Deutscher Pavillon auf der „World Nuclear Exposition“
Der deutsche Pavillon auf der „World Nuclear Exposition“ / Foto: Ulrich Gräber

Zukunft der Kernenergie - „Deutsche Unternehmen sind weiterhin führend“

Bei der „World Nuclear Exposition“ in Paris sind auch deutsche Firmen vertreten. Im Interview erklärt Frank Apel, Vorsitzender der Kerntechnischen Gesellschaft, dass unser kerntechnisches Know-how international weiterhin gefragt ist und warum Deutschland zur Kernenergie zurückkehren sollte.

Autoreninfo

Ulrich Gräber hat als Maschinenbauingenieur und Betriebswirt seit 1974 in der Kernkraftbranche gearbeitet. Er war unteren anderem Technikvorstand der EnBW Kraftwerke AG und Deutschlandchef des französischen Nukleartechnikkonzerns Areva. Demnächst erscheint sein Buch „Kniefall vor der Unvernunft. Der lange Schatten des Atomausstiegs“.

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Diese Woche findet im Parc d’Exposition in Paris wie jedes Jahr die „World Nuclear Exposition“ (WNE) statt. Mehr als 1000 Aussteller aus 80 Ländern zogen bereits am ersten Tag über 30.000 Teilnehmer nach Paris, um sich dort über die neuesten Entwicklungen der Nukleartechnik zu informieren. Ein Schwerpunkt der diesjährigen WNE waren die Small Modular Reactors (SMR), kompakte, hocheffiziente und inhärent sichere Reaktoren, die als Baustein einer klimaneutralen Energieversorgung und als unabdingbare Voraussetzung für den Energiehunger der KI-Rechenzentren gelten. So war zum Beispiel unser Nachbar Polen, der bis zu 15 SMR bauen will, dort mit einem großen Pavillon vertreten.

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Ernst-Günther Konrad | Do., 6. November 2025 - 11:37

*Die deutschen kerntechnischen Unternehmen sind in zahlreiche internationale Projekte eingebunden, sowohl bei der Modernisierung bestehender Anlagen als auch bei der Entwicklung neuer Reaktorkonzepte.* Es gibt keine Studiengänge mehr. Ehem. Bedienstete der AKWs sind entweder im vorläufigen Ruhestand oder anderswo untergekommen, ins Ausland abgewandert, aufgrund ihrer fachlichen Qualifikation. Sie sind ein Blender Herr Apel. Hören Sie sich Manfred Haferburg an oder Fritz Vahrenholt. Wir haben faktische keine Fachleute mehr, die ein Kernkraftwerk bauen können und es anschließend betreiben könnten. Dieser Berufsbereich wurde eliminiert. Und jetzt höre ich gerade bei Tichy, Reiche habe beim G7 ihren Amtskollegen gesagt, man überlege wieder kleinere AKWs ins Leben zu rufen. Offiziell aber bestreitet das Ministerium solche Überlegungen. Die letzten AKWs sind gesprengt. Und Sie Herr Apel werfen Blendgranaten. Sie geben es ja indirekt zu. Ihr mischt im Ausland mit, aber nicht bei uns.

Thomas Veit | Do., 6. November 2025 - 17:30

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

sind sie ja auch gegen den Weiterbetrieb (bis vor kurzem noch) vorhandener AKW's, genau wie am möglichen Wideraufbau... ..., deshalb beschönigen sie JETZT nach der Sprengung (sinnbildlich) der noch guten alten den schnellstmögliche Aufbau neuer Kernkraftsysteme >> $€$!, wie auch immer.

Deutschland ist zweifellos technologisch und vor allem personell ausgedünnt bezüglich Atomkraft-Know-How - wie sollte es auch anders sein... ...?

Wenn Deutschland erst nicht mehr anders kann als im Tourboschritt wieder an den weltweiten Atomkraftboom anzuschließen, es praktisch in der Windkraft-Falle sitzt, dann wird die Industrie bereit sein..., mit deutlich überhöhten Preisen selbstredend.

DARUM schmeißen sie jetzt diese 'Blendgranaten'... ... - das $Geld$ wartet schon... ... 😉

PS: mir geht es hier/vorgenannt ausdrücklich um die Sichtweise und €-Motivation der A-Industrie, nicht um die Frage über wir das machen sollten. Natürlich sollten/müssen wir... ... - sowieso.

Ferdinand Schulze | Fr., 7. November 2025 - 08:16

Antwort auf von Ernst-Günther Konrad

...wo sollen bei fehlendem Kraftwerkspark, fehlenden Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten die Fachleute kerkommen? Das ist reines Wunschdenken, was an die Autoindustrie erinnert, die ihre Produktion und damit das Knowhow in alle Welt verlagert, weit weg von Deutschland und möglichst außerhalb der EU, siehe Stellantis.

Walter Buehler | Do., 6. November 2025 - 11:41

Die kulturelle, mediale und politische Vorherrschaft der links-grünen Kindsköpfe in Deutschland hat die Technik- und Wissenschaftsfeindlichkeit bei uns in gefährlicher Weise hochgepeitscht.

Nur Scheinwissenschaften (wie die sinnleeren Gender-Lehrstühle und die vielen wirren Lehren der Sozial- und Politik-Wissenschaften) dominieren das Feld.

Diese links-grüne intellektuelle Faulheit und Technikfeindlichkeit werden unsere Kinder und Enkel teuer bezahlen müssen, und zwar zusätzlich belastet durch die horrende Schuldenlast, die ihnen die jetzt herrschende politische Klasse zusätzlich aufgebrummt hat.

Die Begabten wandern aus.

Dummheit schützt vor Strafe nicht, auch nicht die Unschuldigen.

Am schlimmsten sind aber diejenigen in unserer "Elite", die von einem Krieg als Befreiungsschlag träumen, und sich damit vor den realen Problemen der Gegenwart drücken wollen. Gerade sie sind auf einen Krieg gar nicht vorbereitet, und würden im Kampf nichts taugen.

IngoFrank | Do., 6. November 2025 - 12:50

Müllhaufen der deutschen Geschichte ……etwas anderes fällt mir zu diesem Artikel nicht mehr ein.
Ob es die Atomkraftwerke oder die Verbrennerautos sind …..in beiden Schlüsseltechnologien war Buntland führend und trug wesentlich zum Wohlstand dieses Landes bei.
Nur durch eine hysterische Klimapolitik wird Deutschland zugrunde gerichtet und die ganze Welt schaut mitleidig & erstaunt zu.
Ernst nimmt uns niemand mehr…… wahrscheinlich gibt es erst Ruhe vor diesen Links & grünen Aktivisten, wenn die letzte Firma in Deutschland geschlossen wird und die „Klimaneutralität“ ( schon diese Wortschöpfung steht für Irrsinn) hingerechnet werden kann.
Die Frage bleibt allerdings, wer kann denn da noch rechnen in diesem buntesten woken bildungsfernen Land, die die dageblieben sind, mehrheitlich wahrscheinlich nicht.
Man kann Sole Artikel nur noch mit Sarkasmus beantworten bzw. kommentieren…..
Deprimierend einfach nur noch deprimierend…….
MfG a d Erfurter Rep.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter

Achim Koester | Fr., 7. November 2025 - 08:19

ist zwar in Deutschland von grünen und roten Ideologen unterdrückt worden, aber EINE deutsche Erfindung macht mir Hoffnung: Der Dual-Fluid Reaktor von Dr. Götz Ruprecht und seinem Team. Wegen der ideologischen Feindseligkeit ist die Firma nach Kanada ausgewandert, und wegen überbordender deutscher Bürokratie wird ein Demonstrator, also der Vorläufer eines Prototyps, in Ruanda gebaut. Ich gebe Herrn Apel insoweit Recht, als deutscher Erfindergeist noch nicht gänzlich getötet wurde, aber leider werden wir die Ergebnisse für teures Geld gegen Lizenzen zurückkaufen müssen, um sie nutzen zu können.