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 > Europa braucht einen Fußballpakt

Salon

Heitere EM ohne UkraineEuropa braucht einen Fußballpakt

Von Christoph Seils30. April 2012
picture alliance
EM, Ukraine, Timoschenko, Fußballpakt
Für eine heitere EM: Fußballfans aller Länder vereinigt euch!
Schrift:

Die ganze Welt freut sich auf ein sommerliches Fußballfest. Doch während der Europameisterschaft in der Ukraine droht Tristesse. Höchste Zeit, dass Europa einen Fußballpakt schließt und für ein heiteres Turnier sorgt. Zum Beispiel in Stockholm und London, Paris und Madrid, Wien und Tallin. Ein Kommentar  

Seite 1 von 2

Am 19. Mai findet in München ein großes europäisches Fußballfest statt. Selbst notorische Bayernhasser, wie der Autor dieser Zeilen, freuen sich auf das Spektakel, wenn einige der besten Fußballer Europas das Finale um die Europameisterschaft für Vereinsmannschaften austragen, nichts anderes ist die Champions League. Bayern gegen Chelsea, das verspricht Emotionen und Spektakel, Kampf und Tore. Und die ganze Welt schaut begeistert zu.

Und dann? Anschließend könnte der europäische Fußball ein trauriges Kapitel aufschlagen. Gut drei Wochen später, am 9. Juni und damit einen Tag nach dem Eröffnungsspiel im polnischen Warschau, beginnt in Charkow und Lwiw der ukrainische Teil der Fußball-Europameisterschaft. Erst trifft Niederlande auf Dänemark, anschließend spielt Deutschland gegen Portugal. Wieder kämpfen einige der besten Fußballer Europas um jeden Meter auf dem Platz.

Doch heitere Spiele wird es kaum geben. Auf der Tribüne werden sich die autoritären Machthaber und die korrupten Eliten des Landes feiern lassen, westliche Politiker hingegen werden die Stadien meiden. Bonjour Tristesse.

Natürlich geht es in der Ukraine nicht so zu wie in Weißrussland oder China, die Opposition kann sich öffentlich artikulieren, aber trotzdem hat eine mafiöse Politikerkaste das Land fest im Griff. Menschenrechtsverletzungen, Einschränkungen der Pressefreiheit, willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Auf den Straßen des Landes hingegen geht die Angst vor weiteren Terroranschlägen um, deren Hintergründe sind völlig unklar. Nur wenige Kilometer vom Stadion in Charkow entfernt, wo dann am 13. Juni der Klassiker Deutschland gegen Niederlande stattfinden soll, wird die Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko im Gefängnis sitzen.

Auch bei vielen Fußballfans ist die Vorfreude auf die Europameisterschaft längst getrübt. Die Infrastruktur des Landes ist schlecht, Hotelpreise sind explodiert, selbst der Uefa-Präsident Michel Platini nannte die ukrainischen Hotelbesitzer „Betrüger und Ganoven“. Darüber hinaus muss sich erst noch erweisen, ob die ukrainische Polizei mit den Emotionen umgehen kann, die die Fans zu einem Fußballspiel mitbringen. Den rechtsextremen ukrainischen Hooligans hingegen eilt bereits jetzt ein ziemlich übler Ruf voraus. 

Trotzdem versichern alle Fußballfunktionäre und auch alle Politiker in Europa, eine Absage der Europameisterschaft sei genauso wenig ein Thema, wie ein Boykott. „The Business must go on“, heißt das Motto, das ukrainische Regime hat schließlich ziemlich viel Geld in den Zuschlag für die Europameisterschaft investiert, nun will es in aller Ruhe seine Geschäfte machen. Die Uefa, die europäischen Fernsehanstalten und Sponsoren stehen dem kaum nach. Die Europameisterschaft ist ein gigantisches Geschäft, für viele scheinen Fußballspiele da nur Mittel zum Zweck.

Lesen Sie im zweiten Teil, warum Europa einen Fußballpakt braucht

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Ein schöner Gedanke,...

... der durchaus umsetzbar wäre, aber durch diverse Investitionen und geschlossene Verträge stehen dem einfach zu viele Geschäftemacher und "Entscheider" im Weg. Mit solch lupenreinen Demokraten wie dem Janukowytsch lassen sich einfach zu gute Geschäfte machen.

Ich bin ein großer Fußballfan, aber ich bin auch sehr politisch und entsprechend sehr enttäuscht, wie sich insbesondere die Sportverbände verhalten indem sie Unschuldslämmer spielen und sich hinter der Aussage, dass Politik im Sport nichts zu suchen habe, verstecken. Kann ich im Grundsatz verstehen, das ist auch nicht so das Problem. Wenn man aber Politik mit Moral und Menschenrechte vermengt und diese somit auch vom Platz verbannt, dann ist es mal höchste Zeit für einen Boykott.

So weh es auch tut...

  • Antworten
Threnodius01.05.2012 | 12:55 Uhr

der cicero,speerspitze der demokratie nach western art..

schön wie um frau timonschenko,erfolgreiche und redliche verfechterin der demokratie und prototypin des vom tellerwäscher zur milliadärin in wenigen jahren ikone des kapitalismus aufgestiegene.
sie muss verteidigt werden gegen unmenschliche unterdrückung,schreckliche haftbedingungen und ein verpflegung für einen an kaviar und champagner gewöhnten gaumen,nicht zu akzeptieren ist.
ich kann die erste reihe unseres politikeradels verstehen.
wo kämen wir hin,wenn es schule macht,das die merkels,kohls,schäubles,schröders,fischers oder die menschenfeinde wie die bushs,cheneys,rumsfelds,sarkozyssich auch für ihre kapitalverbrechen nach ihrer karriere zur rechenschaft gezogen würden?
in der demokratie wie es unsere westliche politik/eliten/medienkloake versteht,ist verantwortung für kriminelle machenschaften zu übernehmen teil eines diktatorischen systems.
den in ländern ausserhalb des usraelischen imperiums ist es doch möglich das die berlusconis dieser welt zur rechenschaft gezogen werden.
vielleicht wird bald ganz brüssel,der deutsche bundestag und die scheinregierungen resteuropas auf die strasse gehen um für ihres gleichen zu demonstrieren.
und für kollektive straffreiheit der eliten einzustehen.
nur wer aus der bevölkerung dort mitmaschiert sollte geteert und gefedert werden und die qualen erdulden die die bradley mannings dieser welt zu ertragen haben und um die sich frau merkel und dieser opportunistische champagnerschlürfender haufen einen dreck kümmert...

  • Antworten
jean-claude02.05.2012 | 20:10 Uhr

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