Großbritannien jetzt zu verunglimpfen, ist gleich doppelt falsch
Bewahrt die Ruhe und macht weiter: Etwas Optimismus an einem Postkartenständer in London hängt in London / Michael Kappeler, picture alliance

Brexit - Es fehlt eine gemeinsame europäische Idee

Nach dem Brexit-Schock ist ein hartes Vorgehen gegen Großbritannien falsch, warnt der Historiker Thomas Weber. Schuld an der Lage sei auch, dass es nicht einmal im Ansatz einen Grundkonsens über die Zukunft des Kontinents gibt. Drei Gesellschaftsentwürfe konkurrieren miteinander

Thomas Weber. Foto: Hay-Rosie Goldsmith

Autoreninfo

Thomas Weber ist Professor of History and International Affairs an der University of Aberdeen. Zuletzt erschien von ihm „Wie Adolf Hitler zum Nazi“ wurde (Propyläen, Berlin, 2016). Foto: Hay-Rosie Goldsmith

So erreichen Sie Thomas Weber:

Am Morgen nach dem Brexit-Referendum wird in Kontinentaleuropa das Wahlergebnis vielerorts auf dem Niveau von Asterix analysiert. Derzeit listet Google News etwa 1,800 deutschsprachige Artikel auf, die Obelixs berühmten Ausspruch „Die spinnen, die Briten“ zitieren. Beim flegelhaften Verhalten der beiden Köpfe der ‚Leave Campaign, des Politikclowns Boris Johnson und des ewig grinsenden Nationalistenführers Nigel Farage, ist die Versuchung groß, Obelix zuzustimmen.

Der Kern von Analysen dieser Art ist es zu meinen, dass die Briten ganz anders als Kontinentaleuropäer gepolt sind. Sie beruht auf dem Glauben, dass es sich bei dem Referendum um einen Bürgerkrieg innerhalb der britischen Konservativen Partei und zwischen den Tories und den Nationalisten der UKIP gehandelt habe. Diese Analysen sind gleich doppelt falsch.

Jeremy Corbyn verunglimpfte die EU als „neoliberal“

Die traditionelle und populistische Rechte in Großbritannien hätte allein nicht genug Stimmen zusammen bekommen, um Britannien aus der EU zu zerren. Es war eine beträchtliche Minderheit innerhalb des linken Spektrums, die dem Brexit-Lager eine Mehrheit gegeben hat. Sie hat entweder für den Brexit gestimmt oder ist einfach zu Hause geblieben. Der Populismus der politischen Rechte und der Populismus, der Jeremy Corbyn zum Führer der Labour Party gemacht hat, eint eine tief sitzende Skepsis gegenüber der EU.

Zwar definieren sich Corbyn und seine Anhänger als europhil, aber ihre Vision Europas richtet sich gegen eine als „neoliberal“ verunglimpfte EU. Bei seinen Reden für das „Remain“-Lager der letzten Wochen wirkte Corbyn genauso enthusiastisch und glaubhaft wie eine Person, die mit einer Pistole im Rücken eine Erklärung abgeben muss.

Zu wenige Schotten gingen zur Wahl

Auch wurde in Schottland das Referendum nicht ernst genug genommen. So ist die verhältnismäßig geringere Wahlbeteiligung in Schottland zu erklären. Dadurch, dass die Mehrheit der Schotten für den Verbleib der EU sind, wiegten sich die Schotten in falscher Sicherheit. Es wurden zu wenige Versuche unternommen, die Bevölkerung an die Wahlurnen zu bekommen.

In meiner schottischen Wahlheimat Aberdeen und in meiner westfälischen Heimatstadt Breckerfeld tauchten im Straßenbild in den vergangenen Wochen die gleiche Anzahl von Wahlplakaten auf: gar keine. Auf den Autos in Aberdeen suchte man vergebens nach „Leave“ oder „Remain“-Aufklebern.

Vor allem aber sind Analysen, die Großbritannien als das Andere abtun, aus einem anderen Grunde falsch. Es wird nämlich den Brexit geben, nicht weil die Briten anders als Kontinentaleuropäer sind, sondern weil sie genauso sind. Aus diesem Grunde wäre es falsch, jetzt möglichst hart gegen Großbritannien vorzugehen und ansonsten auf dem Kontinent weiter so wie bisher zu wurschteln.

Kontinentalbürger sind sogar noch EU-feindlicher

Nach einer Umfrage des Pew Research Centers in zehn EU-Ländern hat eine vergleichbare Anzahl von Briten, Deutschen, Spaniern, Niederländern und Schweden EU-feindliche Einstellungen. Die französische und griechische Bevölkerung ist sogar feindlicher gegenüber der EU als die Briten. Nur östlich des ehemaligen „eisernen Vorhangs“ gibt es noch bequeme Mehrheiten für die EU.

Der Wahlausgang in Großbritannien ist ein Symptom zweier ineinandergreifender Krisen, die ganz Europa betreffen: eine hausgemachte Krise der EU und eine Krise der Globalisierung. Beide Krisen haben Wähler in die Arme von Populisten getrieben. Eliten in der EU haben zu lange gemeint, alles besser zu wissen und haben den Willen des Volkes ein Stück weit ignoriert. Als beispielsweise Referenden in Frankreich und den Niederlanden die europäische Verfassung zu Grabe trugen, hätten die Verfechter einer weiteren Integration sich entweder dem Ergebnis der Referenden beugen müssen oder sie hätten erneut und besser für ihre Ziele werben müssen.

Arroganz gegenüber dem Volk

Tatsächlich haben sich die Regierungen einfach in Lissabon auf einen Vertrag geeinigt, der die wesentlichen Inhalte der Verfassung durch die Hintertür umsetzt. Hierin drückt sich eine Arroganz gegenüber dem Volk aus, die zu Populismus und letztlich ungewollt zu europäischer Disintegration geführt hat.

Zur hausgemachten Krise der EU kommt ein Gefühl weiter Bevölkerungsschichten in Europa, Verlierer der Globalisierung zu sein. Sie sehen weniger die Früchte europäischer Integration als ihren persönlichen sozialen Abstieg und zumindest eine Angst davor. Sie haben Sorge, nicht nur, dass ihr eigenes Land an Souveränität verliert, sondern dass sie es auch persönlich tun. Selbstbestimmtes Leben, so die Wahrnehmung, ist in einer EU in einer globalisierten Welt nicht mehr möglich.

Eine solche Situation der Angst schafft den Nährboden für Populisten auf beiden Seiten des politischen Spektrums. Nigel Farage, Boris Johnson, Donald Trump, Marine Le Pen, Geert Wilders, Beatrix von Storch, aber auch Jeremy Corbyn oder zunächst zumindest Alexis Tsipras werden als Anwälte all derjenigen empfunden, die sich vom politischen Establishment und der Globalisierung verraten fühlen.

Drei Visionen der EU konkurrieren

Wenn das britische Referendum und das Wachsen populistischer Strömungen als Weckruf akzeptiert wird, dass es nicht so weiter gehen kann wie bisher, kann etwas Positives aus dem Brexit-Referendum entstehen. Wenn die richtigen politischen Schlüsse gezogen werden und wenn die sprichwörtlichen „einfachen Leuten“ künftig mit mehr Respekt behandelt werden, werden Populisten wieder von der Bildfläche verschwinden.

Die Gefahr ist aber groß, dass mit jedem Tag, an dem Populisten eine Bühne geboten wird, die politischen Fundamente unserer Gesellschaften mehr unterhöhlt werden und dass sich der Diskurs weiter polarisiert.

Wie nicht nur das britische Referendum offenlegt, gibt es derzeit nicht mal einmal den Ansatz eines Grundkonsenses über die Zukunft unseres Kontinents. Zum einen gibt es drei grundverschiedene Ansätze, wie Europa in einer globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts am besten bestehen kann. Der Glauben, dass kleine innovative Einheiten in der Form von Nationalstaaten am besten die Zukunft meistern können, konkurriert mit zwei weiteren Ansichten: zum einen die Sicht, dass Netzwerke von Staaten in der Form der bisherigen EU uns am ehesten ein selbstbestimmtes Leben erlaubt, und zum anderen der Glaube, dass nur die Vereinigten Staaten von Europa dies zu tun vermögen.

Zudem konkurrieren überall im Westen nun drei Gesellschaftsentwürfe miteinander. Ein linker Entwurf, der im „Neoliberalismus“ den Ursprung alles Übels sieht, ein liberaler Entwurf und ein nationalkonservativer Entwurf.

Gesellschaften gehen häufig in langsamen Prozessen unter

Zwar werden fast alle Parteien dieser Auseinandersetzungen in den kommenden Tagen und Wochen versuchen, Kompromisse zu finden und so einen unmittelbaren Kollaps der EU verhindern.

Das Hauptproblem Großbritanniens und Europas liegt aber nicht in einem spektakulären Zusammenbruch. Sowohl die Medien als auch die Geschichtsschreibung konzentrieren sich viel zu viel auf große Katastrophen, um den Zusammenbruch von Staaten und Gesellschaften zu erklären. Staaten, Institutionen und Föderationen gehen aber oftmals nicht mit einem großen Knall in Revolutionen und Kriegen unter. Viel häufiger gehen sie durch einen langsamen Prozess kaputt. Hier liegt die eigentliche Gefahr der wachsenden populistischen Strömungen, denn sie zerstören die Reformfähigkeit und Kompromissfähigkeit unserer Gesellschaften.

Wenn Europa sich dieses Problems nicht flugs annimmt, wird bald das Fundament des europäischen Hauses so unterhöhlt sein, dass zuerst das Dach und dann die Mauern einfallen. Die EU wird dann so aussehen wie schottische Burgruinen: malerisch aber schutzlos. Ein selbstbestimmtes Leben in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts würde dann für keinen Briten und für keinen Europäer mehr möglich sein.

Deshalb müssen wir dringend ein neues, besseres, stärkeres und anderes Europa bauen.

Arndt Reichstätter | Fr, 24. Juni 2016 - 13:00

Eine bestimmte Politik eine "populistische Strömung" zu nennen, ist weder ein Beweis für tatsächlichen Populismus mit überwiegend negativem Einfluß. Noch ein Argument gegen diese Politik. Ein Beispiel: Zu Zeiten Adolf Hitlers wäre ein Vertreter des freien Marktes auch ein Außenseiter, und somit gegen das Establishment, gewesen.

Der derzeitige angebliche Populismus beschränkt sich darauf, den Einfluss des Wählers vor Ort zu stärken, indem politische Strukturen verkleinert werden. Die Wähler und deren Werte bleiben allerdings die gleichen, weswegen es eine irrationale Behauptung ist, hier die "eigentliche Gefahr" zu sehen.

Schon gar nicht kann diese Dezentralisierung "selbstbestimmtes Leben" gefährden. Wenn das so wäre, dann wären China oder Indien die am wenigsten korrupten und bestfunktionierensten Rechtssysteme.

Auch hat der Autor den Unterschied zwischen (wirtschaftlicher) Globalisierung und (politischem) Globalismus nicht verstanden. Er sollte sich ökonomisch bilden.

Barbara Kröger | Fr, 24. Juni 2016 - 13:02

Sehr richtig Herr Prof. Weber. Auch ich bin für ein besseres Europa. Aber ein Europa, in dem die Völker Europas in freier Selbstbestimmung entscheiden können, wie sie leben und ihre Zukunft gestalten wollen. Es geht nicht an, dass einzelne Parteipolitiker/innen ihr politisches Mandat nutzen, um ihre persönlichen Visionen zwanghaft durchzusetzen.
Was mich auch sehr wütend macht, ist die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien. Wir brauchen unabhängige, kritische Medien, keine verlängerten Arme der Presseabteilung der Regierung. Wir brauchen eine offene, kritische Diskussion aller anstehenden Probleme und Problemlösungsansätze. Freiheit des Denkens ist eine unserer wesentlichen, europäischen Traditionen.
Das Recht der Engländer auf ihren eigenen Weg gehört zu diesen europäischen Freiheiten! Besinnen wir uns auf unsere europäischen Werte!

Liebe Frau Kröger,

ich kann Ihnen nur in allen Punkten Recht geben, insbesondere zu dem Punkt, daß unsere derzeitige sog. 4te Gewalt im Staate - die Medien - zu großen Teilen versagt, wenn es darum geht die Sachverhalte wertungsfrei zu vermitteln (Cicero ist da manchmal eine rühmliche Ausnahme).

Ich möchte aber noch hinzufügen, daß es gerade diese nötige Debatte um die vielbeschworenen "europäischen Werte" ist, die ich vermisse.
Interessanterweise werden diese nur selten, und wenn, dann so allgemein angesprochen, daß man alles und nichts darunter verstehen kann: bloß keine klare Kante zeigen.

Ich verstehe darunter die Werte der Aufklärung. Aber wenn das so wäre, wie kann es dann sein, daß wir mit einem Staat Beitrittsverhandlungen führen - Türkei - der sich gerade islamisiert, und damit gegen alle Ansätze der Aufklärung steht?

Und wie kann es sein, daß wir eine Massenmigration von Menschen zulassen, die genau diese Werte weitgehend ablehnen?

Besorgte Grüße
J. Walter

Vincent Laymann | Fr, 24. Juni 2016 - 13:53

Meine gemeinsame europäische Idee:

Ein voluntaristisches System. Also eine staatenlose Privatrechtsordnung. Quais reiner freier Markt.

Ihr Intellektuellen wollt immer eine Gesellschaft "bauen" oder "planen". Lass doch einfach geschehen. Lasst uns friedlich miteinander kooperieren oder Kooperation verweigern. Aber seit wann braucht man eine statische Idee für alles? Niemand kennt die Zukunft. Also kann auch niemand heute ein System für alle Zeiten erdenken.

Yvonne Walden | Fr, 24. Juni 2016 - 14:02

Es ist ganz gut, daß die Briten einen Schlußstrich gezogen haben und der EU den Rücken kehren wollen.
Sie wollten bekanntlich keine gemeinsame EU-Währung und behielten ihr britisches Pfund.
Sie lehnten eine gemeinsame Asyl- und Einwanderungspolitik ab.
Aber sie wollten immer eine finanzielle Besserstellung ihres Landes im Vergleich zu den übrigen EU-Partnerstaaten.
Das können die EU-Partner auf Dauer nicht hin nehmen.
Deshalb ist es gut, daß die Briten selbst die notwendigen Konsequenzen gezogen haben.
Die EU-Gegner offenbarten eine unsolidarische Haltung.
Damit muß nun das gesamte britische Volk leben - so oder so.

Chris Lock | Fr, 24. Juni 2016 - 14:02

Sie sprechen vom Fehlen einer gemeinsamen europäischen Idee. Das trifft den Kern. Vor 25 Jahren gab es diese noch.

Dann hat sich Europa weit nach Osten ausgedehnt - nicht wegen der europäischen Idee, sondern aus geostrategischen Gesichtspunkten.

Das Parlament sollte sich selbst Macht aneignen, ist aber immer nur ein teurer Popanz geblieben, die EU ist ein nicht vom Volk kontrollierter Moloch.

Die Verfassung wurde durchgedrückt und jede Beteiligung der Völker abgewürgt, aus Angst, die Völker könnten als eigentlicher Souverän andere Vorstellungen haben, als die Politiker, Kommission und EU-Beamten.

Europa wird durch eine machthungrige Bürokratie beherrscht, das Volk bleibt außen vor. Dieses Europa war nie Bestandteil der europäischen Idee.

Ich begrüße den Brexit als Chance für ein Umdenken. Vermutlich wird aber eine alte Erfahrung sich bestätigen: Reiche vergehen, die Beamten bestehen.

Karl Schade | Fr, 24. Juni 2016 - 14:09

Einer Europäischen Union als Freihandelszone und globale wirtschaftliche Interessenvertretung für die teilnehmenden Staaten würden die meisten Europäer ebenso zustimmen wie sie der NATO als Verteidigungsgemeinschaft mit den USA zustimmen. Die Schwierigkeiten beginnen dort, wo sich eine Zentrale, der gegenüber sich die Bürger machtlos fühlen, in ihr alltägliches persönliches Leben einzumischen beginnt. Noch schlimmer wird es, wenn souveräne Demokratien ihre Souveränität nicht mehr auf Einzelgebieten reversibel delegieren, sondern auf Gedeih und Verderb vergemeinschaften und damit anonymen Bürokratien zur kaum kontrollierten Verfügung ausliefern. Wir Europäer wären keine Demokraten, wenn wir so etwas widerstandslos mit uns machen ließen. Für die Demokratie ist daher die Verweigerung gegenüber dem undemokratischen Bundesstaat im Werden ein gutes Zeichen. Hoffentlich gelingt es uns, die Bündnisidee über den Verfall des dysfunktionalen Brüsseler Bürokratenmolochs hinaus vital zu erhalten.

Gerd Runge | Fr, 24. Juni 2016 - 14:33

Insbesondere den letzten Satz des Artikels würde ich vollinhaltlich unterschreiben. Das könnte z. B. mit einer echten EU-Außenpolitik und EU-Verteidigung beginnen. Aber doch allen solchen Entwicklungen stand GB doch schon über Jahre vor dem Referendum im Wege, da die EU doch nur als weiterentwickelte EFTA gesehen wurde. Woher dann aber die Einleitenden Worte, man solle GB mit sanftem Vorgehen begegnen.
Ich hätte mir aus vielerlei Gründen auch einen anderen Ausgang gewünscht. Wenn ich diesem also nun etwas Positives abgewinnen will, dann daß evtl. neue Wege beschritten werden können und daß die (T)Raumfahrer in der brüsseler (T)Raumstation durch diesen Knall wieder Kontakt zur "Ground-Control" aufnehmen werden.
In diesem Zusammenhang empfehle ich das Büchlein <Sanftes Monster Brüssel)> von Hans Magnus Enzensberger.

peter hauser | Fr, 24. Juni 2016 - 15:10

Herr Weber ist halt, wie ich auch von mir, aber nur hier, rückblickend sagen darf,"nur" Ökonom. Sein "Schlagwort" ist < Populismus >....., konotiert: "dumm" und wenig "gebildet", also eigentlich nicht demokratisch.
Sein Apell an ein < neues, besseres, stärkeres und anderes Europa > ist "bullschit, rein zweckdienlich,
seinem Sinne verstandene Träumerei.
Was wollen den "wir Deutsche" uns noch ideell vorstellen ?
Wir leben in einem ökonomischen Überfluß, der wenig Raum läßt für Phantasien, die nicht nachempfunden werden können und wenig Raum, für sonstige persönliche Entfaltung läßt (außer vielleicht ökologischen Visionen).
Es ist wohl Zeit für eine gänzliche Neuorientierung, die natürlich Besorgnis und auch Angst macht......but live goes on__:-)

peter hauser | Sa, 25. Juni 2016 - 03:35

In reply to by peter hauser

Herr Weber denkt natürlich ökonomisch als Historiker, wie es die britische education schon immer nicht fertig brachte, Geschichte, Politik und Ökonomie auseinander zu halten.
Die jetzt eingetretene sichtbare Distanz zwischen GB und dem Kontinent, war schon immer gefühlt englisches Empfinden. Wäre ich diesem Eindruck gefolgt, hätte ich jetzt nicht Geld verloren, sondern viel "gemach"...:-)
Es drängt sich der Eindruck einer <Zeitenwende > nicht mehr, wie schon seit eineiger Zeit gespürt auf, sondern er ist wohl eingetreten.Es ist Bewegung in Leben gekommen und nicht mehr ideelle Vison ökologischer Provenienz, der auch ich lange anhing........
Hoffen wir das Beste....

peter hauser | Sa, 25. Juni 2016 - 04:10

In reply to by peter hauser

Herr Weber, hier zur Klarstellung nacherwähnt, ist wohl Historiker, allerdings angelsächsischer Tradition, die noch nie Geschichte, Politik und Ökonomie so richtig auseinander halten konnte.

Die jetzt eingetretene sichtbare Distanz zwischen GB und dem Kontinent, war schon immer gefühlt englisches Empfinden. (Wäre ich diesem Eindruck gefolgt, hätte ich jetzt nicht Geld verloren, sondern viel "gemach"...:-)_)
Es drängt sich der Eindruck einer <Zeitenwende > nicht mehr, wie schon seit eineiger Zeit gespürt auf, sondern er ist wohl eingetreten.Es ist Bewegung in Leben gekommen und nicht mehr ideelle Vison ökologischer Provenienz, der auch ich lange anhing........
Hoffen wir das Beste....

Sonia Doffagne | Fr, 24. Juni 2016 - 16:34

Great analysis ! And, as Donald Tusk (F. Nietzsche) said : what does not kill you makes you stronger. Jetzt ist es höchste Zeit, Europa neu zu erfinden !! Auch wenn es von vornherein anfangen sollte : zu 6, oder zu 12... Egal ... Mit Werten und Weitsicht.

Markus Michaelis | Fr, 24. Juni 2016 - 17:16

Guter Artikel. Eine zentrale Frage ist für mich aber komplett offen:

"Ein selbstbestimmtes Leben in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts würde dann für keinen Briten und für keinen Europäer mehr möglich sein."

natürlich verstehe ich, was gemeint ist. Aber das Gefühl sagt doch: wenn Grenzen für Kapital und Menschen komplett offen sind, wenn jeder hier Geschäfte und Firmen nach seiner Facon machen kann, wenn die Lebensbedingungen sich in vielem nach der Konkurrenz in Asien richten müssen, wenn jeder ins Land kann, leben wie er will, in großen Gruppen mit Bezug zu seiner alten Heimat etc. etc. Alles ganz toll. Aber was soll ich daran warum verteidigen - es ist doch eh schon die ganze Welt? Wenn das hier zusammenklappt, kann ich nach Indonesien - wo ist der Unterschied? Ich weiß, das ist zugespitzt, aber in der Richtung habe ich in den letzten Jahren schon ein Problem zu sehen, was die EU sein soll.

Romuald Veselic | Sa, 25. Juni 2016 - 07:48

ist ein richtiger Schritt aus einer suiziden Utopie. Es geschehen Sachen, die vielen nicht passen und dem normativen Denken widersprechen. Es ist gut so und es wird sich fortsetzen. Nichts dauert ewig. Konträre Meinungen/Ansichten gegen den Mainstream, ist ein Musterbeispiel für klare Demokratie mit souveränen Menschen, die aber individuell/subjektiv denken. Aufgezwungene Harmonie, bedeutet Uniformität. Was und wenn ich zu mögen haben soll, lasse mir von keinem Vorschreiben. Und am wenigstens von den Politikern aus der Groko oder von den 68-ern mit Sonnenblume oder rotem Stern. Nachhaligkeit, ist nur ein anderes Wort für Endlösung.

Dirk Nowotsch | Sa, 25. Juni 2016 - 09:32

Die EU ist nur noch als Lobbyverband der Industrie tätig! Das positive Beiwerk für die Bürger ist zu gering um die wahre Interessen Gewichtung zu verschleiern! Ein Satz in ihrem Artikel stößt mir gewaltig auf: "Man soll die die Briten nicht hart behandeln" oder so ähnlich. Totaler Selbstmord für die EU, im Gegenteil! Um in Bildern zu sprechen: Tür auf und mit einen harten Tritt in den Arsch raus schmeißen! Von Anbeginn der EU, nur Extrawürste und Bauchpinseln. Eine quälende angloamerikanische Einmischung über das zu unrecht vergebene Vetorecht! Die EU wurde von den Briten im Auftrag der Amerikaner über Jahre ausgebremst! Wie wollen Sie das den restlichen Staaten verkaufen, diesen Europafeinden noch mehr Extrawürste zu braten? Dann gibt es wirklich eine Massenflucht aus der EU. Wir Deutschen sind dort viel mehr integriert und schlucken doch auch oft bittere Pillen. Hand ausstrecken zum Verbleiben mit gestrichenen Sonderkonditionen ja, neue Sonderkonditionen nein! Und Tschüss!

Alexander Mazurek | Sa, 25. Juni 2016 - 10:01

schrieb 1772: "Heutzutage gibt es keine Franzosen, Deutschen, Spanier und sogar keine Engländer mehr, egal was andere sagen mögen: es gibt nur noch Europäer.
Alle haben sie denselben Geschmack, dieselben Wünsche, dasselbe Benehmen, weil niemand mehr durch besondere Institutionen regional geprägt wurde.
In derselben Lage werden alle dasselbe tun, alle werden sie sich selbstlos nennen, und tatsächlich Schurken sein; alle werden öffentliches Wohl predigen, jedoch nur an sich selbst denken; alle werden Mäßigung preisen und für sich wünschen, so reich wie Krösus zu sein.
Sie streben nach nichts außer Luxus, sie sehnen sich nach nichts außer Gold;
sicher, dass ihnen Geld alle Wünsche ihres Herzens kaufen kann sind sie bereit, sich an den Erstbesten für Geld zu verkaufen.
Was kümmert sie, welchen Herren sie dienen und welchem Gesetz sie folgen?
Vorausgesetzt, sie finden Geld zu stehlen und Frauen zu verführen, werden sie sich in jedem Land heimisch fühlen."

Jens Christer Jensen | So, 26. Juni 2016 - 18:13

Kennen Sie Lundeborg auf Fünen? Wahrscheinlich nicht. Dort wollte ich mir ein Häuschen kaufen. Es sollte bezahlt werden mit meiner Lebensversicherung, die in drei Jahren fällig wird. Wegen der Zinspolitik des Euro und der EZB werde ich in den letzten Jahren statt der versprochenen Höchstverzinsung einen Verlust von über 32.000 € haben. Ich hatte mich als Deutsch-Däne auf die Solidität der deutschen Finanzpolitik verlassen. Das Geld ging nach Griechenland, nicht an die armen Leute dort, sondern an "systemrelevante Banken", die es gleich in die Schweiz weiterreichten. Nein. Dieses Europa kann ich mir nicht leisten. Es ist mir zu teuer.

Ihr Kommentar zu diesem Artikel

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns über jeden Kommentar und wünschen uns eine konstruktive Debatte. Beleidigende, unsachliche oder obszöne Beiträge werden deshalb gelöscht. Ebenfalls gelöscht werden ad-hominem-Kommentare, die lediglich zum Ziel haben, andere Foristen zu diskreditieren. Auch anonyme Kommentare werden bei uns nicht veröffentlicht. Wir bitten deshalb um Angabe des vollen Namens. Darüber hinaus behalten wir uns eine Auswahl der Kommentare auf unserer Seite vor. Generell gilt: Pro Artikel ist pro Nutzer ein Kommentar und eine Replik auf einen anderen Leserkommentar erlaubt. Kommentare, die Links zu zweifelhaften Webseiten enthalten, werden nicht veröffentlicht. Um die Freischaltung kümmert sich die Onlineredaktion von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr. Am Wochenende werden Forumsbeiträge nur eingeschränkt veröffentlicht. Nach zwei Tagen wird die Debatte geschlossen. Wir danken für Ihr Verständnis.