Angela Merkel und Host Seehofer sitzen nebeneinander. Seehofer runzelt die Stirn und fasst sich mit dem Daumen an die Augenbraue.
Paarlauf war gestern, die Eiszeit zwischen Merkel und Seehofer besteht weiter / picture alliance

Streit in der Union - Die Mär von der Versöhnung

Angela Merkel wird nicht am kommenden Wochenende beim CSU-Parteitag auftreten. Trotzdem loben Kommentatoren das angeblich verbesserte Verhältnis zwischen der Kanzlerin und Horst Seehofer. In Wahrheit bleibt die Lage der Schwesterparteien prekär

Autoreninfo

Christoph Schwennicke war bis 2020 Chefredakteur des Magazins Cicero.

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Es ist, zugegeben, ein etwas schwieriges Gedankenexperiment, aber man stelle sich für einen Moment vor, Angela Merkel und Horst Seehofer seien, sagen wir: Mandy Wötzel und Ingo Steuer. Also ein erfolgreiches Paar im Eiskunstlauf. Eiskunstlaufpaare sind bekanntlich selten echte Liebespaare, sondern knallharte Zweckbündnisse, wie Merkel und Seehofer. Stellen wir uns weiter vor, es würde bekannt, das Traumpaar Merkel-Seehofer hätte sich so zerstritten, dass es nicht mehr gemeinsam aufs Eis möchte, kein Auftritt mehr Hand in Hand, Arm in Arm vor Publikum, keine Pirouette mehr unter den Augen der Fans. Kein Sportreporter der Welt käme auf die Idee, diesem Paar, und sei es noch so begnadet, bei der nächsten Weltmeisterschaft die Goldmedaille vorauszusagen. Denn wer nicht gemeinsam tanzt auf dem Eis, gewinnt auch keine WM. So einfach ist das.

Im Eiskunstlauf. Und eigentlich auch in der Politik, wo die großen Parteitage die Arenen des Schaulaufs sind.

Wohlmeindende Kommentare trotz Krise

Angela Merkels Partner auf dem politischen Eis, eben jener Horst Seehofer, hat nun verkündet, man sei sich nach dem Streit um die Flüchtlingspolitik wieder „in vielen Punkten näher gekommen“. Und wie von ihm erwünscht, entstehen darüber flächendeckend Schlagzeilen von der Aus- beziehungsweise Versöhnung zwischen Merkel und dem CSU-Chef, nebst wohlmeinenden Kommentaren.

Das ist nun entweder eine Meisterleistung der Spindoktoren in Berlin und München oder ein Armutszeugnis für den gesunden Menschenverstand mancher Kommentatoren. Oder beides. Denn es ist keine zwei Wochen her, da waren sich alle einig in der zutreffenden Betrachtung: Wenn sich Horst Seehofer und Angela Merkel nicht wechselseitig bei den Parteitagen der CSU am kommenden Wochenende in München und der CDU Anfang Dezember in Essen besuchen, dann wird das schwer mit der Goldmedaille im Paarlauf nächstes Jahr bei der Bundestagswahl.

Dünne Tünche über den wahren Zustand

Mehr noch: Man konnte namhafte und einflussreiche CDU-Politiker treffen, die eine ganze Kaskade von dieser Frage ableiteten: Ohne wechselseitige Besuche keine Kandidaturansage von Merkel auf ihrem Parteitag, sondern nurmehr ihre Wiederwahl als Parteichefin. Ohne Ansage einer Kandidatur aber kein guter Start ins Wahljahr. Ohne guten Start ins Wahljahr kein sicherer Sieg. Selbst bei einer SPD ohne erklärten Herausforderer. Gegen deren Erstarken dann aber nur noch die alte Trommel gegen Rot-Rot-Grün herausgeholt werden könne, die aber inzwischen so abgedroschen ist wie jene des Oskar Matzerath in Günter Grass' Weltbestseller.

So haben sie geredet, die Granden, und so denken sie bis heute. Und so ist es auch. Die provozierten Schlagzeilen sind dünne Tünche über den wahren Zustand des Verhältnisses der beiden Schwesterparteien. Und ein Verweis auf gemeinsame Ansätze bei großen Themen wie der Rente sind nichts weiter als billige Ablenkungsmanöver. Ebenso gut könnten die Trainer eines zerstrittenen Eiskunstlaufpaares behaupten, ganz tolle neue Kunststückchen in petto zu haben.

Publikum bekommt einen leeren Stuhl zu sehen

Hilft nix. Nützt nix. Wichtig ist nicht nur auf´m Platz, sondern auch auf´m Eis. Also: was vor dem Publikum stattfindet. Und das Publikum wird sowohl in München als auch in Essen einen leeren Stuhl zu sehen bekommen. Der Hinweis, das sei immer noch besser als ein Eklat auf offener Bühne wie vergangenes Jahr bei der CSU in München, hilft da auch keinen Schritt weiter.

Nein, die Wahrheit ist: Die Lage bleibt prekär beim Titelverteidiger. Bevor Merkel nicht den Schaulauf hinlegt und dabei von Seehofer souverän flankiert wird, behalten die Realisten in der CDU recht, die sich nicht von billig produzierten Schlagzeilen blenden lassen. Um eine umstrittene Aussage der ehemaligen EKD-Vorsitzenden Margot Käßmann in einem anderen Zusammenhang zu benutzen: Nichts ist gut in der Union.

Zu diesem Artikel gibt es eine Umfrage
Cicero arbeitet mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Civey erstellt repräsentative Umfragen im Netz und basiert auf einer neu entwickelte statistischen Methode. Wie das genau funktioniert, kann man hier nachlesen. Sie können abstimmen, ohne sich vorher anzumelden.
Wenn Sie allerdings  direkt die repräsentativen Ergebnisse – inklusive Zeitverlauf und statistische Qualität – einsehen möchten, ist eine Anmeldung notwendig. Dabei werden Daten wie Geburtsjahr, Geschlecht, Nationalität, E-Mailadresse und Postleitzahl abgefragt. Diese Daten werden vertraulich behandelt, sie sind lediglich notwendig, um Repräsentativität zu gewährleisten. Civey arbeitet mit der Hochschule Rhein-Waal zusammen.

Gerdi Franke | Di, 1. November 2016 - 16:57

Braucht Merkel Seehofer? Nein, denn sie will eine Koalition mit Rot-Grün. Braucht Seehofer Merkel? Ja, denn ohne ihr O.K. ist er in Berlin ein Niemand! Also kann Seehofer doch erzählen was er will. Entweder er tanzt in Berlin nach Merkels Musik oder er ist draussen.

Cornelia G. | Mi, 2. November 2016 - 11:44

In reply to by Gerdi Franke

... und zwar einfach, weil die CSU auf die Bundesebene gehen könnte. Und das würde die CDU Stimmen kosten ohne Ende. Allein die AfD-Wähler, die nolens volens die Pferde wechseln würden, würden eine Menge ausmachen. Außerdem trägt das regelmäßig hohe Ergebnis der CSU einen nicht unwesentlichen Anteil zum Wahlergebnis der Union bei. 2013 waren das 7,7 %-Punkte. Die FAZ hatte mal ne Umfrage in Auftrag gegeben, wieviele zur CSU wechseln würden bei bundesweiter Ausdehnung. Die CDU würde auf. ca. 15 % fallen. Es würde die CDU richtig teuer zu stehen kommen, denn in Bayern selber würde sie kein Bein auf den Boden kriegen.

Dimitri Gales | Mi, 2. November 2016 - 14:21

In reply to by Gerdi Franke

wäre die CSU lediglich eine regionale Partei. Also wird die "Staatsraison" dominieren, denn die Stimmung in Bayern ist alles andere als Merkel zugetan.

Miguel Bader | Di, 1. November 2016 - 16:59

Es ist immer wieder gut zu sehen, dass man selbst doch noch nicht den Verstand verloren hat, wenn man sieht das intelligenter Journalismus wie der des Cicero dann doch genau das ausspricht, was einem selbst auch naheliegend erscheint. Merkel ist gerade dabei die letzte echte sich im Parlament befindliche Oppositionspartei, die CSU, sich vom Regierungshals zu schaffen, denn nächstes Jahr könnte es m.E. durchaus zu zwei weiteren Regierungskonstellationen kommen, mit denen noch keiner, außer Merkel, rechnet. Erstens: CDU, SPD und Grüne ohne CSU. Zweitens: SPD, CSU, FDP, Grüne. Leider ist das Erstere wahrscheinlicher. Merkel wird nach Deutschland und der EU auch die Union erfolgreich spalten. Weshalb? Weil man Kommentare in denen ich meine Thesen freimütig äußere i.d.R. nicht veröffentlicht sage ich jetzt einfach mal das Folgende: Erkennt ihr Angela Merkel denn noch immer nicht? Nach dem Parlament wird es die Justiz sein, die sich abrupt verändert und dann noch sehr vieles andere mehr.MMW

so rätselhaft ist sie ja nun nicht. Und was die Justiz angeht, so läuft die Veränderung dort doch längst und macht in Karlsruhe nicht Halt.
Allerdings frage ich mich seit der Wende und Merkels Aufstieg in der Politik, wieso diese Frau so weit kommen konnte. Es ist nicht zu fassen. Dazu dann die Minister der SPD, die quasi eine zweite Stasi - ich denke gerade an Kahane - installiert haben, das Denunziantentum propagieren, so dass man sich fragt, in welchem Land wir eigentlich leben. Die Meinungsvielfalt geht flöten, freie Meinungsäußerung ist auch längst nicht mehr überall möglich, es wird noch lustig werden.

Siegfried Stein | Di, 1. November 2016 - 17:37

Mal im Ernst, Frau Merkel will in der Regierung als Kanzlerin sein - ein Adabei.
Die CSU will in der Regierung sein - ein Adabai.
Die Herren Gabriel, Steinmeier samt Gefolge wollen auch in der Regierung sein - Adabeis. Dafür bringen sie die SPD-Stimmen mit.

Die Adabeis regieren Deutschland.

"Skinny Minnie, she's ginny, she's tall - that's all"
So oder ähnlich ging der Song.

Gundula Wabra | Di, 1. November 2016 - 19:17

Ein anderer Kanzlerkandidat und Vositzender bei der CDU!

Der CSU wünsche ich viel Durchhaltevermögen, die Stimmen der CSU-Wähler sind zahlreich, aber nicht mehr für Fr. Dr. Merkel. So einfach!

Fr. Dr. Merkel sollte sich frühzeitig ins Altenteil zurückziehen und ihrer Partei Gelegenheit geben, einen Kronprinzen aus dem Hut zu zaubern. Der Herr Strobl aus BW, Schwiegersohn von Herrn Schäuble scharrt doch schon, oder nicht?

Wie kommen Sie denn auf den, nur weil er mit Füßen scharrt?
Es ist sicher ironisch gemeint.
Wollen Sie aus der Regierung auch hier einen Familienbetrieb
machen wie in den USA? Kennedys,Buschs,Clintons. Merkel will ich
nicht mehr, aber der ist wirklich keine Alternative. Er paktiert
doch auch mit jedem, wenn es ihm persönlich dient.
Ein eigentümlicher Fehler der Deutschen ist, daß sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen.
Arthur Schopenhauer

Peter Briller | Di, 1. November 2016 - 20:57

Dieser zerstrittenen Partei kann man nur Unverständnis entgegenbringen.
Es geht um die Zukunft unserer christlich geprägten Nation, nicht um Befindlichkeiten oder Machtstreben der Politiker.

Ein Großteil der Bürger zeigt auf, wohin die Richtung gehen sollte.
Man spricht nicht mehr hinter vorgehaltener Hand.

Die Verantwortung über Kriege der Schiiten und Sunniten, sowie anderer muslimischer Ethnien tragen die islamischen Staaten selbst,
allen voran Saudi Arabien und der Iran, mit allen hässlichen Folgen.

Man sollte über eine "christliche Festung Europa" nachdenken, sonst steht einer muslimischen Weltherrschaft nichts mehr im Wege.

Nach wie vor hält diese Regierung an ihrer Flüchtlingspolitik fest und zieht in Betracht weitere Menschen aus den
"Flüchtlingsdepots" Türkei, Italien und Griechenland im monatlichen Rhythmus nach Deutschland zu holen.
Man übersieht bei dieser Geste die Sog Wirkung auf die Armen dieser Welt, die auch Europa nicht ernähren kann.

Peter Briller | Di, 1. November 2016 - 20:59

Dieser zerstrittenen Partei kann man nur Unverständnis entgegenbringen.
Es geht um die Zukunft unserer christlich geprägten Nation, nicht um Befindlichkeiten oder Machtstreben der Politiker.

Ein Großteil der Bürger zeigt auf, wohin die Richtung gehen sollte.
Man spricht nicht mehr hinter vorgehaltener Hand.

Die Verantwortung über Kriege der Schiiten und Sunniten, sowie anderer muslimischer Ethnien tragen die islamischen Staaten selbst,
allen voran Saudi Arabien und der Iran, mit allen hässlichen Folgen.

Man sollte über eine "christliche Festung Europa" nachdenken, sonst steht einer muslimischen Weltherrschaft nichts mehr im Wege.

Nach wie vor hält diese Regierung an ihrer Flüchtlingspolitik fest und zieht in Betracht weitere Menschen aus den
"Flüchtlingsdepots" Türkei, Italien und Griechenland im monatlichen Rhythmus nach Deutschland zu holen.
Man übersieht bei dieser Geste die Sog Wirkung auf die Armen dieser Welt, die auch Europa nicht ernähren kann.

Reiner Bergmann | Di, 1. November 2016 - 21:18

Ich kann mit diesem Artikel wenig anfangen. Versöhnung sollte es nicht geben, denn die Meinungen sind zu unterschiedlich. Eine Versöhnung wäre unglaubwürdig. Und wen interessieren die Meinungen einer Margot Käßmann? Lasst uns den Reichtum der Kirche ans Volk verteilen. Herr Söder hat die Meinung der CSU klar difiniert. Es gibt und es sollte auch keinerlei Einigung geben, wenn es um die Flüchtlingskrise geht. Eine Kanzlerin, welche einen Plan unterstützt, bzw. ausführt und sich dabei über Recht und Gesetz hinwegsetzt, ist nicht mehr tragbar.
https://www.expresszeitung.com/macht-politik/geopolitik/589-die-geplant…
http://www.politaia.org/wichtiges/die-masseneinwanderung-merkel-und-der…
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/03/18/tuerkei-deal-deut…

Michaela Diederichs | Di, 1. November 2016 - 22:02

Danke für diese Zustandsbeschreibung der Union. Rentenreform und Rot-Rot-Grün sind Ablenkungsmanöver. Beim Thema Flüchtlinge sind die Schwesterparteien zerstritten und finden keine Annäherung. Die Bürger werden einnebelt. Flüchtlinge tauchen in den ÖR kaum bzw. gar nicht mehr auf. Mein Eindruck: Man ist sich in Politik und (klassischen Medien) einig, den Ball flach zu halten. Ob den Bürgern eine Obergrenze in dieser Frage zu vermitteln ist - ist nach dem vergangenen Jahr - offen. Der Vertrag mit Erdogan kann jederzeit kippen. Die Afrikaner sitzen auf gepackten Koffern. Weder Rot-Rot-Grün noch die Unionsparteien haben auch nur den Ansatz einer Idee, wie sie das Problem Flüchtlinge lösen wollen. Die Rentenkassen werden in absehbarer Zeit nicht durch Flüchtlinge gefüllt werden. Sie kosten nur - den Steuerzahler. Und der ist auch Wähler und nicht blöd, egal welcher Doppel-Axel noch kommt. Auf dem dünnem Eis, auf dem die Parteien tanzen, macht der sich auch nicht gut.

Frank Goller | Mi, 2. November 2016 - 08:14

Wer schon etwas älter ist weiß, dass CDU / CSU noch nie "Schwestern" waren, sondern eher eine Zweckgemeinschaft zur Machterhaltung - und zwar verstärkt immer kurz vor den Wahlen. Da braucht man sich nur an den Franz, Josef zurück erinnern. Scheint so als wäre der Cicero in Gestalt von Herrn Schwennicke das einzige Magazin, dass auch mal an der Tapete kratzt.

Jens Berger | Mi, 2. November 2016 - 08:35

Die CSU sollte den Schritt wagen, sich von der CDU lösen und bundesweit antreten, es wäre zudem gut für die Demokratie. Ich denke dann würden alle Parteien bei ca. 16-20 % liegen und somit alle auf Augenhöhe. Die Schwester Angela schätze ich auf weit unter 20% auf Bundesebene.

Reiner Bergmann | Mi, 2. November 2016 - 18:35

In reply to by Jens Berger

Völlig richtig Herr Berger. So eine Entscheidung wäre nur konsequent. Herr Söder wäre der richtige Mann für die Umsetzung.

Romuald Veselic | Mi, 2. November 2016 - 08:50

Und Angela Merkel ist der Inbegriff des Nichtguten. Eine Minusgestalt des Kontinents. Wer so eine Kanzlerkandidatin nominiert, begeht Suizid mit Verzögerung (modisch ausgedruckt - mit Nachhaltigkeit), als hätte man die schwarze Kugel aus dem Hut der Duellanten gezogen.

Bernhard K. Kopp | Mi, 2. November 2016 - 09:49

Die CDU ist zufrieden, wenn sie weiterhin die stärkste Fraktion im Bundestag bleibt, und in welcher Koalition auch immer den Kanzler stellen kann. Die CSU will die absolute Mehrheit in Bayern behaupten. Wenn ihr dies zur BTW-2017 gelingt, dann liefert sie ihren Beitrag auch ohne Streicheleinheiten der Vorsitzenden. Distanz in Bayern hilft der CSU ohne der CDU zu schaden.

Cornelius Angermann | Mi, 2. November 2016 - 09:53

Sehr geehrter Herr Schwennicke,
darf ich mir die Frage erlauben, was Sie so sicher macht, dass wir mit diesem "Konflikt" nicht eine Schmierenkomödie (eigentlich müsste es "Schmierentragödie" heißen, die gibt es als Wortschöpfung aber leider nicht) vorgesetzt bekommen, die ganz andere Ziele verfolgt? Zum Beispiel, zu verhindern, dass noch mehr Wähler zur AfD abwandern? Z.B., dass Seehofer seine Mehrheit in Bayern behält (drohender weiterer Einflußverlust im Bundesrat)?

Der bayerische Löwe Seehofer hat mehrmals laut gebrüllt, und ist jedesmal als Bettvorleger geendet. Glaubwürdig ist das nicht!

Ich vermute, dass wir hier ein Schmierentheater vorgesetzt bekommen, das letztlich nur ein Ziel hat: die CDU/CSU an der Macht zu halten. R2G ist dabei kein wirklicher Gegner, denn deren Zustimmungswerte sinken mit jedem neuen Flüchtling, mit jeder neuen Migrantenstraftat!

Den Wählern ist klar: sie müssen CDU/CSU < 30, SPD < 20 und FDP < 5% halten, die AfD jedoch auf 20++ bringen!

Markus Michaelis | Mi, 2. November 2016 - 11:04

Normalerweise ist es (für die CDU/CSU) natürlich die alles überragende Frage, ob sie die nächste Wahl gewinnt oder nicht - dahinter muss alles andere zurückstehen. Ziele und Inhalte sind dem selbtsverständlich anzupassen. So ein wenig ist das ja sogar demokratisch, weil das Anpassen der Ziele zum Erreichen der Mehrheit im Prinzip erstmal ein demokratischer Kompromissvorgang ist.

Ich weiß aber nicht, ob die Zeiten so ganz normal sind und ob normale Kompromisse möglich sind. Vielleicht müssen/sollten die Parteien mehr als sonst wirkliche Positionen vertreten (wie sie selber sich die Zukunft in D vorstellen), mit der Konsequenz, dass man bei der Wahl dann auch stark verlieren kann.

Der Gesellschaft täte dass vielleicht besser, weil auch den Wählern klar wäre, dass es um Richtungsentscheidungen geht, die dann vielleicht auch eher akzeptiert werden. Sonst sagen vielleicht wieder zuviele, dass nur die Politiker alles schlecht machen.

Thorsten Rosché | Mi, 2. November 2016 - 12:13

Merkel will irgendwie stärkste Kraft bleiben und würde dann mit dem Teufel paktieren um an der Macht zu bleiben. Die werden wir nie mehr los, die schleppt sich auch auf Krücken in den Bundestag. Geübt hatte sie ja schon mal, nach ihrem Skiunfall bei ca. 0,2 KM /h Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Seniorenpiste.

Robert Flag | Mi, 2. November 2016 - 14:36

Das Querulantentum ist der CSU ja schon in die Wiege gelegt worden. Es gibt sie ja überhaupt nur, weil die Bayern den Führungsanspruch der CDU nicht akzeptieren.
Schon Strauß drohte Kohl mit der "Vierten Partei".
Passiert ist schon damals nichts.
Es wird auch weiter nichts passieren. Dieses Schmierentheater wird ewig so weitergehen. Alles eine Riesenshow um die jeweilige Klientel ruhigzustellen.
Es wird höchste Zeit, die Sinnfrage zu stellen: Warum gibt es in Deutschland überhaupt eine Partei, die auf ein Bundesland begrenzt ist, aber Ministerposten auf Bundesebene besetzt ? Dieser Unfug gehört endlich abgeschafft.

Bonga Rottanina | Mi, 2. November 2016 - 17:03

ist sie gut beraten, weg von Mutti und in Richtung zu AfD zu gehen, auch wenn das bei vielen heute noch nicht klar ist. Allein unsere 3 große Krisen (Banken, Euro und Flüchtlis) können nur dieser Partei recht geben.....

Albert Schaller | Mi, 2. November 2016 - 17:12

Jeder kennt das Spielchen aus amerikanischen Krimis; und da gehört es ja auch hin und nicht ins politische Theater! Wer erinnert sich nicht an die zahllosen 'Ankündigungen' Seehofers zur Migrationspolitik einer unverfrorenen Kanzlerin, die sich im Zuge einer Selbstermächtigung, vorbei an Kabinett und Parlament, Recht, Gesetz und Verträge brechend und beugend, wie es ihr gerade zupass kam: Verfassungsklage, strikte Polizeikontrollen hinter der Grenze, Auffanglager, Verabschiedungskultur... Geworden ist aus all dem nichts! Das Spielchen 'Good cop-bad cop' diente und dient einzig dazu, die Bürger und vor allem die eigene Parteibasis zu täuschen und ruhig zu stellen. Die Zustimmungsbasis sollte verbreitert werden, für jeden sollte etwas 'im Angebot' sein. Dass Merkel nicht vor der CSU-Parteibasis auftritt, verfolgt einzig und alleine den Zweck der Schonung: Keine neuen Misstöne von seiten der CSU-Basis in den Medien! Was also tun (?): Künftig den Schmid wählen und nicht den Schmiedl !!!

Helmut Malente | Mi, 2. November 2016 - 19:14

... D. fehlt es an polit. Nachwuchs.

Schaut euch doch mal um; Österr. Außenm. Kern gg. Steinmeier. Die trennen Jahrhunderte. Griechenlands u. Spaniens Sozispunde. Immerhin. Dagegen unsere regierenden Berufsrentner. Merkels Afrika Aktionismus ist neben ihrem "humanitären Imperativ" für Wirtschaftsmigranten so weit weg jeglicher Realpolitik. Unfassbar. Und nix geht voran: Kein bezahlbarer Wohnraum, schnelles Internet, Bildungsoffensive... Die Spitze ist "berufsblind" geworden. Alle um Merkel wissen das, machen aber weiter aus Angst um die monatl. 12 000 Euro Einkommen exclusive Lobbyschmiere.

Mein Gott, alle c-Parteien verdienen das c nicht u. die SPD das s nicht. Die Gesellschaft driftet auseinander u. falls Merkel weiterregiert... das will ich mir gar nicht ausmalen. Wenn die Schicht der Unterprivilegierten weiter wächst, wie es das Wirtschaftsorakel will, dann wird deren Wut weiter eskalieren. Anscheinend kann keine Gesellschaftsform ohne eine Form der Sklaverei auskommen.

Bernhard Jasper | Mi, 2. November 2016 - 22:22

Sprache ist ja immer verräterisch. Die Verhältnisse zum Tanzen bringen, Herr Schwennicke?

Liebe politische Medien und Parteien, wir wissen das sie sich in einer selbstherbeigeführten Krise befinden. Aber bitte lassen sie all die rechtschaffenden Bürger in Ruhe ihr Tagesgeschäft verrichten.

Und speziell an die politischen Medien gerichtet. Hören sie bitte auf Probleme zu konstruieren, wo es keine gibt. Ich persönlich sehe ganz andere Probleme, die sie noch gar nicht „auf dem Schirm haben“. So ist das.

Suchen sie die Emotionalisierung auch in der Politik, damit sie skandalorientiert berichten können? Politik und Medien. Der politische Journalismus gehört in diesen Tagen soziologisch zu den prekären Randgruppen des gesellschaftlichen Lebens und entlässt weiterhin Leute.

Eric Clapton - While my guitar gently weeps (Concert for George)
https://youtu.be/rj4J6i_vw0w

Peter Briller | Do, 3. November 2016 - 09:51

Die ständigen Diskussionen mit und über Politiker müssen aufhören.
Man ist einer Lösung innerhalb eines Jahres nicht näher gekommen.

„Rückstau an der Grenze“: Zahl der Flüchtlinge auf den Fluchtrouten Europas nimmt zu". 76.848 Menschen!

"Unsere Geduld neigt sich dem Ende zu“: Türkei droht mit Ende des Flüchtlingsabkommens".

"Die Schweiz droht nach Einschätzung der "Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag" zum neuen Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland zu werden".

Ich habe die Sorge meine Familie zu beruhigen und denke über pseudo Waffen nach.
Wir sind abgeneigt in den Park zu gehen.
Wie soll ich meinen Kindern in drei Wochen meine Abneigung vor dem Weihnachtsmarkt erklären?

Wann will man erkennen und "darüber diskutieren",dass die Denkweise der Menschen aus diesen Kulturkreisen eine andere ist!

Man muss unsere über Jahrhunderte kultivierte
Denkweise schützen.

Arne Bruhn | Do, 3. November 2016 - 10:34

verstand" schreibt Herr Schwennicke. Das ist DIE Überschrift über die Regierung Merkel und die jetzige CDU/CSU.
Markant begann das mit der von Panik geprägten "Energiewende" der Kanzlerin. Ohne Plan, ohne Abstimmung, ohne Vorbereitung wurde sie "vom Zaun gebrochen" Und so wird - wenn der Wind weht - erzeugter Strom "abgeleitet" - ins Nirwana. Und der Kunde darf den so nicht nutzbaren Strom teuer bezahlen! Irrsinn!
Bei der Euro-Politik das gleiche: Der Bürger zahlt drauf! Griechenland-"Rettung": Wo ist GR gerettet? Und bei der "Flüchtlingskrise" stehen wir erst am Anfang des Desasters! Bevölkerungsentwicklungen/-Veränderungen wirken sich langfristig aus. "Nichts ist gut in der Union"? Was ist gut in Deutschland und der EU?
Vielleicht arbeiten mit 71? Danach ab in die Altersarmut?

Georg Dallmann | Do, 3. November 2016 - 12:25

In diesem Punkt sich sich ALLE Parteien gleich. So auch die CSU. Letzlich wird sie - selbstverständlich - wieder als "Union" in den Wahlkampf ziehen, Seite an Seite mit Merkel, denn alles andere wäre quasi - machtpolitischer - Selbstmord.
Das ist DAS MANKO der Politik und der damit verbundenen Machtspiele. Machterhalt - um jeden Preis - , selbst um den Preis des Verrats eigener zentraler Politikinhalte - ist das zentrale Anliegen aller Parteien, innerhalb und außerhalb der EU, weltweit. Es geht nicht um die Volksinteressen oder das Gemeinwohl, sondern nur um Machtinteressen um jeden Preis. Insofern unterscheiden sich auch - sog. - Demokratien nicht wesentlich von Diktaturen, weil - im Grunde - unter dem "demokratischen Deckmäntelchen" - undemokratisch und selbstherrlich agiert wird, vollkommen losgelöst von jedem Gemeinwohlinteresse,wenn es sein muss. Das ist die politische Wirklichkeit in der wir leben. Wollen die Bürger dies ändern, dürfen sie sich das nicht länger gefallen lassen.

SigismundRuestig | Do, 3. November 2016 - 14:30

Wie bereits schon vor Monaten ventiliert, lädt die CSU Merkel von ihrem bevorstehenden Parteitag aus. In Anbetracht der Tatsache, wie dieses Thema regelrecht zelebriert wird, scheint die CSU das schon für hohe Politik zu halten. Offensichtlich gibt es nichts Wichtigeres!
Lädt jetzt Merkel endlich die CSU von der Regierung aus?
Schafft sie das?

"Wenn erklingt: wer betrügt, der fliegt,
tipp ich resigniert: Populismus siegt."

http://youtu.be/sBom50KrkBk

Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
http://youtu.be/0zSclA_zqK4

Viel Spaß beim Anhören!

PS: Die Frage ist nur, ob die CDU Herrn Seehofer die nicht wieder gut zu machende, auch an den Umfragen abzulesende Beschädigung und Demontage ihrer Kanzlerin und damit ihrer Partei verzeiht, d.h. ob die CDU noch genügend eigenes Selbstbewußtsein und ein Mindestmaß an Selbstachtung hat!?

Oliver Schwarzenbach | Do, 3. November 2016 - 19:12

Die CSU sollte sich die Koalition mit der AFD offen halten und eine Wahlempfehlung aussprechen. So wird die CDU zum Juniorpartner und es kann mit der FDP, ein bürgerliches, freiheitliches, konservatives Lager entstehen.

Man darf ja mal träumen

Petra Schaefer | Sa, 5. November 2016 - 14:52

Nein - alles - aber wirklich alles -nur "Schmierentheater". Man könnte auch sagen "Nebelverteilung"....um das Volk zu verdummen.
Was passiert - ist gewollt. Nach den Wahlen kommt
der "Familiennachzug" - und "bis 2030 haben wir sieben Millionen Muslime im Land , der sich durch weiteren Zustrom verschärft." (Uni, Tübingen) Danke CICERO und den teilweise aufschlussreichen Kommentaren der Leser.

Bonga Rottanina | Sa, 5. November 2016 - 16:12

nach den heutigen Tag sehe ich gar keine Änderung, weil kein Sesselwärmer der Welt (jetzt noch 4,4 % Diätenerhöhung) will den eigenen Stuhl absägen, nur durch die Masse des Volkes kann das passieren.
"Wischi-waschi-Mutti" wird weitermachen, wenn die eingeladenen Flüchtlis nicht weiteren Chaos
oder sogar mehr anzetteln werden...
Und Italexit ist auch nur ein Märchen, weil wir alles dagegen ausgeben werden, auch wenn das der letzte Cent von uns wäre...

Renate Aldag | So, 6. November 2016 - 13:06

Mein Traum wäre M. Söder als Kanzler in der jetzigen prekären Lage der Deutschen: unser hart erarbeitetes Geld wird von Merkel überall hin verpulvert, nur nicht an die Steuerzahler; illegale Migranten - gut gedresst und mit Handy immer up to date - plündern uns und treiben die kriminellen Statistiken nach oben, usw. Leider möchte Herr Söder nicht nach Berlin und die CSU ist nicht bundesweit aufgestellt. Deshalb geht meine Stimme an eine andere Alternative.

Christoph Kuhlmann | Fr, 11. November 2016 - 23:55

und gleichzeitig einen Sieg in der Landtagswahl. Wenn er das hinbekommt, hat er vier Jahre Zeit die CSU zur gesamtdeutschen Volkspartei zu machen. Einfacher wäre es allerding Merkel träte zurück und die CDU rückt nach rechts. Ob die Funktionäre dieser Partei konservative Inhalte noch glaubwürdig verkaufen können lasse ich mal dahingestellt. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die CDU die 30% schafft, es für weitere 4 Jahre große Koalition reicht und die CSU in Bayern bleibt.

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