(picture alliance) Das bisschen Haushalt macht sich bekanntlich von allein

Hausfrau, Hoeneß, Hausarbeit - Mit Frauen geht alles besser

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau. Was Freitagskolumnist Til Knipper lange schon ahnte, haben die Ökonomen dank einer Studie jetzt schwarz auf weiß. Ehemänner sind die solideren Wirtschafter, das wissen wir spätestens seit Uli Hoeneß

In ökonomischen Studien werden oft Dinge herausgefunden, die man schon vorher wusste. Jüngstes Beispiel ist eine Untersuchung von Nikolai Roussanov und Pavel Savor von der Wharton Business School, die festgestellt haben, dass Unternehmen, die von unverheirateten Vorstandschefs gelenkt werden, 69 Prozent höhere Investitionen tätigen als solche, an deren Spitze ein Ehemann steht. Folge: Die Ergebnisse der verheirateten Bosse sind weniger volatil als die der Ledigen, die wesentlich heftigere Ausreißer nach oben und nach unten haben. Das ist nicht so überraschend, denn, abgesehen von der Bankenwelt gilt in der so genannten Realwirtschaft weiterhin die Regel: Je höher die mögliche Rendite, desto größer das Risiko.

Auch der Volksmund hätte den Herren Roussanov und Savor bereits vor ihrer Studie das Ergebnis mitteilen können, weiß er doch schon seit langem: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke (Ehe-)Frau. Sprich: Rücken freihalten, Sicherheit geben, als Ratgeberin fungieren und dadurch konstante Erfolge ermöglichen und putzen. Dass Frauen letzteres häufiger machen, also mehr Zeit in die Hausarbeit investieren – wir ahnten es bereits –  hat Leslie Stratton, Forscherin an der Virginia Commonwealth University, jetzt noch mal wissenschaftlich untersucht. Ob es daran liegt, dass die Frauen weniger verdienen als ihre Männer, oder daran, dass bei Letzteren die Toleranzschwelle gegenüber Dreck einfach höher ist, bleibt offen.

Für einen Bayern-Fan wie mich ( Ich weiß gar nicht, ob ich im Rahmen dieser Kolumne schon mal erwähnt habe, dass ich ein Anhänger des Champions League Siegers 2012 (Sorry, Chelsea!) bin) ist es ohnehin nicht überraschend, dass nur die Ehe konstante Erfolge garantiert – bevorzugt Uli Hoeneß doch schon seit Jahren gestandene Ehemänner wie Lothar Matthäus, Oliver Kahn, Philipp Lahm oder Franck Ribery. Dass einige von Ihnen auch hin und wieder auswärts unterwegs sind macht nix, weil Groucho Marx eine Variante des obigen Zitats zugesprochen wird: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau und dahinter steht seine Gattin.“

Lesen Sie im zweiten Teil, warum unserem Kolumnisten nur eine Woche bleibt, um eine heiratsfähige Frau zu finden

Man darf es aber auch nicht übertreiben hat der Economist in einem Gespräch mit dem Gründer des Private Equity-Unternehmens Better Capital, Jon Moulton, herausgefunden. Aus Sicht des Investors sollte ein Vorstandsboss zum zweiten Mal verheiratet sein. Als Begründung gibt Moulton ganz schlicht Erfahrung an. Möglicher Erklärungsansatz: Die Alimentationsansprüche aus erster Ehe zwingen solche Chefs dazu, härter zu arbeiten. Noch mehr Ehen zeugen dagegen von einem zu sprunghaften Charakter.

In den USA haben diese und andere ähnliche bahnbrechende Studien dazu geführt, dass mittlerweile bei jeder Krise und jedem Skandal reflexartig argumentiert wird, mit mehr Frauen in den richtigen Positionen wäre dies nicht passiert, siehe Finanzkrise oder erst vor wenigen Tagen den Prostitutionsskandal des Secret Service im Vorfeld von Präsident Barack Obamas Staatsbesuch in Kolumbien, als sich einige amerikanische Personenschützer so weit weg von zu Hause wohl etwas zu sicher fühlten.

Es mag sein, dass die Anwesenheit einiger Secret-Service-Agentinnen sich disziplinierend auf die männlichen Kollegen ausgewirkt hätte, aber ich bezweifele doch den langfristigen Erfolg einer solchen Strategie. Denn, Achtung, eine letzte Binse, um die sich vielleicht mal ein Ökonom kümmern könnte: Frauen sind auch nur Menschen, siehe dazu auch den passenden Clip aus der Daily Show.

Nächste Woche an derselben Stelle: Warum ledige Single-Kolumnisten deutlich gewagtere Thesen aufstellen als ihre verheirateten Kollegen. Bis dahin muss ich jemandem zum Heiraten finden.

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