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Berliner Republik

Die SPD und die K-FrageEs kann nur Eine geben

Von Marion Kraske22. August 2012
picture alliance
hannelore_kraft,rosen,wahlkampf,mutti
Mit Mutti-Image ins Kanzleramt?
Schrift:

Hannelore Kraft ziert sich. Dennoch ist die Landes-Mutti aus NRW die einzige, die den Kampf mit Angela Merkel aufnehmen könnte. Sie zieht ihre Kraft vor allem aus dem gescheiterten Konzept der SPD-Troika

Seite 1 von 2

Es gibt gute Gründe, Hannelore Kraft nicht zu mögen: Dieses angestrengt Muttihafte,  dieses kumpelig Anbiedernde, das sie bisweilen so demonstrativ vor sich herträgt. Vor allem aber: Dieser wandelnde Populismus auf zwei Beinen, der einem da  entgegen kommt.  Im zurückliegenden NRW-Wahlkampf sülzte es auf den SPD-Plakaten inhaltsfrei von „NRW im Herzen“, selbst für einen flotten Spruch mit Currywurst war sich die Sozialdemokratin vor lauter Volksnähe nicht zu schade. Und auch bei harten Themen kann man bei Kraft längst nicht alles ernst nehmen.

Einerseits versichert sie nur allzu gern, man habe die Einhaltung der Null-Schulden-Grenze bis 2020 fest im Blick. Andererseits hat sie die Neuverschuldung des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in schwindelerregende Höhen getrieben. Insgesamt hat NRW mittlerweile 131 Milliarden Euro Schulden angehäuft, Krafts Nachtragshaushalt  2010 stoppten Verfassungsrichter - ein bislang einmaliger Akt in der Geschichte der Bundesrepublik. Manchmal fragt man sich, ob es ihr egal ist, dass sie so erfolgreich an Ihrem Image als blindwütige Schuldenkönigin bastelt.  So lange nur die Zustimmung des Volkes sie von Erfolg zu Erfolg trägt.

[gallery:Die SPD sucht einen Kanzlerkandidaten – das Casting in Bildern]

Die gelernte Ökonomin ist daher nicht eben das, was man eine astreine Wahl nennen würde. Und doch ist Hannelore Kraft ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl die schärfste Waffe der SPD. Das liegt freilich nicht an eigener Stärke. Es liegt vielmehr an der Schwäche der übrigen Protagonisten, vorneweg am öden Kandidaten-Trio Steinbrück-Steinmeier-Gabriel.

Nur zur Erinnerung: Die drei waren angetreten, um die unterschiedlichen Profile der Partei in ihrer ganzen Bandbreite zu nutzen, um dann, in einem zweiten Schritt, den Kandidaten im Kampf ums Kanzleramt zu präsentieren. Wie Kai aus der Kiste sollte der SPD-Phönix daher kommen, als Überraschungs-Feger, um die eiserne Angela vom Thron zu wehen.

Das Problem ist nur: Was ursprünglich als strategische Glanzleistung gedacht war, erweist sich mehr und mehr als Totgeburt. Zu konturlos die Kandidaten, zu gering bislang ihre Fähigkeit, sich aus dem Feld der beiden Mitkonkurrenten positiv abzuheben. Statt in Profilschärfung ergehen sich die drei - neben der argwöhnischen Betrachtung der Konkurrenten - im nichtssagenden Einerlei. Steinbrück-Steinmeier-Gabriel sind zu einer langweilenden, kaum unterscheidbaren Masse geworden. Sie sind die Tick, Trick und Tracks der deutschen Politik.

Das Manko der Troika spiegelt sich auch in jüngsten Umfragen wider. Frank-Walter Steinmeier und der ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück liegen in der Wählergunst nah beieinander, sie erreichen Werte um 30 Prozent. Lediglich SPD-Chef Sigmar Gabriel kommt abgeschlagen auf nurmehr 17 Prozent  - und ist damit wohl endgültig  aus dem Rennen. Wenigstens eine Entscheidung, die das schlappe Trio bislang zuwege brachte. 

Vor allem im Hinblick auf eine mögliche Schwächung von Schwarz-Gelb hat sich das Kandidaten-Gespann allerdings bislang kaum bewährt. In  Fragen rund um die Eurokrise, beim Rettungsschirm ESM und dem europäischen Fiskalpakt stellte sich die SPD in den vergangenen Wochen demonstrativ hinter die Regierung. SPD-Chef Gabriel sprach von notwendigen „Notoperationen“.

Auf der folgenden Seite: Die SPD-Troika bleibt blass. Zeit für einen echten Kandidaten

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Warum kommt bei all diesen

Warum kommt bei all diesen Diskussionen der Name Olaf Scholz (1. Bürgermeister HH) nicht vor? Er hat sich in der Finanzkrise 2007/2008 bewährt, ist Wahlsieger und steht für das realistisch soziale in der SPD!

  • Antworten
Schulz-Wimmer23.08.2012 | 07:21 Uhr

Kraftvoll im Ton, kraftlos im politischen Tagesgeschäft

Entgegen der Ansicht von Frau oder Herrn Schulz-Wimmer bin ich beileibe nicht der Meinung, daß Olaf Scholz, der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, als Kanzlerkandidat der SPD geeignet wäre.
Scholz war bekanntlich Minister innerhalb der Regierung Schröder-Fischer, ebenso wie Steinmeier.
Während Steinmeier sich von den vielen Fehlentscheidungen während seiner Zeit als Staatsminister im Bundeskanzleramt distanziert hat, hört man solche Töne von Olaf Scholz bisher nicht.
Scholz war im übrigen derjenige, der sich für eine Streichung des Staatsziels "Demokratischer Sozialismus" aus dem SPD-Parteiprogramm stark gemacht hat und diese Streichung schließlich durchsetzen konnte.
Scholz ist - wie Gerhard Schröder und Wolfgang Clement - ein "Genosse der Bosse", also ein "rechter" Sozialdemokrat, der sich eher für Großunternehmen und Unternehmensführer einsetzt als etwa für sozial Schwache oder Arbeitslose.
Deshalb nochmals: Ein Kanzlerkandidat Olaf Scholz wäre ein totaler Fehlgriff für die SPD und würde - anders als in der großbürgerlichen Hansestadt Hamburg - am Ende kläglich scheitern.
Vielleicht würde er durch ein solches Scheitern erkennen, daß er auf falsche Pferd gesetzt hat, wenn er glaubt, sich nur auf Gutsituierte stützen zu können.
Im Gegensatz zu Scholz setzt sich etwa Hannelore Kraft zumindest verbal für die sozial Schwachen und Arbeitslosen ein. Sie kommt selbst aus einer Arbeiterfamilie, aber einen solchen Bundeskanzler hatten wir bereits: Gerhard Schröder.
Seine heutige Gesinnung steht seiner Herkunft diametral entgegen. Hoffen wir also, daß Hannelore Kraft, wenn sie denn Bundeskanzlerin wäre, nicht ebenso durch Charaklerlosigkeit glänzt.....

  • Antworten
Yvonne Walden23.08.2012 | 12:56 Uhr

Hanelore Kraft

In Berlin bleibt auch Kraft kraftlos

Bei der nächsten Bundestagswahl kommt es nicht darauf an, wer sie gewinnt sondern ob sie Voraussetzungen dafür erfüllt, daß Deutschland danach eine gute Politik geboten bekommt - auf jeden Fall eine bessere als in den letzten Jahren.
Wenn die Wahl eine Rudi-Carell-Show wäre, könnte man ja heiter hoffen: "Laß Dich überraschen !" Die Wahrscheinlichkeit dagegen, daß Frau Kraft ehrlicher und kompetenter arbeien wird als Frau Merkel, ist gleich null. Gott hat die Guten nicht in Mühlheim a.d. Ruhr und die Schlechten in der Uckermark ausgesäht. Charakterlich und von der Sympathie her: beide gleich - gut. Und über politische, vor allem wirtschaftliche Kompetenz verfügen beide nicht - woher auch ? Frau Kraft wird nachts - wie Frau Merkel - ihre Berater anrufen; Kraft vielleicht Peter Bofinger, so wie Merkel Josef Ackermann. Bofinger und Ackermann haben wir aber schon lange; deren Nutzen für das deutsche Volk erleben wir gerade. Was kann da durch Kraft besser werden ?
Seien wir optimistish: Wenn schon nicht besser als Merkel so ist sie weniger gefährlich als "Bullshiet-Steinbrück", lustiger als Hamburg-Mannheimer-Vertreter Steinmeier und weniger peinlich als der Posounnenengel Gabriel.Und wem das noch nich optimistisch enug ist: Vielleicht taucht ja doch einmal ein Fachmann oder ein Fachfrau auf. Der/die muß dann nich blond sein, darf Richard Wagner für einen Bademeister von Rügen halten, und noch nie mit dem - wirklich - sympathischen hina-Experen Helmut Schmidt Schach gespielt haben - mit schwarzen und roten Figuren -, dafür aber versehen. wie Währung funktioniert.
Es wird schon werden ...
Günter Woltmann
A:NP ARBEITGGEMEINSCHAFT : NEUE POLITIK

  • Antworten
Günter Woltmann-Zeitler23.08.2012 | 21:11 Uhr

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