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 > Grundeinkommen ist mit links zu machen

Kapital

Katja KippingGrundeinkommen ist mit links zu machen

Von Katja Kipping27. Oktober 2012
picture alliance
Katja Kipping, Grundeinmommen, Linke
Grundeinkommen mit links?
Schrift:

Die Debatte um ein Grundeinkommen rührt an den großen Fragen unserer Zeit. Wie soll künftig Arbeit und Soziales organisiert werden? Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei, wirft einen Blick in die linke Ideengeschichte des Grundeinkommens und wirbt für ihr Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens. Eine Streitschrift

Seite 1 von 2

Die Idee des Grundeinkommens ist eine der ältesten linken Ideen. Thomas Spence, der als erster ein an alle zu zahlendes Grundeinkommen vorschlug, beklagte 1796 in seiner Streitschrift "Die Rechte der Kinder" die Armut von vielen Menschen. Er war der Ansicht, dass es im Naturzustand keine Armut gegeben hätte. Also müsse der Naturzustand, dass die Natur allen Menschen gehöre, auf einer höheren Stufe der entwickelten arbeitsteiligen Gesellschaft wieder hergestellt werden. Diese biblische und urkommunistische Idee des Eigentums aller an der Natur sollte durch die Enteignung der Landadligen und Überführung des Landeigentums in Eigentum des Gemeinwesens umgesetzt werden.

Das Land könne dann gegen eine Pachtgebühr an Nutzer_innen verliehen werden. Von den Pachtgebühren sollten sowohl ein regelmäßig gezahltes Grundeinkommen für alle als auch öffentliche Einrichtungen und Infrastrukturen finanziert werden. Diese revolutionäre Idee lässt Spence in seiner Streitschrift von Frauen umsetzen. Zugleich werden mit der Einführung des Grundeinkommens eine radikale Demokratisierung des Gemeinwesens als auch die vollen demokratischen Mitwirkungsrechte für alle Frauen durchgesetzt.

An der Wiege der Grundeinkommensidee standen also drei Paten: Armutsbekämpfung, Demokratisierung, Frauenemanzipation. Kein Wunder also, dass in linken Diskursen genau mit diesen Themen das Grundeinkommen verknüpft ist. Dazugekommen sind neue Themen, die mit dem Grundeinkommen verbunden werden: Begrenzung des Naturressourcenverbrauchs und nachhaltige Gesellschaft, Arbeitszeitverkürzung, Menschenrechte und Globale Soziale Rechte.

Aber zurück zur linken Ideengeschichte des Grundeinkommen: Charles Fourier und seine Schüler betonten, dass eine Gesellschaft, in der jede/r seine Fähigkeiten im Arbeitsprozess entwickeln kann, nicht ohne soziale und politische Freiheiten des Individuums möglich wäre, materiell abgesichert durch das Grundeinkommen. Das Grundeinkommen würde nämlich die Selbstbestimmung bezüglich der konkreten Teilhabe am Arbeitsprozess garantieren. Erich Fromm betonte das Menschenrecht auf Existenzsicherheit und gesellschaftliche Teilhabe, was den Menschen unter keinen Umständen verwehrt werden könne, und plädierte ebenfalls für ein Grundeinkommen.

André Gorz bezeichnete das Grundeinkommen als Mittel, ein Leben in Existenzunsicherheit in ein Leben in freier Tätigkeit zu verwandeln. Michael Hardt und Antonio Negri verbinden die marxistische Analyse, die eine Unmöglichkeit der individuellen Zuschreibung von Arbeitsleistung beschreibt, mit dem Recht auf Zeitsouveränität und der Forderung nach einer partizipatorischen Demokratie. Auch sie plädieren daher für ein Grundeinkommen.

Die feministischen Befürworter des Grundeinkommens verbinden die Debatte um die Vier-in-Einem-Perspektive auf die Arbeit mit dem Grundeinkommen. (Wobei nicht alle Anhänger_innen der Vier-in-einem-Perspektive gleichzeitig das Grundeinkommen befürworten.) Gewährt dies doch die Anerkennung aller notwendigen Tätigkeiten neben der Erwerbsarbeit, nämlich der Sorgearbeit, des bürgerschaftlichen Engagements sowie der Selbstbildungsarbeit, und befördert außerdem deren geschlechtergerechte Verteilung. Den Feminist_innen geht es um die Verwirklichung all derjenigen Aufgaben, die zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse und für die individuelle und generative Reproduktion notwendig sind, die auf den Gebrauchswert abheben und nicht der kapitalistischen Verwertungslogik folgen. Dies beinhaltet für linke Feminist_innen den Wandel der jetzigen kapitalistischen und patriarchalischen ökonomischen Verhältnisse.

Seite 2: Grundeinkommen ist kein Kombilohn

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  • Antworten
HolgerJahndel27.10.2012 | 18:24 Uhr

Heute mal nur mit "linken" Hinweisen ohne Kommentar

Prof. Dr. Michael Vogt: Bedingungsloses Grundeinkommen ist finanzierbar!

http://www.youtube.com/watch?v=01hhd6AzjaU

Sie auch Suchbegriffe: Wissensmanufaktur, Plan B und Grundeinommen

Es wird spannend !??

  • Antworten
Uwe E. Mertens27.10.2012 | 23:40 Uhr

Volle Zustimmung!

Ich kann den Ausführungen von Katja Kipping nur im vollen Umfang zustimmen! Ein Bedingungsloses Grundeinkommen wie sie hier aufzeigt wäre ein sehr gutes Mittel der Umverteilung von oben nach unten. Dazu käme das die gesamte Repressionspolitik wie wir sie Heute im Umfeld von Hartz IV erleben wegfallen würde, ebenso wie Hartz IV nebst diverser absolut schwachsinniger Schulungsmaßnahmen. Wie sie bereits aufführt ist das Argument das ja auch 'die Reichen' das BGE bekommen würden Blödsinn, wird doch weiter oben in der Einkommenspyramide bei eben jenen Reichen ein Vielfaches dessen abgeschöpft das ihnen Unten als BGE gegeben wird. Das ein BGE auch auf die Verhandlungsposition von Arbeitnehmern Einfluss hätte brauche ich nicht zu erwähnen. Sie müssten nicht mehr jede Drecksarbeit anzunehmen um Hartz IV zu entfliehen. Entweder die Arbeitsbedingungen und das Gehalt stimmen, oder der Arbeitgeber bekommt eben niemanden der bei ihm arbeitet. Auch ich sehe es darüber hinaus so das wohl viele die Heute Vollzeit arbeiten dann nur noch Teilzeit oder gar Halbtags arbeiten würden um mehr Zeit für ihre Familie, für ihr gesellschaftliches Engagement, ihre Hobbys etc. zu haben. Und ja das schafft neue Arbeitsplätze, den die Arbeit muss ja trotzdem getan werden.

Persönlich würde ich wenn ein BGE in entsprechender Höhe existieren würde meine Vollzeitstelle gegen eine Teilzeitstelle tauschen um mehr Zeit für meine Familie, meine Freunde sowie für mein gesellschaftliches und politisches Engagement zu haben.

  • Antworten
Ravenbird28.10.2012 | 00:29 Uhr

Zum bedingungslosen Grundeinkommen

Grundeinkommen ja, aber bedingungslos?

Fakt ist: Jeder ablaufende Prozess unterliegt Bedingungen.

Unbeantwortete Fragen zum "bedingungslosen Grundeinkommen":

1. Wer soll das Geld, was Monat für Monat bedingungslos den Bürgerinnen und Bürgern als Einkommen ausgezahlt werden soll, als Schuldner, in den Wirtschaftskreislauf einbringen?

Auch wenn den Menschen suggeriert wird, Milliarden von monetären Mitteln stehen den Gesellschaften zur Verfügung, jeder Euro der in den Wirtschaftskreislauf geführt wird und Einkommen generiert, benötigt immer einen solventen Schuldner der mit seinen Vermögenswerten dafür haftet. Bei der Mehrwertsteuer ist es der Staat.

2. Wer oder was garantiert dann dem Staat, somit uns allen, dass das Geld, was Monat für Monat als Grundeinkommen verteilt wird, wieder vollständig, über den Konsum, zur Quelle zurückgeführt wird - dorthin wo es wieder zur Verteilung kommen kann?

3. Wenn nicht, wenn es gespart oder sonst wohin getragen wird, wer gleicht dann die fortlaufenden Fehlbeträge aus, und woher kommt das Geld was die Fehlbeträge ausgleichen muss - von denen, die Teile ihres bedingungslosen Grundeinkommens sparen können? Von den Kapitalisten, die dann noch mehr Zins und Zinseszins dafür kassieren?

Hypothetisch angenommen, alle geben das bedingungslose Grundeinkommen von 1.400 € zeitnah aus, wer oder was garantiert das dann die Rohstoff und Energiepreise nicht explodieren (Stichwort begrenzte Ressourcen und freie Marktwirtschaft)?

Das primäre Problem ist nicht die Verteilung von Geld, dies wird das geringste Problem sein, nein, der Erhalt des Geldwertes. Wem nützt ein Grundeinkommen ohne Wert? Keinem!

Begreift das doch bitte: Soll ein Grundeinkommen in der breiten Bevölkerung und bei den politisch Verantwortlichen Akzeptanz finden, muss es nach allen Seiten hin schlüssig präsentiert werden.

Eckhard Bock IKS Hessen

  • Antworten
Eckhard Bock28.10.2012 | 07:42 Uhr

BGE

Bester Herr Eckhard, ihr Kommentar zeugt von viel Unwissenheit, ihre
denkweise ist noch im Kapitalismus verhaftet. Die Menschen erhalten
kein Einkommen im BGE sondern eine Lebensexistenzsicherung.
Erst dadurch entsteht Friedfertigkeit, Solidarität und Demokratie unter den Menschen.

  • Antworten
K.Friedrich01.11.2012 | 22:03 Uhr

In der Schweiz wuerde das Volk gern ein BGE von 2500 SF sehen!

Was halten sie davon Herr Bock?

Und demgegenueber stehen etwa 117 deutsche Milliardaere, wo allein in den letzten 12 Monaten noch mal 7 hinzu gekommen sein sollen, die allein verfuegen ueber ein Kapital das dem BIP der Schweiz entspricht!

Der Sozialhaushalt der BRD liegt so bei/um die 40 Mrd.! (Inkl. Verwaltung/Personal und "Schulungen" zur "Rueckfuehrung in die Arbeitswelt)

Die Angestellten und Lohnsklaven die den Damen und Herren der Wirtschaft diese traumhaften Gewinne und Renditen erwirtschaften, die allerdings fuer ihre Leistungen immer weniger erhalten, sollte man am Besten alle auf HartzIV "umstellen" dann muessen endlich wieder alle arbeiten, egal zu welchen Loehnen, zu welchen Konditionen und vor Allem von vornherein ohne jegliche Rechte! Merken sie noch was?

Der neue franz.Ministerpraesident bemerkte zu diesem Trend neulich: "Die deutsche Politik hat Deutschland zum China Europas gemacht!"

Durch Billigstloehne und "Muss-Arbeitsaufnahme" werden die deutschen Konzerne und ihre Produkte kuenstlich konkurrenzfaehig gehalten und schaden so, ganz nebenbei natuerlich auch ihre europaeischen Nachbarn!

  • Antworten
mk samui09.11.2012 | 12:08 Uhr

Schade

Schade das sich die Piratenpartei derzeit so dermaßen selbst blockiert. Ansonsten wäre da in Sachen Grundeinkommen doch sicher eine gute Zusammenarbeit mit der Linken denkbar gewesen.

  • Antworten
PiraTux28.10.2012 | 11:28 Uhr

Verelendung der Massen stoppen

Das sogenannte bedingungslose Grundeinkommen wird nicht nur von den Parteien des linken Spektrums propagiert, sondern auch vom Begründer der dm-Drogeriemarktkette, Gotz W. Werner, heute Honorarprofessor an der Universität Karlsruhe.
Werner verfaßte das Taschenbuch "Einkommen für alle" und ein initiierte ein Interview-Taschenbuch mit dem Titel: "Ein Grund für die Zukunft: das Grundeinkommen".
Dauerhaft wird kein Weg an einer solchen Form der finanziellen Grundversorgung vorbei führen, um die Verelendung großer Teile unserer Bevölkerung zu stoppen.
Wichtig ist jetzt, die Bewußtseinssperre zu durchbrechen und diese Thematik seriös zu diskutieren.
Katja Kipping hat hierzu den richtigen Weg gewiesen. Weiter so!

  • Antworten
Yvonne Walden28.10.2012 | 11:30 Uhr

Grundeinkommen

Alles richtig.
Nur-Menschen können die Regierenden nur in Schach halten, wenn man ihnen gerade so viel gibt, dass sie nicht hungern und frieren müssen.
Sonst machen die Menschen sich noch wirklich Gedanken darum, was um sie rum geschieht, denn dann haben sie ja etwa zu verlieren.
Solange bei LIDL noch was gekauft werden kann und die Fernsehserien pünktlich nach dem Fußball anfangen, ist für die meisten Menschen in Deutschland die Welt noch in Ordnung.
Menschen die Hartz IV bekommen (oder wegen Altersarmut die Grundsicherung) demonstrieren nicht mehr; noch nicht einmal die Menschen, die man heute schon (mit 2.500,00) Euro Brutto, auf die Altersarmut vorbereitet.
Um die Altersarmut zu verhindern, rät man diesen Menschen zu einer Versicherung, für die Versicherung, nach der privaten Versicherung.
Und alles steuerlich absetzbar, damit dann auch die Abzüge zu der gesetzlichen Rente weniger werden.

Viele Grüße
H. J. Weber

  • Antworten
Helmut Josef Weber28.10.2012 | 11:48 Uhr

Sicherlich haben die LINKEN auch schon erarbeitet

wer dafür zu sorgen hat daß das bedingungslose Grundeinkommen zur Verfügung steht,schließlich haben die Sozialisten schon immer großes Interesse daran das Geld anderer Leute so schnell wie möglich auszugeben,schließlich fällt das Geld vom Himmel und muss nicht auf der Erde erarbeitet werden.

  • Antworten
Karin Stutz28.10.2012 | 12:34 Uhr

Wenn das Grundeinkommen eine

Wenn das Grundeinkommen eine ur-linke Idee ist, wieso ist es dann nicht, soweit ich weiß nicht mal ansatzweise, in den ex-sozialistischen Staaten des Ostblocks versucht bzw. eingeführt worden?

Gibt es entsprechende Ansätze auf Kuba oder in Nordkorea?

  • Antworten
Michael Hoffmann28.10.2012 | 16:05 Uhr

Sirenengesang

Wer die linke SED-Diktatur erlebt hat weiß, dass gar nichts bedingungloses verteilt wird. Sogar die obligatorische rote Nelke zum Ersten Mai kostete 50 Pfennig und jeder wurde gezwungen "freiwillig" am Maiumzug teilzunehmen.

Jetzt singt man also eine neue Strophe des alten Liedes von der klassenlosen Gesellschaft und hofft, nach einigen Portionen Kreide, frisch getünchten Pfötchen, ein paar Namenswechseln und einer Westerweiterung das ganze Theater neu aufführen zu können.
Diese Herrschaften hatten 40 Jahre Zeit zu zeigen was sie können und sie haben diese Zeit wirklich genutzt. Die braunen Sozialisten waren noch schneller fertig und das Elend, das diese angerichtet haben, war dafür umso größer. Irgendwann muß man doch mal merken, wann wieder einmal Dummpulver unter das Volk gestreut wird.

Es wird höchste Zeit sich mit dem Geldsystem zu beschäftigen. Dort liegt die Ursache und Lösung aller Ungerechtigkeiten. Danach erst kann man sich mit einem "utopischen Kommunismus" beschäftigen, der übrigens fast vollständig dem Büchlein "Sonnenstaat" des Heiligen Thomas Morus entnommen ist.

  • Antworten
Domingo28.10.2012 | 19:51 Uhr

Bedingungloses Grundeinkommen?

Wie stets, wenn sich Vertreter von Ideologien, insbesondere gescheiterten, zu Wort melden, werden die wesentlichen Erkenntnisse unterschlagen. Vergessen wird vor allem der menschliche Faktor. Es gibt immer großzügige Verdiener, die viel abgeben, es gibt immer ökonomisch Denkende, die sparen und klug wirtschaften - und es gibt die Vielen, die fröhlich das von anderen durch deren Arbeit erwirtschaftete "bedingungslose Grundeinkommen" u.a. in vermutlich Reisen, gefährlichen und teuren Hobbies und ggf. Alkohol und Drogen verpulvern, was eben nicht in den "Kreislauf" zurückfließt. Warum zur Schule gehen, lernen, sich anstrengen, notwendige, wenn auch ungeliebte Tätigkeiten verrichten (ich denke an die Berufe, wo jetzt schon Mangel herrscht), wenn zwei oder drei oder mehr Familienmitglieder üppig alimentiert werden! Und Wohnraum, Infrastruktur und Dinge des täglichen Bedarf gibt es dann preislich gedeckelt und bezuschusst!
Mich würde interessieren, ob es irgendwo auf der Welt in einem ähnlich großen demokratischen Staatswesen wie in Deutschland schon so lange dieses Grundeinkommen gibt, dass Erfolgsstudien vorliegen.
Ich bin für menschenfreundliche, gut ausgestattete Arbeitsplätze, vernünftige Bezahlung, von der man leben kann, steuernfinanzierte Rentenaufstockung und eine Wohnraumpolitik im Gleichgewicht.
Jaja, ich weiß, Utopia lässt grüßen!

  • Antworten
Christin30.10.2012 | 22:28 Uhr

Streitschrift, Pamphlet: Grundeinkommen mit links!

Katja, mit deiner Streitschrift zeigst Du wieder mal wie klar und sanft zugleich eine modernes Pamphlet gefasst wird um mit links was Neues hoffentlich zu verwirklichen. Ohne Susanne Wiests Vorstoss und Ralph Boes's Hunger-Aktion seines Brandbriefes ist eine wirklich neue Politik gar nicht vorzustellen. Ihr seid der Neue sanfte Hammer! Einfach toll, bin begeistert.RE

  • Antworten
Robin Eaton31.10.2012 | 02:31 Uhr

Ihr seid der Neue sanfte Hammer!

Mit Gummihammer und Plastiksichel wird es also endlich klappen.

  • Antworten
Domingo31.10.2012 | 18:07 Uhr

Her mit politischen Placebos

Nette Phantasien, kämen mir auch gelegen -aber, um den Preis jeglicher Realitätsverlustes*. Es ist wie mit der Homöopathie, da glauben eigentlich gut gebildetet, intelligente Menschen auch, dass dies eine funktionierende Heilmethode sei, weil sie nicht darüber nachdenken, wie das denn alles funktionieren soll.
Es sind ja nicht nur die Zahlen, es bedeutet auch vielfältige strukturelle Veränderungen:
Da werden plöztzlich die Kinder nicht mehr betreut, weil mehr als 10% der Erzieherinnen in den mesit eh schon unterbesetzten Kitas den Säckel hinschmeißen und lieber erst mal vom Grundeinkommen leben..., während die Müllabfuhr erst gar nicht mehr funktioniert, einzelne Firmen plötzlich Arbeitskräftemangel haben, Einahmen sinken...etc.
” Enjoy the fantasy, the fun, the stories, but make sure that there’s a clear sharp line drawn on the floor!" (J. Randi) - denn man braucht jede Menge Realitätssinn, um das tollste Konzept umuzusetzen.
Die Zeiten der Utopien sind nun mal vorbei, und das ist gut so; denn damit löst man keine Probbleme, aber u.a. die Linke versicht das Utopiebedürfnis, derjenigen, die sich nicht verabschieden mögen zu bedienen.

  • Antworten
Carlo Siemers04.11.2012 | 12:26 Uhr

Bedingungsloses Grundeinkomen

Es ist machbar, scheitert aber bisher an ein paar Hohlköpfen, die nur immer an sich selbst denken, nichts abgeben wollen. Denn natürlich fände eine Umverteilung statt, an die man sich gewöhnen wird.
Der Mensch nicht arbeiten??? Der normale Mensch will immer etwas Sinnvolles tun, es liegt in den Genen.
Leider liegt auch hier wieder die Wurzel allen Übels bei NWO. In den Medien und bei den gleichgeschalteten Politikern wird das Thema bewusst unterdrückt, denn sie wollen von ihrer Macht nicht lassen. Die größten Bremser sind die Ponerologen, die sich krankhaft an die Macht des Geldes klammern.
Die LINKEN sollten das BGE zu ihrem Hauptthema machen, der Rest ergibt sich.
Vermutlich kommt es so wenig wie der ewige Frieden.
Gruss
Tyll Ruhtenberg

  • Antworten
Tyll Ruhtenberg01.11.2012 | 21:02 Uhr

Ohne Mehrheit kein Erfolg

Weder in der Vergangenheit, noch in den nächsten 10 Jahren wird es für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland keine Mehrheit geben.
Für eine tatsächliche Änderung eines gesellschaftlichen Umdenkens, müsste eine politische Krise voraus gehen. So lange es eine Mehrheit gibt, der es einigermaßen gut geht, die der CDU und SPD eine Mehrheit ermöglicht, ist an ein wirkliches bedingungsloses Grundeinkommen nicht zu Denken. Ihr könnt euch z.Zt. jedoch, alle Träumerei Sparen.

  • Antworten
Ottoaktiv23.11.2012 | 14:27 Uhr

Leider fehlt in dem Artikel vieles

Ich bin grundsätzlich nicht gegen das bedingungslose Grundeinkommen für jedermann, allerdings werden in dem Artikel wieder nur wirtschaftspolitische Einwände behandelt und teilweise entkräftet (wobei alles auf Vermutungen beruht, da in Realität so ein Modell noch nie getestet wurde).

Was ist aber mit sozial- und arbeitspolitischen Einwänden wie bspw. die von Carlo Siemens weiter oben: "Da werden plöztzlich die Kinder nicht mehr betreut, weil mehr als 10% der Erzieherinnen in den mesit eh schon unterbesetzten Kitas den Säckel hinschmeißen und lieber erst mal vom Grundeinkommen leben..., während die Müllabfuhr erst gar nicht mehr funktioniert, einzelne Firmen plötzlich Arbeitskräftemangel haben, Einahmen sinken...etc."

Von dieser Sorte lassen sich zig weitere Pferdefüße des Grundeinkommens konstruieren - daher glaube ich nicht, dass es wirklich eine Verbesserung der Lebensverhältnisse zur Folge hätte. Ich denke momentan (ich lasse mich wie gesagt gerne vom Gegenteil durch gute Argumente überzeugen), dass das Grundeinkommen durch erhöhte Inflation und Leistungsabfall in der wirtschaftlichen Produktion weitgehend neutralisiert würde bzw. sogar eine allgemeine Wohlstandsverringerung zur Folge hätte.

  • Antworten
Jonas Krauß08.12.2012 | 17:00 Uhr

Meine Visionen

Mir fehlt in den ganzen Ausführungen über das Thema BGE die Feststellung, das man ein BGE nicht isoliert in Deutschland einführen kann, wo sich sonst jeder europäische Faulpelz hinsehnte.
Warum also wird dieses Thema nicht international (zumindest auf Europaebene)von den Linken angegangen?
Leider hat mich das Leben gelehrt, das die meisten Menschen doch zu Faulheit und Gier neigen; so bezweifle ich, das ein BGE jemals hoch genug für die Emfänger oder niedrig genug für die Reichen erscheinen wird.
Die wahre Befreiung der Menschen findet im Kopf statt.
wo man schon heute als sogenannter "Armer" durchaus gut in Deutschland leben könnte, wäre da nicht die Gier nach immer mehr. Z.B. Müsste die Teilhabe am kulturellen Leben eigentlich nichts kosten, würde man sich öfter mit den Nachbarn zum Feiern treffen. Klönen,Trinken,gemeinsam Singen-wunderbar.Aber heute braucht es mehr, um die Massen zu befriedigen. Diese Vergnügungsindustrie würde mit dem BGE subventioniert, würde wuchern und immer mehr Leute davon abhalten, doofe Arbeit zu verrichten.
Mein Appell: Befreit euch von den Geldsorgen durch Erlernen von Sparsamkeit und Verzicht.

  • Antworten
Nicola03.01.2013 | 16:58 Uhr

BGE

Ich bin für das BGE europaweit von ca. 1.000,-- € pro Monat. Renten-, Arbeitslosengeldzahlungen, Grundsicherung, BAföG, Kindergeld würden dann wegfallen. Für jedes Kind würde ich eher für 250,-- €pro Monat plädieren, weil wir sonst im Kinderwahn ersticken würden. Es wäre wieder freie Berufswahl möglich und Arbeit wird höher bewertet werden. Man würde nicht mehr für jeden Niedriglohn zusätzlich arbeiten. Es könnte auch mehr ehrenamtliche Tätigkeit gemacht werden wie zum Beispiel Vereinsarbeit oder mit alten Menschen Freizeit verbringen, die in Altersheimen zu vereinsamen drohen. Die normale Arbeit darf dann auch nicht mehr stressen. Man sollte sich auf der Arbeit mehr Zeit nehmen, anstatt unter ständigem Stress und Zeitdruck zu arbeiten. Man könnte ja mal eine Probephase für ein Jahr mit dem BGE ausprobieren. Wenn es nicht läuft, kann man immer noch wieder die alten Gesetze gelten lassen.

  • Antworten
Marika Christiansen30.04.2013 | 21:10 Uhr

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