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 > Die Linke hat ihren Zenit überschritten

Berliner Republik

WählergunstDie Linke hat ihren Zenit überschritten

Von Manfred Güllner19. April 2012
picture alliance
Die Linke, 5-Prozent-Hürde, Wählerumfragen, Oskar Lafontaine
Wählerstimmen auf dem Weg zur 5-Prozent-Marke: Ist bald Schluss mit der Linken?
Schrift:

In der Linken ist nach dem Rücktritt von Gesine Lötzsch der Führungsstreit ausgebrochen. Ein weiteres Zeichen für den Abstieg der Linken, die in Wahlumfragen der 5-Prozent-Hürde immer näher kommt

Seite 1 von 2

Nach dem Rücktritt von Gesine Lötzsch und dem dadurch entstandenen Führungsvakuum an der Spitze der Linkspartei wird darüber diskutiert, ob der durch diesen Rücktritt schon vor den bevorstehenden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ausgelöste Führungsstreit dem Ansehen der Linkspartei schadet oder nicht.

Natürlich trägt ein Kampf um Führungsposten in einer Partei generell nicht dazu bei, bei den Bürgern Sympathien zu gewinnen. Insofern mindert die jetzt in der Linkspartei ausgebrochene Diskussion die Präferenzen für die Linke weiter und bringt die Partei in die Nähe der 5-Prozent-Marke. Mit aktuell 7 Prozent der Wahlwilligen im neuen Stern-RTL-Wahltrend liegt die Linke somit weit unter ihrem Anteil bei der Bundestagswahl im September 2009, als sie gut 12 Prozent der gültigen Stimmen erhielt.

Doch die nach dem Rücktritt von Lötzsch zu registrierende Sympathie-Delle ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass die Linke ihren Zenit in der Wählergunst wohl endgültig überschritten hat.

So nimmt ihre Kernwählerschaft – das waren und sind die Bürger in den neuen Bundesländern, die sich als Verlierer der Einheit fühlen – zwar langsamer als von vielen auch akademischen Wahlforschern kurz nach der Wiedervereinigung vermutet, aber doch stetig ab. Und bei den Wahlen, die seit 2009 im Gebiet der ehemaligen DDR stattgefunden haben – Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Ost-Berlin – brach die Linke im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 drastisch ein.

In Sachsen-Anhalt erhielt die Linke bei der Landtagswahl 2011 nur noch 235.000 Stimmen, nachdem sie 2009 bei der Bundestagswahl noch von fast 350.000 Wählern gewählt wurde. Das entspricht einem Wählerschwund von 39 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern erhielt die Linke bei der Landtagswahl 2011 128.000 Stimmen weniger als 2009 und fiel von 252.000 auf 124.000 Stimmen (ein Wählerschwund von 49 Prozent). Und in Ost-Berlin, eine ihrer einstmaligen Hochburgen, ging die Zahl der Wähler von 238.000 bei der Bundestagswahl 2009 um 105.000 auf 133.000 zurück (ein Wählerschwund von 44 Prozent).

Lesen Sie weiter über die Situation der Linken in den alten Bundesländern...

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Eine Linke links von der SPD ist wichtig!

Wichtig waren halt immer die "Ostaligie", die Schrödersche Agenda mit den Hartz-Gesetzen (der Name ist respektlos gegenüber den Betroffenen) und auch Oskar L. mit seinen durchaus vorhandenen Anhängern im Wahlvolk.

Dieses alles ist etwas wenig geworden, nichtsdestotrotz sehe ich eine gute Chance dieser Partei neben der doch eher bürgerlichen SPD auch auf Dauer, sie muss eigentlich nur die "Altlasten" endlich loswerden!

  • Antworten
Konrad B.19.04.2012 | 12:09 Uhr

Denen fällt nichts mehr ein:

Die Linke und die FDP. Vielleicht kommt irgendwann wieder eine Zeit in der sie gebraucht werden, momentan haben beide Parteien nichts zu sagen.

  • Antworten
robert19.04.2012 | 13:29 Uhr

Es scheint,

als hätten einige Leute das Denken wieder selbst übernommen.
Frau Lötzsch hätte bei ihrem Rückzug auch gleich die ganze Partei mitnehmen sollen.

  • Antworten
Mauermer19.04.2012 | 13:46 Uhr

Ja, das hättet ihr gern ...

... ihr neoliberalen Schreiberlinge, da ist der Wunsch wohl der Vater des Gedankens.
Es gibt keinen Streit um die Führungsposition bei den Linken, und es bedarf für die tägliche politische Arbeit nicht unbedingt bis zum Parteitag ein Führungsduo. Es gibt in allen Landesteilen gute Kandidaten für die Landtagswahlen und mit Katharina Schwabedissen (NRW) sogar eine hervorragende. Die Linke wird auch in NRW wieder in den Landtag einziehen, weil sie die einzige soziale Partei ist.

  • Antworten
J. Ziskoven19.04.2012 | 13:47 Uhr

LINKE

Also ich halte es ehrlich gesagt für eine Frechheit. In allen Umfragen liegt die LINKE stabil über 5%. Im Gegensatz zur FDP, die abschmiert. Zweimal waren sie bei Güllner 5%. Selbst die Piraten waren kurz vor der Saar-Wahl bei 7-6%. So oft hat man die Linke niederschreiben und niederkommentieren wollen. Doch nischt is! Einige Interpretationen irrlichtern gewaltig. In der ZEIT ist die Rede von der LINKEn als heißerem Kandidaten als der FDP für ein Verschwinden. Und in der SZ glaubt man, dass nicht die FDP, nein, die LINKE die größte Verlierin der NRW-Wahl werden könne. Irgendwie passen Realität und Wort nicht aneinander. Wenn man sich bei den Medien mal auf die Inhalte, statt auf Personaldebatten einließe, wäre das Bild in den Medien ein anderes. Die Frage lautet: wollen die Medien das überhaupt oder will man die LINKE am liebsten weghaben? Wieso stürzen sich die Redaktionen derart auf Debatten ums Personal, nicht auf Inhalte und ähnliches? Nur gut, dass nicht alle Medien derart agieren.

  • Antworten
Noack 19.04.2012 | 20:26 Uhr

Statistik-Alchemie

So wie in diesem Artikel mit Statistik umgegangen wird, ist es wissenschaftlich und journalistisch nicht korrekt. Deshalb kann mich dieser Artikel weder überzeugen, noch ist der Informationsgehalt relevant.
Es ist ja doch schon recht ungewöhnlich, die absoluten Zahlen von Wählern im Vergleich zu den Wahlberechtigten zugrunde zu legen. Tut man es bei fast allen anderen Parteien ebenso, so sinken die absoluten Wählerstimmen auch rapide. Besonders natürlich bei der FDP, aber auch bei SPD und CDU (letztere besonders im Saarland trotz prozentualer Zugewinne, die in den Medien wie ein überragender Sieg gefeiert wurden).

Grund ist, dass die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl deutlich höher war, als sie es im Allgemeinen bei vielen Landtagswahlen ist - erst recht wenn diese nicht zeitgleich mit Bundestagswahlen stattfinden. Hier werden also, wie so oft beim Cicero, die berühmten Äpfel mit Birnen verglichen.

Schlussendlich kann ich dem Artikel also nicht entnehmen, ob die Linke sich tatsächlich in einer Krise befindet, da die hier angeführten Statistiken und damit hier die wesentlichen Argumente, in ihrer Darstellung nicht einmal dem heutigen Abitur-Niveau entsprechen dürften. Schade!

  • Antworten
gth19.04.2012 | 21:28 Uhr

Tradition

Würde mich wundern, wenn die Linke als Nachfolge DDR völlig verschwindet.

  • Antworten
Letis19.04.2012 | 23:17 Uhr

Die Stunde der Linkspartei ist noch nicht gekommen

Die große Bevölkerungsmehrheit hat das kapitalistische System und dessen Auswirkungen offenbar noch immer nicht hinreichend durchschaut.

Was muß denn noch geschehen, damit wir "Habenichtse" begreifen, daß diejenigen mit dem großen Geld zu ihren Gunsten die Finanzwelt steuern, zu Lasten der Allgemeinheit.

Die Reichen und Superreichen werden bekanntlich immer noch reicher, während die Einkommen der großen Mehrheit unserer Bevölkerung im Vergleich dazu stagnieren oder gar rückläufig sind - aufgrund der massiven Preissteigerungen bei Gas, Strom und den Kraftstoffpreisen an der Tankstelle.

Es ist doch nicht das griechische Volk, das für die drohende Staatspleite verantwortlich ist.
Es sind vielmehr die Finanzspekulanten ("Heuschrecken"), die das Finanz- und Währungssystem kollabieren lassen möchten - und dabei auch noch riesige Profite machen. Es werden Wetten auf Staatspleiten abgeschlossen - perverser geht`s wohl kaum noch!

Warum Die Linke dies alles nicht immmer wieder klar und deutlich zur Sprache bringt, ist mir unerfindlich.
Allerdings hat Die Linke keine ihr wohlgesonnene Presse, wie etwa die etablierten Parteien CDUSPDCSUFDP.

Diese etablierten Parteien stützen - gemeinsam mit der Konzernpresse der Unternehmen Springer & Co. unser kapitalistisches Gesellschafts- und Wirtschaftssystem - Die Linke möchte dagegen einen sozial-gerechteren Demokratischen Sozialismus.

Und genau davor haben diejenigen, die heute mit ihrem Großen Geld das Steuer in der Hand halten, gehörig Angst.
Aber Erkenntnisse wachsen, zuweilen äußerst langsam, aber kontinuierlich.
Deshalb hat es eine neue Führung bei der Linkspartei durchaus in der Hand, zu neuen Ufern zu gelangen - und zu deutlich mehr Zuspruch bei den Wählerinnen und Wählern, denen die Erkenntnis irgendwann "wie Schuppen von den Augen fällt".

  • Antworten
Yvonne Walden20.04.2012 | 12:34 Uhr

den gibt es nicht, ...

den demokratischen Sozialismus. Sozialismus und Freiheit schließen sich schlicht gegenseitig aus - es sei denn, alle anders Denkenden und nicht Umerzogenen wären eliminiert worden. Ansätze dazu gab es ja schon genug. Opfer auch.
Niemand hat das Recht, mir seine von Menschen erdachte Ideologie aufzuzwingen, und wenn er/sie es doch versucht, habe ich jedes Recht, mich mit allen Mitteln zu wehren. Kapitalismus ist keine Ideologie, sondern ein Kampfbegriff. Und eine Wirtschaftsordnung, die der menschlichen Natur wohl am nächsten kommt. Kapitalismus resp. Marktwirtschaft ist per se nicht schlecht, die gelebte Intention dahinter ist ausschlaggebend: «right or wrong – my country» oder «Nobis bene, nemini male!» („Uns wohl, niemand übel!“, s. Hamburg Nobistor)

  • Antworten
Richard Curre21.04.2012 | 10:12 Uhr

stop-ESM unterzeichnen

Hier unterzeichnen:

http://www.stop-esm.org/home

  • Antworten
Andeas Wasert20.04.2012 | 20:14 Uhr

Es ist die einzige Alternative derzeit

An sich müsste jeder Partei im Sinne des Grundgesetes und des Volkes handeln, doch das tun unsere Blockparteien allesamt nicht. Die FDP fällt nun weg? Und? CDU/CSU sind exakt dasselbe und Rot/Grün trägt das alles mit, hat es letztlich ja sogar gestartet.

Die Linke geht unter? Sicherlich. Die gesamte Medienlandschaft tut ihr Bestes dazu. Keinerlei Diskussion über Inhalte, keinerlei Diskussion über die Bundestagsdebatten, in denen gerade die Regierungsparteien von der Linken immer wieder mit Fakten vorgeführt werden. Keinerlei Diskussion über SPD und Grüne, die exakt wie die Linke daherrede, aber dann das Gegenteil tun und natürlich nur miteinander für schwarzgelbe Politik ins Bett steigen oder halt gleich mit der CDU, wodurch natürlich kein einzige Punkt des achso linke Wahlprogramms umgesetzt werden kann.

2 Billionen Euro Verschuldung (bei gleichzeitig über 4,7 Billionen Euro Privatvermögen (66%) beim reichsten Dezil der Bevölkerung), Niedriglöhne, für ein Land wie Deutschland katastrophale Gesundheits- und Bildungspolitik, aussschweifende Korruption und eine Eurokrise und Finanzdiktatur, die jedes Jahre schlimmer wird, weil das System es verlangt.

Klar, die Linke geht unter und wir damit, denn es ist derzeit die einzige Alternative, denn neben der alternativlosen Fahrt in den Abgrund gibt´s ja nur noch die Piraten, doch die Sitzen im Speisewagen und twittern.

Aber mir soll es recht sein. Ich kenne die Geschichte der Menschheit, der Untergang von Gesellschaften ist da völlig normal und geschieht immer aus demselben Grund: Ignoranz.

  • Antworten
seyinphyin22.04.2012 | 02:54 Uhr

Es ist die einzige Alternative derzeit

Super Kommentar, seyinphyin! Traurig das Ganze..

  • Antworten
Marie24.04.2012 | 23:36 Uhr

Güllner

Ist Güllner nicht der Bursche, der mit seinen Wahlprognosen regelmäßig daneben liegt?
Dieses Land braucht die LINKE, es ist die zur Zeit einzige sozialdemokratische Partei in Deutschland.

  • Antworten
Indigo23.04.2012 | 16:55 Uhr

Geschichte

Das ist der Witz der Geschichte, dass wir eine Einheitspartei (CDU/CSUFDPSPDB90/G) haben - und die Linke.

  • Antworten
gth27.04.2012 | 16:40 Uhr

Die eigentliche Frage ist,

Die eigentliche Frage ist, geht die Zeit an der Linken vorbei und wir mit ihr oder ist es nicht umgekehrt? Wir klammern uns an etwas fest, das faktisch zum Untergang verdammt ist. Die Linke fordert uns zum Loslassen und Abspringen auf und wir sehen Sie in der Ferne entschwinden, im Glauben, sie fallen - dabei sind wir es.

Kein System der Welt, dass die Aufspaltung der Gesellschaft in Arme und Reiche praktizierte hat je überlebt, in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht. Und daran wird sich auch niemals etwas ändern, ganz egal wie man es nennt oder hinter welchen Lügen man es versteckt.

Gemeinsam leben oder getrennt sterben.

  • Antworten
seyinphyin19.05.2012 | 05:07 Uhr

@seyinphyin

Ein vielleicht doch schmerzhaft treffender Vergleich, danke!

  • Antworten
gth30.05.2012 | 23:10 Uhr

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