nHMq_PFkrho

Also lieber Kommentator, Sie sehen vielleicht am Ende meiner kleinen Palette von Informationen,
dass es bei der Bildungsrevolution im schulischen Bereich eigentlich um deutlich mehr geht.
Schaffen wir es alle nicht, Sie und ich das real existierende Unrechtsystem zu verändern,
Werden wir alle und insbesondere unsere Kinder nur stark beeinträchtigt glücklich leben können.
Seien Sie bitte so mutig und informieren Sie sich. Insofern habe ich Ihre o.g. Kommentarform
als feige bezeichnet. Bitte verstehen Sie das und gehen Sie bitte davon aus, dass mir begründet
oder unbegründet nur mal die Hutschnur hochging. Es hatte nicht mit Ihnen persönlich zu tun, wirklich nicht!
Viele Grüße – und vielleicht fangen wir mit der Bildungsrevolution sofort bei uns selbst an.

  • Antworten
Uwe E. Mertens02.10.2012 | 13:12 Uhr

warum diese "Bildungsrevolution" nicht funktionieren kann...

als jemand, der sich professionell mit Bildung beschäftigt, heißt heute übrigens auch Bildungswissenschaft, muss ich bei solchen Beiträgen wahlweise schmunzeln oder den Kopf schütteln.

Wieder mal wird Bildung aus dem theoretischen und philosophischen (ja es gibt eine Bildungsphilosophie abseits von Humboldt) herausgerissen, glatt gedrückt und dann als Wundermittel für die Zukunft erklärt.

Es ist sehr erstaunlich, wie unphilosophisch ein Philosoph argumentiert, und dass nicht durch die reflexhaften Verweise auf die Hirnforschung, die uns auch nicht mehr sagen kann, was die Pädagogik schon seit vielen Jahren weiß.

Anscheinend erschließt Herrn Precht sich der "Bildungswert" von klassischer Literatur wie Goethe nicht und daher muss sich dann auch die Schule von diesem Ballast befreien. Haben Sie sich nie gefragt, warum solche Kulturgüter von Generation zu Generation weitergegeben werden und daher ihren festen Platz im Curriculum haben?

Daher werden nicht Reformen, sondern gleich Revolutionen ausgerufen. Wie originell! Schaut man in die bewegten 70er Jahre zurück, so findet man ganz ähnliche Forderungen, jedoch besser ausgearbeitet. Ich empfehle Ihnen die Lektüre des Buchs "Entschulung der Gesellschaft" von Ivan Illich (http://de.scribd.com/doc/35583/Illich-Ivan-Entschulung-der-Gesellschaft).

Da auf solche oder andere Ansätze (z.B. Open Educational Resources) wenig Bezug genommen wird (dann lieber die Hirnforschung), geht es munter weiter, bis der nächste kommt und die Revolution ausruft.

  • Antworten
Markus Deimann25.09.2012 | 15:22 Uhr

Revolution - kein Problem -

Revolution - kein Problem - aber wie geht es danach weiter?

Die Hochfinanz hat einen Plan - aber Sie bitte - habe Sie ein
Konzept für danach?

Angenommen - jetzt kommt das Chaos - alles bricht zusammen -
was tun?

Auf den nächsten Strohhalm warten - oder?

Was glauben Sie - wer den nächsten Srohhalm hinhält?

Antwort: Die alte Truppe - oder? Das gleiche Spiel läuft nochmal?

Bis neulich!

Bitte verzeihen Sie mir - ich ärgerte mich - auch über andere Kommentare - und trotzdem - das Wichtigste ist, daß wir alle auf uns
aufpassen! Die Hochfinanz hat über Jahrzehnte Erfahrungen gesammelt,
ein Glüch das wir alle diesen Wissensvorsprung aufholen können.
Noch haben wir das schnelle Internet!

Lesen Sie auch meinen Kommentar auf die Reaktion eines Bildungsministern aus den neuen Bundesländer auf diesen Artikel von
David Precht.

  • Antworten
Uwe E. Mertens25.09.2012 | 23:38 Uhr

"Wkir brauchen eine Bildungsrevolution"

Sehr geehrter Herr Precht,

es ist schon so, wie es Herr Maik Hager in seinem ersten Satz bemerkt hat.
Einer der Gründe ist: Wesentlicher Mangel Ihres revolutionären "Weg mit den Alpen - freier Blick auf's Mittelmeer" ist, dass Sie das Thema "Ausbildung der Lehrer" übersehen haben.
Diese findet an Universitäten statt und dort stellen sich die beiden Fragen: Wer hat die Professoren auf ihre Aufgabe vorbereitet und was soll gelehrt werden und was nicht?
Die Ausbildung der Lehrer und das Niveau der Lehrenden ist das Ergebnis eines zur Tradition gewordenen, universitären Desasters, nicht nur in Deutschland. Dies wird insbesondere daran deutlich, dass dort in nicht geringem Ausmaße "Wissen" vermittelt wird, das nicht einmal den Ansprüchen von Wissenschaftlichkeit erfüllt, so auch in der Pädagogik. Universitäre Klasssiker sind die Religions-"wissenschaften" und auch so mancher Philosophie-Lehrstuhl (siehe S. Koch, University of Texas, Austin) ist entbehrlich. Auch haben die Psychiatrie und Psychologie ihre Plätze noch nicht den Gehirn- und Verhaltensforschern zur Verfügng gestellt. Verzichtbar sind auch die meisten Lehrstühle, die Rechts-"wissenschaften" (siehe Julius von Kirchmann)zum Gegenstand haben.
Also: Nur wenn wir wissen, was wirklich an Universitäten gelehrt werden soll, also wissenwert ist, können dies die Universitäten auch an die Lehrer unserer Kinder weitergeben.

Mit freundlichem Gruß

Bert Steffens
Freier Philosoph
Andernach

  • Antworten
Bert Steffens25.09.2012 | 20:55 Uhr

Nicht schon wieder!

Seit Jahrzehnten zerren Ideologen am Bildungssystem.

Die gebären sich damit effektiv als Lehrer der Lehrer, auch genannt Oberlehrer.

Damit die Bürger unterhaltsame (philosophische) Bücher kaufen können, müssen sie arbeiten und dabei ein betriebs- und volkswirtschaftlich relevantes Korrelat generieren.

Alles andere ist Vampirismus oder Leben auf Kosten von Schulden und späteren Generationen.

Damit die Menschen gute Arbeit in der Maschinerie "Industriegesellschaft" machen können, müssen die Kinder in den Schulen eingeordnet werden.

Das ist hart aber wahr.

Hier sind Leistungsdenken, Durchhaltevermögen, Selektion und Separation notwendig.

Sozialromatiker machen alles nur noch schlimmer.

  • Antworten
Karl Letis25.09.2012 | 23:42 Uhr

Rechnen wir großzügig und

Rechnen wir großzügig und nehmen an, das Abi werde in 13 Jahren erworben. Dann würden pro Jahr rund 7692 Stunden absolviert worden sein. Nehmen wir an, es gäbe keine Ferien, so dass sich diese Stunden auf 52 Wochen verteilen. Blieben im Schnitt fast 150 Stunden pro Woche, in denen gelernt wurde. Seltsame Rechnung.

  • Antworten
Adam Riese25.09.2012 | 23:43 Uhr

Hört endlich auf damit

Kinder mit den Lehrmitteln von gestern auf die Zukunft von übermorgen vorzubereiten. Was dringend verändert werden sollte: Medienkompetente Ausbildung von Lehrern und Eltern. Der Lehrplan muss dringend an die Zukunft angepasst werden. Lehrer und Eltern müssen mit den Kindern mit lernen. Die Verantwortung haben wir als Erwachsene an unsere Zukunft!

  • Antworten
Dirk Küpper26.09.2012 | 07:17 Uhr

Auf geht's: Wir wollen die Bildungsrevolution

Schön, dass Herr Precht nun auch die Bildungsrevolution fordert. Wir (32 junge Autoren) haben das schon im Juni mit unserem Buch getan: Was bildet ihr uns ein? Eine Generation fordert die Bildungsrevolution. Gerade ging unser Blog online: http://wasbildetihrunsein.de/

Als junge Generation kritisieren wir genau, die vielen Reförmchen und die Chancenungleichheit in unserem Land und fordern, dass wir grundlegend darüber nachdenken müssen, wie Lernen funktioniert und wie Schule aussehen muss.

  • Antworten
Bettina Malter26.09.2012 | 08:12 Uhr

Unsere Lehrer

Ja, ich bin Lehrer. Aber ich möchte mich ausdrücklich ausnehmen, Teil eienr Gruppe von Lehrern zu sein, die sich die Fragen des ersten Absatzes nicht mehr stellen würden. Im Gegenteil. Und ich bin beileibe nicht allein. Die Erfahrung einer zunehmenden Diskrepanz zwischen einer begründet imaginierten Zukunft unserer Bildungskundschaft und den von der Kultusbürokratie geforderten Inhalten und Methoden fördert nicht gerade Motivation und Innovationskraft. Und trotzdem machen wir weiter, so gut es eben geht!

Wenn die Vertreterin des Kulturministeriums von Schleswig-Holstein auf dem jüngsten Medienkompetenztag des Landes geschlagene 30min darüber spricht, wie elementar wichtig die Medienkompetenz für Gegenwart und Zukunft von Schule und Gesellschaft sei, ohne auch nur in einem Satz die Rolle ihrer Behörde zu erwähnen, dann wird deutlich, von wo der Fisch seinen Geruch verströmt.

  • Antworten
Michael Maaß26.09.2012 | 14:41 Uhr

Lieber Herr Precht,

bleiben Sie doch bitte in ihrem Ressort und unterlassen Attacken, die sie nach außen lediglich lächerlich erscheinen lassen. Sie haben aus der Sicht eines Schülers geschrieben, den es 1. heute nicht mehr gibt und 2. genauso seine Kritikpunkte gibt es heute nicht mehr.

  • Antworten
Mark F.26.09.2012 | 17:12 Uhr

Vieles könnte man besser

Vieles könnte man besser machen, aber ob ausgerechnet Herr Precht derjenige ist, der glaubhaft für eine Veränderung von Bildung eintreten sollte, wenn er nicht mehr kann als mit Schlagworten und undifferenzierten Gerede zu hantieren, das ist doch mehr als fraglich. Das sollte man doch bitte die Fachleute dran lassen, die etwas von dem Metier verstehen.
Was er sicher gut kann, (Ehre wem Ehre gebührt)Banalitäten medial verkaufen....da könnte man noch viel lernen, wenn es einem darauf ankäme.

  • Antworten
Carlo Siemers27.09.2012 | 18:37 Uhr

Erziehung zum eigenständigen Denken

Man kann wohl kaum den Unterricht auf jeden Schüler und dessen Stark/Schwachpunkte ausrichten. Die Aneignung von Wissensstoff, auch wenn er nicht utilitaristischen Prinzipien entspricht, ist nützlich, er erweitert den Horizont. Was hingegen wichtig ist: Die Schüler zum eigenständigen Denken zu erziehen, lernen, Hypothesen der Verifikation zu unterwerfen. Zuviel Konformismus und blinde Paukerei blockiert dies, sie macht die Schüler zu angepassten, aber unkreativen Individuen.
Leider wird gerade diese "Lernmethode" in Deutschland noch viel zu oft angewandt; die Lehrer müssen schliesslich ihren Plan erfüllen.

  • Antworten
von Schnittlauch28.09.2012 | 22:06 Uhr

Bildung?

Was ich auch mit Sorge sehe, ist, dass sich - wie meist in einem geschwächten System - schon Nachfolger aufstellen, die mit einer Mischung aus rationalen Argumenten und eigenen Interessen vermeintlich Gutes wollen. In diesen Kommentaren fällt (mir) immer wieder die gehäufte Propaganda für die sog. Wissensmanufaktur auf. die Analysen dort sind interessant. Die Ziele bedenklich, weil sie in Konsequenz zu den alten übersichtlichen strafikatorischen Strukturen führen. Wenn ich dort die Verherrlichung der Familie, die Auswahl der Besten (durch wen?), die staatliche Beaufsichtigung von Medien und die Ablehnung von Drogen (namentlich Kaffee, Alkohol, Tabak) lese - dann möchte ich ehrlich gesagt einen solch bigotten Staat auch nicht haben, den man auch Diktatur nennen könnte. Zwar geben die sich Schreiber dort "demokratisch" - aber welche Demokratie werden Menschen zulassen, die - siehe hier - ja ohnehin überzeugt sind, dass das Volk verdummt ist und gar nicht weiß was gut für es ist? Es ist vieles faul in unserem System - aber in der von Gegenern in Aussicht gestellten autoritären Staatsform, die Manipulation durch direkte Bestrafung ersetzt, möchte ich auch nicht leben. Freiheit ist für mich was anderes. Da finde ich Luhmanns neutrale Analysen weit aufschlussreicher. Auch wenn es frustrierend ist einzusehen, dass man ein komplexes System nicht steuern kann. Damit zu leben ist die Herausforderung.

  • Antworten
Leo10.10.2012 | 12:13 Uhr

Revolution?

Wenn ich Herrn Prechts Meinung lese, dann muss ich leider auch sagen, dass er vermutlich keine Ahnung davon hat, was in den Schulen passiert.

Da ich schon mein drittes Praktikum (wegen Studium) antrete, fällt mir sehr stark auf, dass sich die Persönlichkeit des Lehrers schon sehr verändert hat. Die strenge, harte Monotonie des Lehrers sowohl als auch der reine Frontalunterricht ist längst nicht mehr Gang und Gäbe. Sogar die Lehrer über 50 gehen diesem Trend inzwischen größtenteils nach.

In den Haupt/Mittelschulen werden inzwischen diverse "Projektklassen", wie etwa Musik-, Sport-, usw Klassen angeboten. Das Schulsystem ist nicht stehen geblieben. Junge als auch eingefleischte Lehrer bemühen sich (größtenteils) um kreativen, effektiven oder gar produktiven Unterrichts.

Was es dem Schulsystem verdammt schwer macht, so erscheint es mir jedenfalls, ist die Tatsache, dass an den Lehrkräften gespart wird. Es werden große Klassen mit bis zu 34 Schülern einer einzigen Lehrkraft anvertraut. Pauschalisiert gesagt befinden sich in jeder Klasse 10 Starke, 10 Mittelstarke, 10 schwache Schüler. Es ist für einen Lehrer unmöglich jedem einzelnen Schüler innerhalb der Dreiviertelstunde zu helfen. Es kann zwar differenziert werden, jedoch löst es nicht das Hauptproblem, der überfüllten Klasse.

Klassenzimmer mit 15 Schülern würden dem Lehrenden und Lernenden das Geschehen Unterricht wesentlich vereinfachen.

Unsere Schüler sind nicht unintelligent, sie kommen wohl eher weniger zum Zug um sich entfalten zu können.

  • Antworten
Michael B.23.10.2012 | 14:49 Uhr

Optimistischer Rechenkünstler

Das Mindeste, was ich von Precht erwartet hätte, wäre, daß er richtig rechnen kann
Wer im Jahr 2013 eingeschult wird, geht nach der Meinung dieses Philosophen mit 63 Jahren in Rente.
Träumen Sie weiter, Herr Precht.

  • Antworten
Corvus Corax12.04.2013 | 00:34 Uhr

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