Ursula von der Leyen und Donald Trump schütteln die Hände.
picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin

Zollstreit mit den USA - Europas Unterwerfung

Im Handelskonflikt degradiert Trump Europa zu Statisten, während die EU ihre Kapitulation als „großartigen Deal“ verkauft. Das Ergebnis ist wirtschaftlich fatal – und ein Signal an Großmächte, und solche, die es werden wollen, Europas Schwäche auszunutzen.

Autoreninfo

Carsten Korfmacher leitet das Ressort Kapital bei Cicero.

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Eine Zuspitzung des Handelskrieges zwischen den USA und der Europäischen Union ist abgewendet. Das ist, aus europäischer Sicht, das einzig Positive, was über das Ergebnis der wochenlangen Konsultationen im amerikanisch-europäischen Zollstreit zu sagen ist. Der Preis für diese Einigung muss als bedingungslose Kapitulation Europas in den bilateralen Handelsbeziehungen gewertet werden. Hätten die verantwortlichen EU-Offiziellen dieselbe Kreativität in den Verhandlungen aufgewendet, mit der sie nun die europäische Unterwerfung schönreden, hätte das Ergebnis womöglich deutlich hoffnungsvoller gestimmt.

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Markus Michaelis | Mo., 28. Juli 2025 - 18:03

Ohne jetzt Trump zu verteidigen, nur um die Situation halbwegs einordnen zu können: der Artikel erwähnte schon die bisher niedrigeren Zölle der USA gegenüber der EU, zumindest in wichtigen Bereichen. Bisher war das Handelsdefizit der USA auch kein Problem, weil sie die finanzielle und sonstige Hegemonialmacht waren und der Dollar die Weltwährung. Das wackelt aber und irgendeinen Ausweg aus den Handelsungleichgewichten müsste man vernünftigerweise auch anbieten?

Am Ende müsste die EU autarker werden - dass sie es nicht ist, ist ja auch ihr Versäumnis? Militärisch, Rohstoffe, technologisch, Binnenmarkt ... es gäbe viel zu tun, um unabhängiger zu werden. Müsste man sich darauf mehr konzentrieren?

Thomas Veit | Mo., 28. Juli 2025 - 21:16

Antwort auf von Markus Michaelis

Man/EU müsste es erst einmal überhaupt ernsthaft wollen - unabhängiger werden. Bisher habe ich den Eindruck, dass die EU keinen wirklichen Plan hat sich global strategisch stark aufzustellen, wirtschaftlich wie militärisch.

Vielmehr hofft das alte Schönwettereuropa darauf, dass es irgendwie (vielleicht nach Trump...??) doch so weiter gehen könnte wie die letzten 30+ Jahre... - 'ginge das vielleicht nicht doch so wie früher..., liebe USA?? Bitte-bitte!!'... - sinngemäß. /Ironie

China hat einen Plan, Trump hat einen Plan, Indien hat einen Plan..., und Russland hätte sicher auch einen Plan. Europa bzw. die EU hat keinen wirklichen Plan - zu viele Köche... ...

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 28. Juli 2025 - 18:17

Paralleluniversum, denn in meinem stehen die USA mit ihrer Verschuldung immer noch auch vor der Gefahr eines Staats"""bankrotts"""?
Weiterhin fühle ich mich nicht bedroht, wenn die USA die NATO verliessen, im Gegenteil.
Aber genau deshalb ist diese Drohung in meinen Augen auch ein "Fake".
Da kommen wir wieder zusammen, ja, eine regelbasierte Zusammenarbeit wird es momentan nicht geben.
Deshalb ist es so wichtig, jetzt nicht überzureagieren, Konflikte zu vermeiden und Europa "wieder groß zu machen", um Trumps Worte zu benutzen, jedoch mit anderen Inhalten.
Es sagte doch Merz, dass es jetzt darauf ankomme, eine erneute regelbasierte weltweite Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen?
Ich hoffe, er hat da auch ein paar Ideen.
Immerhin könnte das evtl. unverstellte Vorgehen der USA der restlichen Welt vor Augen geführt haben, dass regelbasierte wirtschaftliche Zusammenarbeit sinnvoll sein kann.
Man sollte aber am Dollar als Leitwährung festhalten und auch an den USA.
Trump kann dazulernen?

Dorothee Sehrt-Irrek | Mo., 28. Juli 2025 - 18:20

Ich glaube nicht.
Dann ist Europa et al jetzt wirklich gefordert...

Dirk Nowotsch | Mo., 28. Juli 2025 - 18:25

Man schämt sich EU-Bürger zu sein und als Sahnehäubchen schämt man sich noch mehr, ein Bundesbürger zu sein! Ein unterwürfiger Vasallenstaat, nicht mehr als eine in Lobbyismus versunkene Bananenrepublik! Looser hat man aus den Europäern gemacht! Hoffentlich wird aufgeklärt, welches Großkapital hinter diesem zweifelhaften Deal steckt, wer sind die Gewinner, wem nutzt der Deal! Den Menschen in Europa sicher nicht! Der Demokratie schon gar nicht! Aber demokratisch ist die Dame ja auch nicht gewählt worden und Demokratie ist weder das Ziel der EU, noch der nationalen Politik! Ziel ist scheinbar nur die Staatskassen der Länder zu plündern!

Konstantin Richter | Mo., 28. Juli 2025 - 18:33

"Das Ergebnis ist wirtschaftlich fatal – und ein Signal an Großmächte, und solche, die es werden wollen, Europas Schwäche auszunutzen." Schwäche wir immer ausgenutzt - dazu bedarf es nicht erst eines Signals. Europas Schwäche beruht auf dem starken Einfluß seiner Frauen. Für sie, im Gegensatz zu den "alten weißen Männern", steht Stärke nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Daher sind die in allen Bereichen beobachtbaren Leistungseinbrüche und Schwächezeichen für mich keine Überraschung. Genausowenig wie die Überbetonung des Sexuellen und des Geschlechtlichen.

D’accord! Durchaus interessant sich die Entwicklung der Feminisierung von Machtstrukturen und deren Auswirkungen frei von Ideologie vor Augen zu führen. Vae victis!

Heidemarie Heim | Mo., 28. Juli 2025 - 18:37

Keine Ahnung wie es ausgegangen wäre mit dem wegen Verschmähung der berühmten Chlorhühnchen nicht abgeschlossenen Freihandelsabkommen. Aber es könnte sein, dass man inzwischen lieber fast zollfreies Hühnerklein kaufen und lieber wie damals die Butterberge anhäufen und vernichten würde, als auf so ziemlich jeden Export 15% Zoll zahlen zu müssen. Oder eigene Pläne zur gemeinsamen Entwicklung eines z.B. Kampfjets zugunsten einer "Abnahmegarantie" von F35 ad acta zu legen? Und darf man annehmen, dass unsere Umweltaktivisten hierzulande wie in ganz Europa seit Bekanntwerden einer angekündigten US-Öl-LNG-Import-Schwemme zu welchem Preis eigentlich?, nur noch im Dreieck springen? Da war die Aufforderung im Schottland weilenden Golfer "shut down the wind turbines", besonders die bei seiner Golfanlage;) wahrscheinlich nur noch die Kirsche auf der
Klimakampf-Torte. Letztendlich das "laute Schweigen" unserer nationalen Wirtschaft verheißt nichts Gutes? Hätten wir nur das Chlorhuhn genommen;( MfG

Klaus Funke | Mo., 28. Juli 2025 - 18:48

Hat jemand etwas anderes erwartet, wenn die europäische Polit-Minibarbypuppe gegen den Oberprofigolfer antritt? Aber es wird natürlich als Erfolg verkauft. Als Riesenerfolg. Und dann noch am Rande Trumps medienträchtige Ankündigung, Wladmir Putin nun engültig die Freundschaft und die Frist zu kündigen, um in der Ukraine "Frieden" zu machen. Eine leere Drohung. Es wird nicht passieren und passieren wird daraufhin - ebenfalls nichts. Warum auch? Putin macht so weiter und keiner kann ihn hindern, auch die USA nicht, weil den Putin schreckt nichts von Trumps Zoll-Waffen, den Bombenzöllen. Er wird sich im Kreml in seinen großen Goldsessel setzen und lächeln und er wird warten, bis dem Selensky und dem verbündeten Westen die Puste ausgeht. Und dies ist so sicher wie dass Stalin wiederaufersteht, die Ukraine wird kapitulieren. Und der Westen wird aufschreien und passieren wird wiederum nichts. Dann allerdings wird es spannend. Wie teilt man sich die Ukraine auf? Putin gibt kein Stück her.

Bei Lichte und nicht im Funkenregen eines Freudenfeuerwerks ist zu erkennen, was dieser Deal wirklich bedeutet. Europa hat aufgehört selbstständig zu existieren, wir sind erledigt. Die Barbypuppe vdL ist unsere Leichenbestatterin.

Peter Sommerhalder | Mo., 28. Juli 2025 - 18:55

in Europa soll sich doch auf seine Stärken konzentrieren, sich untereinander in Ruhe lassen aber wirtschaftlich gut zusammenarbeiten.

Dass ausgerechnet Deutschland -das grösste Land in Europa- sich seinen Stärken entledigt
(Wissen und Fleiss) dies kann ja wohl ganz sicher nicht als Vorbild angesehen werden…

Keppelen Juliana | Mo., 28. Juli 2025 - 22:37

Antwort auf von Peter Sommerhalder

Nur eine kleine Korrektur das größte Land in Europa ist Russland mit dem größten Binnensee den größten Fluß den größten Bodenschätzen usw. aber diese Land wollen die Eurokraten zusammen mit Berlin ja wirtschaftlich und militärisch in die Knie zwingen. Jetzt müssen wir nur noch warten bis unsere dressierten US Zwergpudel zum endgültigen Dolchstoss ansetzen denn wer so einen heldenhaften Zollkampf gegen Trump geführt hat der schafft fast alles. (Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten).

Ich leide derzeit an Europa und der Furcht, Europa könne meinen, den 3. Weltkrieg endlich erfolgreich gegen Russland führen zu können.
Ich bin dagegen, dass Europa so einen Krieg ins Auge fasst und hoffe sehr, dass Russland stark genug ist, ihn zu überstehen.
Es war historisch ein Fehler, aufzurüsten, weil Österreich Serbien sanktionieren wollte, aber die Idee?, mal kurz Belgien zu überfallen, um besser nach Frankreich zu kommen, also einen Zweifrontenkrieg gegen Frankreich und Russland für aussichtsreich zu halten, wer kam denn auf den Irrsinn? Dies zu Weltkrieg dem ersten.
Zum zweiten: Ja, ein kommunistisches Russland war ein Schreckgespenst für die Monarchien und bürgerlichen Staaten Europas, aber eher noch ungefährlicher als vormals das Zarenreich. Hitler kommentiere ich lieber nicht.
Zum dritten: Russland ist m.E. keine Gefahr für Europa, da ich die Ukraine als eurasisches Land sehe, wie Russland selbst.
Eine Abspaltung des klar asiatisch orientierten Donbas ff. finde ich sinnvoll

Brigitte Simon | Di., 29. Juli 2025 - 08:37

Antwort auf von Peter Sommerhalder

Was jetzt gerade in den USA passiert ist unbegreiflich. Leyen zeigt ihre Raffinesse. Sie verfügt doch über genügend Raffinesse wenn es vor Gericht über ihre Betrügereien geht. Ich denke an ihre schlau ausgeklügelten Vorgehensweise, mit der sie eine Situation zum "Automat mit Raffinesse" ihre Milliarden von Pfizer erschwindelte zum Nachteil der Betroffenen.

Einen Trump mit ihrer Raffinesse zu übertölpen, da schmunzelt er nur noch.
Ab mit Erfolg in ein Golfloch. Alleine die Schmach, Leyens "Deal" am Atlantik zu dealen macht Spaß. Europa hat genug zu tun. Sie versprach auch, ein smartes Land Ukraine zu finanzieren. Packen wir es an.

Ingofrank | Mo., 28. Juli 2025 - 20:20

und decken damit ihre eigene Unfähigkeit und ihre Reform- Resistentz zu
Da dieser Verein eben nicht reformierbar ist, gehört er aufgelöst und abgeschafft und als neue (alte) Handelsgemeinschaft neugegründet.
Mit freundlichen Gruß aus der Erfurter Republik

Christoph Schnörr | Mo., 28. Juli 2025 - 20:49

mit der Propagandameldung (genauer: folgenlosen Ankündigung) von Merz: Die Industrie investiert in Deutschland 600 Milliarden ... Man kann nur noch fassungslos des Kopf schütteln mit Blick auf Berlin und Brüssel.

Jürgen Goldack | Mo., 28. Juli 2025 - 22:40

Dieser ganze Verhandlungsklamauk war für Präsident Trump ein einziger innerer Führervorbeimarsch. Seit wann ist schon bekannt, dass die Personalie U.v.d.L. Kinderärztin ist und sonst nichts kann? Brüssel, Macron und speziell Deutschland/Merz umgarnen diese auf jung getönte unfähige Dauerwellen-Verhandlungsmamsell als gäbe es kein Morgen und was hat Deutschland davon? Außer immer höhere Kosten, Einmischung in innerste deutsche Angelegenheiten und einen extrem für unser Land sinnlosen kostspieligen EURO-Gully in der Ukraine? Dieses Spiel in Schottland konnte nicht anders als mit einem brachialen Verlust für Europa und die BRD ausgehen! Wann kapiert die deutsche Regierung endlich, dass die AfD mit ihrer Überzeugung, aus der Brüsseler EU unter v. d. Leyen auszusteigen, der einzige Weg wieder in ein über sich selbst bestimmen könnendes Land ist. Europa macht Deutschland nicht stärker sondern von Tag zu Tag schwächer und politisch abhängiger von einem total unfähigen Brüsseler Management!

Brigitte Miller | Di., 29. Juli 2025 - 08:27

Finanzspezialist heute bei nius.live:
"Heute bei nius.live Marc Friedrich, Finanzexperte, nach dem "Deal" mit Trump: "die EU muss weg, die pfeifen aus dem letzten Loch, es ist ein korrupter Haufen, aber so ist es halt im Sozialismus. Die EU lässt sich nicht mehr reformieren.
Das ist eine Organisation voll mit Unfähigen, die viel Geld verdienen". (sinngemäss)
Und Victor Orban: "Trump hat von der Leyen zum Frühstück verspeist"

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Keppelen Juliana | Di., 29. Juli 2025 - 11:50

Antwort auf von Brigitte Miller

ist der einzige Lichtblick in der EU aber gerade den wollten die Brüsseler ja gerne loswerden.
Aber seien wir nicht so streng die Eurokraten sind dermaßen mit einem NichtEULand beschäftig die haben keine Zeit sich um die EU Länder zu kümmern. Die wöchentlichen Reisen nach Kiew und das Zusammenkratzen der Gastgeschenke bei jeder Reise kostet jede Menge Anstrengung da muss so eine Zollverhandlung eher zurückstehen.

I. Erdmann | Di., 29. Juli 2025 - 12:32

Keiner erwähnt, dass die EU (oder D) für importierte Waren aus den USA seit je her eine "Einfuhrumsatzsteuer" von 19 % kassiert. Eine derartige "Steuer" wird bei Importen von der USA nicht erhoben. Trump betrachtet diese 19%- Steuer als eine Art Zoll. Warum wird in der ganzen Zoll- Debatte von allen mir bekannten deutschen Medien diese Tatsache einfach verschwiegen?
Wäre es nicht gerecht, wenn die EU b.z.w. D nur einen viel geringeren Steuersatz (etwa 7%) für Waren aus den USA berechnen würde? Vielleicht gäbe es dann sogar mehr "Ami- Schlitten" auf deutschen Straßen, wenn deren "Einfuhrgebühren" nicht bei stolzen 29% lägen.

Ernst-Günther Konrad | Di., 29. Juli 2025 - 14:51

damit sie diese EU anführt. Jetzt habt ihr den Salat. Jahrzehnte hat man sich der USA unterworfen und jetzt zieht die mal die Daumenschrauben an und schon jammert man. UvdL kann es doch egal sein. Die bläht gerade ihren EU-Haushalt im Billionen auf und bezahlen sollen in der Hauptsache die Deutschen. Können wir doch auch, wenn demnächst die "blöden Steuerzahler" bis 70 arbeiten gehen sollen, wird schon genügend abfallen. Auch über diesen Trump-Deal freue ich mich besonders, weil er die EU immer weiter an den Rand des Abgrundes schiebt und in diesen gehört sie ja rein. @ Markus Michaelis - bin völlig Ihrer Meinung, nur für Reformen und mehr Souveränität der EU ist es zu spät. Die Karre ist im Dreck und gräbt sich immer weiter hinein. Gut so. Soll sie stecken bleiben und versinken. Dann läßt sich neu aufbauen. Für Flinten Uschi gibt es bestimmt wieder einen neuen Job. Totengräberin der EU.