Kapitalismus gegen den Klimawandel? Das werden die meisten Klimaaktivisten nicht hören wollen / dpa

Klimawandel und Systemfragen - „Wir brauchen mehr Kapitalismus, um das Klimaproblem zu lösen“

Ist der Kapitalismus die Wurzel allen (Klima-)Übels? Nein, sagt der deutscher Historiker, Buchautor und Unternehmer Rainer Zitelmann im Interview. Er hält ihn für die einzige Lösung.

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Rainer Zitelmann gehört zu einer seltenen Spezies: Er ist einer der wenigen glühenden Verfechter des Kapitalismus in Deutschland. Der 65 Jahre alte Publizist, Historiker und Vegetarier kämpft in Büchern und Schriften gegen einen Zeitgeist, der in der Marktwirtschaft die Wurzel allen Übels sieht.

Dabei hat Zitelmann einen weiten Weg zurückgelegt: vom Marxismus über den Maoismus zum Liberalen und schließlich zum Vollblut-Unternehmer. Er ist der festen Überzeugung, dass die meisten Probleme unserer Gesellschaft inklusive des Klimawandels nicht mit weniger, sondern nur mit mehr Kapitalismus zu lösen seien. Seine Botschaften hat er mittlerweile in 25 Bücher gegossen und reist durch die Welt, um sie zu verbreiten. 

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Norbert Heyer | Mo., 14. November 2022 - 08:58

Mein Großvater war ein durch und durch unpolitischer Mensch. Er erlebte das Kaiserreich, WK I als aktiver Soldat, Weimarer Republik, Nazi-Regime, WK II und dann die soziale Marktwirtschaft. Er sagte immer: „Ich wähle nur noch die Kapitalisten, die sind für uns kleine Bürger am besten.“ So einfach und banal und doch so richtig. Alle Politiker die hochfliegende Pläne ohne Sinn und Verstand verwirklichen wollen, die Menschen mit Geld beglücken und mit Maßnahmen und Gesetzen unfrei machen, werden im Endeffekt scheitern. Ihnen fehlt der Bezug zur Realität, sie zerstören bewährte Energiespender und ersetzen sie durch Unsicherheit, sie wollen die ganze Welt retten, aber gleichzeitig sollen alle das gleiche Lied des Sozialismus singen. Sie kommen aus gutbürgerlichen Verhältnissen und wollen ohne Können und Erfahrung die Welt auf den Kopf stellen. Das wird schiefgehen, viele merken das, viele sind eingelullt durch einseitige Berichterstattung. Die Zauberlehrlinge werden bald den Meister rufen.

kombiniert mit sozialer Marktwirtschaft (Rheinischer Kapitalismus) hat funktioniert. Parallel dazu das Gegenstück SED-Sozialismus ging in die Grütze, wie alle sozialistischen Projekte.
Diese sozialistischen Projekte, auch und gerade aus den Kreisen eifernder Wohlstandsverwöhnter, sie können tausendmal scheitern, es finden sich immer wieder Idioten die glauben es beim nächsten mal aber richtig zu machen.
Leider finden sie immer wieder ihr Publikum und Unterstützung.
Diese Soz-Idioten finden wir heute als rotgrün lackierte Totalitäre in allen Bereichen der Gesellschaft und als Regierungen in Bund und Land.

Albert Schultheis | Mo., 14. November 2022 - 09:35

Ich habe nicht den langen, sinnlosen Marsch "vom Marxismus über den Maoismus" bis hin zu einem liberalen Kapitalismus durchlaufen wie der Herr Zitelmann, habe dennoch ein langes, erfahrungsreiches Leben hinter mir als Projektmanager und freiberuflicher Berater in der Industrie sowie als später Gymnasiallehrer für Physik, Mathe und Englisch. Vor einer Weile habe ich auch von Kipp-Punkten geschrieben nämlich denen im Zustand der Wirtschaft und Industrie eines Landes. Wenn diese Kipp-Punkte der Zersetzung und des Abbaus überschritten sind, dann ist das Land zu Garnix mehr imstande! Schon gar nicht zu einer Umorientierung und Umbau in Richtung nachhaltiger Wirtschaft. Dann fehlen auch die beträchtlichen finanziellen Mittel für einen Umbau als auch die Voraussetzungen dafür in Bildung und Know How-Entwicklung. Dann ist Zappenduster so wie im Endstadium Sozialismus, DDR. Dann kippen sogar die Bäche und Flüsse im Land vor Dreck. Aber da wird keine BRD mehr sein, die uns den Arsch rettet!

Gabriele Bondzio | Mo., 14. November 2022 - 09:37

Hier muss ich Hern Zitelmann durchaus recht geben.
Ich kenne beide Systeme, Sozialismus bis zu meinem 35 Lebensjahr und Kapitalismus,in den wir ehemaligen DDR-Bürger, nach der Wiedervereinigung eingetreten sind.
Damals konnte frau noch von einer sozialverträglichen Marktwirtschaft (siehe unternehmerischen Mittelstand) reden.

Bei mir stand/steht nicht so sehr die geldliche Variante im Vordergrund.
Eher der Aspekt persönliche Freiheit.
Ein Gut von unschätzbarem Wert, denn sie schuf einst die Voraussetzung dafür, dass jeder sein Leben in eigener Verantwortung und nach seinen eigenen Wünschen und Zielen gestalten konnte.

Diese Tatsache hätte die sozialist. Ideologie ausgebremst, das dürfen mir die westdeutschen Mitbürger ruhig glauben.

Mag jedoch nicht die "Heuschrecken" die Großkonzerne. Die bar jeder sozialen Verantwortung, auch heute unter der Maske "Ökologie" Menschen und Umwelt skrupellos ausbeuten.
Und dazu ihre Macht auf Politik ausweiten, die Menschen unfreier zu stellen.

Günter Johannsen | Mo., 14. November 2022 - 10:11

ist nur möglich für ein Land mit wirtschaftlicher Stärke ! Ein Land, dass sich dem Kommunismus verschreibt, wird das niemals schaffen. Blicken wir nur auf den Umwelt-Zustand in der untergegangenen DDR: Umweltschützer gab es kaum. Und die wenigen, welche für Umweltschutz eintraten, wurden als Klassenfeinde verfolgt .
https://www.spiegel.de/politik/wir-haben-angst-um-unsere-kinder-a-b76ea…
"Die Marxisten wollten ursprünglich eine schöne Utopie verwirklichen, und dann ist etwas Schreckliches daraus entstanden."
Letztlich zeigen die terroristischen Aktionen der verführten Kids, wer dahinter steckt: Eine linksextreme Vereinigung. Und ich selbst bin davon überzeugt: die "Letzte Generation" interessiert sich nicht für´s Klima, sondern die wollen den Umsturz ... den Systemwechsel. Wahr ist: Die Soziale Marktwirtschaft ist die Quelle des Wohlstands. Also Augen auf. "Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf!" (Kurt Tucholsky)

Gerhard Hellriegel | Mo., 14. November 2022 - 10:29

Das Ziel der Unternehmen ist der Verkaufsakt. Denn im Verkaufsakt entstehen Löhne und Gewinne. Also wollen sie die Verkaufsakte maximieren. Die tägliche Werbung spricht eine deutliche Sprache. Jeder Verkaufsakt bedeutet aber Ressourcenverbrauch, das Ergebnis ist Ressourcenverschwendung. Da das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag mit wachsender Größe immer besser wird, ist Größenwachstum implizit Ziel der Unternehmen. Mit wachsender Größe wächst auch die politische Macht des Unternehmens bis zum "too big to fail". Es ist offensichtlich, dass diese Strategie für die Menschheit außerordentlich erfolgreich war und ist. Aber langsam wird deutlicher, dass es ein eskalierendes Schneeballsystem ist, das kippen muss. Ob die "Marktwirtschaft" die Kurve kriegt, ist eine offene Frage. Da die notwendige Kurve ihrer DNA widerspricht, können die korrigierenden Kräfte nicht aus ihr selbst stammen. Aber von wem dann?

Günter Johannsen | Mo., 14. November 2022 - 17:32

Antwort auf von Gerhard Hellriegel

läuft letztendlich alles darauf hinaus, dass sich Politiker und Funktionäre selbst bereichern. Der Dumme ist der "einfache" Steuerzahler.
Die Anfänge sind jetzt schon sichtbar: Genossen, lasst und genießen!

Christa Wallau | Mo., 14. November 2022 - 10:31

Ihr Blick auf die Welt - man mag ihn teilen o. nicht - ist erfrischend klar u. unabhängig.
Mit Freude habe ich dieses Interview gelesen, in dem Sie Ihre persönliche Entwicklung schildern u. Ihre Überzeugungen vertreten.

Ja, es ist so, daß Kapitalismus d i e Antriebsfeder für Fortschritt auf materieller u. zivsilatorischer Ebene darstellt. Ohne die Einbeziehung des menschlichen Gewinnstrebens in ein Gesellschaftssystem muß dieses zwangsläufig scheitern.
Im Grundsatz stimme ich allem zu, was in diesem Text steht, vor allem auch der Aussage, daß Geld Freiheit bedeutet.

A b e r : Was mir dann fehlt, ist die notwendige zusätzliche Erkenntnis, daß Geld niemals die alleinige Herrschaft auf der Welt übernehmen darf, sondern daß es wirksame Mechanismen geben muß, welche die ungeheure Macht, die automatisch mit viel Geld verbunden ist, in ihre Schranken weisen.
Die soziale Marktwirtschaft in D (1948 b. Ende des 20.Jhs.) war ein gutes System. Leider wurde es mutwillig ad absurdum geführt.

Heidemarie Heim | Mo., 14. November 2022 - 12:16

Das sind doch die eigentlichen Probleme, die stramme Ideologen, Systemkritiker oder sogenannte Klassenkämpfer mit Tunnelblick haben. Es gibt kein dazwischen sobald die eigene Maxime feststeht und nun irgendwie massentauglich unter der Mehrheit verbreitet werden muss indem man Begriffe wie Kapitalismus oder das Streben nach mehr Geld, Erfolg usw. als etwas unmoralisches oder asoziales darstellt. Zur Not befeuert man den Sozialneid untereinander und suggeriert dabei das hehre Dinge wie Gleichheit, Brüderlichkeit, Solidarität, Einbindung in das Kollektiv usw. Freiheit und Wohlergehen gleichermaßen für alle bedeutet. Nur daher unterscheidet man nicht zwischen dem unangenehm auftretenden rücksichtslosen Raubtierkapitalisten, der sich nur seinen Aktionären/Rendite verpflichtet fühlt und dem Unternehmer, der vielleicht mit mehr Fleiß, Energie und auch Risikobereitschaft einen Wirtschaftsbetrieb aufgebaut und Menschen Arbeit u. Lohn ermöglicht nach deren jeweiligen Leistungsvermögen. MfG

Helmut Bachmann | Mo., 14. November 2022 - 12:22

Schöne Zusammenfassung, klare Worte. Wäre was für eine liberale und auch für eine konservative Partei. Schade, dass wir sowas in Deutschland nicht haben.

Gerhard Lenz | Mo., 14. November 2022 - 12:30

vergißt völlig, dass Marktgeschehen und ungezügelte, weil weitgehend unregulierte Globalisierung die Klimakrise erst verursacht haben. Der Markt wird es eben nicht richten. Und schon gar nicht wird er alleine die Schäden beseitigen, die er angerichtet hat.

Der Glaube, man müsse lediglich umweltschädliche Produktion durch klimafreundliche ersetzen, und schon sei alles in Butter, ist eine naive Milchmädchenrechnung.

Klimarettung wird auch zukünftig bei unternehmerischen Entscheidungen nur dann eine Rolle spielen, wenn sie verkaufswirksam vermarktet werden kann.

In Zeiten, in denen noch immer große Teile der Menschheit am Rande des Existenzminimums herumkrebsen ist es ein Witz zu glauben, ein bekehrtes Unternehmertum würde plötzlich nur noch nachhaltig wirtschaften.

Immerhin: Ein interessanter Beitrag, der zeigt, dass noch immer viele in die falsche Richtung denken. Herr Zitelmann, lange Vertreter des nationalliberalen FDP-Flügels, gehört wohl dazu.

Helmut Bachmann | Mo., 14. November 2022 - 15:03

Antwort auf von Gerhard Lenz

wie gut, dass es sie gibt. So wurde er daran erinnert, was linksextreme Denker dazu zu sagen haben. Eben immer dasselbe und nichts Neues. Außer, dass man dringend zum 25.mal die Menschheit mit dem Wahn namens Sozialismus beglücken müsse. Herzlichen Glückwunsch zum völligen Ignorieren des Inhaltes des Artikels.

Albert Schultheis | Mo., 14. November 2022 - 21:11

Antwort auf von Gerhard Lenz

Fakt ist: 1989 waren die meisten Flüsse und Bäche in der ehemaligen DDR biologisch tot. In der BRD waren bereits die meisten Flüsse weitgehend saniert, sogar Rhein und Main. Ca 7 Jahre nach dem Untergang der DDR waren alle Flüsse und Bäche in der Ehemaligen wieder biologisch grün! - Was lernt ein Lenz daraus? "Der Markt wird es eben nicht richten. Und schon gar nicht wird er alleine die Schäden beseitigen, die er angerichtet hat." Mit dem "Markt" meint er wohl den sozialistischen "Konsum" mit seinen leeren Regalen! Dann wird ein Schuh draus!! Es brauchte schon ein "bekehrtes Unternehmertum", um den Dreck und die Ruinen des Sozialismus wegzuräumen und die Bäche und Flüsse wieder zum Leben zu bringen.

Herr Schultheiss, muss ich Ihnen den Begriff "Mark" erklären? Offensichtlich, Ihr Unwissen ist ja förmlich greifbar.

Jedenfalls hat er nichts mit den Umweltsünden der ehemaligen DDR zu tun, die unbestritten sind, selbst bei den "Linken".

Wenn Sie allerdings nicht so sehr mit Scheuklappen belastet wären wüssten Sie, dass der aufgeräumte, sauber und ordentliche Kapitalismus selbstredend für Klimakrise, Rohstoffverknappung usw. die Hauptschuld trägt!

Sie dürfen Ihre albernen Politfloskeln (linker Bullshit u.ä.) übrigens gerne für sich behalten, oder auf der nächsten AfD-Versammlung vortragen.

Ronald Lehmann | Mo., 14. November 2022 - 13:33

der Demokratie, der Redlichkeit & Unbestechlichkeit, der Entwicklung des Menschen zum qualitativ Höheren (nicht quantitativ!) & auch einer Wirtschaft, die Natur wie Ressourcen als eine Einheit sieht, um dadurch keine schwerwiegende (der Mensch nimmt immer/ hat immer Einfluss auf die Natur -- vor allem bei quantitativen Ausschlägen) menschengemachte Unwucht der Gleichgewichte zu produzieren.

Deshalb sehr ich das Problem immer in der

ZENTRALISATION VON MACHT in LANGEN ZEITRÄUMEN

egal ob wirtschaftlich oder politisch.
Bestes Beispiel H. Ford, der fmp. das Paradebeispiel eines sozialen HUXLEY ist.

Aber auch Brüssel, alle gesamten Politiker & alle Eliten aus den Säulen der Macht müssten sich alle mal 2Jahre als Bauer verdingen, damit diese mal wieder Boden -& Erd-Kontakt bekommen.

Diesen System zu entkommen, 3 Möglichkeiten:

1. Egal was, ab einer Größe sich wie eine Zelle teilen, um was neues zu schaffen
2. geheime Wahlen & Masken/Video, da es NUR UM INHALTE geht
3. zeitlicher Rahmen

Urban Will | Mo., 14. November 2022 - 13:46

zutreffend.
Herr Zitelmann bringt die richtigen Sätze. So etwa der, dass man in D die Menschen nach ihren Absichten misst, nicht nach den Ergebnissen.
Und so leistet man sich – hirnvernebelt durch einen zwangsfinanzierten ÖR, nichts anderes als deren verlängerter Arm - eine Sekte in der Regierung, die fast alle Parteien außer einer mit ihrem Wahn infiziert hat und leider bei derzeit jeder denkbaren Koalition dabei ist/wäre.
Diese Umwelt – Sekte wird mit d Durchsetzung ihrer Ziele zur größten Umweltzerstörung ansetzen, die es je gegeben hat, man wird 100Tsde Windräder in den Boden rammen, mit all den verheerenden Folgen für Mensch, Tier und Böden.
Man fährt die Kohleverbrennung hoch und labert über CO²-Neutralität, man lässt Millionen v Bürgern verarmen und erwartet, dass sie ihre Häuser sanieren, damit man mit Wärmepumpen heizen kann, sprich verschiebt die „Energiewende“, durchaus möglich, wenn sinnvoll angegangen, zum St. Nimmerleinstag.
Fatal, dass niemand mehr hinterfragt.

Brigitte Miller | Mo., 14. November 2022 - 18:20

glaubt, er müsse die Gesellschaft verändern, den Planeten retten, gar wer nur "die Welt zu einem besseren Ort" machen will, erregt mein Misstrauen. Möge er an sich selbt arbeiten, um zu einem besseren Menschen zu werden, das genügt. Dazu kann auch gehören, jemandem zu helfen, der es brauchen kann, selbstverständlich. Denn die "Weltverbesserer" wollen das immer erreichen, indem sie anderen vorschreiben wollen, was diese zu tun haben, am besten noch , was sie zu denken haben. Nein.