Die Eheleute Wulff scheitern, wie sie einst begannen: treudeutsch und auf bunten Seiten. Vom Ende einer Neigungsehe, der die Neigung abhanden kam
Nun kam es, wie es kommen musste. Wieder einmal ist eine Geschichte erst dann erzählt, wenn sie ihr schlimmes Ende genommen hat. Wieder einmal geben die nunmehr gewesenen Eheleute Wulff allen Recht, die es schon immer wussten, bestätigen sie Vorurteil und Klischee. Noch im finalen Akt scheitern da zwei Menschen auf dem kleinen Verfahrensweg: kein Höllensturz, keine Tragödie, sondern eine treudeutsche Trennungsvereinbarung markiert den Schlussstrich. Das Großburgwedeler Klinkerhaus, über dem der Unstern stand, ist für Christian Wulff bereits Geschichte – Kleinbürgers Fratze leuchtet noch im Untergang.
Sie, die nunmehr gewesenen Eheleute Wulff, begannen ihr öffentliches Dasein auf den bunten Seiten. Dort werden sie jetzt enden. Der Boulevard, dem sie willig sich verschrieben, wird ihnen das letzte Geläut bereiten. Es war eine öffentliche Liebe, von der nur Öffentlichkeit blieb. Es war eine knapp fünf Jahre währende Neigungsehe, der die Neigung abhanden kam.
[gallery:Christian Wulff – Künstlerisches Protokoll eines Kontrollverlustes]
Eine Zugewinngemeinschaft, die keine Gewinne mehr abwarf. Als Bettina Wulff eine irritierend gute Figur machte weit neben dem gerade zurücktretenden Ritter von der hageren Gestalt, an ihrem letzten öffentlichen Vormittag am 17. Februar 2012 auf Schloss Bellevue, war die Trennung schon räumlich vollzogen. Ihr Bekenntnisbuch sieben Monate später war der abermals öffentliche Sargnagel auf eine Zweitehe, die keine erstklassige Rendite mehr einspielte. Mit dem Geständnis, Christian Wulff habe eigentlich nicht zu ihrem „Beuteschema“ gehört, hatte sie ihre Unterschrift unter die Trennungsvereinbarung bereits damals gesetzt. Nun, am 7. Januar 2013, folgte die seine offiziell nach.
Seite 2: Die Wulff-Inszenierung war damals schon falsch und anmaßend














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